Epilepsie ist eine der häufigsten neurologischen Erkrankungen. In Deutschland sind schätzungsweise eine halbe Million Menschen betroffen. Die medikamentöse Therapie mit Antiepileptika zielt auf Anfallsfreiheit bei guter Verträglichkeit ab. Die Erkrankung wirkt sich auf das zentrale Nervensystem aus. Je nachdem, welches Areal des Gehirns betroffen ist, äußert sich ein epileptischer Anfall auf unterschiedliche Art und Weise. Dabei können einzelne Muskeln, jedoch auch der gesamte Körper von Zuckungen bzw. Krämpfen betroffen sein. Einige berichten ebenfalls von kurzzeitiger Bewusstlosigkeit. Epilepsie kann Menschen jeden Alters betreffen.
Im Rahmen von Kosteneinsparungen und begrenzten finanziellen Ressourcen im Gesundheitswesen ist die Bestimmung von Krankheitskosten für verschiedene Krankheitsbilder von zentraler Bedeutung geworden. Dabei sind nicht nur die Kosten der Arzneimittel, sondern auch die der Gesellschaft aufgrund von Arbeitsunfähigkeit und Erwerbsminderung entstehenden Kosten zu ermitteln. Für die Epilepsie liegen in Deutschland nur wenige Daten vor.
Kosten der Epilepsiebehandlung in Deutschland
Um die Versorgung und die Kosten der Epilepsie darstellen zu können, wurden 183 Epilepsiepatienten aus Mecklenburg-Vorpommern mithilfe eines Selbstbeurteilungsbogens zu Versorgung, Ressourcenverbrauch und Compliance ihrer Epilepsiebehandlung befragt. Die sich daraus ergebenen durchschnittlichen Gesamtkosten je Patient betrugen EUR 5320/Jahr. Der Großteil der Gesamtkosten wurde durch Rentenzahlungen infolge von Erwerbsunfähigkeit in Höhe von EUR 3042 verursacht. Direkte Kosten entstanden in Höhe von EUR 2278. Die Arzneimittekosten stellen einen Anteil von 20% der Gesamtkosten dar.
Arzneimittelwechsel und Anfallsrisiko
Eine Studie untersuchte, ob der Wechsel von Substanzen, wie er z.B. im Rahmen von Rabattverträgen erfolgt, Effekte auf die Anfallsfreiheit hat. Die Studie impliziert klare Handlungsempfehlungen unter anderem dahingehend, dass eine Umstellung antiepileptischer Medikamente bei anfallsfreien Patienten zu deren Wohl vermieden werden sollte.
Das Ergebnis: Sowohl beim Wechsel des gleichen Wirkstoffs etwa auf ein anderes generisches Medikament als auch beim Umstieg von einem Original auf ein Generikum oder umgekehrt erhöht sich das Risiko für einen Anfall um über 30%. Unter Umständen geringeren Kosten für Medikamente steht bei deren Wechsel die Gefahr höherer Kosten für das Gesundheitssystem gegenüber, wenn es zu Anfällen kommt. Gleichermaßen wird dadurch auch die Lebensqualität der Patienten erheblich eingeschränkt.
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Neue Therapieansätze
Seit September ist der erste minimalinvasiv platzierte Hirnschrittmacher für Epileptiker zugelassen, bei denen Medikamente nicht mehr helfen. Mehr als eine halbe Million Menschen in Deutschland leiden an Epilepsie. Bei etwa einem Drittel von ihnen helfen Medikamente nicht oder nicht ausreichend. Ende September wurde nun der weltweit erste minimalinvasiv platzierte Hirnschrittmacher für Epilepsiepatienten zugelassen. Die neue Behandlungsmethode kann die Häufigkeit und Stärke epileptischer Anfälle, die auf bestimmte Hirnareale begrenzt sind, deutlich reduzieren.
Täglich für etwa eine halbe Stunde gibt der Hirnschrittmacher durch den Schädel leichte elektrische Reize an ein festgelegtes Hirnareal ab. Über alle Patienten gerechnet hatte die Hälfte der Betroffenen weniger Anfälle - bei ihnen nahm die Häufigkeit um etwa 50 Prozent ab. Bei einigen Behandelten war der Effekt sogar noch größer. In einer Folgestudie in Freiburg soll die Therapie mit den Schrittmachern mittels Künstlicher Intelligenz weiter personalisiert werden. Eine Künstliche Intelligenz identifiziert dabei typische Anfangssignale eines epileptischen Anfalls, um sie durch gezielte Stimulation zu unterbrechen. Letztlich soll es damit gar nicht erst zu einem Anfall kommen.
Reha bei Epilepsie
Eine medizinische Reha unterstützt Betroffene gemäß ihren Möglichkeiten, ihr eigenes Leben zu gestalten. Ziel einer Rehabilitation ist es vor allem, die Betroffenen bei ihrer Krankheitsbewältigung und der Entwicklung eines positiven Selbstwertgefühls zu unterstützen. Damit werden die Erkrankten dazu befähigt, das eigene berufliche Potenzial und persönliche Grenzen objektiv einzuschätzen, um so ihr berufliches sowie soziales Leben optimal zu gestalten.
Das Epilepsie-Programm ist sowohl für die Anschlussheilbehandlung als auch für Heilverfahren geeignet. Während des Reha-Aufenthaltes bekommen die Patienten ein umfangreiches interdisziplinäres Programm, inklusive Physio- und Ergotherapie, sportliche Betätigung, Freizeitbeschäftigung, kognitives Training sowie psychologische Beratung. In dieser Zeit werden auch Beratungen durch Sozialarbeiter angeboten. Verschiedene krankheitsspezifische Schulungen finden ebenso statt. Auch Im Rahmen der ärztlichen Visiten werden verschiedene krankheitsbedingte Probleme (Stigmatisierung, Medikamenten Compliance, gesunder Lebensstil, usw.) gezielt thematisiert.
Epilepsie beim Hund: Diagnostik und Behandlungskosten
Die Epilepsie oder auch „Fallsucht“ ist eine Krankheit, die nicht nur bei Menschen, sondern auch bei Hunden auftreten kann. Die Suche nach der Ursache kann langwierig sein und erfordert eine ganze Reihe tierärztlicher Untersuchungen. Die Kosten für die Diagnostik einer Epilepsie beim Hund liegen nach GOT von 2022 zwischen 900,00€ und 2750,00€ - je nachdem ob der 1-fache, 2-fache oder 3-fache Satz vom Tierarzt berechnet wird. Einzelne Kostenpunkte sind beispielsweise die Blutuntersuchung oder ein MRT.
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Ursachen und Symptome
Die primäre Epilepsie bei Hunden kommt am häufigsten vor und wird auch als idiopathische Epilepsie bezeichnet, da es sich um eine genetisch veranlagte Erkrankung handelt. Sie tritt meist innerhalb der ersten fünf Lebensjahre des Hundes erstmals auf. Die sekundäre Epilepsie bei Hunden wird durch andere Grunderkrankungen oder Traumata ausgelöst. Das können Tumorerkrankungen sein, entzündliche Vorgänge im Gehirn, Nieren- oder Lebererkrankungen, Vergiftungen oder Verletzungen am Kopf sein.
Die Symptome bei einem epileptischen Anfall sind - ganz unabhängig von der Ursache und der Form der Epilepsie - immer die gleichen. Wie lange so ein Anfall dauert, ist sehr unterschiedlich - treten die Anfälle sehr häufig auf oder dauern sie länger als zehn Minuten, kann das für den Hund lebensbedrohlich werden. Wer seinen Hund genau beobachtet, kann die Anzeichen für einen bevorstehenden epileptischen Anfall oft schon erkennen. Der Vierbeiner wirkt sehr unruhig, verkriecht sich oder sucht besonders engen Kontakt zu seinem Menschen. Häufiges Lecken und übermäßiger Speichelfluss können ebenfalls schon vorher auftreten.
Was tun bei einem Anfall?
Auf keinen Fall darf man den Hund spüren lassen, dass man selber aufgeregt ist. Bedenke auch, dass der Hund eventuell Urin oder Kot verliert, also wähle einen Untergrund, den Du leicht reinigen kannst. Und auch nach einem solchen Anfall ist der Hund oft noch länger verwirrt und unsicher, manchmal ist seine Sehfähigkeit zunächst eingeschränkt. Es kann auch zu ganz unnormalen Fressattacken kommen, bei denen der Hund einfach alles aufnimmt, was er findet - Achtung Fremdkörper! Daher ist die Schilderung der Symptome durch den Hundehalter hier besonders wichtig. Bestenfalls solltest Du den Hund während einer Attacke filmen, damit der Tierarzt sich die akute Phase ansehen kann.
Diagnostik und Behandlung
Die Entscheidung, ob es sich um eine primäre oder sekundäre Epilepsie handelt, kann der Tierarzt nur durch Ausschlussverfahren treffen. Wird eine andere Grunderkrankung festgestellt, so muss diese ursächlich behandelt werden, um in Zukunft weitere Anfälle möglichst zu verhindern. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen sind nötig, um immer die richtige Dosierung der Medikamente sicherzustellen und so neue Anfälle möglichst zu verhindern oder zumindest stark abzuschwächen.
Da die Diagnosestellung einer Epilepsie nur nach dem Ausschlussverfahren möglich ist, sind meist viele unterschiedliche Untersuchungsverfahren nötig.
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Krankenversicherung für Hunde
Die SantéVet Hundekrankenversicherung erstattet die tiermedizinischen Kosten bei Krankheiten, Unfällen und Operationen bis zu 5000€ pro Jahr. Mit diesem Komplettschutz ist Dein Hund also immer bestens abgesichtert. Eine primäre Epilepsie-Erkrankung lässt sich nicht verhindern, da es sich um eine angeborene Veranlagung handelt. Stellst Du also bei Deinem Hund Symptome fest, die auf eine Epilepsie hindeuten, solltest Du ihn so schnell wie möglich einem Tierarzt vorstellen. Für eine sekundäre Epilepsie können unterschiedliche Grunderkrankungen ursächlich sein.
Pflegegrad bei Epilepsie
Glücklicherweise gibt es eine feste Frist für die Bearbeitung des Pflegegrad-Antrages. Die Pflegekasse hat genau 25 Arbeitstage Zeit, Ihnen mitzuteilen, ob und welchen Pflegegrad Sie erhalten. Doch erst einmal müssen Sie einen entsprechenden Antrag stellen.
Schritte zum Pflegegrad
- Formular besorgen: Der Pflegegrad-Antrag klappt mit nur einem Formular, und zwar mit dem „Antrag auf Leistungen der Pflegeversicherung“. Sind Sie lieber virtuell unterwegs, können Sie auf den Seiten Ihrer Krankenkasse nach dem Antrag Ausschau halten. Die Pflegekasse ist nämlich an die Krankenkasse angegliedert.
- Angaben machen: Ihr Antrag kann nur mit den richtigen Informationen reibungslos bearbeitet werden. Deshalb ist es wichtig, dass Sie alle Angaben im Formular wahrheitsgemäß und ausreichend machen. Neben persönlichen Angaben erfragt die Pflegekasse im Antrag auch, ob Sie zeitgleich Leistungen wie Pflegesachleistungen beantragen möchten. Außerdem müssen Sie Angaben zu der Person machen, die die Pflege übernimmt. Checken Sie zum Schluss unbedingt noch einmal, ob Sie alles ausgefüllt haben und vergessen Sie die Unterschrift nicht.
- Anruf vom MD erwarten: Wenn Sie einen Pflegegrad beantragen, kommen Sie automatisch in Kontakt mit dem Medizinischen Dienst (MD). Dieser ist nämlich für die sogenannte Pflegebegutachtung zuständig. In Ihrer Wohnumgebung stellt ein Gutachter dabei fest, wie selbstständig Sie im Alltag agieren können. Die Pflegebegutachtung findet aber nur nach vorheriger Terminvereinbarung statt - nehmen Sie also unbedingt den Anruf des Mitarbeiters an.
- Bescheid abwarten: Spätestens nach 25 Arbeitstagen haben Sie ein Schreiben von der Pflegekasse im Briefkasten. Der Bescheid informiert Sie darüber, ob Sie einen Pflegegrad erhalten und wie hoch dieser ist. Ab Pflegegrad 1 stehen Ihnen nun zahlreiche Leistungen der Pflegekasse zur Verfügung.
- Einspruch prüfen: Bevor Sie das Schreiben abheften, raten wir Ihnen dazu, eine genaue Prüfung vorzunehmen. Haben Sie den Eindruck, dass der Pflegegrad Ihre Pflegesituation ausreichend abbildet? Falls nicht, haben Sie die Möglichkeit, innerhalb eines Monats einen Widerspruch einzulegen. Den Widerspruch richten Sie schriftlich an die Pflegekasse.