Sonnenlicht ist lebensnotwendig, kann aber auch unangenehme Folgen haben, wenn man sich nicht ausreichend schützt. Das Zukneifen der Augen in der Sonne und Migräne können zusammenhängen. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen dieses Phänomens und bietet Lösungsansätze für Betroffene.
Ursachen für das Zukneifen der Augen in der Sonne
Das Zukneifen der Augen in der Sonne ist ein natürlicher Reflex, um die Netzhaut vor zu starkem Lichteinfall zu schützen. Die Pupille reguliert die Menge des einfallenden Lichts, indem sie sich bei Helligkeit verengt und bei Dunkelheit erweitert. Bei lichtempfindlichen Augen wird dieser Reflex jedoch schon bei geringerer Helligkeit ausgelöst.
Lichtempfindlichkeit (Photophobie)
Lichtempfindlichkeit, auch Photophobie genannt, beschreibt eine übermäßige Sensibilität der Augen gegenüber Helligkeit. Betroffene empfinden bereits geringe Lichtmengen als unangenehm oder schmerzhaft. Dies kann zu Blendung, Augenschmerzen, Kopfschmerzen, Tränenfluss oder Sehbeeinträchtigungen führen.
Temporäre Ursachen
Temporäre Ursachen für Lichtempfindlichkeit können sein:
- Fremdkörper im Auge: Ein Fremdkörper im Auge, beispielsweise nach dem Schwimmen, kann die Hornhaut schädigen und die Augen lichtempfindlicher machen.
- Sonnenbrand am Auge: Ein Sonnenbrand am Auge kann die Augen vorübergehend überempfindlich machen.
- Verblitzung: Zu starke UV-Einstrahlung, beispielsweise in reflektierenden Umgebungen wie Wasser oder Strand, kann zu einer Verblitzung führen.
Dauerhafte Ursachen
Dauerhafte Ursachen für Lichtempfindlichkeit können sein:
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- Migräne: Viele Migränepatienten klagen über Lichtempfindlichkeit während ihrer Anfälle.
- Neurologische Erkrankungen: Meningitis oder eine Gehirnerschütterung können die Schwelle für Lichtempfindlichkeit dauerhaft senken.
- Augenkrankheiten: Grauer Star (Katarakt) oder Grüner Star (Glaukom) können anhaltende Lichtempfindlichkeit verursachen.
Weitere mögliche Ursachen
- Trockene Augen: Eine unzureichende Tränenfilmqualität kann dazu führen, dass die Augen lichtempfindlicher reagieren.
- Augenoperationen: Nach bestimmten Augenoperationen kann vorübergehende Lichtempfindlichkeit auftreten.
- Medikamente: Einige Medikamente können die Lichtempfindlichkeit erhöhen.
- Hornhautverkrümmung (Astigmatismus): Eine Hornhautverkrümmung kann zu einer ungleichmäßigen Lichtbrechung führen und die Augen lichtempfindlich machen.
Zusammenhang zwischen Augen zukneifen, Lichtempfindlichkeit und Migräne
Lichtempfindlichkeit ist ein häufiges Symptom bei Migräneanfällen. Sie kann vor, während oder nach einer Migräne auftreten. Das Zukneifen der Augen in der Sonne kann bei Migränepatienten einen Migräneanfall auslösen oder verstärken.
Augenmigräne
Die Augenmigräne (ophthalmische oder retinale Migräne) ist eine seltene Form der Migräne, die ein oder beide Augen betrifft. Betroffene haben vorübergehende Sehstörungen, die nicht zusammen mit Kopfschmerzen auftreten müssen. Begleitend können Übelkeit und Lichtempfindlichkeit auftreten.
Retinopathia centralis serosa (RCS)
Die Retinopathia centralis serosa (RCS), auch Managerkrankheit genannt, ist eine psychosomatische Erkrankung, die durch Stress ausgelöst werden kann. Symptome können Gesichtsfeldausfälle, schlechteres Farbsehen, Probleme beim Lesen, Lidkrämpfe, trockene Augen und zwanghaftes Blinzeln sein. Auch Migräne-Anfälle können durch Stress häufiger auftreten und mit flimmerartigen Sehausfällen in Verbindung mit der Migräneattacke auftreten.
Was tun bei Augen zukneifen in der Sonne und Migräne?
Es gibt verschiedene Maßnahmen, die helfen können, das Zukneifen der Augen in der Sonne und Migräne zu reduzieren oder zu vermeiden.
Schutz vor Sonnenlicht
- Sonnenbrille tragen: Eine Sonnenbrille mit UV-Schutz und polarisierten Gläsern kann die Blendung reduzieren und die Augen vor schädlicher UV-Strahlung schützen.
- Hut oder Kappe tragen: Ein Hut oder eine Kappe kann das Gesicht und die Augen zusätzlich vor Sonnenlicht schützen.
- Schatten aufsuchen: Vermeiden Sie direkte Sonneneinstrahlung und suchen Sie Schatten auf.
Behandlung von Lichtempfindlichkeit
- Spezielle Brillengläser: Spezielle Brillengläser mit Lichtfiltern können bestimmte Wellenlängenbereiche des Lichts filtern und so die unangenehm blendende Wirkung auf die Augen reduzieren.
- Augentropfen: Bei trockenen Augen können befeuchtende Augentropfen helfen, die Symptome zu lindern.
- Umgebungsanpassungen: Reduzieren Sie die Lichtintensität in Innenräumen, indem Sie Vorhänge oder Jalousien verwenden. Verwenden Sie blendfreie Bildschirme und dimmen Sie die Innenbeleuchtung.
Migräneprophylaxe und -behandlung
- Auslöser vermeiden: Identifizieren Sie Ihre persönlichen Migräneauslöser und vermeiden Sie diese. Mögliche Auslöser sind Stress, bestimmte Nahrungsmittel, Alkohol oder Schlafmangel.
- Entspannungstechniken: Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder progressive Muskelentspannung können helfen, Stress abzubauen und Migräne vorzubeugen.
- Medikamente: Bei Bedarf können Medikamente zur Akutbehandlung von Migräneanfällen oder zur Migräneprophylaxe eingesetzt werden.
Ärztliche Beratung
- Augenarzt: Bei zunehmender Lichtempfindlichkeit, die den Alltag beeinträchtigt, oder bei plötzlich auftretender Lichtempfindlichkeit sollte ein Augenarzt aufgesucht werden.
- Neurologe: Bei häufigen Migräneanfällen oder bei Verdacht auf eine neurologische Ursache der Lichtempfindlichkeit sollte ein Neurologe konsultiert werden.
Moderne diagnostische Möglichkeiten
Moderne diagnostische Geräte ermöglichen eine präzise Analyse der Sehkraft und der Augengesundheit.
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- Optometrische Prüfung am Polatest: Diese Prüfung identifiziert und korrigiert horizontale und vertikale Bildlagenfehler, die zu Winkelfehlsichtigkeit führen können.
- JENVIS Dry Eye Report: Dieser Report wurde speziell für die Diagnose des Trockenen Auges entwickelt und setzt neue Maßstäbe für das Screening dieser Erkrankung.
- VinZent: Dieses Gerät misst den Leseabstand, die individuelle Kopfneigung, die Blickbewegung und den Augendrehpunkt.
Winkelfehlsichtigkeit als mögliche Ursache
Winkelfehlsichtigkeit ist eine Augenkoordinationsstörung, bei der die Augen in ihrer natürlichen Stellung nicht genau parallel zueinander ausgerichtet sind. Um Doppelbilder zu vermeiden, versucht das Gehirn, die Augenstellung zu korrigieren. Diese Korrekturen können zu einer erhöhten Belastung des Systems Auge-Gehirn führen und Symptome wie schnelle Ermüdung der Augen, Fixationsprobleme, Lichtempfindlichkeit, Augenblinzeln, Augenzucken, Augenreiben und Zukneifen eines Auges verursachen.
Korrektur der Winkelfehlsichtigkeit
Winkelfehlsichtigkeit kann mit prismatischen Brillengläsern korrigiert werden. Diese Gläser legen die Bilder beider Augen so zentrisch wie möglich in die Netzhautgrube und entlasten so das System Auge-Gehirn.
Das trockene Auge als weitere Ursache
Das Krankheitsbild des trockenen Auges, auch Benetzungsstörung oder Keratoconjunctivitis sicca genannt, tritt auf, wenn zu wenig Tränenflüssigkeit vorhanden ist oder diese eine veränderte Zusammensetzung aufweist. Symptome können brennende, gerötete und trockene Augen, Lichtempfindlichkeit, vermehrtes Tränen oder ein Fremdkörpergefühl sein.
Ursachen für trockene Augen
- Häufige Bildschirmarbeit: Während der Arbeit am Computer oder der Beschäftigung mit dem Smartphone wird wesentlich seltener geblinzelt, was zu einer verminderten Verteilung des Tränenfilms auf der Augenoberfläche führt.
- Kontaktlinsen: Kontaktlinsen können den Fluss und die Verteilung der Tränenflüssigkeit auf der Augenoberfläche behindern.
- Hormonelle Veränderungen: Bei Frauen kann ein Absinken des Androgenspiegels, etwa in der Menopause oder durch die Einnahme der Antibabypille, dazu führen, dass das Auge trocken wird.
Behandlung von trockenen Augen
- Künstliche Tränen: Mehrmals tägliche Befeuchtung der Augen mit geeigneten Tropfen, sogenannten künstlichen Tränen.
- Geltropfen: Für stärkere und chronische Beschwerden gibt es speziell entwickelte Geltropfen, die eine höhere Viskosität aufweisen und dadurch länger an der Augenoberfläche haften bleiben.
- Salbe für die Nacht: Für die Nacht kann die zusätzliche Behandlung mit einer Salbe sinnvoll sein, da im Schlaf wesentlich weniger Tränenflüssigkeit produziert wird.
- Verstärkende Faktoren beseitigen: Auf Klimaanlagen sollte verzichtet und beheizte Räume sollten regelmäßig gelüftet werden. Auch vom Aufenthalt in verrauchten Räumen ist abzuraten.
Schlechtes Sehen in der Dämmerung oder bei Nacht
Schlechtes Sehen und Lichtempfindlichkeit in der Dämmerung oder bei Nacht können verschiedene Ursachen haben.
Anpassung des Auges an Dunkelheit
Um den Übergang von Helligkeit zu Dunkelheit zu bewältigen, verändert die Pupille ihre Größe. Bei Helligkeit verengt sich die Pupille, um die Netzhaut vor zu viel Lichteinfall zu schützen. Bei Dunkelheit dagegen weitet sie sich, um mehr der noch vorhanden Lichtstrahlen einzufangen. Im Laufe des Lebens nimmt die Fähigkeit der Pupille ab, sich weit zu öffnen.
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Nachtkurzsichtigkeit
Bei kurzsichtigen Menschen ist der Augapfel nicht rund, sondern oval. Dadurch treffen die ankommenden Lichtstrahlen nicht mittig, sondern leicht seitlich versetzt auf der Netzhaut auf. Auch bei Menschen, die tagsüber keine Brille benötigen, kann es bei Dunkelheit zu einem ähnlichen optischen Effekt kommen, da sich die Pupillen weiten und die Lichtstrahlen, die am Pupillenrand in das Auge eintreten, teilweise gebrochen werden. In diesem Fall kann eine Nachtbrille mit einer entsprechenden Sehkorrektur helfen.
Grauer Star (Katarakt)
Mit zunehmendem Alter kann sich die Augenlinse durch Eiweißablagerungen eintrüben (Grauer Star, Katarakt). Dadurch treffen Lichtstrahlen nicht mehr gerade und gebündelt auf die Netzhaut auf, sondern werden gebrochen. Dabei erscheint um die Lichtquellen herum ein "Nebelschleier", der das Sehen stark beeinträchtigen kann.
Nachtblindheit
In seltenen Fällen passt sich das Auge im Dunkeln gar nicht an. Betroffene bleiben blind im Dunkeln. Man spricht dann nicht von einer Nachtkurzsichtigkeit, sondern von einer Nachtblindheit. Dabei ist die Funktion der Stäbchen in der Netzhaut gestört.
Stress als Auslöser von Sehstörungen
Stress kann dem ganzen Körper, aber auch den Augen schaden. Stressbedingte Sehstörungen können sich durch einen dunklen Fleck im Gesichtsfeld, verzerrte Umgebung, schlechtere Farbwahrnehmung und Leseprobleme äußern.
Retinopathia centralis serosa (RCS)
Die Retinopathia centralis serosa (RCS), auch Managerkrankheit genannt, ist eine psychosomatische Erkrankung, die durch Stress ausgelöst werden kann. Betroffen sind häufig jüngere Männer unter 50 Jahren. Die genauen Ursachen sind noch weitgehend unbekannt, aber auffällig ist, dass die Betroffenen oftmals jung und sehr ehrgeizig im Job und deshalb einem hohen Stresslevel ausgesetzt sind.
Behandlung von stressbedingten Sehstörungen
- Stress reduzieren: Reduzieren Sie Stress auslösende Faktoren in Ihrem Leben.
- Auszeiten gönnen: Gönnen Sie Ihren Augen gezielte Auszeiten von langer Bildschirmarbeit.
- Gesunde Ernährung: Achten Sie auf eine gesunde Ernährung mit einer ausreichenden Flüssigkeitszufuhr.
- Psychotherapie: In einigen Fällen kann eine Psychotherapie helfen, mit dem Auslöser für Stress umzugehen.