Erweiterter Spinalkanal bei Babys: Ursachen, Diagnose und Behandlungswege

Das Thema des erweiterten Spinalkanals bei Babys ist komplex, aber dank der Fortschritte in der modernen Medizin gibt es heute vielversprechende Behandlungsoptionen. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen, Diagnoseverfahren und Behandlungsansätze für diese Erkrankung, um betroffenen Familien eine umfassende Informationsquelle zu bieten.

Einführung

Ein erweiterter Spinalkanal, auch bekannt als Spinalkanalstenose, bezeichnet eine Verengung des Rückenmarkkanals. Diese Verengung kann Druck auf das Rückenmark und die Nervenwurzeln ausüben, was zu verschiedenen neurologischen Symptomen führen kann. Bei Babys kann ein erweiterter Spinalkanal angeboren sein oder sich im Laufe der Zeit entwickeln.

Ursachen eines erweiterten Spinalkanals bei Babys

Die Ursachen für einen erweiterten Spinalkanal bei Babys sind vielfältig. Einige der häufigsten Ursachen sind:

  • Angeborene Deformitäten: Angeborene Fehlbildungen der Wirbelsäule, wie z. B. Halbwirbel, Blockwirbel oder Keilwirbel, können zu einer Verengung des Spinalkanals führen. Diese Fehlbildungen entstehen während der fetalen Entwicklung im Mutterleib.
  • Spina bifida: Spina bifida, auch "offener Rücken" genannt, ist eine der häufigsten Ursachen angeborener Körperbehinderungen. Bei dieser Fehlbildung schließen sich das Rückenmark und die Wirbelbögen nicht vollständig, was zu einem offenen Bereich im Rücken führt. Dieser offene Bereich kann den Spinalkanal erweitern und zu neurologischen Problemen führen.
  • Chiari-Malformation: Die Chiari-Malformation ist eine Fehlbildung am Übergang zwischen Hinterhaupt und Halswirbelsäule, bei der sich Anteile des Kleinhirns in das Hinterhauptsloch verlagern. Diese Verlagerung kann den Spinalkanal einengen und Druck auf das Rückenmark ausüben.
  • Sakralagenesie: Die Sakralagenesie, auch kaudale Regression genannt, ist eine seltene angeborene Fehlbildung, bei der Teile der unteren Wirbelsäule fehlen. Dies kann zu einer Verkürzung der unteren Rumpfhälfte und neurologischen Problemen führen.
  • Andere Erkrankungen: In seltenen Fällen kann ein erweiterter Spinalkanal bei Babys durch andere Erkrankungen wie Tumore, Infektionen oder Verletzungen verursacht werden.

Diagnose eines erweiterten Spinalkanals bei Babys

Die Diagnose eines erweiterten Spinalkanals bei Babys basiert in der Regel auf einer Kombination aus körperlicher Untersuchung, neurologischer Untersuchung und bildgebenden Verfahren. Zu den häufigsten Diagnoseverfahren gehören:

  • Ultraschall: Ein Ultraschall kann verwendet werden, um den Spinalkanal und das Rückenmark bei Babys zu beurteilen. Diese Methode ist besonders nützlich bei der Diagnose von Spina bifida während der Schwangerschaft.
  • Magnetresonanztomographie (MRT): Ein MRT ist ein bildgebendes Verfahren, das detaillierte Bilder des Spinalkanals, des Rückenmarks und der umliegenden Strukturen liefert. Ein MRT kann verwendet werden, um die Ursache und das Ausmaß der Spinalkanalstenose zu bestimmen.
  • Computertomographie (CT): Ein CT ist ein weiteres bildgebendes Verfahren, das detaillierte Bilder des Spinalkanals liefert. Ein CT kann verwendet werden, um knöcherne Strukturen und Fehlbildungen zu beurteilen.

Symptome eines erweiterten Spinalkanals bei Babys

Die Symptome eines erweiterten Spinalkanals bei Babys können je nach Ursache und Schweregrad der Erkrankung variieren. Einige der häufigsten Symptome sind:

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  • Muskelschwäche: Muskelschwäche in den Beinen oder Füßen kann ein Zeichen für einen erweiterten Spinalkanal sein.
  • Taubheit oder Kribbeln: Taubheit oder Kribbeln in den Beinen oder Füßen kann ebenfalls ein Zeichen für einen erweiterten Spinalkanal sein.
  • Schmerzen: Babys mit einem erweiterten Spinalkanal können Schmerzen im Rücken, in den Beinen oder in den Füßen haben.
  • Blasen- und Darmfunktionsstörungen: In schweren Fällen kann ein erweiterter Spinalkanal zu Blasen- und Darmfunktionsstörungen führen.
  • Gangstörungen: Babys mit einem erweiterten Spinalkanal können Schwierigkeiten beim Gehen oder Krabbeln haben.
  • Deformitäten der Wirbelsäule: In einigen Fällen kann ein erweiterter Spinalkanal zu Deformitäten der Wirbelsäule wie Skoliose oder Kyphose führen.

Behandlungswege eines erweiterten Spinalkanals bei Babys

Die Behandlung eines erweiterten Spinalkanals bei Babys hängt von der Ursache und dem Schweregrad der Erkrankung ab. Einige der häufigsten Behandlungsansätze sind:

  • Beobachtung: In milden Fällen kann eine Beobachtung ausreichend sein, um den Zustand des Babys zu überwachen.
  • Physiotherapie: Eine Physiotherapie kann helfen, die Muskelkraft und Beweglichkeit zu verbessern.
  • Orthesen: Orthesen können verwendet werden, um die Wirbelsäule zu stabilisieren und die Haltung zu verbessern.
  • Medikamente: Schmerzmittel und entzündungshemmende Medikamente können verwendet werden, um Schmerzen und Entzündungen zu lindern.
  • Operation: In schweren Fällen kann eine Operation erforderlich sein, um den Spinalkanal zu erweitern und den Druck auf das Rückenmark zu verringern.

Fetale Chirurgie

In bestimmten Fällen, insbesondere bei Spina bifida, kann eine fetale Chirurgie eine Option sein. Bei dieser Operation wird der offene Rücken des Fötus im Mutterleib verschlossen. Studien haben gezeigt, dass eine fetale Chirurgie die neurologischen Ergebnisse verbessern und die Notwendigkeit einer nachgeburtlichen Hirnwasserableitung verringern kann. Es gibt verschiedene Techniken für die fetale Chirurgie, darunter die offene Technik, die perkutan-fetoskopische Technik und die Hybrid-Technik.

Nachgeburtliche Operationen

Nach der Geburt können neurochirurgische Eingriffe durchgeführt werden, um die sich frei vorwölbenden Rückenmarkstrukturen zu verschließen und so Infektionen zu verhindern. Diese Eingriffe können jedoch die neurologischen Funktionen nicht verbessern.

Minimal-invasive fetoskopische Verfahren

Ein minimal-invasives fetoskopisches Verfahren ist eine weitere Option für die Behandlung von Spina bifida vor der Geburt. Bei diesem Verfahren werden kleine Einschnitte in die Gebärmutter gemacht, um Instrumente und eine Kamera einzuführen. Der offene Rücken des Fötus wird dann mit einem Flicken verschlossen.

Fallbeispiel: Erfolgreiche fetale Operation in der München Klinik Schwabing

Ein bemerkenswertes Beispiel für den Erfolg der fetalen Chirurgie ist der Fall eines Babys, das in der München Klinik Schwabing mit der Hybrid-Technik operiert wurde. In der 16. Schwangerschaftswoche wurde bei dem Fötus eine Spina bifida festgestellt. Die Eltern entschieden sich für eine fetale Operation in der 24. Schwangerschaftswoche. Die Operation verlief komplikationslos, und das Baby wurde in der 37. Woche geboren. Dank der Operation hat das Kind nahezu keine körperlichen Beeinträchtigungen.

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Bedeutung der interdisziplinären Zusammenarbeit

Die Behandlung eines erweiterten Spinalkanals bei Babys erfordert eine enge Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Spezialisten, darunter Kinderärzte, Neurochirurgen, Orthopäden, Physiotherapeuten und andere Fachkräfte. Eine interdisziplinäre Betreuung gewährleistet, dass die Bedürfnisse des Babys umfassend berücksichtigt werden und die bestmögliche Behandlung erhalten wird.

Die psychische Belastung für die Familie

Die Diagnose eines erweiterten Spinalkanals bei einem Baby kann für die Familie eine große psychische Belastung darstellen. Es ist wichtig, dass die Familie Unterstützung von medizinischem Fachpersonal, Selbsthilfegruppen und anderen Familien mit ähnlichen Erfahrungen erhält.

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