Kopfschmerzen sind ein weit verbreitetes Leiden, das fast jeder Mensch kennt. In den meisten Fällen sind sie harmlos, aber insbesondere bei häufigem Auftreten können sie die Lebensqualität massiv beeinträchtigen und sogar zur Berufsunfähigkeit führen. Um Kopfschmerzerkrankungen effektiv zu behandeln, ist es ratsam, frühzeitig einen Facharzt für Neurologie aufzusuchen.
Kopfschmerzen: Ein häufiges Problem
Kopfschmerzen zählen zu den häufigsten Beratungsanlässen in Arztpraxen. Umfragen zeigen, dass ein erheblicher Teil der Bevölkerung regelmäßig unter Kopfschmerzen leidet. In Deutschland berichten mehr als die Hälfte der Frauen und fast die Hälfte der Männer, im Laufe eines Jahres mindestens einmal Kopfschmerzen gehabt zu haben. Ein Drittel der Deutschen soll sogar mindestens einmal im Monat betroffen sein.
Die internationale Kopfschmerzgesellschaft (IHS) unterscheidet insgesamt 367 Formen von Kopfschmerzen, welche in die folgenden drei Hauptkategorien klassifiziert werden: primäre Kopfschmerzen, sekundäre Kopfschmerzen und kraniale Neuralgien. Primäre Kopfschmerzen, wie zum Beispiel Spannungskopfschmerzen, Migräne und Cluster-Kopfschmerzen, treten eigenständig auf und machen gemeinsam etwa 92 Prozent aller Kopfschmerzfälle aus.
Primäre und sekundäre Kopfschmerzen
Zunächst ist es wichtig zu unterscheiden, ob es sich bei den Kopfschmerzen um eine eigenständige Krankheit (primäre Kopfschmerzen) oder um ein Symptom einer anderen Erkrankung handelt (sekundäre Kopfschmerzen). Primäre Kopfschmerzen treten ohne nachweisbare Grunderkrankung auf, während sekundäre Kopfschmerzen im Zusammenhang mit einer anderen Krankheit entstehen. Die sekundären Kopfschmerzen lassen sich in der Regel in den Griff bekommen, indem man ihre Ursachen behandelt oder vermeidet.
Häufige Arten primärer Kopfschmerzen
Die verschiedenen Arten von primären Kopfschmerzen unterscheiden sich in Art und Stärke der Schmerzen, dem Ort des Auftretens am Kopf, der Dauer und Häufigkeit der Attacken sowie den Begleitsymptomen. Zu den häufigsten primären Kopfschmerzarten zählen:
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- Spannungskopfschmerzen
- Migräne
- Clusterkopfschmerzen
Es gibt daneben noch andere, weniger häufige primäre Kopfschmerzen, die beispielsweise bei Husten, Anstrengung, sexueller Aktivität, Kälte, äußerem Druck oder aus dem Schlaf heraus auftreten.
Spannungskopfschmerzen
Spannungskopfschmerzen sind die häufigste Form primärer Kopfschmerzen. Sie können durch verschiedene Faktoren ausgelöst werden, darunter Stress, Schlafmangel, schlechte Luft und Flüssigkeitsmangel. Allerdings ist in vielen Fällen kein direkter Auslöser erkennbar.
Symptome von Spannungskopfschmerzen
Spannungskopfschmerzen sind meist leicht bis mittelstark und können von Stunden bis zu mehreren Tagen andauern. Sie beeinträchtigen den Alltag der Betroffenen meist wenig. Charakteristisch sind folgende Empfindungen:
- dumpf und drückend
- wie ein Ring um den Kopf
- als trüge man einen zu engen Hut
- der Kopf scheint in einen Schraubstock gezwängt zu sein
Schwere Begleitsymptome wie Übelkeit oder Erbrechen treten bei Spannungskopfschmerzen nicht auf, allenfalls berichten Betroffene von Licht- oder Lärmempfindlichkeit.
Ursachen von Spannungskopfschmerzen
Die genauen Mechanismen, die für Spannungskopfschmerzen verantwortlich sind, sind noch nicht vollständig geklärt. Es wird vermutet, dass übererregbare Nervenfasern eine Rolle spielen. Das bedeutet, dass Reize, die normalerweise keine Schmerzen auslösen, dies plötzlich tun. Dieses Phänomen wird auch als "Sensibilisierung" von Schmerzfasern bezeichnet.
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Migräne
Migräne ist eine weitverbreitete Krankheit, von der schätzungsweise acht von hundert Männern und 18 von hundert Frauen weltweit betroffen sind. Migräne tritt in Attacken auf, die zwischen vier Stunden und drei Tagen andauern können. Bei Kindern können die Attacken auch kürzer sein.
Zehn bis 15 Prozent der Patienten mit Migräne erleben vor dem Eintreten der Kopfschmerzen eine sogenannte Aura, die mit einer veränderten Wahrnehmung einhergeht, wie beispielsweise Sehstörungen.
Symptome der Migräne
Migräne verursacht starke, stechende, pochende oder pulsierende Schmerzen im Stirn- und Schläfenbereich. Anders als bei Spannungskopfschmerzen werden die Kopfschmerzen bei Migräne bei leichter körperlicher Anstrengung schlimmer. Ein wichtiger Unterschied zu den Spannungskopfschmerzen sind auch die Begleitsymptome der Migräne. Folgende Symptome und Beschwerden können die Kopfschmerzen bei einem Migräneanfall begleiten:
- Übelkeit
- Erbrechen
- Ruhebedürfnis
- Lichtüberempfindlichkeit
- Geräuschüberempfindlichkeit
- Geruchsüberempfindlichkeit
Migräne-Aura
Etwa jeder siebte bis zehnte Migräne-Patientin erlebt bei einer Migräneattacke vor den Kopfschmerzen eine Aura. Damit bezeichnet man eine kurze Phase, in der es zu Wahrnehmungsstörungen und Störungen verschiedener Nervenfunktionen kommt. Bei einer Migräne mit Aura kann es zu folgenden Erscheinungen kommen:
- Sehstörungen (Flimmersehen)
- Kribbeln an einer Körperseite
- leichte Sprachstörungen
- selten Lähmungserscheinungen
Ursachen und Auslöser der Migräne
Migräne wird auf Entzündungen kleiner Blutgefäße in den Hirnhäuten zurückgeführt. Die Entzündungsreaktionen reizen Fasern des Nervensystems, die für die Weiterleitung der Schmerzempfindung und für die Regulation verschiedener Körperfunktionen, zum Beispiel des Brechreizes, zuständig sind. Während einer Migräneaura breitet sich eine Erregungswelle über die Großhirnrinde aus, und verursacht so die verschiedenen Aura-Erscheinungen.
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Für die Erkrankung gibt es wahrscheinlich eine genetische Veranlagung, denn bei 70 Prozent der Betroffenen leiden auch nahe Verwandte unter Migräne. Wie es genau zu einer Migräneattacke kommt, ist nicht vollständig geklärt. Es gibt jedoch einige Faktoren, die bei verschiedenen Patienten eine Migräneattacke auslösen können. Hierzu gehören:
- Stress
- veränderter Tagesrhythmus
- Flüssigkeitsmangel
- Auslassen einer Mahlzeit
Bei Frauen kann das weibliche Geschlechtshormon Östrogen die Entstehung und Schwere von Migräneattacken beeinflussen.
Augenmigräne
Augenmigräne ist eine migräneartige Erkrankung ohne oder mit geringen Kopfschmerzen. Dabei kommt es vor allem zu vorübergehenden Sehstörungen wie:
- Gesichtsfeldausfälle (Skotome)
- Flackern und Flimmern vor den Augen
- Lichtblitze oder Zickzacklinien im Auge
- Kurzzeitiger Sehverlust auf einem Auge
Die Sehstörungen dauern bei einer Augenmigräne bis zu einer halben Stunde an. Sie werden häufig von Symptomen wie Schwindel, Übelkeit oder Kopfschmerzen begleitet. Die Augenmigräne ist in der Regel nicht gefährlich.
Clusterkopfschmerzen
Von Clusterkopfschmerzen ist etwa eine von tausend Personen betroffen. Anders als Spannungskopfschmerzen und Migräne treten Clusterkopfschmerzen häufiger bei Männern als bei Frauen auf. Die ersten Clusterkopfschmerzattacken erleiden die Betroffenen in der Regel in einem Alter von 20 bis 40 Jahren.
Clusterkopfschmerzen treten in aktiven Phasen von vier bis zwölf Wochen stark gehäuft auf, um dann wieder für Monate oder Jahre zu verschwinden (beschwerdefreie Phasen). In den aktiven Phasen kommt es mindestens alle zwei Tage bis zu achtmal täglich zu äußerst heftigen Schmerzattacken, die von 15 Minuten bis zu drei Stunden anhalten können. Häufig treten die Attacken zu bestimmten Zeiten auf, zum Beispiel morgens oder nach dem Einschlafen.
Die Clusterkopfschmerzen treten immer einseitig im Bereich eines Auges und der Schläfe auf. Patienten beschreiben die Clusterkopfschmerzen in der Regel als stechend, pochend und bohrend. Folgende Symptome können die Clusterkopfschmerzen begleiten:
- starker Bewegungsdrang
- Rötung des Auges
- Auge tränt
- verengte Pupille
- einseitig verstopfte oder laufende Nase
- herabhängendes oder geschwollenes Augenlid
Als mögliche Auslöser von Clusterkopfschmerzen gelten Alkohol (auch kleine Mengen) und Aufenthalte in großer Höhe (Flugreisen, Bergsteigen über 2500 Meter).
Kopfschmerzen durch Medikamentenübergebrauch
Der sogenannte Medikamenten-Übergebrauchskopfschmerz kann sich entwickeln, wenn Menschen mit Kopfschmerzen über einen längeren Zeitraum sehr häufig Kopfschmerzmittel einnehmen. Eine Faustregel besagt, dass ein Übergebrauch besteht, wenn jemand über mindestens drei Monate an mehr als zehn Tagen im Monat Medikamente gegen Kopfschmerzen einnimmt. Dabei spielt es keine Rolle, ob das Medikament ärztlich verordnet oder rezeptfrei in der Apotheke erworben wurde.
Kennzeichnend für Kopfschmerzen durch Medikamentenübergebrauch ist, dass es immer häufiger zu Kopfschmerzanfällen kommt, diese immer länger andauern und Medikamente immer schlechter gegen die Schmerzen wirken. Viele Betroffene berichten auch, dass sie zwischen den eigentlichen Kopfschmerzattacken einen andauernden leichten Kopfdruck spüren: Sie haben kaum noch einen „klaren Kopf“.
Die Therapie des Medikamenten-Übergebrauchskopfschmerzes beginnt mit einer mindestens zweiwöchigen Medikamentenpause unter ärztlicher Kontrolle. In dieser Zeit dürfen keine Schmerzmedikamente eingenommen werden. Bei mehr als zwei Dritteln der Betroffenen verbessert die Medikamentenpause die Symptome durch den Übergebrauchskopfschmerz deutlich.
Ursachen sekundärer Kopfschmerzen
Sekundäre Kopfschmerzen entstehen als Folge anderer Erkrankungen. Zu den möglichen Ursachen gehören:
- Atemwegsinfektionen: Die meisten bakteriellen oder viralen Atemwegsinfektionen können Kopfschmerzen verursachen, insbesondere bei einer Mitbeteiligung der Nasennebenhöhlen (Sinusitis).
- Infektionen des zentralen Nervensystems (ZNS): Virale/bakterielle Infektionen der Hirnhäute (Meningitis) oder des Gehirns (Enzephalitis) können Kopfschmerzen in Begleitung von Fieber, Übelkeit und Erbrechen verursachen.
- Schlaganfall und transitorische ischämische Attacke (TIA): Kopfschmerzen können bei allen Arten von Schlaganfällen auftreten, am häufigsten bei einer Hirnblutung.
- Subarachnoidalblutung: Eine spontane oder verletzungsbedingte Blutung zwischen den Hirnhäuten, die lebensgefährlich sein kann, verursacht plötzliche, sehr starke Kopfschmerzen.
- Riesenzellarteriitis (RZA): Eine Gefäßentzündung der großen Gefäße in Kopf, Nacken und Oberkörper kann dumpf-brennende Schmerzen im Schläfenbereich verursachen.
- Akutes Glaukom: Eine seltene Erkrankung, die auf eine Abflussstörung der Flüssigkeit im Augapfel zurückgeht, kann einseitige Kopfschmerzen mit rotem und akut schmerzendem Auge verursachen.
- Medikamentenbedingte Kopfschmerzen: Medikamente und Substanzen wie Nitro-Sprays, Phosphodiesterase-Inhibitoren (Sildenafil), Kohlenstoffmonoxid-Vergiftung, Histamin-Vergiftung oder Kokain können Kopfschmerzen auslösen.
- Arterielle Hypertonie (Bluthochdruck): Ein Blutdruckanstieg auf ≥ 180 mmHg systolisch bzw. ≥ 120 mmHg diastolisch kann Kopfschmerzen verursachen.
- Nackenkopfschmerz oder zervikogener Kopfschmerz: Einseitiger Nackenkopfschmerz, der nach vorne in den Kopf ausstrahlen kann, wird durch eine Erkrankung oder Verletzung der Halswirbelsäule (HWS) hervorgerufen.
- Chronische posttraumatische Kopfschmerzen: Anhaltende Beschwerden nach einer Kopf-/HWS-Verletzung können zu chronischen Kopfschmerzen führen.
- Idiopathische intrakranielle Hypertension (IIH): Eine Erkrankung mit einer Drucksteigerung der Hirn-Rückenmark-Flüssigkeit ohne Nachweis einer Raumforderung im Schädel oder einer Thrombose kann Kopfschmerzen verursachen.
- Trigeminusneuralgie: Anfallsartig einschießende, sehr starke, stechende Gesichtsschmerzen, die oft nur Sekunden andauern.
- Anhaltender idiopathischer Gesichtsschmerz: Anhaltende Schmerzen im Mund-Gesichts-Bereich, die als dumpf und drückend beschrieben werden.
Warnsymptome bei Kopfschmerzen
Es gibt bestimmte Warnsymptome, bei deren Auftreten eine sehr rasche ärztliche Untersuchung erforderlich ist. Dazu gehören:
- plötzlich auftretende, innerhalb von Minuten maximal ausgeprägte starke Kopfschmerzen (Donnerschlagkopfschmerz)
- Kopfschmerzen, die von Funktionsstörungen (Taubheitsgefühl, Lähmungen), einem Krampfanfall, neuen Sehstörungen oder Persönlichkeitsveränderungen begleitet werden
- Kopfschmerzen nach einer Kopfverletzung (auch bis zu 3 Monate danach)
- Kopfschmerzen, die durch Lagewechsel, bestimmte Bewegungen oder erhöhten Druck (Husten, Niesen, Pressen) ausgelöst werden
- Kopfschmerzen mit Fieber > 38,5 °C
- Kopfschmerzen mit Hautausschlägen, Bläschen oder Schmerzen im Gesicht
- allmählich zunehmende (neu aufgetretene) Kopfschmerzen
- neue oder stärkere Kopfschmerzen bei bekannter Krebserkrankung oder geschwächter Immunabwehr
Diagnose von Kopfschmerzen
Zur Einordnung der Kopfschmerzen werden Ihnen einige Fragen gestellt, z. B. seit wann, wie oft und wo die Kopfschmerzen auftreten, wie stark sie sind und welchen Charakter sie haben. Begleitsymptome und auslösende Faktoren werden ebenfalls abgefragt. Vor- und Grunderkrankungen, bisherige Kopfschmerzbehandlungen, die Einnahme von Medikamenten oder Drogen, sowie mögliche funktionelle und psychosoziale Auswirkungen der Kopfschmerzen können Hinweise auf die Art der Erkrankung geben.
Sie werden im Hinblick auf allgemeine Krankheitszeichen, Fieber und besonders Symptome und Beschwerden an Kopf, Augen, Hals-Nase-Ohren und Nebenhöhlen untersucht. Wichtige Untersuchungen betreffen die Nackenmuskulatur und die Beweglichkeit des Nackens. Die Symmetrie der Beweglichkeit und Mimik beim Sprechen sowie der Muskelkraft in den oberen und unteren Extremitäten wird überprüft. Neurologische Ausfälle sind die wichtigsten Leitsymptome einer Erkrankung des zentralen Nervensystems (ZNS).
Bei Verdacht auf bestimmte Erkrankungen können andere Untersuchungen wie eine Bilddiagnostik (z. B. CT, MRT) infrage kommen.
Behandlung von Kopfschmerzen
Die Therapie erfolgt in Abhängigkeit der jeweiligen Kopfschmerzerkrankung. Da Kopfschmerzen Angst auslösen können, wird die Diagnose der Kopfschmerzerkrankung und ggf. der Ausschluss anderer Ursachen besprochen.
Selbsthilfe ohne Medikamente
Bevor man rasch zur Tablette greift, sollte man folgendes versuchen, um den „Kopf frei zu bekommen“:
- einige Minuten bewusst abschalten: Handy und andere Geräuschquellen aus, Augen zu oder in die Weite schauen, sich nur auf den eigenen Atem konzentrieren
- Schläfen massieren, wenn zur Hand mit Pfefferminzöl
- kalte Kompressen oder kalte feuchte Tücher auf die schmerzenden Stellen legen
- manchmal hilft auch Wärme vor allem bei Verspannungen im Nacken- und Schulterbereich
- Muskulatur lockern, insbesondere im Kiefer- Schulter- und Nackenbereich
- meditieren zum Beispiel mithilfe von Atemtechniken
- Entspannungstechniken anwenden, zum Beispiel autogenes Training oder progressive Muskelentspannung
- einen Spaziergang am besten an der frischen Luft machen
- versuchen die Schmerzen zu akzeptieren; je mehr man sich ärgert oder innerlich gegen die Kopfschmerzen wehrt, desto schlimmer werden sie oft
Medikamentöse Behandlung
Zu den häufigsten primären Kopfschmerzen gehören die Kopfschmerzen vom Spannungstyp und die Migräne. Diese werden in der Regel primär mit den üblicherweise frei verkäuflichen Medikamenten wie z.B. Paracetamol, Acetylsalicylsäure und Ibuprofen behandelt. Häufig auch in Kombination und um Koffein ergänzt. Erzielen diese keine ausreichende Wirkung, kommen bei der Migräne zum Beispiel Triptane zum Einsatz oder auch Opiate.
Nicht-medikamentöse Maßnahmen
Zu den nicht-medikamentösen Maßnahmen gehören vor allem psychologisch-verhaltensmedizinische Verfahren wie z.B. Regelmäßiger Ausdauersport wie Joggen, Radfahren oder Schwimmen sind ebenfalls ein wichtiger und allgemein bei Kopfschmerzen empfohlener Bestandteil der nicht-medikamentösen Kopfschmerzprophylaxe.
Kopfschmerzkalender
Hilfreich hierbei ist für den behandelnden Arzt das Führen eines sogenannten Kopfschmerztagebuchs, welches auch online z.B. bei der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft verfügbar ist. Hiermit lassen sich mögliche Zusammenhänge und Triggerfaktoren der Kopfschmerzen sowie die Häufigkeit der Tage mit Medikamenteneinnahme erkennen.
Prophylaxe
In einem zweiten Schritt sollte bei Patienten mit Übergebrauch von Schmerzmitteln, im Rahmen einer Migräne oder Kopfschmerzen vom Spannungstyp, eine Prophylaxe diskutiert werden mit dem Ziel die Häufigkeit der Einnahme der genannten Akutmedikation zu reduzieren. Hierfür stehen mittlerweile multiple Medikamente zur Verfügung.
Psychologische Aspekte
Der Umgang mit der Kopfschmerzerkrankung selbst kann den Krankheitsverlauf entscheidend beeinflussen. Versuchen Betroffene, trotz Beschwerden stets weiter zu „funktionieren“, können die fortschreitende Überlastung und Erschöpfung die Kopfschmerzen verschlimmern und das Risiko eines Medikamentenübergebrauchs erhöhen. Die emotionale Belastung und Beeinträchtigung in der Lebensführung durch häufige Kopfschmerzen erhöhen das Risiko einer depressiven Entwicklung.
Als wirksame Verfahren in der psychologischen Behandlung von Kopfschmerzen haben sich Entspannungsverfahren, Biofeedback und die kognitive Verhaltenstherapie erwiesen.
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