Ursachen für Blut im Mund bei einem epileptischen Anfall

Ein epileptischer Anfall kann ein beängstigendes Ereignis sein, sowohl für die betroffene Person als auch für die Zeugen. Während der Anfall selbst im Vordergrund steht, können auch Begleiterscheinungen auftreten, die Anlass zur Sorge geben. Eine solche Begleiterscheinung ist Blut im Mund. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen für Blut im Mund während eines epileptischen Anfalls, gibt Einblicke in die Behandlung von Epilepsie und das richtige Verhalten während eines Anfalls.

Was ist ein epileptischer Anfall?

Ein epileptischer Anfall entsteht durch eine plötzliche, unkontrollierte Entladung von Nervenzellen im Gehirn. Diese Entladung kann zu einer Vielzahl von Symptomen führen, von kurzen Bewusstseinsaussetzern bis hin zu schweren Krämpfen. Epilepsie ist eine neurologische Erkrankung, die durch wiederholte epileptische Anfälle gekennzeichnet ist. In Deutschland sind etwa 800.000 Menschen von Epilepsie betroffen.

Ursachen für Blut im Mund während eines epileptischen Anfalls

Blut im Mund während eines epileptischen Anfalls ist meistens auf eine der folgenden Ursachen zurückzuführen:

Zungenbiss

Eine der häufigsten Ursachen für Blut im Mund bei einem Krampfanfall ist ein Zungenbiss. Während eines Krampfanfalls können sich die Muskeln im Körper unkontrolliert zusammenziehen, was dazu führen kann, dass die Person versehentlich auf ihre Zunge beißt. Dies geschieht oft unbemerkt während des Anfalls und wird erst danach festgestellt.

Verletzungen im Mundraum

Neben der Zunge können auch andere Bereiche im Mundraum, wie die Wangeninnenseiten oder das Zahnfleisch, durch unkontrollierte Bewegungen während des Anfalls verletzt werden. Dies kann ebenfalls zu Blutungen führen.

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Starker Speichelfluss

Während eines Krampfanfalls kann es zu vermehrtem Speichelfluss kommen. Wenn dieser Speichel mit Blut vermischt ist, kann dies dramatischer aussehen, als es tatsächlich ist.

Erste Hilfe bei einem epileptischen Anfall

Es ist wichtig, ruhig und besonnen zu bleiben, wenn man Zeuge eines epileptischen Anfalls wird. Hier sind einige wichtige Schritte, die man unternehmen kann:

  1. Sicherheit gewährleisten: Entfernen Sie alle Gegenstände in der Umgebung, die eine Verletzungsgefahr darstellen könnten.
  2. Kopf schützen: Polstern Sie den Kopf des Betroffenen ab, um ihn vor Stößen zu schützen.
  3. Notruf: Wählen Sie den Notruf (112), insbesondere wenn es sich um den ersten Anfall handelt oder der Anfall länger als fünf Minuten dauert.
  4. Nicht festhalten: Versuchen Sie nicht, die Person festzuhalten oder die Bewegungen zu unterdrücken.
  5. Nichts in den Mund schieben: Versuchen Sie nicht, etwas in den Mund des Betroffenen zu schieben, auch nicht, wenn er sich auf die Zunge beißt.
  6. Nach dem Anfall: Bleiben Sie nach dem Anfall bei der Person und bieten Sie Unterstützung an. Bringen Sie sie in die stabile Seitenlage, wenn sie bewusstlos ist.

Sabrina Blümel-Scherer, Rettungssanitäterin beim Bayerischen Roten Kreuz, rät: „Bewahren Sie als Helfer Ruhe und unterstützen Sie den Betroffenen, indem Sie Gegenstände im Umfeld entfernen, von denen Verletzungsgefahr ausgeht, und halten oder unterpolstern Sie vorsichtig den Kopf, um auch diesen zu schützen. Und bitte denken Sie an den Notruf!"

Diagnose von Epilepsie

Die Diagnose von Epilepsie basiert in erster Linie auf der Anamnese, also der Beschreibung der Anfälle durch den Patienten und/oder Augenzeugen. Ergänzend werden apparative Untersuchungen durchgeführt, wie z. B. ein Elektroenzephalogramm (EEG) und eine Magnetresonanztomographie (MRT) des Kopfes.

EEG (Elektroenzephalogramm)

Das EEG misst die elektrische Aktivität des Gehirns. Bei Epilepsie-Patienten können im EEG epilepsietypische Potentiale gefunden werden, wie z. B. Spitze-Welle-Komplexe.

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MRT (Magnetresonanztomographie)

Die MRT ist eine Schichtaufnahme des Kopfes und des Gehirns, die Veränderungen der Gehirnstruktur, wie z. B. Vernarbungen, Missbildungen oder Tumore, sichtbar machen kann.

Behandlung von Epilepsie bei Asklepios

Asklepios bietet eine umfassende Behandlung von Epilepsie an, die auf die individuellen Bedürfnisse der Patienten zugeschnitten ist. Die Ziele der Behandlung sind die Kontrolle der Anfälle, die Minimierung von Nebenwirkungen und die Ermöglichung der Teilnahme am sozialen Leben.

Akutbehandlung

In der Akutbehandlung geht es darum, den epileptischen Anfall so schnell wie möglich zu beenden und die Sicherheit der Patient:innen zu gewährleisten. Dazu werden Notfallmedikamente aus der Gruppe der Benzodiazepine eingesetzt, die oral, intravenös oder bukkal verabreicht werden.

Anfallssupprimierende Medikamente (Antiepileptika)

Anfallssupprimierende Medikamente sind die Grundpfeiler der Epilepsiebehandlung. Sie reduzieren die Häufigkeit und Schwere der Anfälle, indem sie die neuronale Aktivität im Gehirn stabilisieren. In Deutschland stehen etwa 20 verschiedene anfallssupprimierende Medikamente zur Verfügung. Die Auswahl des geeigneten Medikaments erfolgt unter Berücksichtigung der Art der Epilepsie, des Alters und Geschlechts der betroffenen Person sowie eventueller Begleiterkrankungen.

Epilepsiechirurgie

Für Patient:innen, deren Epilepsie medikamentös nicht gut kontrolliert werden kann, gibt es in Deutschland spezialisierte Epilepsiezentren. Diese prüfen, ob gegebenenfalls ein epilepsiechirurgischer Eingriff möglich ist.

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Schulungen und Beratungen

Neben der medikamentösen Behandlung ist es wichtig, dass Patient:innen und ihre Angehörigen über Verhaltensregeln bei Epilepsie informiert werden. Asklepios bietet Schulungen und Beratungen an, in denen über geeignete Maßnahmen im Alltag aufgeklärt wird. Wichtig ist, die auslösenden Faktoren für Anfälle zu kennen und zu wissen, wie diese vermieden werden können. Zudem informieren die Fachkräfte über nötige Einschränkungen in der Lebensführung.

Leben mit Epilepsie

Epilepsie ist keine typische Erbkrankheit, aber bei Kinderwunsch sollte man auf die Einnahme bestimmter anfallssupprimierender Medikamente verzichten, da sie das Missbildungsrisiko des Kindes erhöhen können.

Menschen mit Epilepsie können ein weitgehend normales Leben führen, solange ihre Anfälle gut kontrolliert sind. Es ist jedoch wichtig, bestimmte Vorsichtsmaßnahmen zu treffen, wie z. B. das Vermeiden von potenziellen Auslösern und das Einhalten der ärztlichen Anweisungen.

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