Ein Glioblastom ist ein bösartiger Hirntumor, der von den Gliazellen ausgeht, den Stützzellen des Gehirns. Es ist die häufigste und aggressivste Form der Gliome, die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als Grad IV eingestuft wird, dem höchsten Schweregrad für Hirntumoren. Eine Heilung ist nach aktuellem medizinischem Stand nicht möglich.
Was ist ein Glioblastom?
Das Glioblastom gehört als bösartiger Hirntumor den Gliomen an und ist unter diesen die häufigste Form. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ordnet das Glioblastom dem Grad 4 zu. Dies ist der höchste Schweregrad, den ein Hirntumor erreicht. Eine Heilung ist nach derzeitigem Stand der Medizin nicht möglich.
Meistens bildet sich der Tumor in einer Großhirnhälfte und wächst schnell über den Balken in die andere Gehirnhemisphäre ein. Seine Form ähnelt dann einem Schmetterling, weshalb man ihn manchmal auch anschaulich als „Schmetterlingsgliom“ bezeichnet.
Untersucht man das Tumorgewebe unter dem Mikroskop, erkennt man kleine Hohlräume (Zysten), abgestorbenes Gewebe (Nekrosen) und Einblutungen. Dieses bunte und oft variable Erscheinungsbild hat dem Tumor den Namen Glioblastoma multiforme oder auch „buntes Gliom“ verliehen.
Primäres und sekundäres Glioblastom
Die Tumorzellen des Glioblastoms stammen von speziellen Zellen des zentralen Nervensystems ab, den Gliazellen. Sie erfüllen viele wichtige Funktionen. Beispielsweise halten sie die Nervenzellen in Position und versorgen diese mit Nährstoffen. Je nach genauer Entstehung unterscheidet man eine primäre und eine sekundäre Tumorform:
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- Primäres Glioblastom: Es geht direkt aus gesunden Gliazellen hervor und ist sehr viel häufiger als ein sekundärer Tumor. Es entwickelt sich innerhalb weniger Wochen und betrifft vorwiegend ältere Personen im sechsten bis siebten Lebensjahrzehnt.
- Sekundäres Glioblastom: Es entwickelt sich aus einem Hirntumor niedrigeren WHO-Grades. In diesem Fall ist das Glioblastom das Endstadium einer länger verlaufenden Tumorerkrankung. Der Altersgipfel der Betroffenen liegt zwischen dem 40. und 60. Lebensjahr.
Die früher übliche Einteilung in ein "Glioblastom, IDH-Wildtyp" und ein "Glioblastom, IDH-mutiert" gilt nach der aktuellen Klassifikation der Weltgesundheitsorganisation nicht mehr. Es gibt nur eine Hirntumor-Variante, die Mediziner formal als Glioblastom bezeichnen. Die sekundären Glioblastome, die sich aus einem Astrozytom Grad 2 oder 3 entwickeln, sind nach der neuen Einteilung "Astrozytome, IDH-mutiert, Grad 4".
"IDH-mutiert" steht übrigens für eine punktuelle Veränderung in einem bestimmten Gen, genauer des Enzyms Isocitratdehydrogenase-1- oder -2-Gen. Dieses Enzym ist am Zellstoffwechsel beteiligt. Nach einer IDH-Mutation suchen Mediziner gezielt bei allen Hirntumoren, um diese entsprechend zu klassifizieren.
Häufigkeit eines Glioblastoms
Männer sind häufiger von einem Glioblastom betroffen als Frauen. Jährlich erkranken etwa drei von 100.000 Personen an einem solchen Hirntumor. Damit handelt es sich nicht nur um das häufigste Gliom, sondern auch um den häufigsten primären bösartigen Hirntumor bei Erwachsenen überhaupt. Gliome treten mitunter familiär gehäuft auf und tendieren dazu, innerhalb des ersten Jahres nach Diagnose wiederzukehren (Rezidiv).
Bis zum heutigen Tag stehen keine anerkannten Vorbeugungs- oder Früherkennungsmaßnahmen zur Verfügung.
Glioblastom: Spezielle Varianten
In seltenen Fällen grenzen sich spezielle Varianten vom Glioblastom ab: das Gliosarkom, das Riesenzell-Glioblastom und das epitheloide Glioblastom. Sie weisen charakteristisch veränderte Gewebeeigenschaften auf - Diagnose, Therapie und Prognose sind jedoch bei allen Varianten gleich. Gleiches gilt für Glioblastome bei Kindern.
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Ursachen und Risikofaktoren
Die genauen Ursachen für die Entstehung eines Glioblastoms sind noch nicht vollständig geklärt. Es gibt jedoch einige Risikofaktoren, die das Risiko erhöhen können:
- Ionisierende Strahlen: Als gesichert gilt der schädigende Einfluss ionisierender Strahlen - etwa im Rahmen einer Strahlentherapie. Die therapeutische Bestrahlung eines anderen Tumors verursacht dann ein Glioblastom im Nachgang. In diesen Fällen geschieht das ungefähr sieben bis neun Jahre nach einer erfolgten Strahlentherapie eines Hirntumors.
- Erbliche Krankheitsbilder: Glioblastome treten meist sporadisch auf, das heißt sie sind in den meisten Fällen nicht vererbbar. Allerdings gibt es eine Reihe genetischer Erkrankungen, bei denen generell Hirntumore häufiger entstehen:
- Neurofibromatose (NF): seltene, erbliche Erkrankung, die mit gutartigen Tumoren im Nervensystem einhergeht
- Tuberöse Sklerose (auch Morbus Bournville-Pringle): Erbkrankheit, die mit Fehlbildungen und Tumoren des Gehirns einhergeht, häufig zusammen mit Hautveränderungen und gutartigen Tumoren anderer Organsysteme
- Turcot-Syndrom: Erbkrankheit, die mit einer Vielzahl von Polypen im Darm einhergeht
- Lynch-Syndrom: führt zu einer erblich bedingten Häufung von Krebserkrankungen der Verdauungsorgane
- Li-Fraumeni-Syndrom: sehr seltene Erkrankung, die durch eine Keimbahnmutation eines Tumorsuppressor-Gens entsteht; tritt bereits im frühen Lebensalter auf und geht mit einer Reihe verschiedenster Tumore einher
- Radiofrequenzfelder: Bislang besteht noch kein eindeutig belegter Zusammenhang zwischen der Entstehung allgemein von Gliazell-Tumoren (Gliome) und einwirkender Radiofrequenzstrahlung, wie sie etwa in der mobilen Kommunikation (mobile Telefone, Antennen des Mobilfunknetzes etc.) Verwendung findet.Allerdings führt die IARC - also die Internationale Agentur für Krebsforschung der Weltgesundheitsorganisation - Radiofrequenz-Felder bereits seit 2011 als ein mögliches Karzinogen auf. Eine neue Bewertung ist geplant, zumal nach 2011 durchgeführte Studien die ersten Hinweise bislang nicht bestätigten.
Tumorrisiko Handy?
Es gibt keine abschließenden Beweise dafür, dass die Nutzung von Mobiltelefonen das Risiko für Hirntumoren erhöht. Einige Studien deuten auf einen möglichen Zusammenhang hin, aber die Ergebnisse sind nicht konsistent. Die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) hat Radiofrequenzfelder als "möglicherweise krebserregend" eingestuft, aber es bedarf weiterer Forschung, um die Risiken vollständig zu verstehen.
Symptome
Die Symptome eines Glioblastoms sind vielfältig und hängen von der Lage und Größe des Tumors im Gehirn ab. Da der Tumor schnell wächst, nehmen die Symptome oft rasch zu. Zu den häufigsten Symptomen gehören:
- Kopfschmerzen, vor allem nachts und morgens
- Übelkeit und Erbrechen
- Sprachstörungen
- Epileptische Anfälle
- Wesensveränderungen
- Anhaltende Müdigkeit (Fatigue)
- Neurologische Ausfallerscheinungen wie halbseitige Lähmung, Sehstörungen oder Gleichgewichtsprobleme
- Komatöse Zustände (im Extremfall)
Die Kopfschmerzen treten typischerweise während der Nacht oder in den frühen Morgenstunden auf und bessern sich im Laufe des Tages. Anders als gewöhnliche Kopfschmerzen kehren sie mit der Zeit immer heftiger werdend zurück. Medikamente bleiben oftmals wirkungslos.
Wächst das Glioblastom im Sprachzentrum oder in Steuerzentren einzelner Muskeln, haben Betroffene Schwierigkeiten, zu sprechen oder sich zu bewegen. Diese Beschwerden treten oftmals schlagartig auf und erscheinen anfangs wie ein Schlaganfall.
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Wächst das Glioblastom, erhöht sich der Hirndruck. Betroffenen ist daher vor allem morgens oft übel. Einige müssen sich übergeben. Steigt der Druck weiter, wirken die Betroffenen oft müde oder schläfrig. Im Extremfall ruft ein Glioblastom komatöse Zustände hervor.
Es gibt auch Berichte von Patienten, die anfängliche Anzeichen wie verschwommene Sicht, Taubheitsgefühl im Gesicht, Lesestörungen oder Konzentrationsschwäche ignorierten. Oftmals trugen Gespräche mit Freunden oder Familienmitgliedern dazu bei, dass die Betroffenen schließlich einen Arzt aufsuchten.
Diagnose
Die Diagnose eines Glioblastoms wird in der Regel von Fachärzten für Nervenheilkunde (Neurologen) gestellt. Sie befragen und untersuchen den Betroffenen eingehend und veranlassen eine Bildgebung des Schädels. Beteiligt sind unter anderem spezialisierte Radiologen (Neuroradiologen) und Neurochirurgen.
Ziel der Ärzte ist es, den Hirntumor möglichst genau zu klassifizieren - also zu bestimmen, in welchem Stadium er sich befindet, wo genau er liegt und welche individuellen Eigenschaften das Tumorgewebe besitzt. Dies ist die Voraussetzung für die Planung der optimalen Behandlung.
Anamnese
Zur Erhebung der Krankengeschichte (Anamnese) erkundigt sich der Arzt zunächst ausführlich nach den Symptomen und dem zeitlichen Verlauf, sowie nach eventuellen Grund- oder Vorerkrankungen.
Insbesondere krankheitsbedingte Einschränkungen der Selbstbestimmung und Selbstversorgung bewertet der Arzt im Vorfeld. Dabei bestimmt er meist den sogenannten Karnofsky-Index - auch „Karnofsky-Perfomance-Status“ (KPS) genannt.
Der KPS ist eine weitestgehend subjektive Einschätzung, obwohl auch Ergebnisse von körperlichen Untersuchungen und Laborwerten in die Abwägung einfließen.
Der KPS reicht dabei von null bis hundert Prozent, wobei 30 Prozent einen Schwerbehinderten-Status ausweisen und 90 Prozent minimale Symptome bei einer normalen Aktivität widerspiegeln. Je nach KPS plant das behandelnde Ärzteteam das weitere Vorgehen entsprechend der körperlichen Verfassung des Betroffenen.
Neurologische Untersuchung
Anschließend untersucht der Arzt den Erkrankten eingehend und achtet insbesondere auf neurologische Ausfallerscheinungen (neurologische Untersuchung). Im weiteren Verlauf führt er zudem eine Kombination unterschiedlicher neuropsychologischer Einzeltests durch.
Fachkreise bezeichnen dies als eine sogenannte standardisierte Testbatterie, die möglichst lebensnah viele kognitive Fähigkeiten beleuchten soll. Dabei greift der Arzt beispielsweise auf folgende Tests zurück:
- Mini-Mental-Status-Test (MMST): Der MMST ist ein kombinierter Test über circa 30 Minuten, der aus Handlungsaufgaben und einem Fragenkatalog besteht. Bekannt ist er aus der Demenz-Diagnostik. Er liefert auch ein zuverlässiges Bild über mögliche Beeinträchtigungen durch einen Hirntumor wie das Glioblastom.
- Montreal Cognitive Assessment (MoCa): Der MoCa ist ebenfalls ein geeigneter Test, um Defizite durch die Hirntumorerkrankung abzuschätzen. Er dauert etwa zehn Minuten und ermöglicht es, leichte kognitive Störungen zu entdecken.
Bildgebende Verfahren
Oft treten die Beschwerden plötzlich auf und deuten recht eindeutig auf ein krankhaftes Geschehen im Gehirn hin. Infolgedessen veranlasst der Arzt zeitnah eine bildgebende Untersuchung.
- Magnetresonanztomografie (MRT): Das wichtigste diagnostische Verfahren bei einem Glioblastom ist die MRT-Untersuchung des Schädels. Das Tumorgewebe nimmt dieses auf und grenzt sich dadurch deutlicher vom umliegenden Gewebe ab.
- Computertomografie (CT): Wenn aus bestimmten Gründen eine MRT nicht möglich ist (etwa bei Trägern eines Herzschrittmachers), führen Ärzte alternativ eine CT-Untersuchung als bildgebendes Verfahren durch (ebenfalls mit Kontrastmittel).
- Positronen-Emissions-Tomografie (PET): Das PET-Verfahren macht Bereiche des Gehirns mit einer erhöhten Stoffwechselrate - wie sie für Hirntumoren charakteristisch ist - sichtbar. Dies erleichtert die weitere Therapieplanung und identifiziert einen geeigneten Ort zur Entnahme einer Gewebeprobe (Biopsie) für weitere labordiagnostische Untersuchungen.
Biopsie
Wenn ein Hirntumor gut zugänglich ist, entfernen ihn Ärzte operativ (Resektion). Unter Umständen ist dies nicht möglich, etwa wenn der Betroffene ohnehin stark geschwächt ist. Dann entnehmen die Ärzte gezielt eine Gewebeprobe (stereotaktische Biopsie).
Das Tumorgewebe untersuchen Spezialisten, die Pathologen, anschließend im Labor. Erst dann lassen sich die Gewebeeigenschaften genau feststellen und ein Glioblastom endgültig klassifizieren.
Beim Glioblastom hat die sogenannte MGMT-Promotor-Methylierung besondere Bedeutung. Dabei handelt es sich nicht (mehr) um einen biologischen Marker, der zur Unterscheidung der Tumorklassen dient, sondern um einen „prädiktiven Marker“. Mit seiner Hilfe schätzen Ärzte in etwa ab, wie wirksam eine bestimmte Therapie ist.
O-6-Methylguanin-DNA-Methyltransferase (MGMT) ist ein wichtiges DNA-Reparaturenzym. Das heißt, es repariert Schäden am Erbgut. Der MGMT-Promotor ist der entsprechende Erbgutabschnitt, der jene Informationen (Bauplan) des MGMT-Reparaturenzyms speichert.
Ist diese bestimmte Erbgutregion charakteristisch verändert (methyliert), so ist dieser Abschnitt der Erbinformation nicht mehr lesbar - das heißt, es fehlt ein wichtiges Reparaturenzym. Das ist generell ungünstig. Allerdings haben Studien gezeigt, dass Personen mit einem MGMT-Promotor-methylierten Glioblastom entsprechend behandelt länger überleben. Denn sie sprechen auf die verfügbare Behandlung besser an.
Behandlung
Bei einem Glioblastom ist die Therapie der Wahl eine radikale Operation (Resektion). Ihr folgen für gewöhnlich Bestrahlung und Chemotherapie. Unter Umständen wenden Ärzte sogenannte Tumortherapiefelder (TTF) an.
Die genaue Behandlung richtet sich nach der Art des Hirntumors sowie von seiner Lage im Gehirn ab. Vor jeder Therapie gilt: Der Patient muss über mögliche Vor- und Nachteile sowie über Alternativen aufgeklärt werden. Manchmal kann es auch ratsam sein, abzuwarten und die Erkrankung zu beobachten.
Operation
Hirntumore, die operativ gut zugänglich sind, werden in vielen Fällen entfernt. Je nach Größe und Lokalisation des Tumors muss ein Chirurg hierzu die Schädeldecke öffnen beziehungsweise Instrumente über ein Bohrloch in der Schädeldecke einführen (transkranielle Operation). Alternativ kommt eine transsphenoidale Operation (durch die Nase) infrage. Solche Eingriffe können gesundes Nervengewebe beeinträchtigen, was zu neurologischen Störungen wie Sprachschwierigkeiten, Gedächtnisstörungen, Lähmungen oder Gangunsicherheiten führen kann. Bei gutartigen Hirntumoren stellt die Operation in der Regel die einzige notwendige Behandlung dar.
Besteht bei einem Tumor ein hohes Rückfallrisiko, wurde eine bösartige Geschwulst durch eine Operation nur unvollständig entfernt oder ist eine Operation nicht möglich, können Ärzte zusätzliche Therapien einsetzen:
Strahlentherapie
Die Strahlentherapie kann bei Hirntumoren vor oder nach einer Operation sowie alleine zum Einsatz kommen. Ziel ist es, den Hirntumor durch gezielte Bestrahlung zu zerstören und dabei möglichst wenig gesundes Hirngewebe zu schädigen. Die Bestrahlung erfolgt entweder von außen oder über Strahlungsquellen (Radionuklide), die direkt in den Tumorbereich im Gehirn eingebracht werden. Als Nebenwirkung kann es ebenfalls zu neurologischen Störungen kommen.
Durch eine Bestrahlung kann das Risiko eines erneuten Tumorwachstums vermindert werden. Auch bei weit fortgeschrittenen Tumorerkrankungen mit großen Tumoren oder Metastasen kann die Strahlentherapie eingesetzt werden, in diesem Fall insbesondere zur Kontrolle der Beschwerden und zur Schmerzlinderung.
Chemotherapie
Hierbei kommen spezielle Medikamente, sogenannte Zytostatika zum Einsatz, die den Hirntumor zerstören sollen. Die Chemotherapie wird bei Hirntumoren häufig mit einer Strahlentherapie kombiniert. Man spricht dann von einer Radiochemotherapie. Auch hierbei können neurologische Probleme auftreten.
Eine Chemotherapie alleine, ohne Operation und Strahlentherapie, zeigt bei den meisten Gehirntumoren eine nur geringe Wirkung. Jedoch kann eine Chemotherapie bei kombiniertem Einsatz mit der Strahlentherapie die Wirkung der Strahlentherapie verbessern. Die Chemotherapie kann nach Ende der Bestrahlung bei nachgewiesener Wirksamkeit fortgesetzt werden, um die bis dahin erreichte Wirkung (Symptomkontrolle, Größenstabilisierung oder Größenreduktion) aufrecht zu erhalten und weiter zu verbessern. Auch bei Einsatz einer Chemotherapie nach einer Strahlentherapie, wenn diese nicht mehr möglich ist, z.B. im Falle eines erneuten Auftretens eines Tumors, kann durch verschiedene Substanzen und durch verschiedene Kombinationen eine Symptomkontrolle ggf. mit Ansprechen des Tumors (Größenstabilisierung oder Größenreduktion) erreicht werden.
Tumortherapiefelder (TTF)
Die recht neue Tumortherapiefeld-Therapie ist eine nicht-invasive Krebstherapie für Patienten mit einem neu diagnostizierten oder wiederkehrenden Glioblastom. Elektrische Wechselfelder, sogenannte Tumortherapiefelder (TTFields), sollen den Zellteilungsprozess der Tumorzellen stören und so gezielt das Tumorwachstum hemmen, ohne dabei die gesunden Zellen zu schädigen. Die Therapie kommt nach der Operation und Bestrahlung in Kombination mit der Erhaltungschemotherapie zum Einsatz. Studien zufolge bietet die Therapie einen Überlebensvorteil für die Patienten.
Supportive Therapie
Der Gehirntumor selbst oder Nebenwirkungen einer Therapie können Beschwerden auslösen. Ziel einer supportiven Therapie ist es, solche Beschwerden zu lindern.
Psychosoziale Betreuung
Eine psychosoziale Betreuung von Patient und Angehörigen sollte einen festen Stellenwert in der Therapie eines Hirntumors haben.
Lebenserwartung und Prognose
Selbst unter maximaler Therapie ist ein Glioblastom in der Regel nicht heilbar. Personen, die sich einer Operation, Strahlen- und Chemotherapie unterzogen haben, haben eine mittlere Überlebenszeit von ungefähr 15 Monaten beziehungsweise von wenigen Jahren (etwa zwei bis vier) bei einem Glioblastom mit MGMT-Promotor-Methylierung. Etwa fünf bis sieben Prozent der Betroffenen überlebt durchschnittlich fünf Jahre. Ohne Therapie stirbt eine erkrankte Person unter Umständen bereits nach circa zwei Monaten.
Lebenserwartung und -qualität unterliegen dabei auch individuellen Faktoren. Die Tumorzellen haben nicht bei jedem Betroffenen dieselben Eigenschaften. Einige lassen sich besser behandeln als andere. Schrumpft der Tumor unter einer Therapie schnell zusammen, ist die Glioblastom-Prognose besser als in anderen Fällen.
Außerdem vertragen Erkrankte Chemotherapeutika und Strahlentherapie unterschiedlich gut. Sind die Nebenwirkungen zu stark, schadet eine Glioblastom-Therapie den Betroffenen mehr, als dass sie ihnen nützt. Dann wägen die erkrankte Person, Angehörige und Arzt in einem gemeinsamen Gespräch individuell ab, ob die Behandlung weniger intensiv oder überhaupt weitergeführt wird.
Dadurch beeinflussen Betroffene bis zu einem gewissen Grad selbst den Glioblastom-Verlauf: Sie akzeptieren eine kürzere Lebenszeit, wenn sich dadurch ihre Lebensqualität mit dem Glioblastom verbessert.
Was können Patienten mit Schluckbeschwerden tun?
Nach einer Krebsoperation im Mund- und Rachenbereich oder an der Speiseröhre kann es zu anhaltenden Schluckbeschwerden kommen. Auch ein Glioblastom kann Schluckbeschwerden verursachen, insbesondere wenn es in der Nähe von Hirnnerven liegt, die für das Schlucken verantwortlich sind.
Wenn Sie beim Schlucken starke Beschwerden haben, lassen Sie sich von Ihrem Hausarzt "Logopädie" verschreiben. Diese Therapeuten behandeln außer Sprachstörungen auch Schluckbeschwerden.
Weitere Tipps für Patienten mit Schluckbeschwerden:
- Weiche, dickflüssige oder pürierte Gerichte bevorzugen, denn sehr flüssige Speisen können schwieriger zu schlucken sein.
- Von demder ArztÄrztin verordnete Schmerzmittel sollten 30 bis 60 Minuten vor dem Essen eingenommen werden.
- Wenn Sie verschleimte Bronchien oder einen verschleimten Hals haben, vermeiden Sie am besten Milch. Frische Milch regt die Säurebildung an und fördert dadurch zusätzlich die Schleimbildung.
Palliativmedizin
Palliativmedizin ist die aktive Behandlung, Pflege und Betreuung von unheilbar erkrankten Patientinnen mit reduzierter Lebenserwartung mit dem Ziel einer bestmöglichen Lebensqualität. Dies gilt vor allem für an Krebs erkrankte Patientinnen, aber auch in anderen Fällen wie beispielsweise bei Vorliegen einer neurodegenerativen Erkrankung sowie schweren Herz- und Lungenkrankheiten.
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