Ergotherapie in der Neurologie an der Universität zu Lübeck

Dieses Modul bietet eine umfassende Auseinandersetzung mit ergotherapeutischen Aspekten im neurologischen Kontext an der Universität zu Lübeck. Es richtet sich primär an Studierende des Bachelorstudiengangs Ergotherapie/Logopädie im zweiten Fachsemester (Pflicht), steht aber auch Studierenden der Medizin im zweiten und dritten Fachsemester offen.

Modulübersicht

  • Dauer: 2 Semester
  • Angebotsturnus: Jedes Sommersemester
  • Leistungspunkte: 8
  • Studiengang: Bachelor Ergotherapie / Logopädie (Pflicht), Medizin
  • Fachsemester: 2. und 3.
  • Workload: 98 Stunden Präsenzstudium, 142 Stunden Selbststudium
  • Modulverantwortlicher: Prof. Dr. Katharina Röse

Lehrveranstaltungen

Das Modul umfasst verschiedene Lehrveranstaltungen, die unterschiedliche Aspekte der Ergotherapie und Neurologie beleuchten:

  • GW1130-V: Nosologie neurologischer Störungen (Vorlesung, 2 SWS): Diese Vorlesung, die zu 100% von der Klinik für Neurologie getragen wird, vermittelt ein vertieftes Verständnis von Erkrankungen des zentralen und peripheren Nervensystems.
  • GW1552-S: Medizin für Therapieberufe (Seminar, 0,5 SWS): Dieses Seminar, das zu 100% vom Institut für Gesundheitswissenschaften verantwortet wird, bietet Einblicke in medizinische Arbeitsfelder mit Überschneidungspunkten zur Ergotherapie.
  • GW1545-V: Kinder- und Jugendmedizin, -psychiatrie und -psychosomatik (Vorlesung, 1 SWS): Diese Vorlesung, die zu 100% von der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin gehalten wird, behandelt neuropädiatrische Erkrankungen, seelische Erkrankungen sowie Entwicklungs- und Verhaltensstörungen.
  • GW1546-V: Orthopädie, Chirurgie und Rheumatologie (Vorlesung, 1,5 SWS): Diese Vorlesung wird anteilig von der Klinik für Rheumatologie und klinische Immunologie (33,3%), der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie (33,3%) und der Klinik für Plastische Chirurgie (33,3%) getragen. Sie thematisiert Verletzungen, Kinderorthopädie und rheumatologische Erkrankungen.
  • GW1551-V: Anatomie für Ergotherapie/Logopädie (Vorlesung, 0,5 SWS): Diese Vorlesung, die zu 100% vom Institut für Anatomie verantwortet wird, behandelt anatomische Grundlagen, die für die Ergotherapie relevant sind.
  • GW1543-S: Psychiatrie (Seminar, 1 SWS): Dieses Seminar, das zu 100% von der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie gehalten wird, behandelt psychopathologische Befunde und ausgewählte psychiatrische Erkrankungen.

Lehrinhalte im Detail

Das Modul vermittelt vertiefte Kenntnisse über ausgewählte Erkrankungen und deren medizinische Behandlung, die für die Ergotherapie relevant sind. Es werden Einblicke in verschiedene medizinische Arbeitsfelder gegeben, die Berührungspunkte mit ergotherapeutischem Handeln aufweisen.

Kinder- und Jugendmedizin, -psychiatrie und -psychosomatik:

  • Neuropädiatrische Erkrankungen (z.B. Epilepsie, frühkindliche Hirnschädigung)
  • Seelische Erkrankungen
  • Entwicklungs- und Verhaltensstörungen (z.B. Bindungsstörungen, Autismus, Mutismus, ADHS, Entwicklungsstörungen)

Psychiatrie:

  • Psychopathologischer Befund
  • Ausgewählte psychiatrische Erkrankungen (z.B. Depression, Angststörung, Essstörungen, Borderline-Persönlichkeitsstörung)

Handchirurgie, Unfallchirurgie und Orthopädie:

  • Sehnenverletzungen
  • Verletzungen von Schultergürtel, Ellenbogen und Unterarm
  • Kinderorthopädie
  • Rheumatologie (z.B. rheumatoide Arthritis, Gicht)

Neurologie:

  • Vertieftes Verständnis von Erkrankungen des zentralen und peripheren Nervensystems wie Ataxie, Aphasie und Apraxien, Schlaganfall, Demenz, entzündliche Erkrankungen, Multiple Sklerose, Anfallserkrankungen, Myopathien, neurogenetische Erkrankungen, Parkinson-Syndrome, myasthene Syndrome, degenerativ-atrophische Störungen, metabolisch toxische Störungen, Rückenmarkssyndrome und von Erkrankungsbildern der Neuroonkologie.
  • Diagnostik, Untersuchungslogik, Syndromlehre sowie Behandlungsoptionen/therapeutische Methoden neurologischer/neuropsychologischer Erkrankungen bzw. Störungsbilder.

Qualifikationsziele und Kompetenzen

Nach erfolgreichem Abschluss des Moduls sollen die Studierenden folgende Kompetenzen erworben haben:

  • Vertieftes Wissen zu Pathogenese, Ätiologie, Symptomatik, Verläufen und Heilungsprozessen ausgewählter Erkrankungen über die gesamte Lebensspanne hinweg.
  • Vertiefte Kenntnisse zu medizinischen und psychiatrischen Behandlungsmöglichkeiten.
  • Erkennen und Verstehen der engen Verknüpfung von körperlichen, psychischen und sozialen Faktoren in der allgemeinen Ätiologie von Erkrankungen.
  • Erweiterte Grundlagen neurologischer und neuropsychologischer Erkrankungen bzw. Störungsbilder (insbesondere Pathogenese, Ätiologie, Symptomatik, Krankheitsverläufe und Heilungsprozesse) und die Fähigkeit, mögliche Interventionen zu benennen und darzustellen.
  • Grundsätzliches Verständnis für die Versorgung von Patienten mit unterschiedlichen Erkrankungen bzw. Störungsbildern.
  • Kenntnis des Einflusses spezieller Pathologien auf den Organismus und die Fähigkeit, Besonderheiten spezieller und akut/kritischer Versorgungssituationen reflektierend zu betrachten.
  • Fähigkeit, Besonderheiten unterschiedlicher Versorgungssituationen reflektierend zu betrachten.
  • Fähigkeit, medizinische Verantwortlichkeiten differenziert zu betrachten und medizinisches Handeln nachzuvollziehen.

Leistungsbewertung

Die Vergabe von Leistungspunkten und die Benotung erfolgen durch eine Klausur. Prüfungsleistungen gelten als erbracht, wenn sie mit mindestens "ausreichend" bewertet wurden. Die Benotung ergibt sich ausschließlich aus der Bewertung der Klausur. Es gibt keine Zulassungsvoraussetzungen zum Modul oder zur Prüfung.

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Dozenten und beteiligte Kliniken und Institute

Das Modul wird von einer Vielzahl von Dozenten aus verschiedenen Kliniken und Instituten der Universität zu Lübeck getragen:

  • Institut für Gesundheitswissenschaften
  • Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie
  • Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie
  • Klinik für Kinder- und Jugendmedizin
  • Klinik für Plastische Chirurgie, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie - Handchirurgie und Schwerbrandverletztenzentrum
  • Klinik für Neurologie
  • Institut für Anatomie
  • Klinik für Rheumatologie und klinische Immunologie

Zu den Lehrenden gehören unter anderem:

  • Prof. Dr. Katharina Röse
  • Prof. Dr. med. Thomas Münte
  • Prof. Dr. med. Ute Thyen
  • Dr. med. Imke Weyers
  • Prof. Peter Lamprecht
  • Prof. Dr. med. Arndt-Peter Schulz
  • Prof. Annette Baumgärtner, PhD
  • Prof. Dr. med. Andreas Paech
  • Prof. Dr. med. Gabriela Riemekasten
  • Prof. Dr. rer. nat., Dipl.-Psych. Frieder Paulus

Die Neurologische Klinik der Universität zu Lübeck: Ein Überblick

Die Klinik für Neurologie an der Universität zu Lübeck spielt eine zentrale Rolle in der Ausbildung von Ergotherapeuten im Bereich der Neurologie. Unter der Leitung von Prof. Dr. med. Andreas Moser und mit der Unterstützung eines umfangreichen Teams aus Oberärzten, Assistenzärzten und wissenschaftlichen Mitarbeitern bietet die Klinik ein breites Spektrum an diagnostischen und therapeutischen Leistungen.

Wichtige Ansprechpartner und Bereiche:

  • App. Leitender Oberarzt: Prof. Dr. med. Moser, Andreas, Raum Hs D1, R33
  • Chefsekretariat: Bruhn, Jasmin
  • Oberärzte: Priv.-Doz. Dr. med. Cirkel, Anna; Prof. Dr. med. Großkreutz, Julian, App. 43450; Prof. Dr. med. Helmchen, Christoph, App. 43410; Prof. Dr. med. Royl, Georg, App. 43415; Prof. Dr. med. Trillenberg, Peter, App. 43413; Dr. med. Wagner-Altendorf, Tobias, App. 43430
  • Assistenzärzte: Dr. med. Adam, Bettina; Antufjew, Anna; Balck, Alexander; Berger, Johann Linus, App. 43401; Ehm, Lis Merrit, App. 43401; Griebner, Norman, App. 0451 3101 8211; Dr. med. Hobert, Markus, App. 43401; Dr. med. Hummel, Katja; Krafft, Philipp; Lohse, Christina; Pacarizi, Yll, App. 43401; Dr. Paulus, Theresa, App. 43401; Priv.-Doz. Dr. med. 0451 3101 7431; Reichel, Marieke Veronika, App. 43401; Rogge, Berenike; Runge, Clemens; Sievert, Kris, App. 43401; Sprötge, Tim, App. 43401; Storm, Renana, App. 43401; Dr. Uter, Jan Christoph
  • Logopädie / Ergotherapie: Fischer, Svenja, App. 43482; Mann, Martina
  • Ergotherapie: Anstett, Meike, App. 48531; Nievelstein, Jana
  • Poliklinik: Amling, Karin, App. 12580; Fiebig, Birgit, App. 43427; Prof. Dr. med. Großkreutz, Julian, App. 43450; Hitzigrat, Stefanie, App. 43472; Kujath, Jana, App. 43472; Möller, Christiane
  • MS-Ambulanz: Dipl.-Pädagogin Reinhold, Anke
  • Neurovaskuläres Zentrum: Prof. Dr. med. Royl, Georg, App. 43415; Stöhr, Ulrike, App. 43416; Dr. med. Wagner-Altendorf, Tobias
  • Station A411 (39 SU) - Stroke Unit: App.
  • Station A511 (46c), Stationszimmer: App.
  • Tagesklinik: Banach, Jenny, App. 43405; Saad, Dua
  • Station A312 (43cn), Dienstzimmer: App.
  • Krankengymnastik, Physiotherapie: App.
  • Poliklinik: App. 43421, FAX-App.
  • Präzisionsneurologie PNL: Prof. Dr. med. Großkreutz, Julian, Raum EG, 39, Haus D1, Ratzeburger Allee 160, 23538 Lübeck
  • MS (Multiple Sklerose) Ambulanz: App.
  • EEG: App.
  • EMG: App.
  • Patientenakten-Archiv: App.

Forschungsschwerpunkte und Spezialbereiche:

Die Klinik für Neurologie ist auch in der Forschung aktiv und betreibt mehrere Spezialbereiche:

  • Institut für Neurogenetik: Unter anderem mit Dr. Grünewald, Anne; Prof. Dr. rer. nat. 0451 3101 8206; Prof. Dr. habil Pramstaller, Peter; Priv.-Doz. Dr. rer. nat. 0451 3101 8206.
  • Institut für systemische Motorikforschung: Mit Baaske, Magdalena; Prof. Dr. med. 0451 3101 8211; Dipl.-Inf. 0451 3101 8224; Krüger, Kirstin, App. 43452; Prof. Dr. med. Münchau, Alexander, App. 43477; Dr. med. Ripke, Annekatrin.
  • Zentrum für seltene Erkrankungen (ZSE): Prof. Dr. med. 0451 3101 8211; Krüger, Kirstin, App. 43452; Prof. Dr. med. Münchau, Alexander, App. 43477; Dr. med. Ripke, Annekatrin.
  • Neuroimmunologie: Priv.-Doz. Dr. med. Wandinger, Klaus-Peter

Bedeutung für die Ergotherapieausbildung:

Die enge Verzahnung von Klinik, Forschung und Lehre ermöglicht es den Studierenden der Ergotherapie, von aktuellem Wissen und modernsten Behandlungsmethoden zu profitieren. Die vielfältigen Einsatzbereiche innerhalb der Klinik, von der Stroke Unit bis zur MS-Ambulanz, bieten den Studierenden die Möglichkeit, praktische Erfahrungen in verschiedenen neurologischen Fachgebieten zu sammeln. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit anderen Berufsgruppen, wie Ärzten, Physiotherapeuten und Logopäden, fördert das Verständnis für die komplexen Anforderungen in der neurologischen Rehabilitation.

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