Einleitung
Ein starkes Immunsystem ist von entscheidender Bedeutung, um den Körper vor Krankheitserregern zu schützen. Eine Schwächung des Immunsystems kann jedoch zu erhöhter Infektanfälligkeit führen, was sich in wiederkehrenden Erkältungen, Blasenentzündungen oder anderen Infektionen äußern kann. Es gibt vielfältige Ursachen für eine solche Schwächung, von chronischen Krankheiten und Autoimmunerkrankungen bis hin zu Lebensstilfaktoren wie Schlafmangel und Stress. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen eines durch Erkältung geschwächten zentralen Nervensystems und die komplexen Zusammenhänge zwischen Immunsystem, Nervensystem und äußeren Einflüssen.
Das Immunsystem und seine Funktionsweise
Das Immunsystem ist ein komplexes Netzwerk, das den Körper vor Infektionen schützt. Es besteht aus zwei Hauptsäulen:
- Unspezifisches Immunsystem: Reagiert sofort auf eingedrungene Erreger und versucht, diese bereits am Ort des Eindringens unschädlich zu machen.
- Spezifisches Immunsystem: Reagiert gezielt auf Krankheitserreger und bildet Gedächtniszellen, die bei erneutem Kontakt mit dem Erreger eine schnelle Immunantwort ermöglichen.
Das Immunsystem besteht aus verschiedenen Organen, Zelltypen (z. B. Fresszellen, T- und B-Zellen) und Eiweißstoffen (Plasmaproteine). Es verhindert Gewebsschädigung durch Krankheitserreger und vernichtet fehlerhaft gewordene körpereigene Zellen.
Infektanfälligkeit: Wann spricht man davon?
Es ist nicht immer einfach, eine klare Grenze zwischen normaler und erhöhter Infektanfälligkeit zu ziehen. Im Allgemeinen gilt:
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- Kinder: Mehr als acht Infektionen pro Jahr gelten als erhöht.
- Erwachsene: Mehr als fünf Infektionen pro Jahr gelten als erhöht.
Weitere Anzeichen für eine erhöhte Infektanfälligkeit sind:
- Infektionen heilen nicht richtig aus.
- Symptome bleiben zurück.
- Infektionen verlaufen schwerer als üblich.
- Komplikationen treten auf.
- Hohes Fieber über mehrere Tage
- Starke Kopfschmerzen und Kurzatmigkeit
Ursachen für ein geschwächtes Immunsystem
Eine erhöhte Infektanfälligkeit kann verschiedene Ursachen haben. Grundsätzlich unterscheidet man angeborene und erworbene Immundefekte, wobei der Lebensstil oft eine entscheidende Rolle spielt.
Angeborene Immundefekte (PID)
Primäre Immundefekte (PID) sind seltene Erbkrankheiten, bei denen das Immunsystem von Geburt an in seinen Funktionen gestört ist. Dies kann verschiedene Bereiche des Immunsystems betreffen, z. B. die Bildung von Antikörpern durch B-Lymphozyten oder die Funktion von T-Lymphozyten bei der Erkennung und Zerstörung fremder Zellen.
Erworbene Immundefekte
Sekundäre Immundefekte sind erworbene Immunschwächen, die als Begleiterscheinung von Erkrankungen oder Behandlungen auftreten können. Mögliche Auslöser sind:
- Systemische Erkrankungen: Diabetes mellitus, Autoimmunerkrankungen, Tumorerkrankungen, HIV/Aids, Long-Covid-Syndrom
- Immunsuppressive Therapien: Chemotherapie, Kortisonbehandlungen, Medikamente nach Organtransplantationen
- Längere schwere Erkrankungen
- Altersbedingte Immunschwäche
- Schäden an Organen: Lebererkrankungen, Nierenerkrankungen, Verlust der Milz
Lebensstilfaktoren
Ein ungesunder Lebensstil kann das Immunsystem erheblich schwächen. Zu den wichtigsten Faktoren gehören:
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- Chronischer Stress: Stress beeinflusst die Abwehrzellen und führt zu einer vermehrten Ausschüttung von Stresshormonen wie Cortisol, die das Immunsystem unterdrücken können.
- Schlafmangel: Im Schlaf werden Informationen über Krankheitskeime im Langzeitspeicher des Abwehrsystems übertragen. Schlafmangel schwächt das Immunsystem.
- Unausgewogene Ernährung: Ein Mangel an Mikronährstoffen wie Vitamin C, Vitamin D, Zink, Selen, Kupfer, Eisen, Folsäure, Vitamin A, Vitamin B2 und Vitamin B12 kann die Immunfunktion beeinträchtigen.
- Übergewicht und Untergewicht: Beide Zustände können die körpereigene Abwehr schwächen.
- Alkohol und Rauchen: Regelmäßiger Konsum von Alkohol und Zigaretten stört die Immunfunktion.
- Mangelnde Bewegung: Regelmäßige Bewegung an der frischen Luft stärkt die Abwehrkräfte.
- Darmgesundheit: Eine gestörte Darmflora kann das Immunsystem schwächen, da sich ein Großteil der Immunzellen im Darm befindet.
- Mangelnde Hygiene/Übertriebene Sauberkeit: Sowohl mangelnde Hygiene als auch übertriebene Sauberkeit beeinflussen unser Immunsystem.
Weitere Faktoren
- Menstruation: Einige Frauen sind kurz vor oder während der Menstruation anfälliger für Infekte.
- Schwangerschaft: Viele werdende Mütter erkranken während der Schwangerschaft häufiger an Infekten als sie es gewohnt sind.
Das zentrale Nervensystem und seine Beeinträchtigung durch Erkältungen
Das zentrale Nervensystem (ZNS), bestehend aus Gehirn und Rückenmark, kann indirekt durch Erkältungen und ein geschwächtes Immunsystem beeinträchtigt werden. Dies geschieht hauptsächlich durch:
- Entzündungsreaktionen: Während einer Erkältung werden Entzündungsbotenstoffe freigesetzt, die auch das Nervensystem beeinflussen können.
- Stresshormone: Die durch die Erkältung ausgelöste Stressreaktion kann zu einer erhöhten Ausschüttung von Stresshormonen führen, die das Nervensystem belasten.
- Autoimmunreaktionen: In seltenen Fällen können Erkältungen Autoimmunreaktionen auslösen, bei denen das Immunsystem fälschlicherweise Nervenzellen angreift.
Autoimmunerkrankungen des Nervensystems
Einige Autoimmunerkrankungen können das Nervensystem schädigen und durch Infektionen, einschließlich Erkältungen, ausgelöst oder verschlimmert werden:
- Multiple Sklerose (MS): Das Immunsystem greift die Myelinscheide der Nervenfasern an, was zu vielfältigen neurologischen Symptomen führen kann.
- Guillain-Barré-Syndrom (GBS): Das Immunsystem greift die peripheren Nerven an, was zu Lähmungen führen kann.
- Chronisch-inflammatorische demyelinisierende Polyneuropathie (CIDP): Ähnlich wie GBS, aber mit chronischem Verlauf.
- Neurosarkoidose: Bildung von Gewebeknötchen (Granulomen) im Nervengewebe, die Druck auf die Nerven ausüben und deren Funktion einschränken können.
- Systemischer Lupus erythematodes (SLE): Eine Autoimmunerkrankung, die verschiedene Organe betreffen kann, einschließlich des Nervensystems.
Weitere neurologische Erkrankungen
- Schädel-Hirn-Trauma (SHT): Eine traumatische Verletzung des Gehirns, die oft durch Unfälle verursacht wird.
- Neurodegenerative Erkrankungen: Eine Vielzahl von Krankheiten, bei denen nach und nach Neurone des ZNS absterben (z.B. Alzheimer, Parkinson, Chorea Huntington).
- Schlaganfall: Eine plötzlich auftretende Störung des Blutflusses im Gehirn, die zu einer Unterversorgung des Gewebes mit Sauerstoff und Nährstoffen führt.
Auswirkungen von Nervenschädigungen
Schädigungen von Nervenfasern im Gehirn oder Rückenmark führen in der Regel immer zu irreversiblen Funktionsverlusten und damit lebenslangen Behinderungen, wie beispielsweise Querschnittslähmungen nach Rückenmarksverletzungen oder Erblindungen nach Sehnervschädigungen.
Herpesviren und das Immunsystem
Herpesviren sind weit verbreitet und können bei einem geschwächten Immunsystem reaktiviert werden. Zu den humanen Herpesviren (HHV) gehören:
- Herpes simplex-Virus Typ 1 (HSV-1): Verursacht hauptsächlich Lippenherpes.
- Herpes simplex-Virus Typ 2 (HSV-2): Verursacht hauptsächlich Genitalherpes.
- Varizella-Zoster-Virus (VZV): Verursacht Windpocken und Gürtelrose.
- Epstein-Barr-Virus (EBV): Verursacht Pfeiffersches Drüsenfieber.
- Cytomegalievirus (CMV): Kann bei Immunsupprimierten zu schweren Erkrankungen führen.
- Humane Herpesviren 6 (HHV-6) und HHV-7: Verursachen Dreitagefieber bei Kindern.
- Kaposi-Sarkom-assoziiertes Herpesvirus (KSHV): Kann bei Immunsupprimierten Tumore verursachen.
Herpesviren können das Immunsystem beeinflussen und Strategien entwickeln, um die Immunabwehr zu umgehen.
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Was tun bei erhöhter Infektanfälligkeit?
Bei Verdacht auf eine erhöhte Infektanfälligkeit sollte ein Arzt aufgesucht werden, um die Ursache abzuklären. Die Behandlung richtet sich nach der Ursache und kann folgende Maßnahmen umfassen:
- Behandlung von Grunderkrankungen: Wenn eine Erkrankung wie Diabetes oder eine Autoimmunerkrankung die Ursache ist, sollte diese behandelt werden.
- Anpassung der Medikation: Immunsuppressive Medikamente sollten gegebenenfalls reduziert oder durch andere Medikamente ersetzt werden.
- Lebensstiländerungen: Eine gesunde Ernährung, ausreichend Schlaf, regelmäßige Bewegung und Stressabbau können das Immunsystem stärken.
- Nahrungsergänzungsmittel: Bei einem Mangel an Mikronährstoffen können Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll sein.
- Impfungen: Schutzimpfungen können vor bestimmten Infektionen schützen.
- Immuntherapie: In einigen Fällen kann eine Immuntherapie zur Stärkung des Immunsystems eingesetzt werden.
- Spenglersan-Immuntherapie: Behandlung und Vorbeugung grippaler und weiterer Infekte, Entzündungen jeglicher Art, Herpes, Bronchitis.
- Kolloidales Silber: Wirkt wie ein Breitband-Antibiotikum und tötet alle einzelligen Parasiten (Bakterien, Viren, Pilze) in kürzester Zeit ohne Nebenwirkungen ab.
Tipps zur Stärkung des Immunsystems
- Ausgewogene Ernährung: Viel frisches Obst und Gemüse, wenig Fleisch.
- Regelmäßige Bewegung: Mindestens dreimal pro Woche 30 bis 45 Minuten trainieren.
- Stressabbau: Ausreichende Entspannungs- und Erholungsphasen.
- Ausreichend Schlaf: 7,5 Stunden pro Nacht.
- Verzicht auf Alkohol und Rauchen.
- Regelmäßiges Händewaschen.
- Viel im Freien aufhalten, um Vitamin D zu bilden.
- Darmgesundheit fördern.
Psychoneuroimmunologie: Die Verbindung zwischen Psyche und Immunsystem
Die Psychoneuroimmunologie untersucht die Wechselwirkungen zwischen Psyche, Nervensystem, Hormonsystem und Immunsystem. Studien haben gezeigt, dass Optimismus, Selbstwertgefühl und soziale Bindungen einen positiven Einfluss auf das Immunsystem haben, während Stress und Depressionen die Immunabwehr schwächen können.
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