Facharzt Polyneuropathie Celle: Diagnostik, Behandlung und Versorgung in der Region

Polyneuropathie ist eine häufige neurologische Erkrankung, die durch Schädigung mehrerer peripherer Nerven gekennzeichnet ist. In Celle und Umgebung bietet das Medizinische Versorgungszentrum NeuroPlus Celle umfassende Diagnostik und Behandlungsansätze für diese Erkrankung an. Das Allgemeine Krankenhaus Celle (AKH) verfügt über eine renommierte Klinik für Neurologie, die sich ebenfalls auf die Behandlung von Polyneuropathien spezialisiert hat. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Aspekte der Polyneuropathie, die diagnostischen Möglichkeiten in Celle und die verfügbaren Therapieansätze.

NeuroPlus Celle: Kompetenzzentrum für Neurologie und Psychiatrie

Das Medizinische Versorgungszentrum NeuroPlus Celle befindet sich am Rande der Altstadt, am Weißen Wall 3, in den ehemaligen Räumen der Praxis Dres. Winterhoff. Das Team von NeuroPlus Celle, bestehend aus Neurologen und Psychiatern, widmet sich der Behandlung von Erkrankungen des zentralen Nervensystems (Gehirn und Rückenmark) sowie der peripheren Nerven und Muskulatur. Ein besonderer Fokus liegt auf der Diagnostik und Therapie von Polyneuropathien.

Das Team von NeuroPlus Celle

Das Team wird durch Herrn Osman Ahmed als neuen Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie verstärkt. Das Team besteht aus drei Ärzten und einer Weiterbildungsassistentin im Fach Psychiatrie, Frau Dr. J. Elf festangestellte Mitarbeiterinnen und eine Auszubildende sorgen für den reibungslosen Ablauf aller Anfragen und Aufgaben im Praxisalltag. Bei Fragen oder Anregungen stehen Frau C. Preiser und Frau K.

Terminvereinbarung und Sprechstunden

Um eine optimale Betreuung zu gewährleisten, hat NeuroPlus Celle von der freien Sprechstunde auf eine Terminsprechstunde umgestellt. Termine können telefonisch oder persönlich in der Praxis vereinbart werden.

Behandlungsspektrum

NeuroPlus Celle behandelt sämtliche Erkrankungen aus dem Bereich der Neurologie und der Psychiatrie entsprechend den aktuellen Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) und der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) sowie weiterer Leitlinien der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften.

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Polyneuropathie: Symptome, Ursachen und Diagnose

Polyneuropathie ist eine systemisch bedingte Schädigung mehrerer peripherer Nerven, die zu einer Vielzahl von Symptomen führen kann. Zu den häufigsten Symptomen gehören:

  • Kribbelnde Hände und Füße
  • Brennen in den Fußsohlen
  • Taubheitsgefühle
  • Schmerzen oder Krämpfe
  • Muskelschwäche und -abbau
  • Gangunsicherheit und Gleichgewichtsstörungen
  • Vermindertes Temperaturempfinden und Sensibilität an den Extremitäten

Bei älteren Menschen kann es insbesondere zu Lähmungen in den Füßen kommen, die als Fussheberparesen bekannt sind und zu schwerwiegenden Stürzen führen können. Aufgrund von Sensibilitätsstörungen leiden Betroffene häufig unter Gleichgewichts- und Schlafstörungen, da das Kribbeln auch nachts anhält. Das Gangbild ist breitbasig-ataktisch, also langsam und sehr unsicher, was das Gefühl erweckt, auf „Eiern“ zu gehen. Zusätzlich können weitere Störungen auftreten.

Schmerzlose Wunden an den Füßen und Fußsohlen sind vor allem bei der diabetischen Neuropathie ein Zeichen der Erkrankung. Brennende Hautschmerzen treten häufig bei der alkoholischen Neuropathie auf, während Druckschmerzen im Versorgungsgebiet der geschädigten Nerven meist an den Unterschenkeln auftreten.

Lähmungserscheinungen in Beinen und Händen sind ebenfalls möglich. Wenn das vegetative Nervensystem betroffen ist, kann es zusätzlich zu Beschwerden wie Schwindel oder Übelkeit durch Blutdruckregulationsprobleme kommen. Magen-Darm-Beschwerden, Verstopfung oder Durchfall sowie Blasenentleerungsprobleme können ebenfalls auftreten. Bei Männern kann die Erkrankung zu Impotenz führen.

Ursachen von Polyneuropathie

Es gibt zahlreiche Ursachen für Polyneuropathie. Zu den häufigsten gehören:

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  • Diabetes mellitus: Hohe Blutzuckerspiegel können die peripheren Nerven schädigen.
  • Alkoholmissbrauch: Alkohol kann toxisch auf die Nerven wirken.
  • Nährstoffmangel: Ein Mangel an Vitamin B12 kann eine Neuropathie verursachen.
  • Toxische Substanzen: Medikamente und Schwermetalle können die Nerven schädigen.
  • Chronische Nierenerkrankungen: Chronische Niereninsuffizienz kann ebenfalls eine Neuropathie verursachen.

Insgesamt sind mehr als 200 Auslöser für neuropathische Erkrankungen bekannt, obwohl es bei vielen Betroffenen nicht möglich ist, eine konkrete Ursache für ihre Krankheit festzustellen.

Diagnose von Polyneuropathie

Die Diagnose von Polyneuropathie umfasst eine gründliche Anamnese, eine klinisch-körperliche Untersuchung und neurologische Untersuchungen einschließlich Bildgebung, sofern die Ursache nicht bereits bekannt ist. Zu den wichtigsten diagnostischen Verfahren gehören:

  • Anamnese: Der Arzt erfragt die Krankengeschichte des Patienten, einschließlich der Symptome, Vorerkrankungen und Medikamenteneinnahme.
  • Körperliche Untersuchung: Der Arzt untersucht die Reflexe, die Muskelkraft und die Sensibilität des Patienten.
  • Neurologische Untersuchungen: Dazu gehören Elektromyographie (EMG) und Messung der Nervenleitgeschwindigkeit (NLG).
    • Elektromyographie (EMG): Registrierung der Muskelaktivität mit Hilfe von Oberflächenelektroden.
    • Messung der Nervenleitgeschwindigkeit (NLG): Messung des Funktionszustands der peripheren Nerven. Es werden unter anderem die Nervenleitgeschwindigkeiten und die Amplitude gemessen. Damit können Schädigungen einzelner oder mehrerer Nerven festgestellt werden.
  • Blutuntersuchungen: Durch die gezielte Bestimmung von Blutwerten können Erkrankungen bzw. deren Ursachen erkannt werden. Im Verlauf können diese Hinweise zu Verbesserungen oder Verschlechterungen geben.

Behandlung von Polyneuropathie

Die Behandlung von Polyneuropathie hängt stark von der zugrundeliegenden Ursache und den spezifischen Symptomen des Patienten ab. Ziel der Behandlung ist es, die Ursache der Nervenschädigung zu behandeln, die Symptome zu lindern und die Lebensqualität des Patienten zu verbessern.

Behandlung der Ursache

Wenn die Ursache der Polyneuropathie bekannt ist, sollte diese behandelt werden. Beispielsweise kann bei diabetischer Neuropathie eine gute Blutzuckerkontrolle helfen, die Nervenschädigung zu verlangsamen oder zu stoppen. Bei Alkoholpolyneuropathie ist ein Verzicht auf Alkohol erforderlich. Bei Nährstoffmangel kann eine entsprechende Supplementierung helfen.

Symptomatische Behandlung

Die symptomatische Behandlung von Polyneuropathie zielt darauf ab, die Schmerzen, Taubheitsgefühle und andere Beschwerden zu lindern. Zu den häufig verwendeten Medikamenten gehören:

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  • Schmerzmittel: Opioide können bei starken Schmerzen eingesetzt werden.
  • Antidepressiva: Einige Antidepressiva können bei neuropathischen Schmerzen helfen.
  • Antikonvulsiva: Medikamente zur Behandlung von Krampfleiden können ebenfalls bei neuropathischen Schmerzen wirksam sein.

Eine ergänzende Methode zur Schmerzlinderung ist die transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS), bei der elektrische Impulse zur Reduzierung des Schmerzempfindens eingesetzt werden.

Weitere Therapieansätze

Neben medikamentösen Therapien haben sich auch andere Therapieansätze als wirksam erwiesen:

  • Physiotherapie: Physiotherapeutische Übungen können helfen, die Muskelkraft und die Koordination zu verbessern.
  • Ergotherapie: Ergotherapie kann Patienten helfen, ihre Alltagsaktivitäten trotz der Einschränkungen durch die Polyneuropathie auszuführen.
  • Gesunde Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung kann dazu beitragen, den Blutzuckerspiegel zu regulieren und die Nervenfunktion zu unterstützen.
  • Regelmäßige Bewegung: Bewegung kann die Durchblutung verbessern und die Nervenfunktion fördern.

Selbsthilfemaßnahmen

Neben den ärztlichen und therapeutischen Maßnahmen können Patienten auch selbst aktiv werden, um ihre Beschwerden zu lindern:

  • Fußpflege: Regelmäßige Fußpflege ist besonders wichtig, um schmerzlose Wunden an den Füßen zu vermeiden.
  • Vermeidung von Verletzungen: Patienten sollten darauf achten, Verletzungen der Füße und Beine zu vermeiden.
  • Warme Bäder: Warme Bäder können helfen, die Durchblutung zu verbessern und die Schmerzen zu lindern.
  • Entspannungstechniken: Entspannungstechniken wie Yoga oder Meditation können helfen, Stress abzubauen und die Schmerzen zu reduzieren.

Klinik für Neurologie am AKH Celle

Die Klinik für Neurologie am Allgemeinen Krankenhaus Celle (AKH) unter der Leitung von Chefarzt Dr. med. Alexander Emmer bietet ein umfassendes Spektrum an diagnostischen und therapeutischen Leistungen für Patienten mit neurologischen Erkrankungen, einschließlich Polyneuropathie.

Schwerpunkte der Klinik

Zu den Schwerpunkten der Klinik gehören:

  • Akutversorgung bei Schlaganfällen (Lysetherapie, Thrombektomie, Stroke Unit)
  • Morbus Parkinson und andere Bewegungsstörungen inklusive Parkinson-Komplexbehandlung
  • Entzündliche Erkrankungen wie Multiple Sklerose oder Enzephalitis
  • Schwindel- und Gleichgewichtsstörungen
  • Epilepsie- und Anfallserkrankungen
  • Neuromuskuläre Erkrankungen

Neurophysiologisches Labor

Das neurophysiologische Labor der Klinik ist eines der leistungsstärksten in Norddeutschland und bietet folgende Diagnostik an:

  • Elektroenzephalographie (EEG), inklusive Früh- und Neugeborenen-EEG
  • Nervenleitfähigkeitsmessungen (ENG)
  • Elektromyographien (EMG)
  • Evozierte Potenziale (MEP, SEP, VEP, AEP)
  • Apparative Schwindeldiagnostik (inkl. Videoelektronystagmographie, kalorische Vestibularisprüfung)
  • Tremor- und Dystonie-Analyse

Neurosonologisches Labor

Das neurosonologische Labor bietet folgende Diagnostik an:

  • Extra- und transkranielle Duplexsonographie
  • Muskel- und Nervensonographie
  • Optikusscheidensonographie
  • Embolie-Detektion (HITS-Diagnostik)

Zusätzliche Leistungen

Zusätzlich bietet die Klinik Muskel- und Nervenbiopsien sowie Lumbalpunktionen inkl. Liquordiagnostik an.

Ärzteteam und Weiterbildung

Das Ärzteteam der Klinik besteht aus erfahrenen Neurologen, darunter der Chefarzt Dr. med. Alexander Emmer, der leitende Oberarzt Dr. med. Oliver Pape und die Oberärzte Dr. med. Philipp Ettelt und Dr. med. Thomas Lerch-Riedel. Die Klinik ist als Akademisches Lehrkrankenhaus der MHH tätig und bildet Medizinstudierende und angehende Fachärzte aus.

Prävention von Polyneuropathie

Um das Risiko einer Polyneuropathie zu minimieren, sollten Risikofaktoren wie Diabetes und Alkoholmissbrauch kontrolliert werden. Eine gesunde Lebensweise mit ausgewogener Ernährung und regelmäßiger Bewegung kann dazu beitragen, den Blutzuckerspiegel zu regulieren und somit das Risiko einer diabetischen Neuropathie zu verringern. Bei Alkoholmissbrauch ist eine professionelle Beratung und gegebenenfalls eine Behandlung zur Suchtbekämpfung ratsam. Bei bestehenden inneren Erkrankungen sollte eine adäquate medizinische Versorgung sichergestellt sein.

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