EPA und DHA: Wirkung auf Parkinson und die Bedeutung von Omega-3-Fettsäuren

Einführung

Parkinson ist eine neurodegenerative Erkrankung, die durch den Verlust von Dopamin produzierenden Nervenzellen im Gehirn gekennzeichnet ist. Die Forschung hat gezeigt, dass Ernährung eine wesentliche Rolle bei der Prävention und Behandlung von neurologischen Erkrankungen spielen kann. In diesem Zusammenhang rücken Omega-3-Fettsäuren, insbesondere Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA), zunehmend in den Fokus. Dieser Artikel beleuchtet die potenziellen Auswirkungen von EPA und DHA auf Parkinson und die Bedeutung einer ausgewogenen Ernährung für Menschen mit dieser Erkrankung.

Parkinson früh erkennen und verstehen

Parkinson beginnt oft, bevor man etwas merkt, und betrifft viel mehr als nur die Motorik. Es ist wichtig, die Erkrankung frühzeitig zu erkennen und zu verstehen, um gezielt behandeln und aktiv beeinflussen zu können. Prof. Dr. Claudia Trenkwalder, eine weltweit anerkannte Parkinson-Expertin, betont, wie wichtig es ist, zu der Erkrankung zu stehen und aktiv damit umzugehen. Es ist einfacher, wenn Familie und Freunde über die Erkrankung Bescheid wissen und akzeptieren, dass manche Dinge nicht mehr so gut gehen.

Vielfältige Symptome

Die Parkinson-Krankheit äußert sich durch vielfältige Symptome, die oft nur als Zittern und Unbeweglichkeit bekannt sind. Es hat sich jedoch gezeigt, dass Parkinson eine Erkrankung des gesamten Körpers ist, die auch die Psyche, die Verdauung und die Ernährung betrifft. Viele Symptome, die auf Parkinson hinweisen könnten, treten schon Jahre vor der Diagnose auf.

Warnzeichen ernst nehmen

Besondere Aufmerksamkeit sollte man Traumschlaf-Verhaltensstörungen schenken. Wenn jemand plötzlich im mittleren Lebensalter oder in älteren Jahren heftige Träume hat, sich in der Nacht heftig bewegt, schreit oder sogar aus dem Bett fällt, kann dies ein Zeichen für eine Veränderung im Gehirn sein. Der Hausarzt ist hier oft die erste Anlaufstelle und kann bei Bedarf an einen Neurologen oder in ein Schlaflabor überweisen.

Diagnose

Die Diagnose von Parkinson ist nicht immer einfach und kann auch im manifesten Stadium schwierig sein. Eine hundertprozentige Diagnose gibt es zu Lebzeiten nicht, da diese erst durch den Vergleich der gesamten Klinik über mehrere Jahre und die Untersuchung des Gehirns möglich ist. Im frühen Stadium, dem Prodromal-Stadium, bestehen noch keine typischen motorischen Symptome wie Zittern, Steifigkeit oder Verlangsamung. In diesem Fall können Biomarker wie ein Riechtest, eine Untersuchung im Schlaflabor oder eine nuklearmedizinische Untersuchung (DAT-Scan) zur Messung der Dopaminbindung im Gehirn herangezogen werden. Auch eine Untersuchung des Nervenwassers (Liquor) kann zur Diagnosestellung beitragen.

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Behandlung von Parkinson

Der richtige Zeitpunkt für die Medikation

Der richtige Zeitpunkt für den Beginn einer medikamentösen Behandlung ist oft eine große Frage. Derzeit gibt es noch keine Medikation, die im frühen Stadium eingesetzt werden kann, um den Verlauf der Erkrankung zu verbessern. Es gibt jedoch intensive Forschungsbemühungen, um Medikamente zu entwickeln, die hier den Verlauf ändern können. Wenn eine Verlangsamung, eine Gangstörung oder ein Zittern auftritt, ist der Zeitpunkt gekommen, um mit der Behandlung zu beginnen, um diese Symptome zu verbessern.

Wirkfluktuationen

Bei der Behandlung mit Levodopa kann es zu Wirkfluktuationen kommen, bei denen der Zustand des Patienten je nach Medikamenteneinnahme mal gut und mal schlecht ist. Um dies auszugleichen, können Kombinationstherapien mit Medikamenten eingesetzt werden, die eine längere Wirkdauer haben und eine gleichmäßige dopaminhaltige Basis schaffen.

Bewegung, Bewegung, Bewegung

Bewegung ist ein entscheidender Faktor bei der Behandlung von Parkinson. Muskelaktivität setzt Substanzen frei, die den Verlauf der Erkrankung selbst verbessern können. Kraft- und Koordinationstraining, insbesondere für Patienten mit asymmetrischem Parkinson, sind empfehlenswert.

Darmgesundheit und Parkinson

Der Darm spielt eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Parkinson. Das Protein Alpha-Synuklein, das für die Erkrankung entscheidend ist, wird auch aus dem Darm freigesetzt und scheint dort zu aggregieren. Eine gute Darmflora kann helfen, diesen entzündlichen Prozess zu reduzieren oder gar nicht erst in Gang zu setzen.

Ernährungsempfehlungen

Es wird empfohlen, weniger Milchprodukte zu konsumieren, da das Milcheiweiß nicht gut für den Körper verträglich ist. Stattdessen sollte die Ernährung mehr in Richtung einer mediterranen Ernährung umgestellt werden. Auch Fasten, insbesondere Intervallfasten, kann helfen, entzündliche Prozesse zu durchbrechen.

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Nahrungsergänzungsmittel

Es gibt viele einzelne Substanzen, denen eine positive Wirkung bei Parkinson zugesagt wurde, wie z.B. Q10, Vitamin C oder NADH. Allerdings ist es oft schwierig, diese Substanzen an den eigentlichen Wirkort im Gehirn zu bringen.

Omega-3-Fettsäuren: EPA und DHA im Fokus

Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren sind essenzielle Bestandteile eines funktionierenden Stoffwechsels und unverzichtbar für zahlreiche physiologische Abläufe. Als elementare Bausteine der Zellmembranen beeinflussen sie deren Flexibilität, Durchlässigkeit und Stabilität. Gleichzeitig dienen sie als Ausgangsmaterial für die Ausschüttung von Botenstoffen, die regulierend auf Körpertemperatur, Blutdruck, Immunantworten und Entzündungsreaktionen einwirken.

Die Bedeutung von EPA und DHA

Die beiden nützlichsten aktiven Formen der Omega-3-Fettsäuren sind die Eicosapentaensäure (EPA) und die Docosahexaensäure (DHA). Beide können zwar biochemisch aus Alpha-Linolensäure (ALA) erzeugt werden, aber da dieser Umwandlungsschritt in der Praxis nur in sehr begrenztem Umfang vollzogen werden kann, sollte in der Regel eine direkte Zufuhr von EPA und DHA erfolgen.

Vorteile von EPA und DHA

  • Entzündungshemmende Wirkung: EPA und DHA wirken entzündungshemmend und können chronisch-entzündliche Prozesse im Körper reduzieren.
  • Neuroprotektive Wirkung: DHA ist die wichtigste Omega-3-Fettsäure für das Gehirn und ein unverzichtbarer Baustein der Nervenzellmembranen. Sie fördert die Signalübertragung und wirkt neuroprotektiv.
  • Verbesserung der Blutfettwerte: Omega-3-Fettsäuren senken den Blutfettgehalt der Triglyzeride und verbessern den gesamten Cholesterinspiegel.
  • Förderung der Durchblutung: EPA und DHA erweitern die Blutgefäße und machen die roten Blutkörperchen flexibler, wodurch die Durchblutung verbessert wird.

Omega-3-Fettsäuren und neurologische Erkrankungen

Studien zeigen, dass die Omega-3-Fettsäuren EPA und insbesondere DHA die geistige Leistungsfähigkeit steigern und Aufmerksamkeitsstörungen abschwächen können. Auch der Verlauf von psychischen und neurodegenerativen Erkrankungen wie Depressionen, Alzheimer oder Parkinson kann sich durch die gezielte Zufuhr von Omega-3-Fettsäuren verbessern.

Omega-3-Fettsäuren bei Parkinson

Nur wenige klinische Studien untersuchten bisher die Wirkung von Omega-3 bei Parkinson. Alle bis auf eine der existierenden Studien berichteten über einen positiven Effekt. Eine gute Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren kann das Fortschreiten von Parkinson verlangsamen, indem sie antientzündlich wirken und die Nervenzellen schützen.

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Empfehlungen zur Omega-3-Zufuhr

Um die vielfältigen, gesundheitsfördernden Eigenschaften von Omega-3-Fettsäuren optimal nutzen zu können, ist ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren unverzichtbar. Das Verhältnis von Omega-6 zu Omega-3 sollte im Idealfall niemals größer als 5:1 sein.

Omega-3-Quellen

  • Fetter Seefisch: Makrele, Hering und Lachs sind reich an Omega-3-Fettsäuren.
  • Pflanzliche Öle: Lein-, Walnuss- und Rapsöl sind gute Quellen für die Omega-3-Fettsäure ALA.
  • Nahrungsergänzungsmittel: Fischöl- oder Algenölkapseln stellen eine hochkonzentrierte Form von EPA und DHA bereit.

Weitere wichtige Vitalstoffe bei Parkinson

Neben Omega-3-Fettsäuren gibt es weitere Vitalstoffe, die bei Parkinson von Bedeutung sein können:

  • Vitamin D: Ein niedriger Vitamin-D-Spiegel ist mit einem erhöhten Parkinson-Risiko assoziiert.
  • B-Vitamine: L-Dopa kann die Aufnahme von B-Vitaminen hemmen und so den Homocysteinspiegel erhöhen.
  • Magnesium: Eine Hypomagnesiämie sollte vermieden werden.
  • Polyphenole: Polyphenole haben antioxidative und nervenschützende Eigenschaften und scheinen auch Ablagerungen des Eiweißes Alpha-Synuclein entgegenwirken zu können.

Ernährungsempfehlungen für Parkinson-Patienten

Eine ausgewogene Ernährung kann einen positiven Effekt auf den Verlauf der Parkinson-Erkrankung haben. Es wird empfohlen, sich an der MIND-Diät zu orientieren, einer Kombination aus der Mittelmeerdiät und der DASH-Diät. Diese Ernährungsweise ist reich an Ballaststoffen, sekundären Pflanzenstoffen und Omega-3-Fettsäuren und soll das Gehirn schützen, indem sie oxidativen Stress und Entzündungen reduziert.

Empfohlene Lebensmittel

  • Gemüse und Obst
  • Hülsenfrüchte
  • Vollkornprodukte
  • Nüsse und Samen
  • Olivenöl
  • Fetter Fisch

Zu vermeidende Lebensmittel

  • Butter und Margarine
  • Rotes Fleisch
  • Käse
  • Gebäck und Süßigkeiten
  • Fast Food und Frittiertes

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