Chronische Schmerzen stellen ein zunehmendes Problem bei Kindern und Jugendlichen dar. An erster Stelle stehen Kopfschmerzen, gefolgt von Bauchschmerzen und muskuloskelettalen Schmerzen. Es ist wichtig, die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten entzündeter Nerven bei Kindern zu verstehen, um ihnen eine bestmögliche Versorgung zu gewährleisten.
Einführung
Entzündete Nerven, auch Neuritis genannt, können bei Kindern unterschiedlichen Alters auftreten und verschiedene Ursachen haben. Bei 2-Jährigen sind die möglichen Ursachen und Symptome jedoch spezifisch und erfordern eine besondere Aufmerksamkeit. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen, Symptome, Diagnose und Behandlung von entzündeten Nerven bei 2-jährigen Kindern, um Eltern und Betreuern ein umfassendes Verständnis dieser Erkrankung zu ermöglichen.
Ursachen entzündeter Nerven bei 2-Jährigen
Die Ursachen für entzündete Nerven bei 2-jährigen Kindern können vielfältig sein. Es ist wichtig zu beachten, dass chronische Schmerzen bei Kindern und Jugendlichen häufig keine organischen Ursachen haben, sondern eher ein "erlerntes Verhalten" darstellen. Jedoch können auch spezifische Erkrankungen oder Faktoren eine Rolle spielen:
- Infektionen: Viren (z.B. Enteroviren, Herpesviren oder Grippeviren) und Bakterien (z.B. Borrelien, Meningokokken) können Entzündungen der Nerven verursachen. Auch Viren, die typische Kinderkrankheiten wie Masern, Mumps oder Windpocken (Varizella-Zoster-Virus) auslösen, können zu einer Hirnhautentzündung führen. Die Frühsommer-Meningoenzephalitis wird durch das FSME-Virus verursacht, das durch Zecken übertragen wird.
- Trauma: Verletzungen oder Stürze können Nerven schädigen und Entzündungen hervorrufen.
- Autoimmunerkrankungen: In seltenen Fällen können Autoimmunerkrankungen wie die juvenile idiopathische Arthritis (JIA) zu Entzündungen der Nerven führen. Die Ursachen der JIA sind bis heute noch nicht geklärt. Man weiß, dass das Immunsystem außer Kontrolle gerät und eine überschießende Reaktion zeigt. Das Immunsystem richtet sich nicht nur gegen Krankheitserreger, sondern auch gegen körpereigene Strukturen.
- Genetische Faktoren: Hereditäre Polyneuropathien (PNP) können mit einer Prävalenz von 20-40/100.000 zu den häufigsten Erbkrankheiten gehören.
- Metabolische Ursachen: Vitaminmangelneuropathien kommen bei Fehlernährung, Resorptionsstörungen und parenteraler Ernährung durch Mangel des Vitamin-B-Komplexes (B1, B2, B6, B12) und von Vitamin E zustande.
Symptome entzündeter Nerven bei 2-Jährigen
Die Symptome entzündeter Nerven können je nach betroffenem Nerv und Ursache variieren. Bei 2-jährigen Kindern können sich die Symptome jedoch auf folgende Weise äußern:
- Schmerzen: Das Kind kann Schmerzen in den betroffenen Bereichen zeigen, die sich durch Weinen, Reizbarkeit oder Schwierigkeiten beim Bewegen äußern.
- Schwäche: Muskelschwäche oder Schwierigkeiten beim Bewegen von Gliedmaßen können auftreten.
- Sensibilitätsstörungen: Das Kind kann eine erhöhte oder verminderte Sensibilität gegenüber Berührungen, Temperatur oder Schmerz zeigen.
- Verhaltensänderungen: Reizbarkeit, Schlafstörungen oder Appetitlosigkeit können auftreten.
- Motorische Defizite: Schwierigkeiten beim Krabbeln, Laufen oder Greifen können beobachtet werden.
- Vegetative Funktionsstörungen: Im Bereich der Haut (Kälte, Hypohidrose), aber auch autonome Regulationsstörungen durch Beeinträchtigung von vegetativen Steuerfunktionen können hinzutreten.
Es ist wichtig zu beachten, dass Säuglinge und Kleinkinder möglicherweise nicht in der Lage sind, ihre Symptome klar zu äußern. Daher ist es entscheidend, auf subtile Anzeichen und Verhaltensänderungen zu achten.
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Diagnose entzündeter Nerven bei 2-Jährigen
Die Diagnose entzündeter Nerven bei 2-Jährigen erfordert eine gründliche Anamnese, körperliche Untersuchung und gegebenenfalls zusätzliche Tests. Zu den diagnostischen Maßnahmen können gehören:
- Anamnese: Der Arzt wird die Krankengeschichte des Kindes erfragen, einschließlich früherer Erkrankungen, Verletzungen oder familiärer Vorbelastungen.
- Körperliche Untersuchung: Der Arzt wird das Kind gründlich untersuchen, um neurologische Defizite, Muskelschwäche oder Sensibilitätsstörungen festzustellen.
- Laboruntersuchungen: Blutuntersuchungen können durchgeführt werden, um Entzündungszeichen, Infektionen oder Autoimmunerkrankungen auszuschließen. Eine erhöhte Blutsenkungsgeschwindigkeit (BSG) und erhöhte Blutwerte des Creaktiven Proteins (CRP) sprechen für das Vorliegen einer Entzündung im Körper. Bei Kindern ist das CRP typischerweise nur leicht oder auch gar nicht erhöht, während die BSG oft deutlich erhöht ist. Normale Entzündungsparameter schließen eine aktive JIA aber nicht aus. Zu den die rheumatischen Erkrankungen kennzeichnenden Laborparametern gehören bei Kindern v. a. die antinukleären Antikörper (ANA), die bei vielen Formen der JIA oft deutlich erhöht sind. Sie sind bei 80 % der Kinder mit Oligoarthritis und bei 30-40 % mit RFnegativer Polyarthritis und Psoriasisarthritis nachweisbar.
- Elektrophysiologische Untersuchungen: Elektromyographie (EMG) und Nervenleitgeschwindigkeitsmessungen können durchgeführt werden, um die Funktion der Nerven zu beurteilen und Schädigungen zu identifizieren. Axonale und demyelinisierende Schädigungsmuster können orientierend mit elektrophysiologischen Methoden unterschieden werden. Bei axonalen Funktionsstörungen finden sich vor allem Zeichen der Denervierung im Elektromyogramm (EMG), während die Bestimmung der motorischen Nervenleitgeschwindigkeit (mNLG) Werte im unteren Normbereich oder knapp unter der Normgrenze ergibt. Die sensible Leitgeschwindigkeit (sNLG) lässt meist deutlichere Veränderungen erkennen.
- Bildgebende Verfahren: Magnetresonanztomographie (MRT) oder Computertomographie (CT) können eingesetzt werden, um Nervenstrukturen und umliegendes Gewebe darzustellen und andere Ursachen für die Symptome auszuschließen. Kernspintomographie bzw. Magnetresonanztomographie (MRT) sind selten notwendig, da die meisten Fragestellungen mit den Routineverfahren Sonografie und Röntgen beantwortet werden können. Besondere Situationen bzw. Konstellationen können eine Klärung durch eine MRT erforderlich machen. Einige Gelenke sind sonographisch nur schlecht darstellbar wie die Gelenke der Wirbelsäule, Kiefer- oder Iliosakralgelenke. Die größte Bedeutung kommt der MRT bei der Differentialdiagnose zu. Knochenentzündungen, Tumore u. a. können hiermit aufgedeckt und von der JIA abgegrenzt werden. Allerdings ist eine MRT aufwendig, es kann immer nur ein Gelenkabschnitt abgebildet werden und bei kleinen Kindern ist oft eine Sedierung bzw.
- Lumbalpunktion: Wenn eine Infektion vermutet wird, kann eine Lumbalpunktion durchgeführt werden, um die Zerebrospinalflüssigkeit auf Entzündungszeichen oder Krankheitserreger zu untersuchen. Wenn der Verdacht besteht, wird der Arzt den Wirbelkanal punktieren (Lumbalpunktion) und daraus Nervenflüssigkeit (Liquor) entnehmen und sie untersuchen.
Behandlung entzündeter Nerven bei 2-Jährigen
Die Behandlung entzündeter Nerven bei 2-jährigen Kindern richtet sich nach der Ursache und dem Schweregrad der Erkrankung. Zu den Behandlungsansätzen können gehören:
- Medikamentöse Therapie:
- Schmerzmittel: Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Paracetamol können zur Linderung von Schmerzen eingesetzt werden.
- Entzündungshemmende Medikamente: Kortikosteroide können zur Reduzierung von Entzündungen eingesetzt werden, insbesondere bei Autoimmunerkrankungen. Glukokortikoide sind lebensnotwendige Hormone, welche der Körper in der Nebennierenrinde herstellt. Sie wirken dosisabhängig stark entzündungshemmend und immunsuppressiv, und das bereits innerhalb von Stunden bis Tagen. Um dies zu erreichen, muss anfänglich meist eine höhere Dosis gewählt werden, die dann schrittweise reduziert wird. Systemisch als Saft/Tabletten/Infusion eingesetzt werden sie v. a. als schnell wirksame Substanzen bei hochaktiver Erkrankung, z. B. zur Überbrückung des Zeitraums, bis andere längerfristig einsetzbare Medikamente wirken. Eine weitere sehr effektive Einsatzmöglichkeit ist die lokale Injektion von speziellen kristallinen Glukokortikoidpräparaten direkt in die betroffenen Gelenke. Dazu wird primär Triamcinolonhexacetonid verwendet, welches die beste Verträglichkeit hat und am längsten wirkt.
- Antibiotika oder Virostatika: Bei bakteriellen oder viralen Infektionen können Antibiotika oder Virostatika eingesetzt werden, um die Infektion zu bekämpfen. Wenn Bakterien die Verursacher sind, erhält das Kind Infusionen mit Antibiotika. Gegen einige Meningitis-Erreger kann vorbeugend geimpft werden: So sind z.B. Impfungen gegen die Bakterien Haemophilus influenzae Typ b (Hib), Pneumokokken und Meningokokken beim Baby möglich.
- Immunsuppressiva: Bei Autoimmunerkrankungen können Immunsuppressiva eingesetzt werden, um die Immunantwort zu unterdrücken.
- Physiotherapie: Physiotherapie kann helfen, die Muskelkraft und Beweglichkeit zu verbessern. Trotz des besseren Verständnisses der Pathophysiologie stehen noch keine ursächlich angreifenden Therapien zur Verfügung. Therapiestudien mit Ascorbinsäure haben nicht zu den nach einem Rattenmodell erhofften positiven Effekten geführt, Gestagenantagonisten sind noch in der präklinischen Phase. Hingegen sind physiotherapeutische Maßnahmen und die Versorgung mit Hilfsmitteln (Innenschuh, Peroneusschiene, Handschienen, spezielles Essbesteck und Werkzeug, Rollator oder Posteriorwalker, Aktivrollstuhl) hilfreich.
- Ergotherapie: Ergotherapie kann helfen, die Alltagsfähigkeiten des Kindes zu verbessern.
- Chirurgische Intervention: In seltenen Fällen kann eine Operation erforderlich sein, um Nerven zu dekomprimieren oder Verletzungen zu beheben.
- Multimodale Schmerztherapie: Die Therapie der Wahl ist die multimodale Schmerztherapie, die ambulant oder stationär erfolgen kann. Langfristiges Ziel ist es, die Lebensqualität der Kinder zu verbessern, indem Häufigkeit und Intensität der Schmerzen abnehmen. Sie umfasst psychotherapeutische Interventionen, zum Beispiel verhaltenspsychologische Betreuung im Einzel- und Gruppengespräch, Biofeedback und Hypnotherapie sowie komplementäre Therapien wie Physiotherapie, Yoga und Entspannungstechniken, die den Umgang und das »Verlernen« des Schmerzes fördern sollen.
Prävention entzündeter Nerven bei 2-Jährigen
Einige Ursachen für entzündete Nerven können durch präventive Maßnahmen reduziert werden:
- Impfungen: Impfungen gegen bestimmte Infektionskrankheiten wie Meningokokken, Pneumokokken und Haemophilus influenzae Typ b (Hib) können das Risiko einer Meningitis und damit verbundener Nervenentzündungen verringern. Gegen einige Meningitis-Erreger kann vorbeugend geimpft werden: So sind z.B. Impfungen gegen die Bakterien Haemophilus influenzae Typ b (Hib), Pneumokokken und Meningokokken beim Baby möglich.
- Zeckenschutz: In Regionen mit hohem Zeckenrisiko sollten Kinder vor Zeckenstichen geschützt werden, um das Risiko einer Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) zu minimieren. Im Frühjahr und Sommer besteht die Gefahr, dass durch einen Zeckenbiss die von Viren verursachte, so genannte Frühsommer-Meningo-Enzephalitis oder eine bakterielle Meningitis durch Borrelien übertragen werden.
- Sichere Umgebung: Eine sichere Umgebung kann dazu beitragen, Verletzungen und Traumata zu vermeiden, die zu Nervenschäden führen können.
- Ausgewogene Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung kann dazu beitragen, Vitaminmangel und damit verbundene Nervenprobleme zu verhindern. Empfehlenswert ist eine ausgewogene, ballaststoffhaltige Kost.
- Stressreduktion: Chronischer Stress kann das Immunsystem schwächen und das Risiko von Entzündungen erhöhen. Stress und Zeitdruck sind wichtige Risikofaktoren. Regelmäßige Freizeit und körperliche Bewegung können dem entgegenwirken.
Chronische Schmerzen im Kindes- und Jugendalter
Chronische Schmerzen können aber auch eine eigenständige Krankheit - ohne organischen Befund - darstellen. Internationale epidemiologische Studien belegen, dass die Prävalenzraten von chronischen Schmerzen bei Kindern und Jugendlichen zwischen 25 und 46 Prozent liegen (1). Mehr als die Hälfte der 11- bis 17-Jährigen gaben wiederkehrende Schmerzen an, und ein Viertel litt einmal pro Woche oder häufiger darunter. Während jüngere Kinder vor allem Bauchschmerzen angaben, litten die älteren vermehrt unter Kopfschmerzen.
Ein wichtiges Anzeichen für eine Chronifizierung sei das Schmerzerleben, betont Professor Dr. Boris Zernikow, Datteln, im Gespräch mit der Pharmazeutischen Zeitung. »Wenn das Kind zum Beispiel an mehr als 10 Prozent der Schultage fehlt und zusätzlich emotional beeinträchtigt ist, also Angst vor dem Schmerz hat, spricht dies für eine Chronifizierung. Die psychischen und sozialen Folgen sind gravierend (siehe Fallbeispiel). Die Fehlzeiten in der Schule führen zu Problemen und steigern die Ängste der Betroffenen. Freunde werden vernachlässigt, soziale Kontakte und Freizeitaktivitäten finden kaum oder gar nicht mehr statt. Zudem werden häufiger psychische Störungen wie Angststörungen und Depressionen diagnostiziert. Letztere scheinen eng mit Schlafstörungen assoziiert zu sein (6). Auch Fatigue tritt öfter begleitend auf (1).
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Das Schmerzgedächtnis
Andauernde Schmerzsignale können zu einer Veränderung der Neurone im Rückenmark und im Gehirn (zentrale Sensibilisierung) führen. Man erklärt sich das Schmerzgedächtnis anhand verschiedener Mechanismen, die teilweise ineinanderwirken. Dazu zählt etwa die synaptische Langzeitpotenzierung (synaptic longterm potentiation, LTP) im Gehirn und im Hinterhorn des Rückenmarks (7). Dabei kommt es bei einem Teil der Synapsen zu einer anhaltenden Steigerung der Übertragungsstärke der Nervenreize, die länger dauert als die eigentliche Schmerzursache. Die LTP wird daher für ein gesteigertes Empfinden des Schmerzreizes (Hyperalgesie) verantwortlich gemacht. Weiterhin aktiviert sie verschiedene Nervenzellrezeptoren, was letztlich eine ganze Reihe von Signaltransduktionswegen modifiziert und damit zu veränderten Zelleigenschaften führt. Den Kindern werden die Grundlagen des schmerzverarbeitenden Systems und der Unterschied zwischen akuten und chronischen Schmerzen erklärt. Sie sollen verstehen, dass sie ihren Schmerz beeinflussen können. Die Kinder erlernen und üben Techniken, wie sie ihre Aufmerksamkeit auf den eigenen Körper verringern können, etwa sprachliche Ablenkungstechniken oder kognitive Strategien. Häufig treten zusätzlich zu den Schmerzstörungen auch posttraumatische Belastungsstörungen, Depressionen und Angststörungen auf. Diese können sich gegenseitig aufrechterhalten. Therapeuten ermitteln, welche Rolle oder Funktion der Schmerz des Kindes innerhalb der Familie spielt und wie dies beeinflusst werden kann.
Allerdings formt sich selbst ein erwachsenes Gehirn noch ständig um, ein kindliches oder jugendliches hat diese Fähigkeit erst recht. Experten sprechen daher von einer »enormen Plastizität« des Gehirns. Ein Umbau, der die alten Erinnerungen an den Schmerz verblassen lässt, ist also möglich. Doch dieser Vorgang benötigt Zeit und Geduld.
Meningitis
Als Meningitis bezeichnet man eine Entzündung der Hirnhäute und der benachbarten Strukturen. Es handelt sich um eine ernste Erkrankung, die sich innerhalb von Stunden entwickeln und jeden - Kinder, aber auch Erwachsene - betreffen kann. Erreger können über die Schleimhäute der Atemwege, aber auch von einem angrenzenden Entzündungsherd (z.B. bei einer Mittelohrentzündung) oder einer Verletzungsstelle (z. B. offener Schädelbruch) aus einwandern. In verschiedenen Altersgruppen können bestimmte Erreger/Auslöser überwiegen. So sind im Neugeborenenalter Herpes-Viren häufige Auslöser einer viralen Meningitis, während im Kleinkindalter u.a. Masern-, Mumps- oder Echovirus oft die Ursache für eine Erkrankung sind. Eine bakterielle Meningitis beruht im Säuglingsalter meist auf einer Infektion mit Streptokokken der Gruppe B, mit Escherichia coli oder mit Listerien. Im Säuglings- und Kleinkindalter werden Hämophilus, Meningokokken und Pneumokokken u.a.
Ein wichtiges Krankheitszeichen einer Meningitis ist neben dem Fieber die Nackensteifigkeit. Das Kind setzt der Bewegung seines Kopfes einen Widerstand entgegen, so dass es kaum oder gar nicht möglich ist, den Kopf zum angewinkelten Knie des Kindes zu bringen (Meningismus). Weitere typische Krankheitszeichen sind Kopfschmerzen, Müdigkeit, Erbrechen und Lichtscheu. Falls das Gehirn mit entzündet ist, kann es zu Benommenheit bis hin zum Koma kommen. Bei Säuglingen treten meist andere, allgemeinere Beschwerden, wie Bauchschmerzen, Berührungsempfindlichkeit, Nahrungsverweigerung oder auch Krampfanfälle auf. Die Fontanelle kann vorgewölbt sein.
Generell sind die von Viren ausgelösten Hirnhautentzündungen nicht so gefährlich wie die bakteriell bedingten, z. B. die Meningokokken- oder Pneumokokken-Meningitis. In schweren Fällen kann eine Meningitis bleibende Schäden, wie Bewegungsstörungen, Hörschäden bis hin zur Taubheit oder Beeinträchtigung der geistigen Entwicklung, nach sich ziehen oder sogar zum Tode führen. Kinder in den ersten drei Lebensjahren haben ein besonders hohes Risiko, an einer bakteriellen Meningitis zu erkranken.
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Juvenile idiopathische Arthritis (JIA)
Als rheumatische Erkrankungen bezeichnet man Erkrankungen, die sich am Bewegungsapparat, das heißt an den Gelenken, Sehnen, Muskeln usw. abspielen. Zwei bis drei von 1.000 Kindern unter 16 Jahren erkranken pro Jahr in Deutschland an einer Arthritis. Besteht die Gelenkentzündung unklarer Ursache allerdings mindestens über sechs Wochen, spricht man von juveniler idiopathischer Arthritis oder JIA (früher: juvenile chronische Arthritis oder JCA). Die Ursachen der JIA sind bis heute noch nicht geklärt. Man weiß, dass das Immunsystem außer Kontrolle gerät und eine überschießende Reaktion zeigt. Eltern können durch frühzeitiges Erkennen von Warnsymptomen ihrem Kind helfen. Morgensteifigkeit: die Kinder und Jugendlichen laufen z. B. wie ältere Menschen ganz steif Treppen hinunter, können Flaschen nicht öffnen oder Knöpfe u. ä. Gelenkschmerzen, v. a.
Die juvenile idiopathische Arthritis (= JIA) ist kein homogenes Krankheitsbild. Die JIA wird in sieben Gruppen unterteilt. Den sieben Formen gemeinsam ist die Entzündung mindestens eines Gelenkes unklarer Ursache bei einem Kind unter 16 Jahren, die länger als sechs Wochen besteht.
In Mitteleuropa ist die Oligoarthritis die häufigste Form (> 50 %) der JIA. Der typische Erkrankungsbeginn liegt im Kleinkindalter, Mädchen sind viel häufiger betroffen als Jungen. Definitionsgemäß sind in den ersten sechs Erkrankungsmonaten nicht mehr als vier Gelenke entzündet. Meist sind die Knie und seltener auch einzelne Finger- oder Zehengelenke betroffen. 20-30 % der Kinder mit einer Oligoarthritis entwickeln eine chronische Augenentzündung (Iridozyklitis bzw. Uveitis), die in der Regel symptomlos verläuft. Um diese initial meist symptomlosen Augenentzündungen rechtzeitig zu erkennen, sind regelmäßige Augenarztuntersuchungen notwendig. Insgesamt haben Kinder mit einer Oligoarthritis die beste Prognose.
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