Facharzt für Parkinson Erkrankung in Niedersachsen: Aktuelle Versorgung und innovative Therapieansätze

Die Parkinson-Erkrankung ist eine fortschreitende neurodegenerative Erkrankung, die die Lebensqualität der Betroffenen erheblich beeinträchtigen kann. In Niedersachsen stehen verschiedene Fachärzte und spezialisierte Einrichtungen zur Verfügung, um Patienten mit Parkinson umfassend zu betreuen. Dieser Artikel beleuchtet die aktuelle Versorgungssituation, innovative Therapieansätze und wichtige Anlaufstellen für Parkinson-Patienten in Niedersachsen.

Neurologische Versorgung in Niedersachsen: Ein Überblick

Niedersachsen bietet eine breite Palette an neurologischen Versorgungseinrichtungen, darunter Facharztpraxen, Kliniken und spezialisierte Zentren. Diese Einrichtungen sind auf die Diagnose und Behandlung von neurologischen Erkrankungen wie Parkinson spezialisiert.

Die Neuro-Praxis im Medicum Walsrode

Ein Beispiel für eine solche Einrichtung ist die Neuro-Praxis im Medicum Walsrode, die am 06.02.2023 von Jan R. Hanssen, Facharzt für Nervenheilkunde, als Einzelpraxis eröffnet wurde. Die Praxis bildet eine Praxisgemeinschaft mit dem gleichzeitig neu gegründeten Hausarztzentrum im Medicum und teilt sich mit diesem die Räumlichkeiten in der 1. Etage des hinteren Gebäudeteils in der Moorstraße 78/80 in Walsrode. Das Medicum ist ein modernes Ärzte- und Gesundheitshaus, in dem sich neben mehreren Arztpraxen u.a. auch eine physiotherapeutische Praxis befindet. Die Neuro-Praxis wie das Hausarztzentrum sind barrierefrei, ein Fahrstuhl ermöglicht das Erreichen der 1. Etage.

Die Neuro-Praxis hat einen neurologischen Schwerpunkt und bietet die diagnostische Einordnung und Therapie von neurologischen Erkrankungen wie Gedächtnisstörungen, Schmerzsyndromen, Bewegungsstörungen und entzündlichen Erkrankungen an. Zu den behandelten Erkrankungen gehören u.a. Demenz-Prozesse, Karpaltunnelsyndrom / Polyneuropathie, Bandscheibenvorfall, Migräne und andere Kopfschmerzerkrankungen, Erschöpfungs-Syndrom (Fatigue) bei neurologischer Grunderkrankung, Parkinson-Erkrankung und andere Erkrankungen mit Zittern oder Störung der Beweglichkeit, Restless-Legs-Syndrom, Multiple Sklerose / Myasthenia gravis / Myositis (Muskelentzündung), Epilepsie oder Schlaganfall. In geringerem Umfang werden auch rein psychiatrische Krankheitsbilder diagnostisch eingeordnet und behandelt, z.B. Depressionen und andere vorrangig die Stimmung oder den Antrieb betreffende Erkrankungen sowie Konzentrations- / Gedächtnisstörungen oder Psychosen jeweils ohne hirnorganische Ursache.

Die Praxis bietet eine klinisch-neurologische Untersuchung zur Beurteilung der neurologischen Funktionen (u.a. Motorik, Koordination, Sensibilität und Reflexe) sowie eine Erhebung des psychischen Befundes zur klinischen Beurteilung des aktuellen psychischen Befindens (Gedächtnisfunktion / Konzentrationsfähigkeit, Stimmung, Antrieb, Denken, Wahrnehmung u.a. Parameter). Zudem wird neurophysiologische Diagnostik angeboten: EEG (Messung der elektrischen Hirnaktivität), Neurographie (Messung der Nervenfunktion), EMG (Messung der elektrischen Muskelaktivität), Evozierte Potentiale (zur Untersuchung der Sehnerven / Hörnerven u. d.

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Weitere neurologische Einrichtungen in Niedersachsen

Neben der Neuro-Praxis im Medicum Walsrode gibt es zahlreiche weitere neurologische Einrichtungen in Niedersachsen, die sich auf die Behandlung von Parkinson spezialisiert haben. Dazu gehören unter anderem:

  • Kliniken mit neurologischen Abteilungen: Viele Krankenhäuser in Niedersachsen verfügen über neurologische Abteilungen, die eine umfassende Versorgung von Parkinson-Patienten anbieten. Diese Abteilungen sind in der Regel mit modernster Technik ausgestattet und verfügen über ein erfahrenes Team von Ärzten, Pflegekräften und Therapeuten.
  • Spezialisierte Parkinson-Zentren: In einigen Städten Niedersachsens gibt es spezialisierte Parkinson-Zentren, die eine besonders intensive und individuelle Betreuung von Parkinson-Patienten gewährleisten. Diese Zentren bieten in der Regel ein breites Spektrum an diagnostischen und therapeutischen Leistungen an, darunter medikamentöse Therapien, Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie und psychologische Unterstützung.
  • Facharztpraxen für Neurologie: Zahlreiche niedergelassene Neurologen in Niedersachsen sind auf die Behandlung von Parkinson spezialisiert und bieten eine ambulante Versorgung an. Diese Praxen sind oft eine wichtige Anlaufstelle für Patienten, die eine langfristige Betreuung und Beratung benötigen.

Innovative Therapieansätze bei Parkinson

Die Behandlung der Parkinson-Erkrankung hat in den letzten Jahren erhebliche Fortschritte gemacht. Neben den klassischen medikamentösen Therapien stehen heute auch innovative Therapieansätze zur Verfügung, die die Symptome der Erkrankung lindern und die Lebensqualität der Patienten verbessern können.

Tiefe Hirnstimulation (THS)

Die tiefe Hirnstimulation (THS) ist ein neurochirurgisches Verfahren, bei dem Elektroden in bestimmte Hirnregionen implantiert werden, um die Aktivität dieser Regionen zu beeinflussen. Die THS kann bei Patienten mit fortgeschrittener Parkinson-Erkrankung eingesetzt werden, bei denen die medikamentöse Therapie nicht mehr ausreichend wirkt. Durch die THS können die motorischen Symptome der Erkrankung, wie Zittern, Steifigkeit und Bewegungsverlangsamung, deutlich reduziert werden.

Apomorphin- und Levodopa-Pumpen

Apomorphin ist ein stark wirksamer Dopaminagonist, der zur Behandlung motorischer Symptome der Parkinson-Erkrankung eingesetzt wird. Levodopa ist das wirksamste Medikament zur Behandlung motorischer Symptome der Parkinson-Krankheit. Beide Medikamente können über Pumpen kontinuierlich unter die Haut oder in den Dünndarm verabreicht werden, um einen gleichmäßigeren Medikamentenspiegel und damit eine gleichmäßigere Wirkung zu erzielen. Diese Pumpentherapien sind besonders geeignet für Patienten mit motorischen Wirkungsfluktuationen, bei denen die Wirkung der oralen Medikamente im Laufe des Tages schwankt.

Botulinumtoxin-Therapie

Botulinumtoxin ist ein Nervengift, das in geringen Dosen zur Behandlung von verschiedenen neurologischen Erkrankungen eingesetzt wird. Bei Parkinson-Patienten kann Botulinumtoxin zur Behandlung von Dystonien (unwillkürliche Muskelverkrampfungen) und Hypersalivation (übermäßiger Speichelfluss) eingesetzt werden.

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Weiterentwicklung: Injektion statt OP

Eine Weiterentwicklung im Bereich der Dopamin-Pumpen stellt die Möglichkeit dar, die Pumpe ohne vorherige Operation zu nutzen. Seit dem Frühjahr 2024 gibt es im Klinikum Bremen-Nord die Möglichkeit, die Pumpe ohne die vorherige Operation zu nutzen. Durch diese Weiterentwicklung genügt mittlerweile eine Injektion ähnlich wie bei Diabetes-Patienten, die sich täglich Insulin spritzen müssen. So wird auch bei der Dopamin-Pumpe die Andockstelle durch einen kleinen Pikser täglich gewechselt. Das Klinikum Bremen-Nord ist eines der ersten in Deutschland, die dieses moderne Verfahren anwenden.

Das Parkinsonzentrum Münster-Osnabrück (PaMOS)

Das Parkinsonzentrum Münster-Osnabrück (PaMOS) ist ein interdisziplinäres Referenzzentrum, das die spezielle Expertise und Ausstattung der neurologischen Abteilungen des Universitätsklinikums Münster und des Klinikums Osnabrück nutzt, um die Versorgung von Parkinson-Patienten im nordwestlichen Westfalen und südwestlichen Niedersachsen zu verbessern. Komplexe Fälle werden im Rahmen von regelmäßigen klinikübergreifenden Fallkonferenzen besprochen. Auch erfolgt eine gemeinsame Beratung von Patientinnen und Patienten bei speziellen Fragestellungen.

Die Bedeutung der interdisziplinären Versorgung

Die Parkinson-Erkrankung ist eine komplexe Erkrankung, die verschiedene Aspekte des Lebens der Betroffenen beeinträchtigen kann. Daher ist eine interdisziplinäre Versorgung, die verschiedene Fachrichtungen einbezieht, von großer Bedeutung. Neben Neurologen sollten auch Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Logopäden, Psychologen und Sozialarbeiter in die Behandlung einbezogen werden, um die bestmögliche Versorgung der Patienten zu gewährleisten.

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