Viele Menschen befürchten, mit zunehmendem Alter ihre geistige Leistungsfähigkeit einzubüßen. Diese Sorge ist angesichts der steigenden Zahl von Demenzerkrankungen in einer alternden Bevölkerung durchaus berechtigt. Glücklicherweise deuten wissenschaftliche Erkenntnisse darauf hin, dass eine gesunde Ernährung einen erheblichen Einfluss auf unsere kognitiven Fähigkeiten und unser Gedächtnis haben kann.
Die MIND-Diät: Ein vielversprechender Ansatz
Eine Ernährungsform, die sich besonders hervorhebt, ist die MIND-Diät (Mediterranean-DASH Intervention for Neurodegenerative Delay). Diese Diät, die 2015 von Forschern entwickelt wurde, kombiniert Elemente der Mittelmeerdiät mit der DASH-Diät (Dietary Approaches to Stop Hypertension). Die Mittelmeerdiät ist reich an Vollkornprodukten, Obst, Gemüse, Hülsenfrüchten und Olivenöl, während die DASH-Diät hauptsächlich zur Vorbeugung oder Behandlung von Bluthochdruck eingesetzt wird.
Studien deuten darauf hin, dass das Gehirn unter der MIND-Diät besser arbeitet und dass sie den altersbedingten kognitiven Verfall verlangsamen kann. Es gibt auch Hinweise darauf, dass die MIND-Diät eine Rolle beim Schutz vor Alzheimer und Demenz spielen kann. Eine Studie, in der Erwachsene mittleren und höheren Alters über viereinhalb Jahre begleitet wurden, ergab, dass diejenigen, die die Diät besonders konsequent befolgten, eine geringere Alzheimer-Rate aufwiesen. Selbst Teilnehmer, die sie nur teilweise umsetzten, profitierten mehr als jene, die sich ausschließlich an die Mittelmeer- oder die DASH-Diät hielten.
Es ist nie zu spät, die Ernährung umzustellen. Die Ergebnisse sind vielversprechend, nicht nur für ältere, sondern auch für jüngere Menschen. Die MIND-Diät ist keine strenge Diät, sondern vielmehr ein Lebensstil, der einen klaren Rahmen dafür bietet, welche Lebensmittel für Gehirn und Körper besonders förderlich sind. Grundlage ist ein Punktesystem, das bewertet, wie gut die Prinzipien der MIND-Diät eingehalten werden. Laut Christy Tangney, Professorin für klinische Ernährung und Mitentwicklerin der Diät an der Rush University in Chicago, liegt einer der Vorteile der MIND-Diät darin, dass man sie nicht perfekt befolgen muss, um von ihren Vorteilen zu profitieren.
Zentrale Bestandteile der MIND-Diät
Zu den zentralen Bestandteilen der MIND-Diät gehören:
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- Dunkelgrünes Blattgemüse: Spinat, Grünkohl, Mangold, Kohl und Rucola
- Buntes Gemüse: Spargel, Brokkoli, Rosenkohl, Karotten und Paprika
- Beeren
- Natives Olivenöl extra vergine
- Nüsse: Mandeln, Walnüsse und Pistazien
- Vollkornprodukte: Brauner Reis, Quinoa, Dinkel, Hafer und Vollkornbrot
Es wird empfohlen, den Konsum von rotem und verarbeitetem Fleisch, Butter, Margarine, vollfettem Käse, Gebäck, Süßigkeiten, Fast Food und frittierten Speisen zu vermeiden. Christy Tangney betont, dass eines der wichtigsten Ziele darin besteht, die Aufnahme von gesättigten Fetten und zugesetztem Zucker zu reduzieren.
Gemeinsamkeiten mit anderen gesunden Ernährungsformen
MIND-, Mittelmeer- und DASH-Diät haben viele Gemeinsamkeiten: Sie legen Wert auf Obst, Gemüse und Vollkornprodukte und meiden gesättigte Fette, verarbeitetes Fleisch und Zucker. Viele Lebensmittel der MIND-Diät, wie grünes Blattgemüse und Beeren, sind reich an sekundären Pflanzenstoffen, sogenannten Flavonoiden.
Die Rolle von Flavonoiden, Ballaststoffen und einem gesunden Darmmikrobiom
Die Epidemiologin und Gesundheitswissenschaftlerin Natalia Palacios von der University of Massachusetts Lowell erklärt, dass Flavonoide stark antioxidativ und entzündungshemmend wirken. Oxidativer Stress und Entzündungen sind sehr schädlich für das Gehirn. Auch Fisch spielt eine wichtige Rolle.
Der Neurowissenschaftler Rudy Tanzi, Direktor des McCance Center für Hirngesundheit am Massachusetts General Hospital in Boston, erklärt, dass mit zunehmendem Alter mehr Entzündungen in Gehirn und Körper auftreten. Neuroinflammation führt zu Funktionsstörungen im Gehirn sowie zu Nervenschäden und Zelltod. Der hohe Ballaststoffgehalt und die Vielfalt pflanzlicher Nährstoffe in der MIND-Diät fördern ein gesundes Darmmikrobiom mit „mehr schützenden und weniger schädlichen Bakterien“, wie Tanzi betont.
Auswirkungen auf das Gehirnvolumen und kognitive Funktionen
Die MIND-Diät kann sich sogar auf das Gehirnvolumen auswirken und kognitive Funktionen wie Gedächtnis, Verarbeitungsgeschwindigkeit und planerisches Denken verbessern. Eine im Fachjournal Alzheimer’s & Dementia veröffentlichte Studie ergab, dass Menschen, die sich am strengsten an die MIND-Diät hielten, ein größeres Hirnvolumen in wichtigen Arealen wie Hippocampus und Thalamus aufwiesen. Diese Bereiche spielen eine Schlüsselrolle für das Gedächtnis, das Lernen, die motorische Kontrolle, die Aufmerksamkeit und die Regulation von Gefühlen.
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Die Bedeutung von Qualität und Konsistenz
Die MIND-Diät erinnert uns daran, dass unsere Ernährung nicht nur den Körper, sondern auch das Gehirn beeinflusst. Natalia Palacios betont, dass für die Gehirngesundheit vor allem die Qualität und Konsistenz der Ernährung wichtig sind - Tag für Tag und Jahr für Jahr. Ihre Kollegin Uma Naidoo ergänzt, dass dies keine Frage des Alters ist, sondern in allen Lebensphasen gilt.
Interview mit Professor Tilman Grune: Gehirngesunde Ernährung im Fokus
Professor Dr. Tilman Grune, wissenschaftlicher Vorstand des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE) und Lehrstuhlinhaber für Molekulare Toxikologie an der Universität Potsdam, betont, dass das Gehirn als stoffwechselaktives Organ bestimmte Nährstoffe benötigt, vor allem Mikronährstoffe (Vitamine, Spurenelemente, mehrfach ungesättigte Fettsäuren), ohne die eine normale Funktion nicht möglich ist. Eine Ernährung, die gesund für das Gehirn ist, unterscheidet sich nicht von einer Ernährung, die gesund für den gesamten Organismus ist.
Wege, wie Nahrung das Gehirn beeinflusst
Die Forschung steht noch am Anfang, aber es gibt verschiedene hormonelle und nicht-hormonelle Wege, die unser Gehirn über unsere Nahrung beeinflussen. Es gibt Insulinrezeptoren im Gehirn, auf die unsere Nahrung über die Insulinproduktion und die Rezeptoraktivierung einen direkten Einfluss hat. Zudem wird die Gut-Brain-Axis immer weiter erforscht, speziell in diesem Zusammenhang z. B., wie mikrobielle Abbauprodukte bestimmte Reaktionen im Gehirn beeinflussen können. Geschmacksempfinden, Lern- und Erziehungsprozesse über Nahrungspräferenzen und gesellschaftliche Strukturen beeinflussen unsere Nahrungsauswahl und damit auch wieder die Nahrungszusammensetzung.
Wie das Gehirn unsere Ernährung beeinflusst
Das Gehirn hat unabhängig von der eigenen Nährstoffversorgung bestimmte regulative Belohnungssysteme. Essen ist nicht nur Nährstoffaufnahme, sondern auch ein soziales Event und Erlebnis. Ein klassisches Beispiel ist Schokolade - diese führt über eine Endorphinausschüttung dazu, dass man Zufriedenheit empfindet. Es gibt evolutionär entstandene Mechanismen z. B. die Vorliebe für zucker- und fettreiche Nahrung. Steuerungsmechanismen zu verstehen bedeutet zu wissen, wo wir eingreifen können. In bestimmten Lebensabschnitten bzw. bei bestimmten Personengruppen kann man besser einwirken, als in bzw. bei anderen.
Ernährungsgewohnheiten der Mutter und die Gehirnentwicklung des Kindes
Die Ernährungsweise der Mutter beeinflusst die Vernetzung der Nervenzellen im Gehirn der nachfolgenden Generation. Die Daten sind eindeutig: Die Struktur des Gehirns wird durch die Ernährung der Mutter beeinflusst. Denkbar sind epigenetische Veränderungen und plazentagängige Stoffe, die auf den sich entwickelnden Fetus einwirken. Faktoren wie Hunger oder Alkoholkonsum bzw. Einnahme von Medikamenten während der Schwangerschaft können sich auf das Kind auswirken - zum Teil viel später im Leben.
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Ernährung und Altern
Eine hochbetagte Bevölkerung leidet eher unter einer Unterversorgung hinsichtlich Energie, Mikronährstoffen und Proteinen. Bestimmte vom Gehirn gesteuerte Belohnungssysteme funktionieren nicht mehr - z. B. die Appetitregulierung. Auch Veränderungen im Verdauungstrakt können dazu führen, dass manche Lebensmittel nicht mehr vertragen werden. Viele Ernährungsempfehlungen weltweit berücksichtigen diese Gruppe noch nicht ausreichend.
Lipofuszin und seine Auswirkungen
Lipofuszin sind Proteinaggregate, die sich vor allem in Zellen ansammeln, die sich nicht mehr teilen, dazu gehören auch Gehirnzellen. Lipofuszin wirkt sich auf den Zellstoffwechsel aus. Die Forschung konzentriert sich darauf, welche funktionellen Auswirkungen Lipofuszin hat und welche Ernährung die an der Reparatur beteiligten Systeme günstig beeinflussen kann, um Alterungsprozessen und damit verbundenen Erkrankungen entgegenzuwirken. Ein Ansatzpunkt ist die Proteolysestimulation durch bestimmte Nahrungsinhaltsstoffe, sodass die Funktion der Zelle länger erhalten bleibt.
Weitere wichtige Aspekte für die Gehirngesundheit
Die Rolle der Mittelmeerküche
Die traditionelle Mittelmeerküche mit viel Obst, Gemüse, Hülsenfrüchten, fettem Seefisch und Olivenöl ist ein bewährtes Vorbild für eine gehirngesunde Ernährung. Studien zeigen, dass sie das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes senken und zugleich die Hirngesundheit verbessern kann.
Polyphenole und Omega-3-Fettsäuren
Polyphenole (natürliche Stoffe, die Pflanzen ihre Farbe geben) sind in Obst, Gemüse und kaltgepresstem Olivenöl enthalten. Omega-3-Fettsäuren aus fettem Seefisch wie Thunfisch, Dorade oder Sardelle unterstützen die Zellgesundheit. Sie sind auch in Walnüssen, Chiasamen, Leinsamen und Avocados enthalten. Nüsse sind auch deshalb wertvoll, weil sie wichtige pflanzliche Proteine, viele Mineralstoffe und Vitamine liefern.
Stark verarbeitete Lebensmittel vermeiden
Aktuelle Studien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie zeigen, dass der Konsum von stark verarbeiteten Lebensmitteln das Risiko, an einer Demenz zu erkranken, deutlich erhöht. Dazu zählen unter anderem Fast Food, Fertigpizza, Dosenravioli, Instantsuppen oder Mikrowellengerichte. Forschende gehen davon aus, dass stark verarbeitetes Essen auf verschiedene Arten ungesund fürs Gehirn sein kann:
- Übergewicht: Häufig stark verarbeitete Lebensmittel zu essen, führt zu Übergewicht, was Erkrankungen wie Bluthochdruck oder Diabetes begünstigen kann.
- Gestörte Darmflora: Essen mit vielen gesättigten Fetten, Salz und wenig Ballaststoffen kann die mikrobielle Vielfalt im Darm verändern. Dies kann via Darm-Hirn-Achse krankmachende Veränderungen im Gehirn nach sich ziehen.
- Geschädigte Nervenzellen: Manche Stoffe wie künstliche Aromen oder andere Zusatzstoffe können Nervenzellen schädigen. Ob sie wirklich Demenz begünstigen, wird noch erforscht.
Empfehlungen für eine gehirngesunde Ernährung
- So oft wie möglich frisch kochen und industriell hergestellte Produkte meiden.
- Obst und Gemüse liefern Vitamine und sekundäre Pflanzenstoffe, die Entzündungen entgegenwirken. Besonders Beeren, Äpfel und Birnen gelten als förderlich für die Gedächtnisleistung.
- Gesunde Fette aus Oliven- oder Rapsöl, Nüssen und fettem Seefisch stärken die Zellmembranen im Gehirn. Rapsöl hat in nordischen Studien ähnlich positive Effekte gezeigt wie Olivenöl im Mittelmeerraum.
- Nüsse liefern pflanzliches Eiweiß, gesunde Fette und viele Mineralstoffe - eine kleine Handvoll pro Tag ist ideal.
- Polyphenole aus Olivenöl, Heidelbeeren oder rotem Traubensaft wirken gegen sogenannten „oxidativen Stress“ - also gegen Stoffe, die Zellen schädigen und Alterungsprozesse beschleunigen können.
- Trinken Sie ausreichend Wasser oder ungesüßten Tee.
Eine gute Ernährung funktioniert oft nicht von heute auf morgen. Auch Bewegung, geistige Aktivität, soziale Kontakte und ausreichend Schlaf tragen dazu bei, das Risiko für eine Demenz zu senken.
Brainfood: Optimale Ernährung für das Gehirn
Brainfood sind Lebensmittel und Speisen, die dem Gehirn die optimale Nährstoffkombination für eine reibungslose Funktion liefern sollen. Eine Ernährung, die den Körper gesund erhält, ist gleichzeitig auch gut für das Gehirn. Die bestmögliche Ernährung für das Gehirn ist bunt und abwechslungsreich mit viel Obst und Gemüse, hochwertigen pflanzlichen Ölen, Vollkorngetreide, Nüssen, Samen sowie hin und wieder Fleisch oder Fisch. Wer sich an das Prinzip der mediterranen Ernährung hält, macht schon sehr viel richtig.
Wichtige Nährstoffe für das Gehirn
- Lipide: Sie spielen eine große Rolle bei der Signalübertragung zwischen Zellen. Etwa 50 Prozent der Lipide sind mehrfach ungesättigte Fettsäuren, die für die Gesundheit der Synapsen und für die Gehirnleistung verantwortlich sind.
- Vitamine: B-Vitamine, vor allem B6, B9 (Folsäure) und B12, sind für die Gehirnentwicklung und die geistige Leistungsfähigkeit besonders wertvoll.
- Spurenelemente: Eisen, Jod und Zink spielen eine wichtige Rolle für die Entwicklung und Funktion des Gehirns.
Brainfood-Lebensmittel
Ein Tag mit optimaler Brainfood-Kost enthält alles, was Körper und Gehirn für eine reibungslose Funktion brauchen:
- Kohlenhydrate aus Vollkorngetreide
- Mehrfach ungesättigte Fettsäuren, wie sie etwa in Nüssen, Leinöl, Rapsöl, Avocados oder Lachs enthalten sind
- Eiweiß aus mageren Milchprodukten, Eiern, Fisch und Meeresfrüchte (mit einem hohen Gehalt an wertvollen Omega-3-Fettsäuren), Hülsenfrüchten, Nüssen, hin und wieder auch Fleisch
- Buntes Gemüse und Obst dank Vitaminen, Mineralstoffen und sekundären Pflanzenstoffen: mindestens fünf Portionen täglich (drei Portionen Gemüse und zwei Portionen Obst), so abwechslungsreich wie möglich
- Mindestens 1,5 Liter Wasser oder ungesüßten Tee am Tag trinken
Der Einfluss von Blutzucker und Ketonkörpern
Das menschliche Gehirn ist ein wahrer Energiefresser, das bis zu 20 % des täglichen Energieumsatzes des Körpers verbraucht. Die primäre Energiequelle des Gehirns ist Glucose. Neben Glucose gibt es jedoch noch eine alternative Energiequelle für das Gehirn: Ketonkörper. Diese werden bei sehr eingeschränkter Kohlenhydratzufuhr oder beim Fasten in der Leber aus Fettsäuren synthetisiert. Ketonkörper können die Blut-Hirn-Schranke passieren und den Neuronen als Energielieferant zur Verfügung stehen. Ketonkörper sind für unser Gehirn nicht nur eine effiziente Energiequelle, sondern besitzen auch neuroprotektive Eigenschaften, die die kognitive Leistungsfähigkeit unterstützen und möglicherweise das Risiko neurodegenerativer Erkrankungen senken können.
Tipps zur Aufrechterhaltung eines stabilen Blutzuckerspiegels
- Ausgewogene Makronährstoffverteilung: Eine Mahlzeit, die ausreichend Proteine und Fette enthält, führt zu einer langsameren und stetigeren Blutzuckeranstieg.
- Richtige Kohlenhydratauswahl: Komplexe Kohlenhydrate wie (abgekühlte) Kartoffeln, Quinoa, Hülsenfrüchte oder stärkehaltiges Gemüse sind ideal. Einfache Zucker wie in Süßigkeiten oder Softdrinks führen zu einem steilen und starken Blutzuckeranstieg.
- Regelmäßige Mahlzeiten: Durch das regelmäßige Essen über den Tag verteilt wird, ein gleichmäßiger Glucosefluss gewährleistet.
- Bewusste Snackauswahl: Mit Snacks wie z. B. Nüssen, Samen oder Gemüse mit Dip kann der Blutzuckerspiegel stabil gehalten werden.
- Physische Aktivität: Regelmäßige körperliche Bewegung fördert die Glukoseaufnahme in die Zellen und verbessert die Insulinempfindlichkeit.
Die Bedeutung von Proteinen für die Gehirnfunktion
Proteine sind unentbehrlich für die Gesundheit und Funktion des menschlichen Gehirns. Neurotransmitter wie Dopamin, Adrenalin, Gaba, Glutamat oder Serotonin sind chemische Botenstoffe des Gehirns, die unsere Stimmung, Motivation und unser Lernvermögen regulieren. Eine ausgewogene Zufuhr von Protein ist für die Neurotransmittersynthese somit unerlässlich. Vegetarier und Veganer können durch die Kombination verschiedener pflanzlicher Proteine sicherstellen, dass ihr Körper alle notwendigen Aminosäuren erhält.
Mikronährstoffe für den Gehirnstoffwechsel
Mikronährstoffe spielen eine wesentliche Rolle im Gehirnstoffwechsel und unterstützen eine Vielzahl kognitiver Prozesse. Die Gruppe der B-Vitamine, insbesondere Vitamin Cholin, B6, B12 und Folsäure spielen eine Zentrale Rolle. Vitamin D ist wichtig für die neuronale Differenzierung und beteiligt an der Reizübertragung sowie Herstellung von Neurotransmittern Dopamin und Serotonin. Die Bedeutung von Omega-3-Fettsäuren, speziell Docosahexaensäure (DHA), für die Integrität der neuronalen Membranen ist gut dokumentiert. Ferne ist DHA an der Signalübertragung beteiligt ist und beeinflusst direkt die kognitive Leistung. Als letztes sei noch Creatin erwähnt, das nicht nur in der Energiebereitstellung im Muskel, sondern auch innerhalb von Gehirnzellen eine Rolle spielt.
Flüssigkeitszufuhr für die Gehirngesundheit
Eine adäquate Flüssigkeitszufuhr ist für die Aufrechterhaltung der kognitiven Funktionen und der Gehirngesundheit von grundlegender Bedeutung. Das Gehirn besteht zu ca. 80 % aus Wasser und eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist für die elektrochemische Leitfähigkeit der Neuronen, den Transport von Nährstoffen und den Abbau von Abfallprodukten entscheidend.
Koffein und seine Auswirkungen
Koffein, das weltweit am häufigsten konsumierte psychoaktive Stimulans, hat komplexe Auswirkungen auf die kognitive Leistung. Es wirkt als Adenosinrezeptor-Antagonist, was zur Stimulation des Zentralnervensystems führt. Dies kann die Wachsamkeit, Aufmerksamkeit und Konzentration steigern sowie die Reaktionszeit verkürzen.
Zucker und seine Auswirkungen auf das Gehirn
Zu viel Zucker im Blut kann auch die Blutgefäße schädigen. Durch den veränderten Insulinstoffwechsel können sich Ablagerungen in den Gefäßwänden bilden. So verengen sich mit der Zeit die Gefäße, die das Hirn mit Blut versorgen. Dadurch kann es dann zu einer Unterversorgung einzelner Hirnareale kommen. Langfristig könne die Gefäßverengung zu Demenz, Alzheimer und Schlaganfällen führen. Bereits seit den neunziger Jahren wissen Forschende, dass mit einer Diabetes Typ-2-Erkrankung auch das Demenzrisiko steigt. Dazu wird angenommen, dass dadurch auch der Glukose-Stoffwechsel in den Nervenzellen gestört wird. Damit steigt auch das Risiko für eine Alzheimer-Erkrankung. Denn Insulin spielt auch eine Rolle bei der Entstehung der Alzheimer-Plaques im Gehirn.
Der Einfluss von Nährstoffmangel auf die mentale Gesundheit
Ein Nährstoffmangel, welcher häufig durch eine unausgewogene Ernährung begünstigt wird, hat auch erhebliche Folgen für die mentale Gesundheit. Kritische und essentielle Nährstoffe sind dabei v.a. Omega-3-Fettsäuren, B-Vitamine, Vitamin D, Magnesium und Zink. Des Weiteren spielt unsere Darmgesundheit aufgrund der sogenannten Darm-Hirn-Achse eine wichtige Rolle für die mentale Gesundheit. Eine gesunde Darmflora, welche über die Zufuhr ausreichender Probiotika gestärkt wird, kann die Produktion von Glückshormonen wie Serotonin fördern.
Ernährungsempfehlungen für die mentale Gesundheit
Um im Alltag die mentale Gesundheit zu fördern, wird eine regelmäßige Mahlzeitenstruktur empfohlen. Über regelmäßige und nährstoffreiche Mahlzeiten ist der Körper angemessen mit allen Nährstoffen versorgt und der Blutzuckerspiegel wird stabilisiert. Darüber können Stimmungsschwankungen reduziert werden.
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