Epilepsie und Atlasfehlstellung: Ursachen, Symptome und Behandlungsansätze

Epilepsie, im Volksmund auch Fallsucht genannt, ist eine neurologische Erkrankung, die durch wiederholte epileptische Anfälle gekennzeichnet ist. Die Anfälle entstehen durch abnorme, synchrone Entladungen von Nervenzellen im Gehirn. Die Ursachen für Epilepsie sind vielfältig und reichen von genetischen Faktoren über Hirnschädigungen bis hin zu Stoffwechselstörungen. In den letzten Jahren hat die Forschung auch den Zusammenhang zwischen Atlasfehlstellung und neurologischen Symptomen, einschließlich epileptischer Anfälle, untersucht. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen von Epilepsie, die potenziellen Auswirkungen einer Atlasfehlstellung und die verschiedenen Behandlungsansätze für beide Erkrankungen.

Was ist Epilepsie?

Von Epilepsie spricht man, wenn zwei oder mehr epileptische Anfälle ohne erkennbare Auslöser aufgetreten sind oder wenn ein einzelner Anfall vorliegt, der auf eine Neigung zu weiteren Anfällen hindeutet. Ein einzelner Anfall bedeutet noch keine Epilepsie und kann bei ausreichend hoher Reizung des Gehirns, beispielsweise durch Schlafentzug, Sauerstoffmangel, Fieber oder Alkoholentzug, jeden treffen. In diesem Fall spricht man von einem Gelegenheitsanfall. Die häufigsten Gelegenheitsanfälle im Kleinkindalter sind die Fieberkrämpfe.

Ursachen von Epilepsie

Die Ursachen für Epilepsie sind vielfältig und können in verschiedene Kategorien eingeteilt werden:

  • Genetische Faktoren: Angeborene, erblich bedingte Hirnschädigungen oder Syndrome können das Risiko für Epilepsie erhöhen.
  • Störungen des Gehirnstoffwechsels: Stoffwechselstörungen können die Funktion der Nervenzellen beeinträchtigen und epileptische Anfälle auslösen.
  • Hirnmissbildungen: Angeborene oder erworbene Hirnmissbildungen können die normale neuronale Aktivität stören und zu Anfällen führen. Hierzu gehören Heterotopien, „Cobblestone“/Pflasterstein-Malformationen und die Gruppe der Lissenzephalien. Störungen in der Formation oder Funktion der Mikrotubuli liegen vielen Hirnmalformationen zu Grunde.
  • Hirntumoren: Tumoren im Gehirn können Druck auf das umliegende Gewebe ausüben und epileptische Anfälle verursachen.
  • Entzündungen des Gehirns: Entzündungen, die durch Infektionen (z. B. Herpesviren, Masern, Hepatitis C) oder Autoimmunerkrankungen verursacht werden, können die Hirnfunktion beeinträchtigen und Anfälle auslösen.
  • Schädigungen der hirnversorgenden Gefäße: Gefäßfehlbildungen, Engstellungen der Gefäße oder Schlaganfälle können die Blutversorgung des Gehirns beeinträchtigen und zu epileptischen Anfällen führen.
  • Kopfverletzungen: Traumatische Hirnverletzungen können Narbenbildung und neuronale Schäden verursachen, die das Risiko für Epilepsie erhöhen.

Symptome von Epilepsie

Die Symptome von Epilepsie sind vielfältig und hängen von der Art des Anfalls und dem betroffenen Hirnbereich ab. Das Spektrum der Anfallserscheinungen reicht von einem nur für den Patienten spürbaren Anfallsvorgefühl (Aura) bis hin zu einem sehr bedrohlich erscheinenden großen Anfall, der mit Zuckungen des gesamten Körpers und komplettem Bewusstseinsverlust ("Grand mal") einhergeht.

Aura: Vor dem sichtbaren Anfall berichtet der Patient manchmal über eine sogenannte Aura, ein Anfallsvorgefühl, das bereits Teil des epileptischen Anfalls ist und sich z.B. als aufsteigendes Unwohlsein, Sprachstörung, Schwindel oder Gedächtnisstörung zeigen kann. Manchmal ist die Aura aber auch das einzige spürbare Zeichen eines epileptischen Anfalls.

Lesen Sie auch: Kann ein Anfall tödlich sein?

Fokaler Anfall: Manchmal ist der Anfall äußerlich kaum erkennbar, wenn der Betroffene z.B. nur eine seltsame Armhaltung zeigt, verbunden mit starrem Blick, Verharren, Nicht-Ansprechbarkeit und Kauen oder Schmatzen. Solche Anfälle werden "fokale Anfälle" genannt und beruhen auf einer Funktionsstörung eines begrenzten Gewebebereichs des Gehirns, dem "Epilepsieherd". Partielle oder fokale Anfälle entstehen in einer begrenzten Region des Gehirns. Wenn sie sich über die gesamte Hirnrinde ausbreiten, spricht man von sekundär generalisierten Anfällen.

Generalisierter Anfall, Grand-Mal-Anfall: Der generalisierte Anfall sieht oft lebensbedrohlich für Außenstehende aus und schockiert sie: der Atem der Krampfenden kann stocken, die Augen blicken starr, der Körper kann rhythmisch zucken oder auch ganz verkrampft sein. Beim Anfall kommt es nicht selten zu Urinabgang oder Zungenbiss - kurz: die Körperkontrolle geht verloren.

Status epilepticus: Dies ist ein lang andauernder Anfallszustand, von dem man spricht, wenn mehrere Anfälle aufeinander folgen, ohne dass sich der Patient dazwischen erholen könnte, oder wenn ein einziger Anfall länger als 20 Minuten dauert. Bei dieser Form des Anfallsverlaufs besteht die Gefahr, dass eine nicht mehr reparable Schädigung des Gehirns auftritt.

Myoklonien und Myoklonische Anfälle: Diese kurzen, einzelnen, unwillkürlichen Zuckungen einzelner Muskelgruppen oder einer Vielzahl von Muskeln sind oft Phänomene bei genetisch bedingten Epilepsien oder Epilepsiesyndromen und entstehen durch epileptische Reizung der Großhirnrinde.

Absencen: Sekunden bis Minuten dauernde Zustände mit Bewusstseinstrübung und meist starrem Blick. Dieser Begriff wird im Zusammenhang mit generalisierten Epilepsien verwendet.

Lesen Sie auch: Cortison-Therapie bei Epilepsie im Detail

Schlafassoziierte hypermotorische Anfälle können sich wie folgt äußern:

  • Vorwiegend motorisch
  • Adversivanfälle (Kopf-, Blickwendung)
  • Fechterstellung (kontralateraler Arm)
  • Tonisch-dystone Haltung der Gliedmaßen
  • Sexuell anmutende Bewegungen
  • Stürmische Bewegungsabläufe, schlagen, springen
  • Hhäufig psychogen anmutend!
  • Schreien, Lachen
  • Patient scheinbar wach, Reaktionen aber inkonstant und meist inadäquat
  • Stereotype repetitive Bewegungen
  • Nächtliches "Wandern": Patienten stehen auf und wandern umher, ähnlich einem Schlafwandeln. Klinisch schwierig differenzierbar. Episoden meist kürzer als beim Schlafwandeln
  • Paroxysmale Arousals, Aufrichten
  • Spracharrest
  • Sekundär generalisierte Anfälle (in ca.

Auswirkungen auf den Alltag

Die Diagnose der Erkrankung Epilepsie hat oft weit reichende Folgen für das alltägliche Leben:

  • Die Berufswahl kann eingeschränkt sein, insbesondere Berufskraftfahrer sind mit einem Schlag berufsunfähig.
  • Die Mobilität mit dem PKW ist durch zunächst begrenztes Fahrverbot erst einmal aufgehoben.
  • Ein Kinderwunsch muss nun - hauptsächlich aufgrund der eventuell notwendigen Medikation - geplant werden.
  • Begleiterkrankungen, wie Depressionen, Angststörungen oder Gedächtnisstörungen sind bei Epilepsie häufig. Eine psychiatrische und/oder psychotherapeutische Mitbehandlung ist in vielen Fällen zur Erhaltung der Lebensqualität notwendig.

Diagnostik von Epilepsie

Die wichtigsten technischen Untersuchungen bei Verdacht auf Epilepsie sind:

  • Hochauflösende Magnetresonanztomografie des Gehirns: In der Magnetresonanztomografie des Gehirns (craniales MRT oder cMRT, veraltet: Kernspintomographie) werden die Bilder durch starke Magnetfelder erzeugt. Für spezielle Fragestellungen steht die funktionelle Magnetresonanztomografie (fMRT) zur Verfügung. Insbesondere können dabei vor einer Epilepsiechirurgie (siehe unten) spezielle Hirnfunktionen den zugehörigen Rindenarealen zugeordnet werden. Ev. Langzeit-EEG MRT-Kopf Hochauflösend Epilepsieprotokoll nach Richtlinien der ILAE Ev. weitere Abklärung bei V.a. Vaskulitis, SVT o.ä.
  • EEG-Diagnostik, Ableitung von Hirnströmen: Durch eine Elektroenzephalographie (EEG) kann die Bereitschaft des Gehirns zu epileptischen Entladungen direkt gezeigt werden. Je schneller nach einem Anfall eine EEG durchgeführt wird, umso höher die Chancen, Epilepsiepotentiale aufzuzeichnen. Dazu bekommt der Patient eine Haube mit Elektroden aufgesetzt, von denen die elektrische Oberflächenaktivität der Hirnrinde abgeleitet wird. EEG: Einseitig oder beidseitige frontale Spikes oder Spike-Waves.
  • Liquordiagnostik und Labordiagnostik: Zur Bestätigung eines Verdachts auf einen sogenannten Grand-Mal-Anfall werden bestimmte Blutwerte herangezogen (CK-Wert, Prolaktin), aber auch bei bekannter Epilepsie sind regelmäßige Blutuntersuchungen (Blutspiegelkontrollen) unverzichtbar, da einige der eingesetzten Medikamente den Stoffwechsel von Leber oder Niere beeinflussen. Die Hirnwasser-Entnahme (Liquordiagnostik) wird immer bei Verdacht auf ein akut entzündliches Geschehen (z.B. Gehirnentzündung) durchgeführt, aber auch im Verlauf der Erkrankung, wenn die Anfälle medikamentös nicht einstellbar sind oder andere Beschwerden wie Gedächtnisstörungen oder Depression hinzu treten.
  • Spezielle Diagnostik: Sind Kernspintomographie und EEG-Untersuchungen unauffällig, gibt es weitere bildgebende Verfahren zur Lokalisierung des Epilepsieherdes. Diese sollten bei schwer behandelbarer Epilepsie angewendet werden und spezialisierten Einrichtungen vorbehalten sein, da die Interpretation der Ergebnisse einer großen Expertise bedarf.
  • Neuropsychologische Tests: Einbußen in Gedächtnis und Konzentration durch die individuelle Behandlung können erfasst und im Verlauf kontrolliert werden. Darüber hinaus können die Auswirkungen der Erkrankung auf den Lebensalltag der Patienten in Tests gemessen und im Verlauf immer wieder kontrolliert werden. Diese Untersuchungen der Gedächtnis- und Sprachleistungen dienen der Beurteilung einer vorgeschlagenen Maßnahme, wie die eines epilepsiechirurgischen Eingriffs oder der Vertretbarkeit einer medikamentösen Behandlung.
  • Eigene Videodokumentation per Smartphone: Im Zeitalter der Smartphones plädieren die Experten sehr dafür, dass Familienangehörige oder enge Freunde den Anfall des Betroffenen als Video aufnehmen und den behandelnden Ärzten zukommen lassen. Denn: Allein durch die Aufzeichnungen der sichtbaren Anfallsphänomene kann der Verdacht auf eine bestimmte Lokalisation des Epilepsieherds im Gehirn geäußert werden. Manchmal muss die Verdachtsdiagnose aber auch in Frage gestellt werden.

Behandlung von Epilepsie

Prinzipiell ist Epilepsie eine gut behandelbare Erkrankung. Circa 60-70 Prozent der Erkrankten werden durch eine für sie passende Behandlung langfristig anfallsfrei. Nach dem ersten Anfall kann, nach mehreren Anfällen sollte eine Therapie der Epilepsie begonnen werden.

  • Akutbehandlung beim Anfall: Ein epileptischer Anfall ist normalerweise nach ca. 2-3 Minuten beendet und bedarf keiner Notfallmedikation. Dauert er länger, ist in jedem Fall professionelle Hilfe erforderlich. Als Außenstehender, der zu einem krampfenden Patienten kommt, ist es zunächst wichtig, Ruhe zu bewahren und den Patienten zu "sichern". Das kann bedeuten, spitze Gegenstände außer Reichweite zu bringen und den Notarzt zu rufen. Krampflösende Medikamente aus der Gruppe der Benzodiazepine werden zur Unterbrechung eines länger dauernden Anfalls oder einer Anfallsserie durch den Notarzt eingesetzt.

    Lesen Sie auch: Ein umfassender Leitfaden zur idiopathischen generalisierten Epilepsie

  • Medikamentöse Behandlung: Antiepileptika (Medikamente gegen Epilepsie) wirken nicht anti-epileptisch im eigentlichen Sinne, sondern sind "nur" Anfallsblocker und sorgen dafür, dass die Krampfschwelle des Gehirns nicht mehr so niedrig ist wie im unbehandelten Zustand. Setzt man sie ab, sind im Allgemeinen erneut Anfälle zu erwarten. Daher ist es oft lebenswichtig, Medikamente nur in Absprache mit dem behandelnden Neurologen um- oder abzusetzen. Die ausführliche Aufklärung über Risiken und Nebenwirkungen, über Wirkung und Chancen mit dem Präparat ist Grundlage für eine langfristig erfolgreiche Therapie. Gerade spezielle Patientengruppen, wie Schwangere, ältere Patienten oder Kinder, bedürfen einer besonderen Überprüfung der Medikation hinsichtlich Verträglichkeit, Nebenwirkung und Wechselwirkung mit anderen Präparaten - vor allem, wenn weitere Erkrankungen vorliegen. Die Wahl des Medikaments sollte stets auch patientenorientiert bzw. am Nebenwirkungsprofil ausgerichtet sein, daher sind die Empfehlungen insbesondere bei Antiepileptika nie allgemeingültig.

    • 1. Wahl: Lamotrigin, Levetiracetam, Lacosamid, Zonisamid, Eslicarbazepin
    • 2. Wahl: Carbamazepin, Cenobamat, Oxcarbazepin, Topiramat, Valproat, Gabapentin, Pregabalin
  • Neurostimulation: Bei schwer behandelbaren Epilepsien oder Epilepsiesyndromen existieren noch alternative medikamentöse Behandlungsansätze aus der Gruppe der Immunsuppressiva. Die Indikationsgebiete hierfür sind streng begrenzt. Diagnosestellung und Einsatz solcher Medikamente ist spezialisierten Epilepsiezentren vorbehalten.

    • Vagusnervstimulation (VNS): Die Vagusnervstimulation beruht auf der regelmäßigen Reizung des linken Vagusnervs, die über einen implantierten Generator unterhalb des linken Schlüsselbeins standardisiert alle 5 Minuten für 30 Sekunden abgegeben und ins Gehirn weitergeleitet wird, wo epileptische Aktivität regional unterdrückt werden kann. Diese Methode ist seit fast 20 Jahren weltweit etabliert und zeigt gute Erfolge bei den schwer betroffenen Epilepsiepatienten. Langzeit-Untersuchungen zeigen, dass mehr als die Hälfte der Patienten eine deutliche Anfallsverbesserung um mehr als 50 Prozent zeigt und dass die Lebensqualität durch deutliche Stimmungsverbesserungen sowie Verbesserungen der Aufmerksamkeit und der motorischen Fähigkeiten steigt.
    • Tiefe Hirnstimulation: Die tiefe Hirnstimulation ist ein Verfahren, das erst seit wenigen Jahren zur Behandlung zur Verfügung steht. Dabei werden Elektroden in bestimmten Hirnbereichen operativ eingepflanzt, die regelmäßig elektrische Impulse aussenden und damit eine Verbesserung der Anfallssituation erzielen können.
    • Transcutane Vagusnervstimulation (T-VNS): Die Wirksamkeit der transcutanen Vagusnervstimulation wird derzeit in Deutschland und Österreich im Rahmen einer Studie untersucht und Versicherten der Barmer mit schwer behandelbarer Epilepsie in einem aktuell laufenden Projekt mit der Universitätsklinik Bonn angeboten. Diese Methode beruht auf der äußeren Reizung eines Nerves, der die Ohrmuschel versorgt und ein Teilast des "Vagusnerven" ist. Eine Untersuchung der Universitätsklinik Erlangen konnte zeigen, dass regelmäßige Stimulationen über die Ohrelektrode, die der Patient selbst ein- und ausschalten sowie fein regulieren kann, die Anfallsaktivität unterdrücken kann.
  • Epilepsiechirurgie: Bei schwer von Epilepsie Betroffenen kann im Rahmen eines stationären Aufenthaltes in einem Epilepsiezentrum geklärt werden, ob ein operativer Eingriff zur Behandlung der Epilepsie möglich ist und mit welchen Chancen auf Heilung oder Besserung der Symptome, aber auch mit welchen Risiken (Sprachstörungen, Lähmungen, usw.) zu rechnen ist. Ziel der Operation ist, den Epilepsieherd vollständig zu entfernen, ohne wichtige Gehirnfunktionen zu schädigen. Eine frühe Entscheidung für eine Operation kann den weiteren Lebensverlauf eines Patienten sehr positiv beeinflussen, vorausgesetzt, die Bedingungen für eine Operation sind erfüllt. Gerade im Kindesalter bedeutet eine Anfallsreduktion oder Anfallsfreiheit eine günstigere Entwicklung. Daher sollte die Abklärung, ob ein chirurgischer Eingriff für den Patienten in Betracht kommt, so früh wie möglich in einem dafür spezialisierten Zentrum vorgenommen werden.

Beratung und Aufklärung

Patienten mit Epilepsie werden im Allgemeinen sehr gut und ausreichend durch die niedergelassenen Ärzte und spezialisierten Zentren betreut. Die Lebensqualität der Patienten ist nicht nur durch die Anfälle selbst, sondern auch durch deren Auswirkungen auf den Alltag beeinträchtigt. Eine besondere Beratung und Aufklärung zu vielfältigen Themenkreisen ist daher notwendig, z. B. Erste Hilfe, Auslöser von Anfällen, Risiken im Alltag, Mobilität, Reisefähigkeit, Behandlung, Beruf, Sexualität, Begleiterkrankungen, usw. Patientenaufklärung: Fahrtauglichkeit, Arbeitstätigkeit, Lebensführung… Vorstellung in Epilepsiezentrum meist im Verlauf erforderlich Abklärung Operationsindikation: Intrakranielles EEG ev. Siehe auch unter Zulassungen

Atlasfehlstellung: Eine mögliche Ursache für neurologische Beschwerden

Der Atlas ist der oberste Halswirbel (C1) und bildet zusammen mit dem Schädel und dem zweiten Halswirbel (Axis, C2) die Kopfgelenke. Diese Gelenke ermöglichen die vielfältigen Bewegungen des Kopfes. Eine Fehlstellung des Atlas kann zu einer Vielzahl von Beschwerden führen, da in diesem Bereich viele Nerven zusammenkommen (auch Nackenrezeptorenfeld genannt). Die Nerven in der Muskulatur steuern die Stellung des Kopfes und der einzelnen Gelenke, aber auch die Spannung der Nackenmuskulatur und der Sehnen. Das System ist auch an der Verarbeitung von Schmerzsignalen beteiligt.

Wie entsteht eine Atlasfehlstellung?

Eine Atlasfehlstellung kann durch verschiedene Faktoren verursacht werden:

  • Trauma: Ein Schleudertrauma, ein Sturz oder eine andere Verletzung der Halswirbelsäule kann zu einer Verschiebung des Atlas führen. Sowohl bei einem HWS-Schleudertrauma als auch bei einer Atlasfehlstellung kann es durch eine Verschiebung des Atlas (Dislokation) und dem darunter liegenden Wirbel C2 zu einer Einengung und Abknickung wichtiger Arterien kommen, die maßgeblich für die Blut- und Sauerstoffversorgung des Gehirns verantwortlich sind.
  • Geburtstrauma: Der Geburtsvorgang kann insbesondere bei schwierigen Geburten zu einer Atlasfehlstellung beim Neugeborenen führen.
  • Fehlhaltungen: Langes Sitzen am Schreibtisch oder andere ungünstige Körperhaltungen können die Halswirbelsäule belasten und zu einer Atlasfehlstellung beitragen. Viele Haltungen im Alltag können der Wirbelsäule schaden, zum Beispiel langes Sitzen am Schreibtisch ohne den nötigen Ausgleich. Diese Ergebnisse zeigen, dass Kopfschmerzen oft durch Störungen im Zusammenhang mit der Halswirbelsäule und damit dem Atlaswirbel stehen.
  • Muskuläre Dysbalancen: Verspannungen oder Schwächen der Nackenmuskulatur können die Position des Atlas beeinflussen.

Symptome einer Atlasfehlstellung

Die Symptome einer Atlasfehlstellung sind vielfältig und können sich im gesamten Körper äußern:

  • Kopfschmerzen und Nackenschmerzen: Der Bereich der Halswirbelsäule ist extrem empfindlich und mit besonders vielen Schmerzrezeptoren ausgestattet. Daher treten Nackenschmerzen bei zu hohen Spannungen rund um den Atlas gehäuft auf. Eine Funktionsstörung, die sich zwischen dem Hinterhauptbein und dem Atlaswirbel festsetzt, bezeichnet man als Atlasblockade. Kopfschmerzen machen sich auch bemerkbar, wenn die Blockade zwischen dem Atlaswirbel und dem direkt darunter liegenden Axis liegt. In diesem Fall spüren die Betroffenen eine starke Bewegungseinschränkung, wenn sie den Kopf drehen wollen.
  • Schwindel: Neben einer Störung im Innenohr, dem Gehirn oder Kreislaufbeschwerden kann in einigen Fällen auch eine falsch geleitete Information der sogenannten Stellungswahrnehmer (Propriozeptoren) aus der oberen Halswirbelsäule der Grund dafür sein. Es kann auch sein, dass die Wirbelarterie auf der Höhe des Atlas durch eine übermäßige Bewegung gereizt wird oder dass ein erhöhter Druck auf ihr lastet. Dadurch verengt das Gefäß. In diesem Fall können Bereiche des Gehirns und des Innenohrs beeinträchtigt sein, die von dieser Arterie versorgt werden. Oft klagen Patienten über Schwindel, Benommenheit oder Kopf- und Nackenschmerzen nach einer Operation. Diese Beschwerden stehen in keinem Zusammenhang zu der eigentlichen Indikation der Operation. Diese Symptome entstehen, weil der Patient bei der Narkose seine komplette Körperspannung und die Steuerung der Motorik verliert. Wenn der Kopf längere Zeit in einer ungünstigen Position liegt, kann dies zu Verschiebungen am Atlas und der Halswirbelsäule führen.
  • Tinnitus: Bei einer Fehlstellung des Atlas oder Bewegungseinschränkungen wird die Wirbelarterie manchmal leicht komprimiert.
  • Konzentrationsstörungen:
  • Verspannungen im Nacken- und Schulterbereich:
  • Rückenschmerzen: Ist der Atlaswirbel verschoben, gerät die komplette Statik des Körpers durcheinander. Durch dieses Ungleichgewicht hat eine Körperseite mehr zu tragen, was eine Ausgleichsreaktion auf der anderen Seite provoziert. Die Folge: Durch die einseitige Belastung kommt es zu erhöhten muskulär-faszialen Spannungen, wodurch sich auch eine Seite des Beckens leicht nach oben verziehen kann. Viele Patientinnen und Patienten mit Bandscheibenvorfällen haben auch einen Beckenschiefstand und massive Verspannungen im Bereich des Atlaswirbels.
  • Beckenschiefstand:
  • Bandscheibenprobleme: Die Bandscheibe kann auch durch negative Druckeinwirkung, wie z.B. einseitiges schweres Heben, ihre Position verlassen und sich etwas zu einer Seite verschieben. Dies wird Protusion genannt. Hierbei kann es zu einer leichten Kompression auf Nerven kommen. Wenn der Faserring der Bandscheibe bei starker Druckbelastung aufplatzt und der Kern austritt, sprechen wir von einem Bandscheibenvorfall (Prolaps). Auch dieser führt zur Nervenkompression.
  • Herzrhythmusstörungen:
  • Verdauungsprobleme: Zum parasympathischen Nervensystem gehört auch der Nervus glossopharyngeus (.IX. Hirnnerv). Dieser steuert das Schlucken. Da er auch aus dem Foramen jugulare vom Gehirn ausgehend durch den Schädel tritt, genau wie die Arteria vertebralis, kann dieser Nerv durch eine Atlasverschiebung in seiner Funktion gestört sein.

Diagnose einer Atlasfehlstellung

Die Diagnose einer Atlasfehlstellung kann durch verschiedene Methoden erfolgen:

  • Manuelle Untersuchung: Ein erfahrener Arzt oder Therapeut kann durch Abtasten und Bewegungsprüfung der Halswirbelsäule eine Atlasfehlstellung feststellen.
  • (PET) Positronen-Emissions-Tomographie: Eine (PET) Positronen-Emissions-Tomographie ist dazu in der Lage, eine Kopfgelenkinstabilität deutlich zu erkennen und präzise zu messen. Dazu werden vom Körper oder einer Körperregion mehrere Schichtbilder erstellt. Diese wird jedoch in den meisten Fällen nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen, selbst dann nicht, wenn die Diagnose eindeutig nachgewiesen wurde.

Behandlung einer Atlasfehlstellung

Es gibt verschiedene Therapieansätze zur Behandlung einer Atlasfehlstellung:

  • Atlaskorrektur: Bei einer diagnostizierten Fehlstellung des Atlas ist die sogenannte Atlaskorrektur eine Möglichkeit, die Beschwerden zu lindern. Dadurch soll der verschobene Wirbel wieder an seinen Platz gebracht werden. Eine Atlaskorrektur kann dafür sorgen, dass sich der Körper neu ausrichtet.

    • Atlastherapie nach Arlen: Hierzu setzt der Arzt kurze Druckimpulse auf die Muskeln und Faszien im Bereich der obersten Halswirbelsäule. Sie soll hervorragend bei HWS-Schmerzen und Folgebeschwerden einer Atlasfehlstellung helfen.
    • Chiropraktik:
    • Manuelle Therapie:
    • Osteopathie:
    • foreas Therapie: Hierbei wird vorher die genaue Position des Atlaswirbels festgestellt und dieser anschließend mit dem vibrierenden Gerät in die richtige Position geschoben. Diese Art der Therapie ist die effektivste und genaueste von allen. Die Atlas- und Halswirbelkorrektur nach foreas ist nicht schmerzhaft, da die Wirbel in die richtige Position geschoben werden. Dies ist sehr sanft und zusätzlich nicht gefährlich.
  • Physiotherapie: Die Icke Physiotherapie ist auf Schmerztherapie, insbesondere auch Rückenschmerzen und Nackenschmerzen spezialisiert. In unserer Therapie streben wir nicht nur eine Linderung der Schmerzen an, sondern möchten zudem auch das zukünftige Entstehen von Schmerzen verhindern. Unser Therapieansatz ist dabei umfassend und bereichsübergreifend. Fehlstellungen der Halswirbelsäule sind einhäufig auftretende Schmerzproblematik. Daher möchten wir Dir Übungsvideos an die Hand geben, mit denen Du versuchen kannst Deine Atlasbeschwerden selbst therapieren kann. Nach dem Motto; Hilfe zur Selbsthilfe. Wir stellen regelmäßig Übungen zur „Atlaskorrektur“ vor, die akute und chronische Schmerzen effektiv heilen können.

    • Isometrisches Training: Eine weitere Möglichkeit zur Behandlung von Nackenschmerzen ist Isometrisches Training, welches man ganz leicht von zu Hause aus durchführen kann. Das isometrische Training ist statisch, es kommt ganz ohne Bewegung aus. Diese Übungen haben sich bei einer Vielzahl von Beschwerden bewährt. Im Internet findest Du zahlreiche weitere Workouts, die eine Sofort-Hilfe bei Nackenschmerzen bieten. Hier lohnt eine ausführliche Recherche.
    • Dehnübungen: Damit der muskulär-fasziale Druck vom Atlas genommen wird, solltest du regelmäßig unsere Dehnübungen machen. In der Bauchlage drehen viele den Kopf nach links oder rechts. Die Rückenlage hat den Vorteil, dass die Beine gestreckt sind und so die Muskeln und Faszien optimal entspannen können. Achte darauf, dass dein Kissen nicht zu hoch ist, sodass auch deine Halswirbelsäule einigermaßen gerade liegt. Außerdem ist es wichtig, dass deine Matratze weder durchgelegen noch zu weich ist.
  • Massage: Die eingesetzte Vibrationsmassage bewirkt außerdem eine langanhaltende und spürbare Entspannung der Muskulatur.

Atlasfehlstellung und Epilepsie: Ein möglicher Zusammenhang

Obwohl der Zusammenhang zwischen Atlasfehlstellung und Epilepsie noch nicht vollständig erforscht ist, gibt es Hinweise darauf, dass eine Fehlstellung des Atlas neurologische Symptome, einschließlich epileptischer Anfälle, begünstigen kann. Eine Atlasfehlstellung kann die Nerven und Blutgefäße im Bereich der Halswirbelsäule beeinträchtigen, was zu einer Störung der Hirnfunktion und einer erhöhten Anfallsbereitschaft führen kann.

Es ist wichtig zu beachten, dass nicht jede Atlasfehlstellung zu Epilepsie führt und dass Epilepsie viele andere Ursachen haben kann. Wenn Sie an Epilepsie leiden und eine Atlasfehlstellung vermuten, sollten Sie sich von einem Arzt oder Therapeuten untersuchen und beraten lassen.

tags: #epilepsie #durch #atlasfehlstellung