Ecstasy: Wirkung, Risiken und der Einfluss auf den Dopaminhaushalt

Ecstasy, auch bekannt als MDMA (3,4-Methylendioxymethylamphetamin), ist eine synthetische Droge, die sowohl stimulierende als auch halluzinogene Eigenschaften besitzt. Sie erfreut sich vor allem in der Rave-Kultur und bei elektronischen Tanzmusikfestivals großer Beliebtheit. Der Konsum von Ecstasy kann jedoch schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben, einschließlich einer Beeinträchtigung des Dopaminhaushaltes.

Was ist Ecstasy und wie wirkt es?

Ecstasy ist chemisch eng mit Amphetaminen verwandt und wirkt hauptsächlich auf das zentrale Nervensystem. Nach der Einnahme werden Neurotransmitter wie Serotonin, Noradrenalin und Dopamin freigesetzt. Insbesondere Serotonin spielt eine zentrale Rolle bei der Stimmungsregulation. MDMA blockiert zudem die Wiederaufnahme dieser Botenstoffe in die Zellen, wodurch ihre Konzentration im synaptischen Spalt erhöht wird. Dies führt zu einem Gefühl von Euphorie, gesteigerter Energie, emotionaler Wärme und einer verzerrten Wahrnehmung.

Die Wirkung von Ecstasy setzt etwa 30 bis 45 Minuten nach der Einnahme ein und hält in der Regel vier bis sechs Stunden an. Neben dem Hauptwirkstoff MDMA enthalten Ecstasy-Tabletten häufig weitere Substanzen wie Koffein, Speed, Ephedrin, Ketamin oder Metaamphetamine, was die Wirkung unberechenbar macht.

Ecstasy und der Dopaminhaushalt

Ecstasy beeinflusst den Dopaminhaushalt, indem es die Freisetzung von Dopamin im Gehirn stimuliert. Dopamin ist ein Neurotransmitter, der eine wichtige Rolle bei der Steuerung von Bewegungen, Emotionen, Motivation und dem Belohnungssystem spielt. Die erhöhte Dopaminfreisetzung durch Ecstasy trägt zu den euphorischen Gefühlen bei, die Konsumenten erleben.

Ein Überschuss an Dopamin kann jedoch auch negative Auswirkungen haben. Eine übermäßige Stimulation des Dopaminsystems kann zu Angstzuständen, Unruhe und Paranoia führen. Langfristiger und wiederholter Ecstasykonsum kann das Dopaminsystem schädigen und zu einer verminderten Dopaminproduktion führen. Dies kann zu Depressionen, Antriebslosigkeit und einer erhöhten Anfälligkeit für Suchterkrankungen führen.

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Risiken und Nebenwirkungen von Ecstasy

Der Konsum von Ecstasy ist mit einer Reihe von Risiken und Nebenwirkungen verbunden, die sowohl kurz- als auch langfristig auftreten können.

Kurzfristige Risiken und Nebenwirkungen

  • Überhitzung (Hyperthermie): Ecstasy kann die Körpertemperatur stark erhöhen, insbesondere in Verbindung mit körperlicher Anstrengung wie Tanzen. Dies kann zu einem lebensbedrohlichen Zustand führen, bei dem Muskelfasern zerfallen (Rhabdomyolyse) und ein akutes Nierenversagen droht.
  • Flüssigkeitsmangel: Ecstasy dämpft die Wahrnehmung von Durst und erhöht gleichzeitig den Flüssigkeitsbedarf. Ein Flüssigkeitsmangel kann zu Übelkeit, Kopfschmerzen, Muskelkrämpfen, Krampfanfällen und Bewusstlosigkeit führen.
  • Hyponatriämie: In seltenen Fällen kann Ecstasy zu einem gefährlichen Natriummangel im Blut führen (Hyponatriämie). Dies kann durch exzessives Wassertrinken oder durch eine verstärkte Produktion des Hormons Vasopressin ausgelöst werden, das die Flüssigkeitsausscheidung reduziert. Eine akute Hyponatriämie kann zu einem Hirnödem führen, einer Schwellung im Gehirn, die unbehandelt lebensbedrohlich ist.
  • Psychische Probleme: Ecstasy kann Psychosen mit Wahnvorstellungen und Halluzinationen auslösen. Menschen mit bereits bestehenden psychischen Erkrankungen wie Angststörungen oder Depressionen sind besonders gefährdet, da Ecstasy ihre Symptome verstärken kann.
  • Ecstasy-Kater: Nach dem Rausch kann ein Ecstasy-Kater mit Erschöpfung, Kopfschmerzen, Ängstlichkeit und Verwirrtheit auftreten, der etwa zwei bis fünf Tage andauern kann.

Langfristige Risiken und Nebenwirkungen

  • Hirnschäden: Studien haben gezeigt, dass häufiger Ecstasykonsum Nervenschäden verursachen kann, insbesondere in Hirnregionen, die für das Gedächtnis und die Lernleistung wichtig sind.
  • Depressionen und Schlafstörungen: Ecstasy kann langfristig Depressionen und Schlafstörungen auslösen. Eine Studie der London Metropolitan University hat gezeigt, dass ehemalige Ecstasykonsumenten, die bereits seit mehreren Jahren abstinent waren, fast im gleichen Maße von Depressionen und Schlafproblemen betroffen waren wie aktuell Konsumierende.
  • Sucht: Ecstasy kann psychisch abhängig machen, wobei das Suchtpotenzial im Vergleich zu anderen Drogen als gering gilt. Besonders gefährdet, eine Sucht zu entwickeln, sind Jugendliche, die bereits vor dem Konsum unter Angststörungen oder Depressionen litten.

Ecstasy und Hyponatriämie: Ein Fallbeispiel

Eine 29-jährige Frau wird in die Notfallambulanz eingeliefert, nachdem sie nach dem Konsum einer unbekannten Menge Ecstasy einen Krampfanfall erlitten hat. Im Krankenhaus wird ein deutlich zu niedriger Natriumgehalt im Blut festgestellt (Hyponatriämie). Die Ärzte vermuten, dass die Hyponatriämie entweder durch exzessives Wassertrinken aufgrund von erhöhtem Durstgefühl oder durch eine verstärkte Produktion von Vasopressin verursacht wurde. Die Patientin konnte durch die intravenöse Gabe einer Natriumlösung und mit Hilfe von Medikamenten behandelt werden.

Dieser Fall verdeutlicht die potenziell lebensbedrohlichen Risiken des Ecstasykonsums und die Bedeutung, sich dieser Risiken bewusst zu sein.

Ecstasy als Therapie gegen PTBS?

Obwohl Ecstasy in den meisten Ländern illegal ist, wird es in einigen Ländern, insbesondere in den USA und der Schweiz, in Einzelfällen zu therapeutischen Zwecken eingesetzt. Forscher untersuchen, ob MDMA als mögliches Mittel gegen die Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) eingesetzt werden kann. Neuere Studien deuten darauf hin, dass MDMA in der Psychotherapie helfen könnte, verdeckte Emotionen zugänglich zu machen.

Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass der therapeutische Einsatz von MDMA nur in einem kontrollierten und medizinisch überwachten Rahmen erfolgen sollte. Die Risiken und Nebenwirkungen von Ecstasy sind auch bei therapeutischer Anwendung zu berücksichtigen.

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Was tun bei Suchtproblemen?

Wenn Sie das Gefühl haben, ein Suchtproblem zu haben, oder wenn Freunde oder Angehörige Suchtmittel konsumieren und Sie nicht weiter wissen, können Sie sich an eine Suchtberatungsstelle wenden. Dort können Sie Ihre Probleme, Befürchtungen und Sorgen schildern und die Beraterin oder der Berater wird versuchen, gemeinsam mit Ihnen Lösungen zu erarbeiten. Alle Gespräche sind streng vertraulich. Sie erhalten Informationen über die verschiedenen Behandlungsangebote und Möglichkeiten ihrer Finanzierung.

Es gibt verschiedene Therapieangebote, die je nach Bedarf ambulant oder stationär durchgeführt werden können. Eine ambulante Therapie besteht aus einzelnen Terminen in einer Suchtberatungsstelle, bei Psychotherapeuten und Psychotherapeutinnen oder in einer Suchtambulanz. Eine stationäre Therapie in einer Fachklinik kann vom Alltag entlasten.

Zusätzlich kann der Besuch einer Selbsthilfegruppe hilfreich sein. In einer Selbsthilfegruppe treffen Sie auf Menschen, die alle selbst oder als Angehörige von einem Suchtproblem betroffen sind, und damit ähnliche Erfahrungen teilen. Eine Selbsthilfegruppe bietet Ihnen somit die Möglichkeit, sich regelmäßig in einem geschützten und vertrauensvollen Rahmen mit anderen Betroffenen und Angehörigen auszutauschen.

Tipps für Angehörige und Partner

Nahestehende versuchen oft vergeblich, Betroffene vor den Konsequenzen ihrer Erkrankung zu bewahren. Damit unterstützen sie die Sucht meist erst recht und riskieren die eigene Gesundheit. Fachleute sprechen dann von einer sogenannten Co-Abhängigkeit. Es ist wichtig, sich als Angehöriger oder Partner professionelle Hilfe zu suchen und sich nicht von der Sucht des anderen vereinnahmen zu lassen.

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