Engelbert Humperdinck, der Mann mit der unverkennbaren Stimme, bekannt für Schmachtfetzen wie «Release Me» und «The Last Waltz», erlebte in seinem Leben nicht nur musikalische Höhenflüge, sondern auch private Tragödien. Im Zentrum stand dabei seine Frau Patricia Healey, deren jahrelanger Kampf gegen die Alzheimer-Krankheit und eine spätere Covid-19-Infektion den Sänger zutiefst bewegte.
Ein Leben voller Musik und Liebe
Arnold George Dorsey, wie Engelbert Humperdinck bürgerlich heißt, wurde 1936 im indischen Madras geboren. Seine musikalische Karriere begann in den 1960er Jahren, nachdem er sich von einer Tuberkulose-Erkrankung erholt hatte und von seinem ehemaligen Mitbewohner Gordon Mills unter die Fittiche genommen wurde. Mills verhalf ihm nicht nur zu seinem Künstlernamen, sondern auch zu seinem Durchbruch mit dem Song «Release Me» im Jahr 1967.
Trotz seines Erfolgs und seines Images als Frauenschwarm blieb Engelbert seiner Frau Patricia treu. Die beiden heirateten 1964 und bekamen vier Kinder. In einem Interview räumte er ein, dass sie seine Eskapaden über viele Jahre toleriert habe.
Die Diagnose Alzheimer
Vor einigen Jahren wurde bei Patricia Healey Alzheimer diagnostiziert. Im Jahr 2017 sprach Engelbert erstmals öffentlich über die Krankheit seiner Frau und sagte, sie würde seit etwa zehn Jahren damit kämpfen. Die Krankheit forderte ihren Tribut von Patricia und der ganzen Familie.
Engelbert beschrieb, wie Pfleger täglich in ihr Haus kamen und Patricia wie ein Teil ihrer eigenen Familie behandelten. Er betonte, dass Liebe das Geheimnis ihrer langen Ehe sei.
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Die Corona-Infektion und der Abschied
Im Januar 2021 teilte Engelbert mit, dass er und Patricia sich mit dem Coronavirus infiziert hatten. Die ohnehin schon schwierige Situation verschlimmerte sich dadurch dramatisch. Patricia verweigerte die Nahrungsaufnahme und es war schwierig, medizinisches Personal zu konsultieren.
In einem emotionalen Video auf Instagram bat Engelbert seine Fans um Gebete für seine Frau. Er sagte, ihre Herzen seien gebrochen und sie bräuchten ein Wunder für seine geliebte Frau.
Am 6. Februar 2021 gab Engelbert bekannt, dass Patricia im Alter von 85 Jahren verstorben ist. Er schrieb auf Instagram, dass ihre Familie gebrochenen Herzens sei und dass Patricia friedlich eingeschlafen sei, umgeben von ihren Kindern per Videochat. Er fügte hinzu, dass sie nun vereint mit so vielen geliebten Personen "durch die glorreichen Gärten des Himmels" renne und nicht mehr von ihren "irdischen Einschränkungen" zurückgehalten werde.
Ein Vermächtnis der Liebe
Der Tod von Patricia Healey markierte das Ende eines langen und schweren Kapitels im Leben von Engelbert Humperdinck. Trotz der Herausforderungen, die die Alzheimer-Krankheit mit sich brachte, hielt ihre Liebe bis zum Ende stand. Engelberts offener Umgang mit der Krankheit seiner Frau trug dazu bei, das Bewusstsein für diese Krankheit zu schärfen und anderen Betroffenen Mut zu machen.
Engelbert Humperdinck: Mehr als nur ein Sänger
Engelbert Humperdinck ist mehr als nur ein Sänger mit einer beeindruckenden Stimme. Er ist ein Mensch, der in seinem Leben Höhen und Tiefen erlebt hat und der sich immer wieder neu erfunden hat. Trotz seines hohen Alters denkt er nicht ans Aufhören. «Ich glaube nicht, dass ich mich jemals zur Ruhe setze», sagte er der «Times». «Solange ich meine Stimme habe, und die ist so stark wie eh und je, warum sollte ich? Es hält mich jung.»
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Ein Blick zurück auf seine Karriere
Engelbert Humperdinck, der am 2. Mai seinen 85. Geburtstag feierte, kann auf eine lange und erfolgreiche Karriere zurückblicken. Er hat mehr als 140 Millionen Platten verkauft und ist unermüdlich um die Welt getourt.
Seine Karriere begann in den 1960er Jahren mit dem Hit «Release Me». Es folgten weitere Erfolge wie «The Last Waltz» und «Quando, Quando, Quando». In den 1980er Jahren arbeitete er mit dem deutschen Erfolgsproduzenten Jack White zusammen und landete mit der LP «Träumen mit Engelbert» einen Nummer-eins-Hit in Deutschland.
Auch im hohen Alter ist Engelbert Humperdinck noch aktiv. Er veröffentlichte neue Alben und tourte weiterhin um die Welt, bis die Corona-Pandemie seine Pläne durchkreuzte.
Siegburg ehrt Engelbert Humperdinck
Engelbert Humperdinck spielte im Jahr 2021 eine zentrale Rolle in Siegburg. Am 27. September jährte sich der Todestag des im heutigen Stadtmuseum geborenen Komponisten zum 100. Mal. Anlässlich des Gedenkjahres wurde der vierte Siegburger Keramikpreis unter dem Motto "Ton und Töne - Der Ton macht die Musik" ausgeschrieben.
Engelbert Humperdinck: Ein Leben voller Facetten
Engelbert Humperdinck ist ein Künstler mit vielen Facetten. Er ist ein Sänger, ein Entertainer, ein Schauspieler und ein Mensch mit einem großen Herzen. Er hat in seinem Leben viel erreicht und viel erlebt. Trotz aller Erfolge und Auszeichnungen ist er immer bescheiden geblieben.
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Seine Musik hat Millionen von Menschen auf der ganzen Welt berührt. Seine Lieder sind zeitlos und werden auch in Zukunft noch gehört werden. Engelbert Humperdinck ist eine Legende, die unvergessen bleiben wird.
Weitere Schlaglichter aus dem Leben von Engelbert Humperdinck
- Frühe Karriere: Vor seinem Durchbruch als Engelbert Humperdinck versuchte er sich unter seinem Geburtsnamen Arnold George Dorsey als Musiker, jedoch mit mäßigem Erfolg.
- Künstlername: Der Name Engelbert Humperdinck wurde ihm von seinem Manager Gordon Mills vorgeschlagen, der den Namen des deutschen Komponisten Engelbert Humperdinck wählte.
- Streit um den Namen: In Deutschland durfte er nicht unter seinem vollen Künstlernamen auftreten, da die Erben des Komponisten dies gerichtlich untersagt hatten.
- Zusammenarbeit mit Dieter Bohlen: 1989 produzierte Dieter Bohlen sein Album «Ich denk an Dich - Ein Abend voller Zärtlichkeit». Seine Version von Modern Talkings «You're My Heart, You're My Soul» ist ein Kuriosum der Popgeschichte.
- Teilnahme am Eurovision Song Contest: 2012 nahm er für Großbritannien am Eurovision Song Contest teil, landete jedoch nur auf dem vorletzten Platz.
- "Lesbian Seagull": 1996 sang er die ironische Nummer «Lesbian Seagull» für den Soundtrack der Zeichentrick-Komödie «Beavis und Butt-Head machen's in Amerika».
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