Dunkler Fleck im Gehirn: Ursachen, Symptome und Diagnose

Ein dunkler Fleck im Gehirn, der oft im Rahmen einer Magnetresonanztomographie (MRT) entdeckt wird, kann verschiedene Ursachen haben. Diese reichen von harmlosen Veränderungen bis hin zu ernsthaften Erkrankungen wie Hirntumoren, Multipler Sklerose oder den Folgen von Durchblutungsstörungen. Die Interpretation solcher Flecken erfordert eine sorgfältige Analyse und gegebenenfalls weitere Untersuchungen, um die zugrunde liegende Ursache zu identifizieren und eine angemessene Behandlung einzuleiten.

Ursachen für dunkle Flecken im Gehirn

Die Ursachen für dunkle Flecken, sogenannte Läsionen, die im Gehirn sichtbar werden, sind vielfältig. Einige der häufigsten Ursachen sind:

  • Hirntumoren: Sowohl gutartige als auch bösartige Hirntumoren können im MRT als dunkle Flecken erscheinen. Die Symptome und die Geschwindigkeit, mit der sie auftreten, hängen vom Grad des Tumors ab. Tumore, die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als Grad 1 oder 2 eingestuft werden, verursachen oft erst nach Monaten Symptome, während Tumore vom Grad 3 oder 4 bereits nach wenigen Wochen oder Tagen Anzeichen verursachen können.
  • Multiple Sklerose (MS): Bei MS kommt es zu Entzündungen im zentralen Nervensystem, die als Läsionen sichtbar werden. Mithilfe einer speziellen MRT-Aufnahmetechnik, der sogenannten T1-Gewichtung, lassen sich Wasseransammlungen im Gehirn dunkel abbilden. Manche Entzündungsherde erscheinen mittig schwarz und außen hell umrandet und werden als "Black Holes" bezeichnet.
  • Durchblutungsstörungen: Schlaganfälle oder andere Durchblutungsstörungen im Gehirn können zu Schäden führen, die im MRT als dunkle Flecken sichtbar werden.
  • Entzündungen: Entzündungen des Gehirns oder der Hirnhäute, die durch Infektionen oder Autoimmunerkrankungen verursacht werden, können ebenfalls Läsionen hinterlassen.
  • Verletzungen: Nach einem Unfall, Sturz oder Schlag auf den Kopf kann sich im Gehirn ein Bluterguss bilden, der im MRT sichtbar ist.
  • COVID-19: Studien haben gezeigt, dass COVID-19 zu Schäden an den kleineren Blutgefäßen im Gehirn führen kann. Diese Schäden äußern sich in punktuellen Blutungen und lokalen Entzündungsreaktionen, die im MRT als dunkle oder helle Flecken (Läsionen) erkennbar sind.
  • Andere Ursachen: Seltenere Ursachen können Stoffwechselerkrankungen, Vergiftungen oder angeborene Fehlbildungen sein.

Symptome im Zusammenhang mit dunklen Flecken im Gehirn

Die Symptome, die mit einem dunklen Fleck im Gehirn einhergehen, hängen stark von der Ursache, der Größe und der Lage der Läsion ab. Einige mögliche Symptome sind:

  • Kopfschmerzen: Neu auftretende, ungewöhnlich starke Kopfschmerzen, die über einige Tage oder Wochen immer heftiger werden und im Liegen zunehmen, können ein Anzeichen für einen Hirntumor oder andere raumfordernde Prozesse sein.
  • Übelkeit und Erbrechen: Insbesondere morgendliche Übelkeit und Erbrechen können auf einen erhöhten Hirndruck hinweisen.
  • Sehstörungen: Gesichtsfeldausfälle, Doppelbilder oder verschwommenes Sehen können durch Läsionen im Bereich der Sehbahn verursacht werden. Betroffene nehmen Teile ihrer optischen Umgebung nicht mehr wahr und ecken an, stolpern, übersehen Bekannte etc. Oft bemerken sie das Problem zunächst gar nicht, denn es gibt dann keinen „schwarzen Fleck“ zu sehen, sondern der Gesichtsfeldteil ist einfach nicht da. In schweren Fällen erkennen die Patienten bei dieser neurologischen Sehstörung gar nichts mehr (sog. „Seelenblindheit“).
  • Neurologische Ausfälle: Lähmungserscheinungen, Taubheitsgefühle, Sprachstörungen, Zuckungen oder Kribbeln können auf eine Schädigung von Nervenzellen im Gehirn hindeuten.
  • Krampfanfälle: Ein neu auftretender epileptischer Krampfanfall kann ein erstes Symptom eines Hirntumors sein, insbesondere bei Kindern.
  • Hormonelle Störungen: Tumore der Hypophyse können zu hormonellen Störungen führen, die sich in Schlaf-Wach-Rhythmus-Störungen, Wachstumsstörungen oder sexuellen Funktionsstörungen äußern können.
  • Kognitive Beeinträchtigungen: Aufmerksamkeitsstörungen, Gedächtnisprobleme, Konzentrationsschwierigkeiten und Vergesslichkeit können durch Läsionen im Gehirn verursacht werden.
  • Psychische Veränderungen: Depressionen, Teilnahmslosigkeit, Angst oder Persönlichkeitsveränderungen können ebenfalls auftreten.

Es ist wichtig zu beachten, dass viele dieser Symptome unspezifisch sind und auch bei anderen Erkrankungen auftreten können. Wenn sie jedoch neu auftreten, sich verschlimmern oder in Kombination auftreten, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Diagnose von dunklen Flecken im Gehirn

Die Diagnose eines dunklen Flecks im Gehirn beginnt in der Regel mit einer ausführlichen Anamnese und einer neurologischen Untersuchung. Dabei erfragt der Arzt die Krankengeschichte des Patienten, seine aktuellen Beschwerden und eventuelle Risikofaktoren. Die neurologische Untersuchung dient dazu, die Hirnfunktionen zu überprüfen und mögliche Ausfälle festzustellen.

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Die wichtigste Methode zur Darstellung von Hirnläsionen ist die Magnetresonanztomographie (MRT). Das MRT liefert detaillierte Bilder des Gehirns und kann helfen, die Größe, Lage und Art der Läsion zu bestimmen. In einigen Fällen kann auch eine Computertomographie (CT) durchgeführt werden, insbesondere wenn eine schnelle Bildgebung erforderlich ist oder Kontraindikationen für ein MRT vorliegen.

Je nach Verdacht können weitere Untersuchungen erforderlich sein, wie z.B.:

  • Elektroenzephalographie (EEG): Zur Untersuchung der Hirnströme bei Verdacht auf Epilepsie.
  • Lumbalpunktion: Zur Entnahme von Nervenwasser (Liquor) bei Verdacht auf Entzündungen oder andere Erkrankungen des zentralen Nervensystems.
  • Biopsie: Entnahme einer Gewebeprobe zur feingeweblichen Untersuchung bei Verdacht auf einen Tumor.
  • Blutuntersuchungen: Zur Abklärung von Entzündungen, Autoimmunerkrankungen oder hormonellen Störungen.
  • Augenärztliche Untersuchung: Bei Sehstörungen zur Beurteilung der Sehschärfe, des Gesichtsfeldes und der Augenbewegungen.

Behandlung von dunklen Flecken im Gehirn

Die Behandlung eines dunklen Flecks im Gehirn richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache. Einige Behandlungsmöglichkeiten sind:

  • Operation: Bei Hirntumoren kann eine Operation erforderlich sein, um den Tumor zu entfernen oder zu verkleinern.
  • Strahlentherapie: Bei bösartigen Tumoren oder wenn eine Operation nicht möglich ist, kann eine Strahlentherapie eingesetzt werden, um die Tumorzellen zu zerstören.
  • Chemotherapie: Bei bestimmten Tumorarten kann eine Chemotherapie eingesetzt werden, um das Wachstum der Tumorzellen zu hemmen.
  • Medikamentöse Therapie: Bei Multipler Sklerose oder anderen entzündlichen Erkrankungen können Medikamente eingesetzt werden, um die Entzündung zu reduzieren und das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen.
  • Rehabilitation: Nach einem Schlaganfall oder einer Operation kann eine Rehabilitation erforderlich sein, um verloren gegangene Funktionen wiederherzustellen.
  • Sehtraining: Bei neurologischen Sehstörungen liegt der Schwerpunkt der Therapie in der Reha-Klinik auf dem gezielten Sehtraining, um das Sehvermögen wieder zu verbessern und/oder trotz Sehstörung die Umwelt besser wahrzunehmen.
  • Behandlung von Begleiterkrankungen: Bluthochdruck, Diabetes oder andere Risikofaktoren sollten behandelt werden, um das Risiko weiterer Läsionen zu reduzieren.

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