Einführung
Die Neurologie in Erlangen, insbesondere die Arbeit von Jürgen Winkler, spielt eine bedeutende Rolle in der Forschung und Behandlung der hereditären Spastischen Paraplegie (HSP). Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Aspekte von Winklers Arbeit, seine Beteiligung am TreatHSP.net Konsortium, seine Forschungsschwerpunkte und seinen Beitrag zur Entwicklung neuer diagnostischer Werkzeuge.
Jürgen Winkler und TreatHSP.net
Jürgen Winkler ist ein wichtiger Partner im TreatHSP.net Konsortium und leitet das Teilprojekt 2. Seine langjährige Erfahrung als Neurologe und Leiter der HSP-Ambulanz in der Molekularen Neurologie des Universitätsklinikums Erlangen machen ihn zu einem Experten auf diesem Gebiet.
Klinische und neurowissenschaftliche Charakterisierung von HSP-Formen
Winklers Arbeit konzentriert sich auf die eingehende klinische und neurowissenschaftliche Charakterisierung verschiedener HSP-Formen, insbesondere SPG4 und SPG11. Diese detaillierte Analyse ist entscheidend, um die komplexen Mechanismen der Krankheit zu verstehen und gezielte Therapien zu entwickeln.
Entwicklung eines sensorischen Bewegungsanalysesystems
Ein wesentlicher Beitrag von Winkler ist die Mitentwicklung eines sensorischen Bewegungsanalysesystems für den Gang bei verschiedenen neurologischen Bewegungserkrankungen. Dieses System zielt darauf ab, objektive Gangparameter zu erfassen, die als digitale Biomarker für die Diagnose und Verlaufsprognose von HSP dienen können.
Bedeutung digitaler Biomarker für die HSP-Diagnostik
Die Entwicklung digitaler Biomarker ist ein vielversprechender Ansatz, um die Diagnostik von HSP zu verbessern und den Krankheitsverlauf besser einschätzen zu können. Durch die objektive Messung von Gangparametern können subtile Veränderungen frühzeitig erkannt und der Therapieerfolg besser beurteilt werden.
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Forschungsprofil und Schwerpunkte
Winklers Forschungsprofil umfasst verschiedene Schwerpunkte, die alle darauf abzielen, das Verständnis von HSP zu vertiefen und neue Therapieansätze zu entwickeln. Dazu gehören:
- Molekulare Mechanismen der HSP: Untersuchung der genetischen und molekularen Ursachen von HSP, um gezielte Therapien zu ermöglichen.
- Klinische Studien: Durchführung von klinischen Studien, um die Wirksamkeit neuer Medikamente und Therapien zu überprüfen.
- Entwicklung von Biomarkern: Identifizierung und Validierung von Biomarkern, die zur Diagnose und Verlaufskontrolle von HSP eingesetzt werden können.
- Translationale Forschung: Übertragung von Forschungsergebnissen in die klinische Praxis, um die Patientenversorgung zu verbessern.
Forschungserfolge und Projekte
Winklers Forschung hat bereits zu bedeutenden Erfolgen geführt. Dazu gehören die Identifizierung neuer Gene, die mit HSP in Verbindung stehen, sowie die Entwicklung neuer diagnostischer Verfahren. Seine Projekte werden durch verschiedene Förderprogramme unterstützt, darunter das IZKF (Interdisziplinäres Zentrum für Klinische Forschung).
Publikationen und wissenschaftliche Beiträge
Winkler hat zahlreiche Publikationen in renommierten Fachzeitschriften veröffentlicht. Diese Arbeiten tragen dazu bei, das Wissen über HSP zu erweitern und die Forschung in diesem Bereich voranzutreiben. Zu seinen Veröffentlichungen gehören:
- Klucken J, Poehler A.-M, Ebrahimi-Fakhari D, Schneider J, Nuber S, Rockenstein E, Schlötzer-Schrehardt U, Hyman B. T, Mc Lean P. J, Masliah E, Winkler J (2012) Alpha-synuclein aggregation involves a bafilomycin A1-sensitive autophagy pathway.
- May V, Nuber S, Marxreiter F, Riess O, Winner B, Winkler J (2012) Impairment of olfactory bulb neurogenesis depends on the presence of human wild type alphasynuclein.
- Kohl Z, Winner B, Ubhi K, Rockenstein E, Mante M, Münch M, Barlow C, Carter T, Masliah E, Winkler J (2012) Fluoxetine rescues impaired hippocampal neurogenesis in a transgenic A53T synuclein mouse model.
- Hehr U, Bauer P, Winner B, Schuele R, Oelmez A, Koehler W, Uyanik G, Engel A, Lenz D, Seibel A, Hehr A, Ploetz S, Gamez J, Rolfs A, Weiss J, Ringer TM, Schuierer G, Marienhagen J, Bogdahn U, Weber BHF, Topaloglu H, Schoels L, Riess O, Winkler J. (2007) Long-term course and mutational spectrum of spatacsin-linked spastic paraplegia contributed equally.
- Uyanik G, Morris-Rosendahl DJ, Stiegler J, Klapecki J, Gross C, Bermann Y, Martin P, Dey L, Spranger S, Korenke GC, Schreyer I, Hertzberg C, Neumann TE, Burkart P, Spaich C, Meng M, Holthausen H, Ades L, Seidel J, Mangold E, Buyse G, Meinecke P, Schara U, Zeschigk C, Muller D, Helland G, Schulze B, Wright ML, Korge-Jung S, Hehr A, Bogdahn U, Schuierer G, Kohlhase J, Aigner L, Wolff G, Heher U, Winkler J (2007) Location and type of mutation in the LIS1 gene do not predict phenotypic severity.
Diese Publikationen zeigen Winklers Engagement für die Erforschung der molekularen Grundlagen neurologischer Erkrankungen und die Entwicklung neuer Therapieansätze.
Ausbildung und Studium
Winkler absolvierte sein Studium der Humanmedizin in Freiburg i. Br. Seine akademische Laufbahn und seine Forschungstätigkeit haben ihn zu einem anerkannten Experten auf dem Gebiet der Neurologie gemacht.
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Die Bedeutung der interdisziplinären Zusammenarbeit
Winklers Arbeit profitiert von der interdisziplinären Zusammenarbeit mit anderen Forschern und Klinikern. Durch den Austausch von Wissen und Expertise können neue Erkenntnisse gewonnen und innovative Therapieansätze entwickelt werden.
Angebote für Studierende
Die Fakultät bietet verschiedene Studiengänge an, an denen Winkler und seine Mitarbeiter beteiligt sind. Dazu gehören:
- Medizin Erlangen/Bayreuth
- Molekulare Medizin, B.Sc.
- Molecular Medicine, M.Sc.
- Medical Process Management, M.Sc.
Diese Studiengänge bieten Studierenden die Möglichkeit, sich mit den neuesten Forschungsergebnissen und Behandlungsmethoden im Bereich der Neurologie vertraut zu machen.
Klinische Versorgung und HSP-Ambulanz
Die HSP-Ambulanz am Universitätsklinikum Erlangen, unter der Leitung von Jürgen Winkler, bietet eine umfassende Versorgung für Patienten mit hereditärer Spastischer Paraplegie. Dazu gehören:
- Diagnostik: Durchführung von genetischen Tests und neurologischen Untersuchungen, um die Diagnose zu sichern.
- Therapie: Entwicklung individueller Therapiepläne, die auf die spezifischen Bedürfnisse des Patienten zugeschnitten sind.
- Beratung: Beratung von Patienten und ihren Familien über die Erkrankung und die verfügbaren Behandlungsmöglichkeiten.
- Forschung: Teilnahme an klinischen Studien, um neue Medikamente und Therapien zu entwickeln.
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