Die Zirbeldrüse, auch Epiphyse genannt, ist eine kleine, aber bedeutende endokrine Drüse im Gehirn, die eine zentrale Rolle bei der Steuerung des Schlaf-Wach-Rhythmus spielt. Ihre Form erinnert an den Zapfen einer Zirbelkiefer, was ihr den Namen "Glandula pinealis" eingebracht hat. Obwohl die Zirbeldrüse relativ klein ist, übt sie einen großen Einfluss auf verschiedene Körperfunktionen aus, insbesondere durch die Produktion und Freisetzung des Hormons Melatonin.
Anatomie und Lage der Zirbeldrüse
Die Epiphyse liegt im Epithalamus, einem Gebiet im posterioren dorsalen Dach des dritten Hirnventrikels des Zwischenhirns. Genauer gesagt befindet sie sich oberhalb der Vierhügelplatte und wölbt sich aus dem dritten Hirnventrikel zwischen den beiden Colliculi superiores des Mittelhirndachs heraus. Zu einem großen Teil ist die Zirbeldrüse von der Pia mater (weiche Hirnhaut) bedeckt, die Blutgefäße enthält, die die Drüse versorgen. Direkt hinter der Zirbeldrüse verlaufen die Vena basalis und die Vena magna cerebri.
Die Zirbeldrüse besteht zu etwa 90 Prozent aus Pinealozyten. Bei diesen handelt es sich um mehreckige Zellen, in denen das Hormon Melatonin produziert wird. Das Drüsengewebe wird von Bindegewebe durchteilt, wodurch sich unter dem Mikroskop ein bienenwabenartiger Querschnitt ergibt. Die Pinealozyten sind an ihren unregelmäßig geformten, meist dunklen Kernen zu erkennen.
Die Funktion der Zirbeldrüse: Melatonin und Schlaf-Wach-Rhythmus
Die Hauptfunktion der Zirbeldrüse ist die Produktion und Ausschüttung von Melatonin. Melatonin ist ein Derivat des Tryptophanstoffwechsels und ein Serotoninderivat. Die Produktion von Melatonin ist vom Lichteinfall abhängig: Mit der Dämmerung beginnt die Synthese des Hormons durch die Pinealozyten, wobei das Maximum tief in der Nacht erreicht wird. Durch das Tageslicht wird die Melatoninsekretion gebremst. Signale aus den Photorezeptorzellen regulieren die Melatoninsynthese und bringen sie mit dem Tag-Nacht-Rhythmus in Einklang. Lichtstrahlen, die auf die Retina im Auge treffen, werden über den Sehnerv zum Oszillator im hypothalamischen Nucleus suprachiasmaticus weitergeleitet, bevor sie über Nervenbahnen die Zirbeldrüse erreichen.
Melatonin hat nicht nur eine "einschläfernde" Wirkung, sondern ist an einer Vielzahl von Funktionen verschiedener Organe beteiligt. Der Botenstoff regelt Nierenfunktion, Herzfrequenz, Blutdruck und Körpertemperatur. Eine weitere Aufgabe der Epiphyse besteht darin, das Wachstum der Genitalien vor der Pubertät von Jugendlichen zu verhindern. Man geht davon aus, dass eine Fehlfunktion der Zirbeldrüse zu einer frühen bzw. verzögerten Geschlechtsreife führen kann.
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Weitere Funktionen und Forschung
Neben Melatonin gibt die Epiphyse noch andere Verbindungen, Neuropeptide, ins Blut ab, deren Wirkungen bisher unbekannt sind. Selbst über die Funktion des Melatonins gibt es stets neue Erkenntnisse. Die Zirbeldrüse ist demnach auch heutzutage ein spannendes Forschungsfeld für die Neurowissenschaftler.
Einige Wissenschaftler vermuten, dass die Epiphyse auch Dimethyltryptamin (DMT) produzieren kann, eine halluzinogene Substanz, die in bestimmten Pflanzen vorkommt. Diese Hypothese ist jedoch noch nicht ausreichend belegt.
Krankheiten und Störungen der Zirbeldrüse
Krankheiten, die im Zusammenhang mit der Zirbeldrüse stehen, können das Gewebe der Drüse oder ihre Funktion betreffen. Pinealistumore sind eher selten; in den meisten Fällen sind sie gutartig. Tumoren der Zirbeldrüse gehen in der Regel mit unspezifischen Symptomen wie Kopfschmerzen, Übelkeit oder Gleichgewichtsstörungen einher. Noch seltener ist das Pinealoblastom, ein bösartiger Tumor mit rascher Proliferation (Vermehrung und Wachstum von Zellen bzw. Gewebe).
Im Bereich der Zirbeldrüse bilden sich oft Zysten. Bildet sich eine Pinealiszyste in der Nähe eines Aquädukts, das die Hirnwasserkammern miteinander verbindet, kann es zu Abflussstörungen des Liquors (Flüssigkeit) kommen, die einen Verschlusshydrozephalus (Hydrocephalus occlusus) nach sich ziehen. Wenn ein Pinealistumor Druck auf die Vierhügelplatte ausübt, kommt es zum sogenannten Parinaud-Syndrom. Gutartige Pinealiszysten treten sehr häufig auf und sind weitgehend asymptomatisch. Die genaue Ursache für die Bildung solcher Zysten ist nach wie vor unbekannt. Bei gut einem Viertel der erwachsenen Bevölkerung lassen sich zystische Läsionen der Zirbeldrüse nachweisen. Obwohl die Zysten in jedem Alter vorkommen, sind vor allem ältere Menschen betroffen. Bei Frauen vergrößern sich die Zysten im Laufe des Lebens, bevor sie wieder schrumpfen.
Hirnsand und Verkalkung der Zirbeldrüse
Für die Zirbeldrüse typisch ist der sogenannte Hirnsand (Acervulus). Er entsteht durch die Ablagerung von Kalzium- und Magnesiumsalzen. Bereits vor dem 20. Lebensjahr beginnt die Epiphyse zu verkalken. Stützzellen vermehren sich verstärkt, eigentliches Drüsengewebe geht unter und es bilden sich Zysten, in die sich Calcium- und Magnesiumsalze einlagern. Das Phänomen nennt der Arzt Hirnsand, Acervulus. Im Röntgenbild sind die Kalkablagerungen gut zu sehen. Diese Verkalkung ist in der Regel normal und beeinträchtigt die Funktion der Zirbeldrüse nicht. Tatsächlich so häufig, dass eine verkalkte Zirbeldrüse früher oft als Orientierungspunkt auf Röntgenaufnahmen diente, um Hinweise auf Tumore oder Blutungen zu finden.
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Einfluss von Kaffee und Fluorid
Kaffee und Fluorid können die Funktion der Zirbeldrüse beeinflussen. Kaffee bindet an die Adenosinrezeptoren der Zirbeldrüse (Epiphyse) und hemmt somit die Ausschüttung des Schlafhormons Melatonin. Studien zufolge verschiebt sich die innere Uhr bei Kaffeekonsum am Abend um 40 Minuten, sodass man nicht zur geplanten Zeit einschlafen kann. Fluorid hingegen gilt als größter Feind der Zirbeldrüse. Es ist in einer Vielzahl von Lebensmitteln ebenso wie in Zahnpasta und Mineralwasser enthalten. Mit der Zeit sammelt sich Fluorid im Gewebe der Epiphyse an und sorgt dafür, dass sich diese verhärtet. Einige Studien legen nahe, dass die Exposition gegenüber Fluorid, einem Stoff, der häufig in Zahnpasta und Trinkwasser enthalten ist, die Funktion der Drüse beeinträchtigen kann. Fluorid kann sich in der Zirbeldrüse ansammeln und zu einer Verkalkung führen, die möglicherweise die Produktion von Melatonin stört.
Maßnahmen zur Unterstützung der Zirbeldrüsenfunktion
Es gibt verschiedene Maßnahmen, die man ergreifen kann, um die Funktion der Zirbeldrüse zu unterstützen:
- Meiden Sie konsequent Fluoride.
- Entgiften Sie Ihren Körper, indem Sie eine Mineralerde mit einer starken Bindefähigkeit für Toxine (Bentonit, Zeolith etc.) einnehmen. Die gebundenen Gifte können so schnellstmöglich über den Darm ausgeschieden werden.
- Entlasten Sie Ihre Leber mit Präparaten wie Mariendistel, Löwenzahnwurzel, Curcuperin, und Bitterstoffen wie Bitterstern o.ä.
- Führen Sie eine Darmreinigung durch. Dies ist eine ausgezeichnete Massnahme, um möglichst viele Toxine auszuleiten und somit die Leber wirkungsvoll zu entlasten.
- Nehmen Sie als Nahrungsergänzung die Chlorella-Alge ein. Sie ist hervorragend zur Ausleitung von Schwermetallen geeignet.
- Trinken Sie täglich 2 bis 2,5 Liter gutes Quellwasser, damit ein grosser Teil der gelösten Toxine auch über die Nieren ausgeschieden werden kann.
- Das Einatmen von ätherischen Neroliöl regt die Zirbeldrüsenfunktion an.
- Gehen Sie möglichst täglich für 15 Minuten in die Sonne, denn das Sonnenlicht aktiviert die Drüse.
- Singen Sie so oft es geht, da die so erzeugten Schwingungen die Drüse stimulieren.
- Atmen Sie während Ihrer Meditation tief und bewusst. Konzentrieren Sie sich dabei auf den Bereich Ihrer Stirn, der zwischen beiden Augen liegt - das so genannte dritte Auge.
- Sorgen Sie für ausreichend Dunkelheit in der Nacht, um die Melatoninproduktion zu fördern.
Die Zirbeldrüse und das Auge
Die Zirbeldrüse interagiert direkt mit der Lichtwahrnehmung und steuert so den Tag-Nacht-Rhythmus. Lichtreize gelangen über das Auge in das Gehirn und werden entlang spezieller Nervenbahnen weitergeleitet. Sinkt die Lichtintensität, verringern sich hemmende Impulse zur Zirbeldrüse, wodurch die Melatoninproduktion steigt.
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