Epilepsie-Selbsthilfegruppen in Mecklenburg-Vorpommern: Gemeinsam Stärke finden

Einführung

Epilepsie ist eine neurologische Erkrankung, die Menschen jeden Alters betreffen kann. Für Betroffene und ihre Angehörigen ist es oft hilfreich, sich mit anderen auszutauschen, die ähnliche Erfahrungen machen. Selbsthilfegruppen bieten hierfür eine wertvolle Plattform. In Mecklenburg-Vorpommern gibt es verschiedene Epilepsie-Selbsthilfegruppen, die Betroffenen Unterstützung und Informationen bieten.

Die Bedeutung von Selbsthilfegruppen

Selbsthilfegruppen sind Zusammenschlüsse von Menschen, die ähnliche gesundheitliche Probleme oder Lebenssituationen teilen. Das Besondere an diesen Gruppen ist, dass sich dort Expertinnen und Experten in eigener Sache treffen, um sich gegenseitig zu unterstützen, voneinander zu lernen und gemeinsam ihre Situation zu verbessern. Die Arbeit in den Gruppen ist ehrenamtlich.

Die Hilfe von Ärzten, Therapeuten oder Beratungsstellen ist wichtig, aber die medizinische Behandlung oder die professionelle Beratung ist oft nur ein Teil der Lösung. Das Menschliche, die Lebensnähe und das Gefühl, wirklich verstanden zu werden, finden sich dort leider zunehmend eingeschränkt. Hier setzen die Selbsthilfen an und können auffangen, trösten und stärken. Sie können Isolation durchbrechen, praktische Tipps geben und das Selbstwertgefühl der Betroffenen stärken. Selbsthilfegruppen fördern außerdem soziale Kontakte und geben Orientierung und neuen Halt.

Selbsthilfe ist ein wesentlicher Bestandteil vieler kurativ-medizinischer und rehabilitativer Behandlungen. Sie bietet Sozial- und Lebensberatung. Die Selbsthilfe ist in von den Krankenkassen und Sozial-, wie auch von Wohlfahrtsverbänden organisierten Selbsthilfegruppen.

Angebote und Themen in Selbsthilfegruppen

In Selbsthilfegruppen werden Diagnosen, Krankheiten, Erfahrungen und Situationen besprochen. Die Gruppen bieten einen geschützten Rahmen, in dem sich die Teilnehmer offen austauschen und gegenseitig unterstützen können.

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Die Themen in Epilepsie-Selbsthilfegruppen können vielfältig sein und sich beispielsweise auf folgende Aspekte beziehen:

  • Medizinische Informationen: Austausch über verschiedene Therapieansätze, Medikamente und deren Nebenwirkungen.
  • Alltagsbewältigung: Tipps und Strategien für den Umgang mit Anfällen im Alltag, in der Schule, im Beruf und in der Freizeit.
  • Rechtliche Fragen: Informationen zu Themen wie Schwerbehindertenausweis, Führerschein und Berufsunfähigkeit.
  • Soziale Aspekte: Austausch über Erfahrungen mit Stigmatisierung, Ausgrenzung und Partnerschaft.
  • Psychische Belastung: Unterstützung bei der Verarbeitung von Ängsten, Depressionen und anderen psychischen Problemen, die im Zusammenhang mit der Epilepsie auftreten können.

Selbsthilfegruppen in Mecklenburg-Vorpommern

In Mecklenburg-Vorpommern gibt es verschiedene Epilepsie-Selbsthilfegruppen. Die konkreten Angebote und Treffpunkte können variieren. Es empfiehlt sich, bei den Selbsthilfekontaktstellen oder den unten genannten Ansprechpartnern nachzufragen.

Weitere Selbsthilfegruppen in Mecklenburg-Vorpommern

Neben Epilepsie-Selbsthilfegruppen gibt es in Mecklenburg-Vorpommern eine Vielzahl weiterer Selbsthilfegruppen zu unterschiedlichen Themen. Hier eine Auswahl:

  • Krankheiten und Gesundheit: AIDS, Gehörlose, HIV, Unterzuckerung (Hypoglykämie), Organtransplantation, Diabetes, Sarkoidose, Blutkrankheiten (Hämophilie), Hepatitis C, angeborene Herzfehler, Lebertransplantation, Lymph-Selbsthilfe, Marfan-Syndrom, Mukoviszidose, Kinderdemenz (NCL), Nieren Selbsthilfe, Autoimmunkrankheiten, Amyloidose, Herzschrittmacher/Defibrillator, Lungenemphysem (COPD), Lungenfibrose, Frauenselbsthilfe mit Herzerkrankungen, CED (Chronisch-entzündliche Darmerkrankung), Stoma (künstlicher Darmausgang), Stuhlinkontinenz, Glaukom.
  • Psychische Erkrankungen und Sucht: ADHS, Alzheimer, Demenz, Autismus, Asperger-Syndrom, Depressionen, Borderline, Zwangserkrankungen, Alkohol-, Drogen- und Medikamentenabhängigkeit, Essstörungen, soziale Ängste, Burnout.
  • Behinderung und Inklusion: Behinderung allgemein, Lernschwierigkeiten, Frühgeborene, Inklusion, Mütter mit Behinderung, Kleinwuchs, Muskelkrankheiten, Multiple Sklerose, Neurofibromatose, Osteoporose, Parkinson, Polio, Rheuma, Schlaganfall.
  • Weitere Themen: Chronische Schmerzen, Schlafapnoe, Sjögren-Syndrom, Skoliose, Stottern, Tinnitus, Turner-Syndrom, Krebs (Blasenkrebs, Kehlkopfkrebs, Lungenkrebs, Multiples Myelom, Bauchspeicheldrüsenkrebs, Prostatakrebs, Schilddrüsenkrebs), Lupus Erythematodes, Migräne, Psoriasis, Umweltkrankheiten (CFS, MCS), Zahnmedizinische Probleme, Trauer, Angehörige von psychisch Erkrankten, Pflege, Mediensucht, Krebserkrankungen bei Kindern, Hörbehinderung, Großeltern behinderter Enkelkinder, Fragiles X, Fetales Alkoholsyndrom, Langzeitarbeitslosigkeit, Beziehungsprobleme, Einsamkeit, Gewalt gegen Frauen, Endometriose, Messie-Syndrom.

Diese Zusammenstellung erhebt nicht den Anspruch auf Vollständigkeit. Es gibt noch weit mehr selbstlose Helferinnen und Helfer in schwierigen Lebenssituationen. Recherchieren Sie im Internet. Fragen Sie bei unseren SoVD - Beratungszentren, die sie in allen Kreisen unseres Landes finden, nach.

Wie finde ich die passende Selbsthilfegruppe?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, eine passende Selbsthilfegruppe zu finden:

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  • Selbsthilfekontaktstellen: Die Landesarbeitsgemeinschaft der Selbsthilfekontaktstellen in MV bietet Informationen und Unterstützung bei der Suche nach einer geeigneten Gruppe.
  • Ärzte und Therapeuten: Fragen Sie Ihren behandelnden Arzt oder Therapeuten nach Empfehlungen für Selbsthilfegruppen in Ihrer Nähe.
  • Krankenkassen: Einige Krankenkassen unterstützen Selbsthilfegruppen und können Ihnen bei der Suche behilflich sein.
  • Internetrecherche: Nutzen Sie Suchmaschinen, um nach Selbsthilfegruppen in Ihrer Region zu suchen.

Selbsthilfe im digitalen Zeitalter

Neben den traditionellen Selbsthilfegruppen vor Ort gibt es auch zunehmend digitale Angebote. In Internetforen und Online-Communities können sich Betroffene austauschen, Informationen finden und Unterstützung erhalten. Die NAKOS (Nationale Kontakt- und Informationsstelle für Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen) führt eine Datenbank mit bundesweiten digitalen Selbsthilfegruppen und Communities.

Zusammenarbeit mit Unternehmen

Ein wichtiges Thema in der Selbsthilfe ist der angemessene Umgang mit Wirtschaftsunternehmen. Selbsthilfegruppen sollten sich bewusst sein, welche Probleme mit der finanziellen und inhaltlichen Zusammenarbeit mit Unternehmen einhergehen können. Es ist wichtig, die eigenen Ziele und Interessen zu wahren und Beeinflussungsversuche zu erkennen, um sicherzustellen, sich nicht vereinnahmen zu lassen.

Anlaufstellen und Kontaktpersonen

  • SoVD - Landesvorsitzender M-V: Dr. med. H. Seidlein
  • Landesarbeitsgemeinschaft der Selbsthilfekontaktstellen in MV: 2016/17 startete die Landesarbeitsgemeinschaft der Selbsthilfekontaktstellen in MV mit freundlicher Unterstützung der Deutschen Rentenversicherung Nord eine Postkartenaktion in MV. Knapp 25.000 Postkarten wurden gedruckt und machten vier Wochen lang über die Pinax-Displays in Bars, Kneipen, Läden, Theatern etc. In MV gibt es in verschiedenen Städten Aktivitäten, um auch jüngeren Menschen die Potenziale von Selbsthilfe aufzuzeigen. So treffen sich in Stralsund jeden ersten Dienstag im Monat junge Menschen in einem Café (Postkarte Stralsund).
  • NAKOS (Nationale Kontakt- und Informationsstelle für Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen): Datenbank mit bundesweiten digitalen Selbsthilfegruppen und Communities.
  • Weitere Ansprechpartner: Dr. med. Sia Seidler (MVZ Weißer Hirsch - Neurologisch-psychiatrisches Gesundheitszentrum Dresden GmbH), Markus Hassel (Krankenpfleger mit Zusatzausbildung Epilepsie, Sprecher Netzwerk Epilepsie und Arbeit RLP), Dr. med. Karsten Lutz (Westpfalz-Werkstätten Landstuhl, Integrationsfachkraft), Dr. Stefan Conrad (SAAT e. V., 1. Vorsitzender Deutsche Epilepsievereinigung), Esther Kremer (Dipl. Soziologin, Caritasverband Trier e.V., Integrationsfachdienst), Andrea Linsen (Dipl.-Psychologin, Integrationsfachdienst SKM - Katholischer Verein für soziale Dienste Trier e.V.).

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