Status Epilepticus: Ein lebensbedrohlicher Zustand, der jeden treffen kann

Der Status Epilepticus ist ein medizinischer Notfall, der sofortige Aufmerksamkeit erfordert. Obwohl der Name darauf hindeutet, dass er nur Menschen mit Epilepsie betrifft, kann er in Wirklichkeit jeden treffen. Dieser Artikel beleuchtet die Definition, Ursachen, Symptome, Behandlung und Prävention des Status Epilepticus, um das Bewusstsein für diesen potenziell lebensbedrohlichen Zustand zu schärfen.

Was ist Status Epilepticus?

Status Epilepticus ist ein anhaltender epileptischer Anfall oder eine Serie von Anfällen, ohne dass der Patient zwischen den Anfällen das Bewusstsein wiedererlangt. Die Definition des Status Epilepticus hat sich im Laufe der Zeit geändert. Vor 2015 galt ein Anfall, der länger als 30 Minuten dauerte, als Status Epilepticus. Die "International League Against Epilepsy" (ILAE) hat diese Definition jedoch im Jahr 2015 aktualisiert.

Aktuelle Definition:

  • Ein Anfall mit Krämpfen, der länger als 5 Minuten dauert.

Diese Änderung der Definition ist wichtig, da frühere Forschungsarbeiten und viele Webseiten noch die alte Definition verwenden.

Der Name "Status Epilepticus" selbst ist eine Mischung aus Latein und Griechisch und bedeutet übersetzt "Ein Zustand, in dem man von etwas anderem übernommen wurde".

Konvulsiver vs. Nicht-Konvulsiver Status Epilepticus

Der Status Epilepticus kann sich auf unterschiedliche Weise manifestieren:

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  • Konvulsiver (tonisch-klonischer) Status Epilepticus: Diese Form ist durch Krämpfe gekennzeichnet, die die normale Atmung behindern können. Der tonisch-klonische Status Epilepticus gilt als die gefährlichste Form, da die Krämpfe eine normale Atmung verhindern. Wenn ein Anfall mit Krämpfen länger als 5 Minuten andauert, liegt ein Status Epilepticus vor.
  • Nicht-Konvulsiver Status Epilepticus: Bei dieser Form treten keine Krämpfe auf, was die Diagnose erschwert. Während einem "normalen" tonischen-klonischen Epilepsieanfall ist es ebenfalls schwierig zu atmen.

Beide Arten sind gefährlich und erfordern eine sofortige Behandlung.

Ursachen des Status Epilepticus

Der Status Epilepticus kann verschiedene Ursachen haben:

  • Epilepsie: Menschen mit Epilepsie haben ein erhöhtes Risiko, einen Status Epilepticus zu erleiden. Allerdings bekommen die meisten Menschen mit Epilepsie nie einen Status Epilepticus.
  • Andere Erkrankungen: Bei Menschen ohne Epilepsie wird der Status Epilepticus häufig durch schwere Hirnstörungen und erworbene Hirnschäden hervorgerufen. Eine Studie der österreichischen Stadt Salzburg zeigt, dass die Ursache für den Status Epilepticus oft altersbedingte Erkrankungen sind. Mit zunehmendem Alter der Bevölkerung ist mit weiteren Fällen von Status Epilepticus zu rechnen.
  • Komorbidität: Der Status Epilepticus kann auch durch eine schwerwiegende Erkrankung oder einen Zustand des Gehirns ausgelöst werden, der nicht mit Epilepsie zusammenhängt. Dies wird als Komorbidität bezeichnet, wenn ein Patient gleichzeitig mehrere Krankheiten oder Beschwerden hat.

Symptome und Diagnose

Die Symptome des Status Epilepticus variieren je nach Art des Anfalls:

  • Konvulsiver Status Epilepticus: Krämpfe, Bewusstlosigkeit, Atemnot. Ein Anfall mit Krämpfen erschwert das Atmen. Wenn der Anfall nicht aufhört, entwickelt sich allmählich ein Sauerstoffmangel, der zu Hirnschäden und zum Tod führen kann. Das Risiko dafür wird größer, je mehr Zeit bis zur Behandlung vergeht. Nach 30 Minuten kontinuierlicher Anfallsaktivität besteht ein erhebliches Risiko für Hirnschäden und den Tod.
  • Nicht-Konvulsiver Status Epilepticus: Verwirrtheit, Verhaltensänderungen, verminderte Reaktionsfähigkeit. Ein Anfall ohne Krämpfe ist dennoch sehr gefährlich. Darüber hinaus sind die nicht-konvulsiven Anfälle viel schwieriger zu erkennen und zu diagnostizieren.

Die Diagnose des Status Epilepticus basiert auf der Beobachtung der Symptome und der Anamnese des Patienten. Ein EEG (Elektroenzephalogramm) kann verwendet werden, um die Gehirnaktivität zu überwachen und die Diagnose zu bestätigen.

Behandlung des Status Epilepticus

Der Status Epilepticus erfordert eine sofortige Behandlung, um Hirnschäden und Tod zu verhindern.

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Medikamentöse Behandlung:

Status Epilepticus wird durch die Verabreichung von Anfallsmedikamenten gestoppt. Da die Person mit dem Status Epilepticus bewusstlos ist und Krämpfe hat, kann das Medikament nicht normal eingenommen werden. Stattdessen wird das Arzneimittel in der Regel in wässriger Lösung entweder über das Rektum oder über die Mundschleimhäute verabreicht - je nach Art des Medikaments. Am häufigsten werden Midazolam oder Diazepam verwendet. Beide Medikamente können sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen angewendet werden. Alternativen können Phenytoin oder Fosphenytoin sein.

Weitere Maßnahmen:

Es ist auch üblich, Sauerstoff durch eine Maske zu verabreichen, um den Sauerstoffmangel im Gehirn auszugleichen. Mit Status Epilepticus müssen Sie ins Krankenhaus eingeliefert werden.

Vorbereitung und Prävention

"Time is brain", sagte Stephan Rüegg vom Universitätsspital Basel für seine Präsentation auf dem "13. Europäischen Kongress für Epileptologie" in Wien. - Dr. Das Beste, was Sie tun können, ist sich vorzubereiten. Es ist wichtig, dass Pflegepersonen oder Angehörige der Person mit Epilepsie wissen, was zu tun ist, auch in einer Stresssituation. Ansonsten kann es schnell zu Panik und Verwirrung kommen, was kostbare Zeit kostet.

Notfallplan:

Ein Notfallplan ist eine wirksame Hilfe bei Status Epilepticus. Es sollten sich Menschen in der Nähe befinden, die geschult sind, richtig und sicher zu handeln. Auch Angehörige sollten auf die Situation vorbereitet sein. Üben Sie die Notfallsituation. Um schnell und konsequent helfen zu können, ist es sinnvoll, eine Liste der Vorsichtsmaßnahmen mit der Pflegekraft oder den Angehörigen zu teilen. Ein Plan erhöht die Sicherheit für alle Beteiligten. Besprechen Sie die Anfallsbehandlung mit Ihrem Arzt und Ihrer Pflegekraft, um die beste Lösung für Sie zu finden. Das Schlimmste, was passieren kann, ist, dass der Angriff nicht erkannt wird.

Epilepsiealarme:

Epilepsiealarme sind ein effektives Instrument zur schnellen Erkennung eines epileptischen Anfalls, der wichtige Minuten Vorsprung schaffen kann. Danish Care Technology hat die Epi-Care Produktserie entwickelt, um sicherzustellen, dass Epilepsieanfälle entdeckt werden. Epi-Care mobile kann drinnen, draußen und unterwegs verwendet werden. Mit Epi-Care 3000 können Epilepsie-Betroffene nachts sicher und unbesorgt schlafen.

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Epidemiologie

Eine österreichische Studie zeigt, dass ca. 40% der Patienten, die mit einem Status Epilepticus ins Krankenhaus eingeliefert wurden, zuvor einen epileptischen Anfall hatten. In der westlichen Welt haben ca. 1% der Bevölkerung Epilepsie. Die Studie zeigte auch, dass pro 100.000 Erwachsene pro Jahr 36,1 Personen einen Status Epilepitus erleiden. Die meisten sind Menschen ohne Epilepsie.

Die Studie “Epidemiology of status epilepticus in adults: A population-based study on incidence, causes, and outcomes” verwendet die neue Definition. Die Studie wurde über 5 Jahre durchgeführt. Die Forscher haben Status Epilepticus in der Bevölkerung der Stadt Salzburg analysiert. In der Salzburger Studie lag Häufigkeit des Status Epilepticus bei ca. 36.1 von 100.000 Personen im Jahr. Im Zeitraum 2011 - 2015 gab es 221 Fälle von Status Epilepticus. Davon haben 90 Personen im Vorfeld an Epilepsieanfällen gelitten, also 40%. Die Studie aus Salzburg zeigt auch, dass ein höheres Risiko für einen Status Epilepticus besteht, wenn man älter und weiblich ist. In jüngerem Alter sind deutlich die Männer die am stärksten gefährdeten, aber im Laufe der Zeit füllen Frauen die Statistik, da sie im Durchschnitt älter werden als Männer.

Mortalität

„Jüngste dänische Forschungen des Universitätsklinikums Odense zeigen eine sehr hohe Mortalität im Zusammenhang mit dem Status Epilepticus. Hier ist zu sehen, dass bei 41 Erwachsenen, die zum ersten Mal mit dem Status Epilepticus ins Krankenhaus eingeliefert wurden, der nicht auf Sauerstoffmangel bei Herzstillstand zurückzuführen war, rund jeder vierte Patient vor der Entlassung starb. Die Mortalität der nächsten zwei Jahre betrug nahezu 50%. Eine aktuellere Metastudie zeigt, dass ca.

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