Die Vorteile von Tischtennis für das Gehirn und die Gesundheit

Tischtennis ist weit mehr als nur ein Freizeitvergnügen. Es handelt sich um eine olympische Sportart, die weltweit von über 300 Millionen Menschen regelmäßig ausgeübt wird. Tischtennis ist zweifellos einer der gesündesten Breitensportarten überhaupt. Die einzigartige Kombination aus kardiovaskulärem Training, Koordinationsförderung, kognitiver Stimulation und sozialer Interaktion macht es zu einer idealen Aktivität für Menschen jeden Alters und jeder Fitnessebene. Was Tischtennis besonders auszeichnet, ist seine Zugänglichkeit und Nachhaltigkeit. Es ist eine Sportart, die man ein Leben lang ausüben kann - vom Kindesalter bis ins hohe Seniorenalter.

Tischtennis als effektives Intervalltraining

Die intensive Natur des Spiels, mit seinen kurzen Sprints, schnellen Richtungswechseln und variierenden Intensitätsphasen, entspricht einem natürlichen Intervalltraining. Bei einem durchschnittlichen Tischtennisspiel steigt die Herzfrequenz auf etwa 60-70% der maximalen Herzfrequenz, was dem idealen Bereich für ein kardiovaskuläres Training entspricht. Regelmäßiges Tischtennisspiel verbessert die Herzeffizienz und senkt den Ruhepuls. Der rhythmische Wechsel zwischen Anspannung und Entspannung während des Spiels hilft, den Blutdruck zu regulieren.

Was wird beim Tischtennis trainiert?

Der kleine, schnell fliegende Ball erfordert eine außergewöhnliche Abstimmung zwischen visueller Wahrnehmung und motorischer Reaktion. Professionelle Tischtennisspieler müssen innerhalb von 0,2-0,3 Sekunden auf einen ankommenden Ball reagieren. Die verschiedenen Schlagtechniken im Tischtennis - vom Topspin über den Slice bis zum Block - erfordern eine außergewöhnlich feine Kontrolle der Handgelenk-, Arm- und Schultermuskeln. Tischtennis schult das Körperbewusstsein und die Fähigkeit, die Position und Bewegung des eigenen Körpers im Raum wahrzunehmen.

Tischtennis für Gleichgewicht und Beweglichkeit

Die schnellen Richtungswechsel und das ständige Verlagern des Körpergewichts trainieren das dynamische Gleichgewichtssystem intensiv. Das Strecken nach Bällen in alle Richtungen erhöht die Beweglichkeit in Wirbelsäule, Schultern, Hüften und Knien. Die verbesserte Körperwahrnehmung, Reaktionsfähigkeit und Balance sind zentrale Faktoren in der Sturzprävention bei älteren Menschen.

Tischtennis als Gehirnjogging

Tischtennis kann als "Gehirnjogging in Perfektion" bezeichnet werden. Regelmäßiges Tischtennisspiel steigert die Gehirnaktivität in Bereichen, die typischerweise bei Demenzerkrankungen beeinträchtigt sind. Spieler müssen ständig Taktiken anpassen, Schwächen des Gegners erkennen und Spielzüge mehrere Schritte im Voraus planen - all das innerhalb von Sekundenbruchteilen. Die hohe Geschwindigkeit des Spiels erfordert anhaltende, intensive Konzentration. Das komplexe Zusammenspiel von Wahrnehmung, Entscheidungsfindung und motorischer Ausführung beim Tischtennis fördert die Bildung neuer neuronaler Verbindungen im Gehirn.

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Tischtennis und das Wohlbefinden

Die körperliche Aktivität beim Tischtennis stimuliert die Ausschüttung von Endorphinen, Dopamin und Serotonin - den sogenannten "Glückshormonen". Erfahrene Spieler berichten häufig von einem "Flow-Zustand" während intensiver Spielphasen, in dem sie vollständig im Moment aufgehen. Tischtennis lehrt den Umgang mit Erfolg und Niederlage in schneller Folge.

Tischtennis zur Gewichtsreduktion

Je nach Intensität verbrennt eine Stunde Tischtennis zwischen 200 und 350 Kalorien. Bei wettkampforientierten Spielen mit hoher Intensität kann dieser Wert auf bis zu 500 Kalorien ansteigen. Die intensive, intervallbasierte Natur des Tischtennisspiels führt zu einem signifikanten Nachbrenneffekt. Tischtennis aktiviert über 80% der Skelettmuskulatur und stärkt besonders die Muskeln der Beine, des Rumpfes, der Schultern und Arme. Die abwechselnden Intensitätsphasen beim Tischtennis führen zu einer optimalen Fettverbrennung.

Tischtennis als generations- und kulturübergreifende Aktivität

Kaum eine andere Sportart wird so alters- und kulturübergreifend gespielt wie Tischtennis. Besonders im Doppel ist eine effektive verbale und nonverbale Kommunikation entscheidend für den Erfolg. Tischtennisvereine und -gruppen bilden oft enge soziale Gemeinschaften, die emotionale Unterstützung bieten. Tischtennis kann von Menschen mit unterschiedlichsten körperlichen Voraussetzungen gespielt werden, einschließlich vieler Menschen mit Behinderungen.

Tischtennis für die Gelenke

Im Gegensatz zu Laufsportarten wie Joggen oder Basketball, bei denen die Stoßbelastung auf Knie- und Sprunggelenke das 2- bis 4-fache des Körpergewichts betragen kann, verursacht Tischtennis nur minimale Belastungen. Die meisten Bewegungen beim Tischtennis sind sanft und kontrolliert, was das Verletzungsrisiko minimiert. Trotz der geringen Belastung werden die Gelenke in ihrem vollen Bewegungsumfang trainiert, was Arthrose vorbeugen kann.

PingPongParkinson: Tischtennis als Therapie bei Parkinson und Demenz

Wer die Diagnose Morbus Parkinson erhält, bekommt zwei Empfehlungen: Medikamente einzunehmen und sich regelmäßig zu bewegen. Ärzte schicken Betroffene dafür auch an die Tischtennisplatte. PingPongParkinson ist eine Bewegung, die vor einigen Jahren aus den USA nach Deutschland schwappte und so auch nach Bremen kam. Seit vergangenem Jahr gibt es den Stützpunkt bei Werder Bremen.

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Gegründet wurde PingPongParkinson von Nenad Bach und Will Shortz - der eine Ingenieur und Musiker, der andere Redakteur und Tischtennisspieler. Als Bach an Parkinson erkrankte und mehr und mehr die Kontrolle über seine Finger verlor, musste er seine Gitarre zur Seite legen. Eher zum Zeitvertreib ging er mit seinem Kumpel Will zum Tischtennis und war verblüfft, wie gut es ihm tat. Das regelmäßige Training, so wird erzählt, führte dazu, dass Bach seine Finger wieder besser bewegen und irgendwann sogar wieder Gitarre spielen konnte.

Ziel jeglicher Therapie ist es, den Verlauf der Krankheit hinauszuzögern, die bis heute weder vollständig erforscht noch heilbar ist. Was man unter anderem weiß ist, dass ein kleines Protein nach und nach jene Zellen im Gehirn zerstört, die Dopamin produzieren. Dieses Hormon ist nötig, damit das Gehirn und die Muskeln miteinander kommunizieren können. Fehlt der Botenstoff, verlangsamen sich alle motorischen Abläufe.

PingPongParkinson geht davon aus, dass das Tischtennistraining die Motorik der Erkrankten verbessert. Die Organisation verweist auf Pilotstudien aus Japan und Schweden aus dem Jahr 2020, die zeigten, dass regelmäßiges Training einen Nutzen bringen könne. Das gelte für die Bewegungen, vor allem aber für die Psyche, denn häufig leiden die Betroffenen auch unter Depressionen. Das Spielen lenkt ab und muntert auf.

Auch Dr. Jens Schröder kennt die Tischtennis-Empfehlung für Menschen mit Parkinson. „Ich glaube jedem Patienten, der berichtet, dass eine langfristige Wirkung spürbar ist.“ Tischtennis biete alles, was in medizinischen Therapien angewandt werde: Das Klicken des Balls auf Schläger und Platte sorge für einen gleichmäßigen Rhythmus und jeder Schlag fördere die Feinmotorik, außerdem werde die Haltung gelockert. „Obendrein gehen die Menschen in den Austausch und haben Spaß.“

In Bremen haben die Paracelsus-Klinik und die Klinik Bremen-Ost gemeinsam ein Parkinson-Netzwerk gegründet. Ziel ist es, durch eine bessere Vernetzung aller beteiligten Professionen die Versorgung von Parkinson-Betroffenen zu verbessern. In der Paracelsus-Klinik sind Betroffene und Angehörige jeden dritten Donnerstag eines Monats zwischen 15 und 17 Uhr zum Paracelsus Parkinson-Café eingeladen.

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Tischtennis kann auch bei Demenz helfen. Trainer Jürgen Schäffner sagt: „Der Sport kann die Krankheit verlangsamen“. Laut einer japanischen Analyse verzögert Tischtennis den neuronalen Abbau. „Die Bewegungen sind vielfältig und spielerisch“, erklärt Schäffner. „Außerdem muss man beim Tischtennis immer auf den Partner reagieren. Das ist Kommunikation in der Bewegung.“ Man könne Tischtennis auch langsam spielen, je nach den individuellen Fähigkeiten.

Studien weisen darauf hin, dass eine Demenzerkrankung durch Sport und Bewegung langsamer fortschreitet. Denn Sport fördert nicht nur das Herz-Kreislauf-System und den Muskelaufbau, sondern auch die Gehirngesundheit. Wer mehr als zweimal pro Woche an den Sportangeboten teilnimmt, verbessert nicht nur seine Fitness, sondern auch seine Denkfähigkeit deutlich. Entscheidend ist nicht die Art des Sports oder die Intensität, sondern die Häufigkeit. Es gibt aktuell noch keine Medikamente, die die strukturellen Veränderungen im Gehirn aufhalten können.

Fazit

Tischtennis ist eine Sportart, die weit mehr zu bieten hat als nur Spaß und Unterhaltung. Es ist ein effektives Training für Körper und Geist, das in jedem Alter ausgeübt werden kann. Ob zur Prävention von Krankheiten, zur Verbesserung der körperlichen Fitness oder einfach nur zum Spaß an der Bewegung - Tischtennis ist eine ausgezeichnete Wahl.

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