Der Kinostart von "Star Wars 9: Der Aufstieg Skywalkers" war für viele Fans ein großes Ereignis. Doch für Menschen mit photosensitiver Epilepsie barg der Film eine potenzielle Gefahr. Auch im Zusammenhang mit Videospielen, insbesondere Cyberpunk 2077, wurden Diskussionen über Epilepsie-Warnungen geführt. Dieser Artikel beleuchtet die Problematik und gibt Einblicke in die verschiedenen Aspekte.
Die Gefahr von Blitzlichtern und visuellen Effekten
Photosensitive Epilepsie ist eine Form der Epilepsie, bei der flackernde Lichter und bestimmte visuelle Muster Anfälle auslösen können. Filme und Videospiele, die intensive Blitzlichter oder stroboskopartige Effekte enthalten, können für Betroffene problematisch sein.
Disney gab in Bezug auf "Star Wars 9: Der Aufstieg Skywalkers" eine Warnung heraus, dass der Film "mehrere Szenen mit Bildsprache und anhaltenden Blitzlichtern" enthält, die Personen mit photosensitiver Epilepsie beeinflussen können. Auch im Zusammenhang mit dem Pixar-Film "Die Unglaublichen 2" gab es bereits Beschwerden über potenziell gefährliche Lichteffekte.
Einige Zuschauer berichteten von negativen Erfahrungen nach dem Ansehen von Filmen mit solchen Effekten. Ein Tweet auf dem Account "Disney doesnt care about disabled people" behauptete, dass jemand nach einem Schwindelanfall aus dem Kino getragen werden musste.
Umgang mit der Gefahr für Epileptiker
Trotz der potenziellen Gefahr müssen Menschen mit photosensitiver Epilepsie nicht vollständig auf Filme wie "Star Wars 9" verzichten. Es gibt verschiedene Vorsichtsmaßnahmen, die getroffen werden können:
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- Begleitung: Eine Begleitperson kann den Film zuerst anschauen und den Betroffenen vor den betreffenden Szenen warnen.
- Augen verdecken: In den kritischen Momenten können die Augen kurzzeitig verdeckt werden.
Es ist positiv zu bewerten, dass Disney eine Warnung herausgegeben hat, um die Zuschauer vorab zu informieren.
Die Diskussion um Epilepsie-Warnungen in Videospielen
Auch im Bereich der Videospiele ist das Thema Epilepsie-Warnungen relevant. Im Zusammenhang mit Cyberpunk 2077 wurde eine Diskussion über die Angemessenheit der vorhandenen Warnhinweise geführt. Eine Autorin von Game Informer erlitt beim Spielen Anfälle, obwohl das Spiel eine übliche Epilepsie-Warnung enthielt.
Einige Kommentatoren argumentierten, dass Entwickler die Pflicht haben, ihre Spiele auf potenzielle Epilepsie-Auslöser zu überprüfen und gegebenenfalls eine ausdrückliche Warnung vorzuschalten oder einen entsprechenden Modus anzubieten. Andere wiesen darauf hin, dass die Auslöser und die Empfindlichkeitsschwellen von Person zu Person unterschiedlich sind und es unrealistisch sei, jede Szene so genau abzuklopfen.
Einige schlugen vor, dass Retailversionen von Spielen ein Symbol ähnlich den PEGI-Symbolen für Gewalt etc. enthalten könnten, um auf potenzielle Epilepsie-Risiken hinzuweisen. Zudem wurde die Idee geäußert, dass Spiele eine Option zur Minimierung von Flimmer-Effekten bieten könnten.
Die Rolle von Altersfreigaben und Inhaltsdeskriptoren
Altersfreigaben und Inhaltsdeskriptoren spielen eine wichtige Rolle bei der Information von Zuschauern und Eltern über potenziell problematische Inhalte. Seit Inkrafttreten des novellierten Jugendschutzgesetzes (JuSchG) im Mai 2021 sind Altersfreigaben auf großen Film- und Spielplattformen verpflichtend.
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Die von der Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK) bzw. der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) entwickelten Deskriptoren geben Auskunft über relevante Inhaltebereiche wie Gewalt, Diskriminierung oder Drogen. Diese Deskriptoren können auch medienspezifische Besonderheiten berücksichtigen, wie z. B. Interaktionsrisiken im Onlinebereich.
Warnhinweise als Instrument zum Schutz vulnerabler Gruppen
Warnhinweise dienen dazu, vulnerable Gruppen vor Darstellungen zu schützen, die starke physiologische Reaktionen oder selbstschädigende Verhaltensmuster auslösen können. In Großbritannien ist die Warnung vor Stroboskopeffekten üblich, um lichtempfindliche Menschen vor epilepsieartigen Anfällen zu schützen.
Auch Warnungen vor Darstellungen von Suizid, Drogenmissbrauch oder Bulimie werden zunehmend eingesetzt. Diese Warnungen weisen oft auf Hilfsangebote hin.
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