Ludwig Schick, emeritierter Erzbischof von Bamberg, blickt auf ein bewegtes Leben im Dienst der Kirche zurück. Geboren 1949 in Marburg, hat er sich über Jahrzehnte hinweg als Theologe, Kirchenrechtler und Seelsorger einen Namen gemacht. Sein Wirken war stets von dem Wunsch geprägt, den Menschen die Weisheit Gottes aus dem Evangelium nahezubringen und zu einer Zivilisation der Liebe beizutragen.
Frühe Jahre und Berufung
Ludwig Schick hegte nicht von Anfang an den Wunsch, Priester zu werden. Geprägt von den Diskussionen der 68er-Generation, die nach dem Wirtschaftswunder nach neuen Wegen suchte, begann er, sich intensiv mit dem christlichen Glauben auseinanderzusetzen. Die Worte Jesu, dass er gekommen sei, damit die Menschen das Leben in Fülle hätten, sprachen ihn besonders an. Obwohl sein Vater ihn lieber als Förster gesehen hätte und er sich selbst auch für Berufe wie Arzt, Lehrer oder Psychiater interessierte, reifte in ihm der Entschluss, Priester zu werden.
Theologischer Werdegang und akademische Laufbahn
Schick absolvierte seine philosophisch-theologischen Studien in Fulda und Würzburg. 1975 wurde er in Fulda zum Priester geweiht. Nach einer Zeit als Kaplan in Neuhof promovierte er an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom. Ab 1981 lehrte er Kirchenrecht in Fulda und Marburg, bevor er von 1985 bis 2002 den Lehrstuhl für Kirchenrecht an der Theologischen Fakultät Fulda innehatte.
Wirken in Fulda
Neben seiner akademischen Tätigkeit engagierte sich Schick auch in der Bistumsverwaltung von Fulda. 1987 wurde er ins Domkapitel berufen, 1990 zum stellvertretenden Generalvikar ernannt und 1995 von Bischof Johannes Dyba zum Generalvikar des Bistums Fulda ernannt.
Erzbischof von Bamberg
Im Jahr 1998 erfolgte die Ernennung zum Weihbischof in Fulda. Bereits vier Jahre später, im Jahr 2002, ernannte Papst Johannes Paul II. Ludwig Schick zum Erzbischof von Bamberg. Er übernahm die Bistumsleitung in einer Zeit der finanziellen Krise, die schwere Entscheidungen erforderlich machte.
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Reformen und Veränderungen im Erzbistum Bamberg
In seiner Amtszeit setzte Schick wichtige Reformen und Veränderungen im Erzbistum Bamberg um. So wurde der Posten einer Ordinariatsdirektorin geschaffen, und drei von acht Hauptabteilungsleitungen wurden mit Frauen besetzt. Zudem wurde ein Fachmann ohne Priesteramt als Finanzdirektor eingesetzt. Viele Kirchen, das Bistumshaus St. Otto, Schulen, Bildungshäuser und andere Gebäude im Bistum konnten saniert werden. Die Strukturen des Bistums wurden den veränderten Bedingungen angepasst und neue Seelsorgebereiche gegründet. Ein besonderes Anliegen war ihm die Partnerschaft mit dem Bistum Thiès im Senegal.
Einsatz für die Weltkirche
Von 2006 bis 2021 war Schick Vorsitzender der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz und galt damit als „Außenminister“ der katholischen Kirche in Deutschland. Seine Reisen führten ihn in viele Krisenregionen wie Syrien, Irak und Nigeria.
Haltung zu aktuellen Fragen
Schick scheute sich nie, zu aktuellen Fragen Stellung zu beziehen. Er setzte sich für die Gleichberechtigung der Frau in der Kirche ein und sprach sich für Lockerungen beim Zölibat aus. Zudem engagierte er sich gegen Extremismus, Populismus und religiöse Fanatiker.
Umgang mit dem Missbrauchsskandal
In den letzten Monaten seiner Amtszeit musste sich Schick verstärkt mit der Aufarbeitung von Missbrauchsfällen befassen. Er betonte, dass jeder Fall ihn tief erschüttert habe, und räumte auch Kommunikationsfehler der Bistumsleitung in den vergangenen Jahrzehnten ein. Missbrauch sei Mord an Kinderseelen, und dagegen müsse alles getan werden.
Der Synodale Weg
Schick unterstützte den Synodalen Weg und machte sich viele Aspekte zu eigen. Er sprach sich für eine geschwisterliche, familiäre Kirche aus und betonte, dass die Kirche sich immer reformieren müsse.
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Rücktritt und Ruhestand
Am 1. November 2022 nahm Papst Franziskus das Rücktrittsgesuch des Bamberger Erzbischofs an. Schick hatte den Papst bereits im Frühjahr um seine Entpflichtung gebeten, um einem jüngeren Nachfolger bevorstehende wichtige Entscheidungen und Weichenstellungen zu überlassen. Seitdem lebt er in der Nähe des Doms in Bamberg und ist weiterhin als Priester und Theologe tätig.
"Außer Dienst, zu Diensten"
Auch nach seinem Rücktritt lebt Schick nach dem Motto: „Außer Dienst, zu Diensten“. Er ist weiterhin im ganzen Bistum und darüber hinaus unterwegs, hält Firmgottesdienste, Exerzitien und Vorträge und veröffentlicht wissenschaftliche Beiträge.
Persönliche Einblicke
Schick macht kein Geheimnis daraus, dass er vor der Entscheidung für das Priestertum eine Freundin hatte und dass er ursprünglich Arzt werden wollte. Im Nachdenken und durch Gespräche mit klugen Menschen wurde ihm jedoch immer deutlicher, dass er etwas für das geistig-geistliche Leben der Menschen tun sollte. Dabei sei ihm das Evangelium als die Quelle der Weisheit für ein gutes Leben immer deutlicher aufgegangen.
Zweifel und Zuversicht
In einem Podcast räumte Schick ein, immer wieder Zweifel an Gott zu haben, vor allem wenn er mit Berichten über Katastrophen aus der ganzen Welt konfrontiert werde. Zugleich betonte er jedoch, dass viel Leid auch von den Menschen verschuldet sei und dass ein Glaube an Gott zu einem anderen Handeln führen würde.
Fazit
Ludwig Schick hat sich über Jahrzehnte hinweg als engagierter und reformorientierter Kirchenmann einen Namen gemacht. Sein Wirken war stets von dem Wunsch geprägt, den Menschen die Weisheit Gottes nahezubringen und zu einer besseren Welt beizutragen. Auch nach seinem Rücktritt als Erzbischof von Bamberg bleibt er der Kirche und den Menschen verbunden.
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Ergänzende Informationen über weitere Ordensschwestern und deren Wirken
Neben dem Wirken von Erzbischof Schick, ist es wichtig, auch die Arbeit und Hingabe anderer Ordensschwestern zu würdigen, die sich in verschiedenen Bereichen der Kirche und Gesellschaft engagieren. Die folgenden Abschnitte geben Einblick in das Leben und die Arbeit einiger dieser Frauen:
Sr. Karolina Hohmann
Sr. Karolina Hohmann, eine OP-Schwester aus Ulmbach/Kreis Schlüchtern, war im Marien-Krankenhaus in Flörsheim a. Main tätig. Im Jahr 1974 wurde sie zum Missionseinsatz nach Argentinien ausgesandt. Nach ihrem Heimaturlaub im Jahr 2016 kehrte sie mit reichen Erfahrungen nach Argentinien zurück.
Sr. Alexandra Beck
Sr. Alexandra Beck aus Worms wirkte in Südafrika und war dort in der Büro- und Finanzverwaltung in Johannesburg tätig. Auch heute noch regelt sie die Finanzen und andere Belange für die betagten Mitschwestern in Pietermaritzburg.
Sr. Birgit Kramer
Sr. Birgit Kramer lebt seit 2010 im St. Albertus-Altenheim in Augsburg. Zuvor war sie im Hauswirtschaftsbereich auf dem Volkersberg und in der Betreuung auf der Pflegestation in Dießen tätig.
Sr. Magdalena Stauder
Sr. Magdalena Stauder nahm am 100. Katholikentag in Leipzig teil. Sie konnte dort die Anstrengungen eines Katholikentages und die Begegnungen mit anderen Gläubigen erleben.
Srs. Christine Hess und Hilke Stenner
Srs. Christine Hess und Hilke Stenner feierten ihren 75. bzw. 70. Geburtstag im Konvent in Neustadt. Beide traten 1967 in Neustadt ein. Sr. Christine war in Südafrika und im Marienkrankenhaus in Flörsheim tätig, während Sr. Hilke in der Finanzverwaltung der Provinz arbeitete.
Srs. Edelberta und Ludgera
Srs. Edelberta und Ludgera feierten ihr Goldenes Professjubiläum. Sr. Edelberta war in Flörsheim tätig, während Sr. Ludgera als Oberin in verschiedenen Konventen wirkte.
Sr. Ancilla
Sr. Ancilla wurde für ihre vielfältigen Tätigkeiten im Konvent in Dießen geehrt.
Sr. Scholastika
Sr. Scholastika feierte ihren 85. Geburtstag und wurde für ihre Arbeit in der ambulanten Krankenpflege in Neustadt geehrt.
Sr. Theresia
Sr. Theresia feierte ihr 65-jähriges Professjubiläum in Dießen am Ammersee. Sie war als Lehrerin in Südafrika und als Fremdenführerin in Rom tätig.
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