Ein Zombie hing am Glockenseil: Eine Analyse von Lucio Fulcis Horrorfilm

Lucio Fulcis "Ein Zombie hing am Glockenseil" (Originaltitel: "Paura nella città dei morti viventi") ist ein Horrorfilm aus dem Jahr 1980, der im Laufe der Jahre Kultstatus erlangt hat. Der Film, der oft als Teil einer inoffiziellen Trilogie zusammen mit "Die Geisterstadt der Zombies" und "Das Haus an der Friedhofsmauer" betrachtet wird, vermischt Zombie- und Geisterhorror und ist bekannt für seine Gore-Effekte und seine düstere Atmosphäre.

Handlung

Die Geschichte beginnt in Dunwich, einer kleinen Stadt in den USA, wo sich Pater Thomas auf einem nebligen Friedhof an einem Baum erhängt. Dieser Selbstmord öffnet ein Tor zur Hölle und setzt eine Kette von Ereignissen in Gang, die die Toten aus ihren Gräbern steigen lässt.

Gleichzeitig erlebt in New York die junge Mary während einer spirituellen Sitzung eine Vision des Selbstmords von Pater Thomas und der auferstandenen Toten. Der Schock ist so groß, dass sie stirbt, aber lebendig begraben wird. Der Reporter Peter Bell, der den Fall untersucht, hört ihre Schreie aus dem Sarg und befreit sie.

Mary und Peter machen sich auf den Weg nach Dunwich, um das Tor zur Hölle zu schließen, bevor Allerseelen die Toten auf der ganzen Welt auferstehen lässt.

Story und Kritik

Die Geschichte von "Ein Zombie hing am Glockenseil" weist Ähnlichkeiten mit Fulcis Film "Die Geisterstadt der Zombies" auf. In beiden Filmen wird eine Stadt von einer übernatürlichen Bedrohung heimgesucht, die durch ein Tor zur Hölle verursacht wird. Während in "Ein Zombie hing am Glockenseil" der Selbstmord des Priesters das Tor öffnet, ist es in "Die Geisterstadt der Zombies" ein Hotel, das auf einem der sieben Tore zur Hölle gebaut wurde.

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Der Film ist von Anfang an spannend und baut eine dichte Atmosphäre auf. Szenen wie die, in der ein Junge seine tote Schwester sieht, oder die, in der Sandra und ihr Psychiater in einem Haus von einem Zombie heimgesucht werden, tragen zur Spannung bei. Das Finale in der Gruft, in dem Mary, Peter und der Psychiater versuchen, das Tor zur Hölle zu schließen, ist besonders gelungen.

Splatterszenen

"Ein Zombie hing am Glockenseil" ist bekannt für seine expliziten Splatterszenen. Einige Beispiele sind:

  • Die Eingeweide-Kotzszene: Eine Frau spuckt ihre Eingeweide aus, nachdem sie den erhängten Priester gesehen hat.
  • Die Bohrerszene: Ein Mann wird mit einer Drehbank durch den Kopf gebohrt.

Obwohl die Splattereffekte heftig sind, sind sie nicht übermäßig präsent. Es gibt auch andere ekelerregende Szenen, wie z.B. eine, in der einer Frau Würmer ins Gesicht gerieben werden.

Schauspielerische Leistungen

Die schauspielerischen Leistungen sind solide, aber nicht herausragend. Catriona MacColl, die bereits in anderen Fulci-Filmen mitgespielt hat, überzeugt in ihrer Rolle.

Musik

Die Filmmusik von Fabio Frizzi trägt zur Atmosphäre des Films bei, insbesondere am Ende in der Gruft.

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Deutsche Fassungen

Es gibt verschiedene deutsche Fassungen von "Ein Zombie hing am Glockenseil", darunter eine ungeschnittene Astro/Laser Paradise Blood Edition DVD, die für ihr gutes Bild und ihren Ton gelobt wird. Es gibt aber auch gekürzte Fassungen, von denen abzuraten ist.

Interpretation und offene Fragen

"Ein Zombie hing am Glockenseil" wirft einige Fragen auf und lässt Raum für Interpretationen. Zum Beispiel:

  • Warum schreit der Junge am Ende des Films?
  • Welche Bedeutung hat das Buch Enoch?
  • Wie konnte Mary die Einbalsamierung überleben?

Einige Kritiker bemängeln das abrupte und unlogische Ende des Films, während andere es als offenes Ende interpretieren.

Fulcis Zombie-Darstellung

Fulci stellt Zombies in seinen Filmen unterschiedlich dar. In "Woodoo - Schreckensinsel der Zombies" sind es klassische Voodoo-Zombies, während sie in "Ein Zombie hing am Glockenseil" eher geisterhafte Erscheinungen sind. In "Die Geisterstadt der Zombies" gibt es dämonische Kreaturen und willenlose Monster, und in "Das Haus an der Friedhofsmauer" ist es ein verrückter Wissenschaftler, der sich selbst zum Untoten gemacht hat.

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