Delta Parese: Ursachen, Diagnose und Behandlungsansätze

Eine Lähmung, oft als Bewegungsunfähigkeit bestimmter Körperteile wie Arme und Beine definiert, kann vielfältige Ursachen haben. Diese reichen von Verletzungen über Infektionen bis hin zu Schlaganfällen. Die Art und Ausprägung der Symptome hängen dabei vom Ausmaß und dem Ort der Nervenschädigung ab. Eine inkomplette Lähmung wird auch als Parese bezeichnet.

Ursachen der Delta Parese

Die Ursachen für eine Parese können vielfältig sein. Dazu gehören:

  • Neurologische Erkrankungen: Häufig ist eine Fußheberschwäche die Folge von neurologischen Erkrankungen wie Schlaganfall oder Multipler Sklerose (MS).
  • Nervenschädigungen: Nervenschädigungen nach einem Unfall können ebenfalls eine Parese verursachen.
  • Wirbelsäulenerkrankungen: Eine Erschütterung der Wirbelsäule, beispielsweise bei einem Sturz, oder eine Quetschung des Rückenmarks (etwa aufgrund von verschobenen Wirbeln oder eines Bandscheibenvorfalls) kann eine inkomplette Querschnittlähmung verursachen.
  • Humerusschaftfraktur: In der Literatur liegt die Inzidenz zwischen 7-19 pro 100.000 Einwohner. Die Humerusschaftfraktur gilt immer noch als eine Domäne der konservativen Therapie.
  • Bandscheibenvorfall an der Halswirbelsäule (HWS): Bei einem Problem mit der Halswirbelsäule sind Schmerzen in erster Linie im Nacken, in den Schultern und im Hinterkopf zu spüren. Weil in diesem Bereich der Wirbelsäule die Nervenwurzeln für die Arme liegen, strahlen die Schmerzen häufig auch bis in die Arme entlang der betreffenden und komprimierten Nervenwurzel.

Symptome der Delta Parese

Die Beeinträchtigungen durch eine Lähmung können sehr unterschiedlich sein. Es kann vorkommen, dass einerseits nur kleine Bewegungen betroffen sind, andererseits eine ganze Körperhälfte gelähmt ist. Das spezielle Problem der Lähmung ist der Verlust der willkürlichen Motorik und dadurch der Verlust des normalen Haltungstonus. Der Betroffene kann sich nicht gerade hinstellen oder hinsetzen, die Rumpfstabilität ist nicht ausreichend.

Bei einer Läsion des Nervus axillaris kommt es zu einem Gewebeschwund (Atrophie) des Musculus deltoideus. Des Weiteren führt eine Schädigung des Nervus axillaris auch zu einer Parese der Armanhebung bei Abduktion seitwärts und vorwärts. Zudem kann eine Läsion des Nervus axillaris als weiteres Symptom auch zu einer Schwäche der Außenrotation führen. Es können auch Sensibilitätsstörungen im Bereich der äußeren Schulter und Schulterkappe bei einer Läsion des Nervus axillaris auftreten. Diese Sensibilitätsstörungen können sich in Taubheitsgefühlen äußern. Eine Läsion des Nervus axillaris kann auch zu sogenannten neuropathischen Schmerzen führen. Dies sind Schmerzen, welche vom Nerven ausgehen. Diese Schmerzen äußern sich als brennende und stechende sowie elektrisierende Schmerzen als typisches Symptom (besonders in der Achselhöhle).

Diagnose der Delta Parese

Die Diagnose einer Humerusschaftfraktur kann schon aufgrund der klinischen Untersuchungsbefunde gestellt werden. Fehlstellungen, Instabilität und Krepitationen sind typische Zeichen der frischen Fraktur. Von entscheidender Bedeutung ist die Beurteilung des N. radialis. Die Inzidienz primärer N.-radialis-Läsionen bei Humerusschaftfrakturen wird in der Literatur mit 12 % angegeben (Shao et al. 2005). Frakturen des distalen Drittels zeigen häufiger Radialisläsionen, da der Nerv hier im Septum intermusculare, durch das er von dorsal nach palmar tritt, relativ fixiert ist. Klinisch ist insbesondere die aufgehobene Handgelenksextension zu beachten, da die Langfinger häufig mit der intakten, vom N. ulnaris innervierten, intrinsischen Handmuskulatur noch partiell gestreckt werden können. Damit kann eine Radialisläsion evtl. maskiert werden. Die Bedeutung des N.

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Die nativ-radiologische Bildgebung des Oberarms in 2 Ebenen mit angrenzenden Gelenken ist in der Regel ausreichend, um die Frakturmorphologie zu bestimmen. Komplexe Frakturen bedürfen ggf. zur Operationsplanung einer Computertomografie (CT), insbesondere, wenn der Verdacht auf eine Gelenkbeteiligung besteht oder bei Mehretagenfrakturen entschieden werden muss, ob eine Platten- oder Marknagelosteosynthese erfolgen soll (die Marknagelung erfordert eine definierte Länge intakten Knochens zur Verriegelung; s. unten). Besteht klinisch der Verdacht auf eine Gefäßläsion, kann die CT mit Kontrastmittel durchgeführt werden.

Bei einem Bandscheibenvorfall der Halswirbelsäule (HWS) erfolgt die Durchführung einer Bildgebung, am besten eine Kernspintomographie (MRT). Entscheidend für die Behandlung ist bei nachgewiesenem Bandscheibenvorfall, daß die geklagten Symptome mit der betreffenden Höhe in der Halswirbelsäule übereinstimmen.

Behandlungsmöglichkeiten bei Delta Parese

Die Behandlung einer Parese richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache und dem Ausmaß der Beeinträchtigung. Es gibt eine Vielzahl von Therapieansätzen, die darauf abzielen, dieFunktionalität zu verbessern, Schmerzen zu lindern und die Lebensqualität der Betroffenen zu erhöhen.

Hilfsmittel und Orthesen

  • Fußheberschienen: Bei Fußheberschwäche gibt es eine Vielzahl an Fußheberschienen, die sich in der Stärke der Unterstützung, Stabilisierung, Form und Material deutlich unterscheiden. Eine gezielte Auswahl ist wichtig, um vorhandene Fähigkeiten nicht einzuschränken, aber das erforderliche Maß an Unterstützung und Stabilisierung zu gewährleisten.
  • Dynamische Peronaeus-Orthese: Oftmals ist die Unterstützung der Fußhebung mit einer „konfektionierten“ Orthese eine sehr effiziente, leichte und kosmetisch unauffällige Hilfe. Sie kann in der Regel in Kombination mit einem Bequemenschuh getragen werden.
  • Dynamische Unterschenkelorthese in Maßanfertigung: Sollte eine konfektionierte Versorgung nicht möglich sein oder nicht den gewünschten Effekt bieten, kann mit einer Maßanfertigung noch spezieller auf besondere Erfordernisse eingegangen werden.
  • Aktive Fußhebung mit Elektrostimulation: Das aktive Fußhebersystem hebt Ihren Fuß während des Gehens an. Dadurch verbessert sich Ihr Gangbild - es wird runder und sicherer. Neben der Anwendung bei Fußheberschwäche kann das System auch bei Knieinstabilität eingesetzt werden und zum Wiederaufbau der Muskulatur beitragen.
  • Gehstöcke: Anatomische Gehstöcke haben eine griffige Handform mit einem kleinen anatomischen Griff. Dazu sind sie mit 340 Gramm sehr leicht, einfach zu handhaben und dank der 10-fach Höhenverstellbarkeit individuell auf Ihre Größe anpassbar.
  • Rollstühle: Egal, ob ein wendiger oder leichter Aktivrollstuhl, ein Standardrollstuhl für eine vorübergehende Versorgung, oder ein Elektrorollstuhl mit kräftigem Motor für lange Touren. Es gibt verschiedene Rollstuhltypen, die zu den individuellen Bedürfnissen passen.
  • Pflegebetten: Pflegebetten sind besonders leicht und einfach in der Handhabung und erleichtern sowohl dem Pflegebedürftigen als auch der Pflegeperson den Alltag.
  • Scooter: Scooter unterstützen dabei, das Leben weiterhin aktiv und selbstständig zu gestalten.
  • Duschrollstuhl: Ein Duschrollstuhl bedeute für den Nutzer mehr Mobilität, Eigenständigkeit und mehr Menschenwürde und bietet dem Pflegenden clevere Funktionen und Details, die den Alltag erleichtern.
  • Deckenlifter: Je nach Körpergewicht und Mobilität des Pflegebedürftigen haben viele Pflegepersonen Mühe, den Betroffenen aufzurichten und ihn umzulagern. Patientenlifter bzw. Personenlifter können hier eine große Hilfe sein.
  • Teleskoprampen: Die Teleskoprampen sind aus leichtem Aluminium gefertigt, aber dennoch robust und bis 200 kg belastbar. Rutschfeste Auflageflächen und Fahrbahnen sorgen für festen Halt und Sicherheit während des Hoch- und Runterfahrens.

Therapeutische Maßnahmen

  • Ergotherapie: Ergotherapeuten trainieren die betroffene Seite funktionell mit einzusetzen, auch mit Hilfsmitteln wie z. B. Ess- und Anziehhilfen.
  • Bewegungstrainer: Bewegungstrainer wurden für Menschen mit Bewegungseinschränkungen entwickelt und ergänzen die klassische Physio-, Ergo- und Sporttherapie. Das Gerät ermöglicht ein aktives und passives Training zu Hause.
  • Abgestimmtes Training: Bewegungstrainer wurden für Menschen mit Bewegungseinschränkungen entwickelt, und ergänzt die klassische Physio, Ergo und Sporttherapie. Das Gerät ermöglicht ein aktives und passives Training des Betroffenen.
  • Krankengymnastik: Je nach Ausprägung der Funktionseinschränkung kann Krankengymnastik und vorsichtiges Training des Musculus deltoideus und des Musculus teres minor helfen die Funktion des Nervus axillaris erhalten.
  • Spastik-Therapie: Günstige Effekte auf Spastik haben systematisches Arm-Basis-Training, häufige Wiederholungen und die Kombination mit muskulärer Elektrostimulation. Besonders wichtig ist die passive Muskelstreckung zusätzlich zur ausgewählten Standardtherapie. Für die Therapie von Standsicherheit, Gang, Treppensteigen oder der Arm-Hand-Funktion sieht man vielversprechende Verbesserungen bei einer Spastik durch den Einsatz von Robotern.

Medikamentöse Behandlung

  • Spastik-Medikamente: Mit Tabletten oder Spray (orale Therapie) werden vermehrte Muskelaktivität bei Spastik behandelt behandelt. Patienten mit einer Spastik beider Beine (Paraspastik) und nicht mobile Patienten mit generalisierter spastischer Tonuserhöhung profitieren in der Regel von einer oralen Therapie.
  • Botulinumtoxin (BoNT): BoNT wird bei einer Überaktivität von Muskeln angewendet, also auch zur Behandlung einer Spastik. Es lässt Muskeln für eine bestimmte Zeit erschlaffen, indem es die Übertragung vom Nerv auf den Muskel für einige Wochen bis Monate blockiert.
  • Intrathekale Baclofen-Therapie (ITB): Zur Behandlung einer schweren Spastik kann man das Medikament Baclofen auch über ein spezielles Infusionssystem mit einer Pumpe einsetzen. Das Mittel wird dabei direkt in den Nervenwasserraum des Rückenmarks injiziert (intrathekal).

Operative Maßnahmen

  • Humerusschaftfraktur: Die Humerusschaftfraktur gilt immer noch als eine Domäne der konservativen Therapie. Dennoch haben Weiterentwicklungen der Osteosyntheseverfahren, die Etablierung minimalinvasiver Zugänge und insbesondere der Anspruch der Patienten an eine schnelle, erfolgreiche und schmerzarme Behandlung dazu geführt, dass Humerusschaftfrakturen heutzutage häufiger operiert werden.
  • Bandscheibenvorfall an der HWS: Bei länger bestehenden Schmerzen (4-6 Wochen), neurologischen Ausfallserscheinungen und einem entsprechendem hohen Leidensdruck des betroffenen Patienten sollte eine operative Behandlung erfolgen.
  • Spastik-Chirurgie: Bei schwerster Spastik, die anders nicht zu behandeln sind, gibt es chirurgische Verfahren (dorsale Rhizotomie oder Eingriffe in der Eintrittszone der Hinterwurzel ins Rückenmark). Durch sie können ausgeprägte Fehlhaltungen vermieden werden und damit verbundene Pflegehemmnisse, hygienische Probleme und Komplikationen wie Kontrakturen oder Hautläsionen.

Umfassende Versorgung und Unterstützung

Einschränkungen und Behinderungen können den Alltag, die Mobilität und die Lebensqualität stark beeinträchtigen. Daher ist eine umfassende Versorgung und Unterstützung der Betroffenen von großer Bedeutung. Diese umfasst:

  • Information und Aufklärung: Information über medizinische, therapeutische, soziale und rechtliche Aspekte neurologischer Befunde sowie über Pflege und Versorgung.
  • Individuelle Beratung: Beratung zu Hilfsmitteln, Therapieoptionen und Unterstützungsmöglichkeiten.
  • Hilfestellung bei Anträgen: Unterstützung bei der Beantragung von Leistungen und Hilfsmitteln.
  • Nachsorge und Rehabilitation: Kompetenter Ansprechpartner rund um Nachsorge und Rehabilitation.

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