Enzephalitis Leishmaniose: Ursachen, Symptome und Therapie

Die Enzephalitis, eine Entzündung des Gehirns, kann verschiedene Ursachen haben. Eine davon ist die Leishmaniose, eine Infektionskrankheit, die durch Parasiten verursacht und durch Sandmücken übertragen wird. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen, Symptome und Therapiemöglichkeiten der Enzephalitis im Zusammenhang mit Leishmaniose, sowie andere relevante durch Vektoren übertragene Krankheiten, die zu Enzephalitis führen können.

Einführung in die Leishmaniose und ihre Übertragung

Leishmanien sind einzellige Parasiten, die durch den Stich von Sandmücken übertragen werden. Diese Mücken kommen vor allem in tropischen und subtropischen Regionen vor, haben sich aber aufgrund des Klimawandels auch in gemäßigten Zonen ausgebreitet. Die Leishmaniose manifestiert sich in verschiedenen Formen, von denen die kutane Leishmaniose (Hautleishmaniose) und die viszerale Leishmaniose (innere Organe betreffend) die bekanntesten sind.

Verbreitung von Sandmücken

Sandmücken sind in erster Linie im Mittelmeerraum beheimatet, kommen aber inzwischen auch im deutschsprachigen Raum vor. Überall dort, wo die Durchschnittstemperatur über zehn Grad liegt, können sie vorkommen. In Europa sind sie von April bis November aktiv und das bevorzugt in der Dämmerung und nachts.

Ursachen der Enzephalitis im Zusammenhang mit Leishmaniose

Die Enzephalitis als Folge einer Leishmaniose ist selten, aber möglich. Die Parasiten können in das zentrale Nervensystem eindringen und dort eine Entzündung auslösen. Dies kann insbesondere bei der viszeralen Form der Leishmaniose vorkommen, wenn die Parasiten bereits innere Organe befallen haben.

Symptome der Enzephalitis bei Leishmaniose

Die Symptome einer Enzephalitis im Zusammenhang mit Leishmaniose können vielfältig sein und hängen vom Ausmaß der Entzündung und den betroffenen Hirnregionen ab. Zu den häufigsten Symptomen gehören:

Lesen Sie auch: Mehr über Meningitis und Enzephalitis erfahren

  • Fieber: Oftmals begleitet von Schüttelfrost.
  • Kopfschmerzen: In der Regel stark und anhaltend.
  • Nackensteifigkeit: Ein Zeichen für eine mögliche Meningitis (Hirnhautentzündung).
  • Bewusstseinsstörungen: Von Verwirrtheit bis hin zum Koma.
  • Neurologische Ausfälle: Lähmungen, Krampfanfälle, Seh- und Hörstörungen.

Diagnose der Enzephalitis bei Leishmaniose

Die Diagnose einer Enzephalitis im Zusammenhang mit Leishmaniose erfordert eine umfassende Untersuchung, einschließlich:

  • Anamnese und körperliche Untersuchung: Der Arzt erfragt die Krankengeschichte und führt eine allgemeine Untersuchung durch.
  • Neurologische Untersuchung: Überprüfung der Hirnnervenfunktion, Muskelkraft, Reflexe und Koordination.
  • Laboruntersuchungen: Blutuntersuchungen zum Nachweis von Leishmanien-Antikörpern oder -DNA.
  • Liquoruntersuchung: Entnahme und Analyse von Nervenwasser (Liquor) mittels Lumbalpunktion, um Entzündungszeichen und Leishmanien nachzuweisen.
  • Bildgebende Verfahren: Magnetresonanztomographie (MRT) des Schädels, um Entzündungen oder Schädigungen des Gehirns darzustellen.

Therapie der Enzephalitis bei Leishmaniose

Die Therapie der Enzephalitis im Zusammenhang mit Leishmaniose zielt darauf ab, die Entzündung zu reduzieren, die Parasiten zu bekämpfen und die Symptome zu lindern. Die Behandlung umfasst in der Regel:

  • Antileishmaniale Medikamente: Medikamente wie Amphotericin B, Pentamidin oder Miltefosin, um die Leishmanien-Parasiten abzutöten.
  • Entzündungshemmende Medikamente: Kortikosteroide, um die Entzündung im Gehirn zu reduzieren.
  • Symptomatische Behandlung: Schmerzmittel, Antiepileptika und andere Medikamente zur Linderung der Symptome.
  • Unterstützende Maßnahmen: Flüssigkeitszufuhr, Ernährung und Überwachung der Vitalfunktionen.

Prävention von Leishmaniose und Enzephalitis

Die beste Prävention der Enzephalitis im Zusammenhang mit Leishmaniose ist die Vermeidung von Sandmückenstichen. Dazu gehören folgende Maßnahmen:

  • Repellentien: Verwendung von Insektenschutzmitteln auf der Haut und Kleidung.
  • Lange Kleidung: Tragen von langer Kleidung, insbesondere in der Dämmerung und nachts.
  • Moskitonetze: Verwendung von Moskitonetzen über Betten und Fenstern.
  • Vermeidung von Risikogebieten: Meiden von Gebieten mit hoher Sandmückenpopulation.
  • Schutz von Haustieren: Verwendung von Schutzpräparaten für Hunde und Katzen, die in Risikogebiete mitreisen.

West-Nil-Fieber als weitere Ursache von Enzephalitis

Neben der Leishmaniose gibt es weitere durch Vektoren übertragene Krankheiten, die zu einer Enzephalitis führen können. Eine davon ist das West-Nil-Fieber, das durch das West-Nil-Virus (WNV) verursacht wird.

Verbreitung des West-Nil-Virus

Das West-Nil-Fieber ist eine Infektionskrankheit, die durch das West-Nil-Virus verursacht wird. Es kommt in verschiedenen Regionen weltweit endemisch vor, zum Beispiel in Afrika, Israel, der Westtürkei, im Mittleren Osten, Indien, Nord- und Mittelamerika. Aus den Endemiegebieten gelangt das West-Nil-Virus über Zugvögel in Mittelmeergebiete und andere europäische Regionen (z.B. Italien, Griechenland, Ungarn). In Deutschland ist das West-Nil-Fieber bislang selten. Seit 2019 werden alljährlich Erkrankungsfälle bei Menschen registriert, die sich direkt in Deutschland durch einen Mückenstich infiziert haben. In Österreich hat man erstmals 2015 Fälle von West-Nil-Fieber bei Menschen gemeldet. In der Schweiz kam es bislang zu keinen Übertragungen.

Lesen Sie auch: Mehr über Hirnstamm-Enzephalitis erfahren

Symptome des West-Nil-Fiebers

Das West-Nil-Fieber verläuft in fast 80 Prozent der Fälle symptomlos. Etwa 20 Prozent der Infizierten haben plötzlich einsetzende, aber milde Beschwerden, die einer Grippe ähneln. Zu diesen Symptomen gehören:

  • Fieber
  • Schüttelfrost
  • Abgeschlagenheit, Krankheitsgefühl
  • Kopfschmerzen
  • Rückenschmerzen
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Lymphknotenschwellung

Etwa die Hälfte der Infizierten, die West-Nil-Virus-Symptome zeigen, entwickelt zudem einen knotig-fleckigen Hautausschlag (makulopapulöses Exanthem) am Rumpf, das sich zum Kopf und zu den Gliedmaßen ausbreitet.

Schwere Verläufe des West-Nil-Fiebers

Weniger als ein Prozent der Infizierten erleben einen schweren Krankheitsverlauf. Die Betroffenen entwickeln eine Gehirnentzündung (Enzephalitis) oder Hirnhautentzündung (Meningitis). Das macht sich mit folgenden Symptomen bemerkbar:

  • sehr hohes Fieber
  • Kopfschmerzen
  • Nackensteifigkeit
  • Bewusstseinsstörungen
  • Lähmungen
  • epileptische Anfälle (Krampfanfälle)
  • Seh- und Hörstörungen

Ursachen und Risikofaktoren des West-Nil-Fiebers

Der Erreger des West-Nil-Fiebers ist das West-Nil-Virus (WNV). Es wird von Stechmücken auf den Menschen übertragen. Als Reservoir für das West-Nil-Fieber dienen Vögel. Aber auch Pferde und Katzen können infiziert sein. In seltenen Fällen kann der Erreger des West-Nil-Fiebers auch durch Bluttransfusionen und Organtransplantationen übertragen werden. Während der Schwangerschaft und Stillzeit kann eine infizierte Mutter das Virus an den Fötus beziehungsweise den Säugling weitergeben.

Diagnose des West-Nil-Fiebers

Die Diagnose West-Nil-Fieber kann nur laborchemisch eindeutig gestellt werden. Dafür wird entweder Blut oder Nervenwasser (Liquor) benötigt. Die Blut- oder Liquorprobe wird im Labor entweder auf Antikörper gegen das West-Nil-Virus oder auf Erbgut (RNA) des Erregers untersucht.

Lesen Sie auch: Enzephalitozoonose: Was Tierhalter wissen müssen

Behandlung des West-Nil-Fiebers

Das West-Nil-Fieber wird symptomatisch behandelt. Das bedeutet, dass gezielt die einzelnen Beschwerden therapiert werden. Das Fieber lässt sich bei Bedarf mit fiebersenkenden Medikamenten wie Ibuprofen oder Paracetamol behandeln. Außerdem können Wadenwickel helfen, das Fieber zu senken. Ruhen Sie sich viel aus und geben Sie Ihrem Körper Zeit, sich auszukurieren. Außerdem sollten Sie viel trinken, um einem Flüssigkeitsmangel vorzubeugen. Wenn das West-Nil-Fieber bei Ihnen einen schweren Verlauf nimmt, weist Ihr Hausarzt oder Ihre Hausärztin Sie in ein Krankenhaus ein. Dort kann die Therapie zum Beispiel durch die Gabe von Flüssigkeit über die Vene (Infusion) intensiviert werden.

Vorbeugung des West-Nil-Fiebers

Um einem West-Nil-Fieber vorzubeugen, sollten Sie sich in Risikogebieten vor Mückenstichen schützen.

Weitere durch Vektoren übertragene Krankheiten

Neben Leishmaniose und West-Nil-Fieber gibt es eine Vielzahl weiterer durch Vektoren übertragener Krankheiten, die potenziell zu Enzephalitis führen können. Dazu gehören unter anderem:

  • Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME): Übertragen durch Zecken, kann FSME zu einer Entzündung des Gehirns und der Hirnhäute führen.
  • Borreliose: Ebenfalls durch Zecken übertragen, kann Borreliose in seltenen Fällen neurologische Symptome und Enzephalitis verursachen.
  • Japanische Enzephalitis: Übertragen durch Stechmücken, kommt diese Krankheit vor allem in Asien vor und kann schwere neurologische Schäden verursachen.

Zecken als Vektoren von Krankheiten

Zecken sind nicht nur lästige Parasiten, sondern können für Hunde auch ernsthafte gesundheitliche Risiken darstellen. Beim Blutsaugen können sie Krankheitserreger übertragen, die zu schweren Infektionen führen können. Besonders gefährlich sind Krankheiten wie Borreliose, Anaplasmose und Babesiose, die unbehandelt schwerwiegende Folgen haben können.

Typische Stichstellen bei Hunden

Zecken setzen sich oft an der Schnauze, um die Augen oder in den Ohren fest. Besonders die Ohrinnenseiten und der Bereich hinter den Ohren sind beliebte Stichstellen. Der Bauch hat eine dünne Hautschicht und ist leicht zugänglich. In den feucht-warmen Bereichen der Achseln und zwischen den Hinterbeinen fühlen sich Zecken besonders wohl. Zecken verstecken sich gerne zwischen den Zehen oder an den Ballen.

Wie werden Zecken bei Hunden entfernt?

Das schnelle und richtige Entfernen von Zecken ist entscheidend, um das Risiko einer Krankheitsübertragung zu minimieren. Zecken sollten niemals einfach herausgezogen oder zerquetscht werden, da dies Krankheitserreger in den Hundekörper freisetzen kann.

Hunde-Babesiose

Hauptüberträger der Hunde-Babesiose ist die Auwaldzecke (Dermacentor reticularis). Hunde haben nach meist plötzlichem Krankheitsbeginn hohes Fieber (bis 42 °C), fressen nichts mehr, sind matt, Maulschleimhaut und Lidbindehaut sind blass, später oft mit Gelbton, und der Harn ist durch den Zerfall der roten Blutkörperchen und Freiwerden des Blutfarbstoffes dunkelbraun („Cola-farben“). Ist das Nervensystem mit betroffen, können Lähmungserscheinungen, epileptische Anfälle und Bewegungsstörungen auftreten.

Aujeszkysche Krankheit (Pseudowut)

Beim Hund ist die AK durch eine progressiv verlaufende Enzephalitis (Gehirnentzündung) gekennzeichnet, die meist mit heftigem Juckreiz verläuft. Der rasche Verlauf, hohes Fieber, heftiger Juckreiz, verminderte Reaktionsbereitschaft und die neurologischen Symptome geben deutliche Hinweise für eine Verdachtsdiagnose. Die meisten infizierten Hunde versterben innerhalb von 36 Stunden nach Einsetzen der Symptome.

Nekrotisierende Meningoenzephalitis (NME)

Die nekrotisierende Meningoenzephalitis beschreibt das histopathologische Erscheinungsbild. Es handelt sich nämlich um eine Entzündung von Gehirn und Hirnhäuten. Im Zentrum der entzündlichen Läsionen stirbt das Hirngewebe ab (nekrotisiert). Erste Symptome treten im jungen Erwachsenenalter auf. Die Tiere erkranken oftmals plötzlich und zeigen Großhirnsymptomatik. Je nachdem, wo sich die entzündlichen Herde befinden, können dies zum Beispiel Krampfanfälle, Drangwandern oder Kreislaufen, Blindheit oder Gangprobleme durch Koordinationsstörungen und eine Schmerzhaftigkeit im Kopf- oder Halsbereich sein.

tags: #enzephalitis #durch #leishmaniose