Fadenlifting: Nervenschäden, Risiken und Komplikationen – Ein umfassender Überblick

Das Fadenlifting hat sich als eine beliebte minimalinvasive Methode zur Hautstraffung etabliert. Ziel dieses Artikels ist es, einen umfassenden Überblick über das Fadenlifting zu geben, einschließlich der verschiedenen Techniken, Materialien, potenziellen Risiken - insbesondere Nervenschäden - und Komplikationen, sowie darüber, wie diese minimiert werden können. Dabei werden sowohl die Vorteile als auch die Nachteile des Verfahrens beleuchtet, um ein realistisches Bild dieser Behandlungsmethode zu vermitteln.

Was ist ein Fadenlifting?

Das Fadenlifting ist eine minimalinvasive Methode der Hautstraffung, die vor allem im Gesichtsbereich eingesetzt wird. Durch das Einbringen von speziellen, selbstauflösenden Fäden unter die Haut werden erschlaffte Gesichtszüge angehoben. Diese Fäden sind mit winzigen Widerhaken versehen, die ein Verrutschen verhindern. Im Gegensatz zu einem operativen Facelift erfordert das Fadenlifting keinen operativen Eingriff und ist somit nahezu narbenfrei. Auch die Erholungszeit ist deutlich kürzer.

Die verschiedenen Arten von Fäden

Je nach Einsatzgebiet stehen verschiedene Arten von Fäden zur Verfügung, die sich in Fadenstärke und Ausführung unterscheiden. Es gibt glatte, gedrehte oder gedoppelte Fäden sowie Fäden mit kleinen Widerhaken. Zu den gängigen Materialien gehören:

  • PDO (Polydioxanon): Diese Fäden gibt es in unterschiedlicher Ausführung und werden für kleine Knitterfältchen unter den Augen oder zur Verbesserung der Hautoberflächenstruktur verwendet. Schraubenfäden kommen bei Mundfalten und zur Dekolleté-Verjüngung zum Einsatz. PDO ist ein bewährtes chirurgisches Nahtmaterial und wurde speziell für den medizinischen Gebrauch entwickelt.
  • PLA (Polymilchsäure): Diese Fäden werden beispielsweise beim Silhouette Soft® Fadenlifting verwendet. Die am Faden angebrachten Kegel (sogenannte "Cones") bestehen aus L-Laktid-Säure und Glycol-Copolymer. Die Bestandteile des Fadens werden vom Körper innerhalb von 18 bis 24 Monaten vollständig abgebaut. Auch PLA kommt bereits seit Langem in der Chirurgie zum Einsatz, beispielsweise in Form von Schrauben und Nägeln zur Behandlung von Knochenbrüchen.
  • Polycaprolacton: Hierbei handelt es sich um einen biologisch abbaubaren Kunststoff.
  • Gold: Dieses Material fand in den anfänglichen Zeiten des Fadenliftings seinen Einsatz, wird jedoch heute nicht mehr verwendet.
  • Polypropylen: Dieses Material wird beispielsweise bei einigen Fäden des Aptos-Liftings verwendet und baut sich nicht im Körper ab.

Vor- und Nachteile des Fadenliftings

Vorteile:

  • Minimalinvasives Verfahren - keine Operation unter Vollnarkose notwendig.
  • Es entstehen keine sichtbaren Narben.
  • Bereits kurz nach der Behandlung ist ein Ergebnis sichtbar (Haut ist sofort gestrafft).
  • Durch das verwendete Fadenmaterial wird die Produktion von Kollagen angeregt und die Haut nachhaltig verjüngt.
  • Die Haltbarkeit des Ergebnisses ist länger als bei minimalinvasiven Faltenunterspritzungen.
  • Die Ausfallzeit nach der Behandlung ist sehr kurz - anders als bei einem operativen Facelifting.

Nachteile:

  • Bei zu weit fortgeschrittener Hautalterung bzw.
  • Das Fadenlifting ist grundsätzlich für jeden Patienten jüngeren und mittleren Alters geeignet.

Für wen ist das Fadenlifting geeignet bzw. nicht geeignet?

Geeignet:

  • Grundsätzlich für jeden Patienten jüngeren und mittleren Alters.
  • Auch für Personen fortgeschrittenen Alters.

Nicht geeignet:

  • Personen mit ausgeprägtem Hautüberschuss.
  • Patienten mit Autoimmunerkrankungen, Hämophilie oder entzündliche Hauterkrankungen.
  • Schwangere.
  • Personen mit Allergien gegen die verwendeten Materialien.
  • Patienten mit Akne oder Herpes im Behandlungsbereich.

Auch bei bestehender Hashimoto-Erkrankung kann ein Fadenlift durchgeführt werden, allerdings sollte dann ein PDS-Faden und kein Polymilchsäurefaden verwendet werden, um das allergene Risiko maximal zu reduzieren. Weitere Maßnahmen in der Vor- oder Nachbehandlung sind dann nicht erforderlich.

Die verschiedenen Techniken des Fadenliftings

Neben dem Material, das für die Fäden verwendet wird, unterscheidet sich die Wirkung des Fadenliftings vor allem in der angewandten Technik.

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  • V-Lift: Diese Technik ist vergleichbar mit einer minimalinvasiven Faltenunterspritzung mit Hyaluronsäure und ist somit auch "sanfter" für den Patienten. Es können kleine Schwellungen und blaue Flecken auftreten. Für das V-Lift werden sowohl Fäden ohne als auch mit Widerhaken verwendet. Die Fäden werden mithilfe einer feinen Hohlnadel eingebracht. Im Verlauf der Zeit wird die Kollagenbildung angeregt und bei Fäden mit Widerhaken entsteht ein sofortiger Lifting-Effekt. Im Gegensatz zu den anderen Techniken ist der Lifting-Effekt hier nicht so deutlich ausgeprägt und die Haltbarkeit beschränkt sich auf etwa 2 Jahre. Das V-Lift ist somit vor allem für Patienten mit beginnender Hautalterung und für die Stabilisierung von Hautstrukturen geeignet.
  • Free-Floating-Technik: Die bei der Free-Floating-Technik verwendeten "schwimmenden" Fäden besitzen Widerhaken und werden wie beim V-Lift auch über eine Hohlnadel platziert. Die leere Hohlnadel wird allerdings über den Ein- und Austrittspunkt zunächst positioniert. Der Faden wird daraufhin über beide Enden im Fettgewebe platziert. Fest verankert wird der Faden im Gewebe, u.a. indem man an beiden Enden ziehen kann. Die verwendeten Fäden sind etwa 0,2 bis 0,3 mm dick und damit deutlich stärker als jene beim V-Lift. Aus diesem Grund ist das Auftreten von Hämatomen und Schwellungen wahrscheinlicher sowie die Ausfallzeit etwas länger als beim V-Lift.
  • Ankerlift: Das Ankerlift stellt im Vergleich zu den vorherigen Techniken die anspruchsvollste Variante dar. Hier ist die fachliche Qualifikation und Erfahrung des Chirurgen gefragt. Zwar gibt es beim Ankerlift nochmals unterschiedliche Techniken, jedoch ist ihnen allen gemeinsam, dass die Fäden in mindestens einem Punkt im Gewebe fixiert bzw. "verankert" werden. Das Ankerlifting eignet sich somit für bereits deutlicher herabgesunkene Hautpartien. Neben blauen Flecken und Schwellungen können anfangs kleine Unebenheiten bzw. "Einziehungen" erkennbar sein, die sich nach einigen Tagen legen.

Ablauf eines Fadenliftings

Ein Fadenlifting sollte immer von einem Facharzt durchgeführt werden, der speziell für diesen Eingriff geschult wurde. Ein erfahrener Arzt weiß genau, wie der Fadenverlauf für ein optimales Ergebnis geplant werden muss. Zudem sollte der behandelnde Arzt unbedingt resorbierbare Fäden verwenden, die dem neuesten Stand der Technik entsprechen.

Im Vorfeld der Behandlung erhält der Patient eine eingehende Beratung durch den behandelnden Arzt. Im Beratungsgespräch stellt der Arzt fest, ob ein Fadenlifting im individuellen Fall möglich und sinnvoll ist. Außerdem wird festgelegt, welche Gesichtspartien oder Körperstellen behandelt werden sollen und wie viele Fäden nötig sind.

Für die Dauer der Behandlung erhält der Patient eine örtliche Betäubung. Vor allem die Einstich- und Ausstichstellen werden unempfindlich gemacht, damit der Eingriff für den Patienten komplett schmerzfrei ist. Der Arzt führt die Fäden nun mit einer feinen Nadel durch das Fettgewebe und fixiert sie in der gewünschten Position (Free-Floating-Technik). Die Behandlung erfolgt nacheinander für beide Gesichtshälften. Dabei ist ein sorgfältiges Arbeiten erforderlich, um ein symmetrisches Ergebnis zu erzielen. In einigen Fällen muss der Faden hierfür etwas stärker gespannt werden, sodass zunächst noch einige Dellen sichtbar sind. Diese legen sich jedoch in den folgenden Tagen, wenn der Faden etwas an Halt verliert.

Im Anschluss kann der Patient die Klinik sofort verlassen und seinen gewohnten Verpflichtungen nachkommen. Lediglich auf starke körperliche Belastungen sollte während der ersten Tage verzichtet werden. Die behandelten Hautpartien sind zu Beginn geschwollen und sollten für mindestens einen Tag regelmäßig gekühlt werden. Nach dem Eingriff können im Gesichtsbereich leichte Unregelmäßigkeiten und blaue Flecken auftreten. Aufgrund der leichten Hautkompression kann es außerdem in einigen Bereichen zu einer leichten Faltenbildung kommen. Nach etwa drei bis vier Tagen klingen diese Symptome ab.

Was ist nach dem Fadenlifting zu beachten?

Folgende Aspekte sollten nach dem Fadenlifting berücksichtigt werden:

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  • Für ca. 24 Stunden sollten Sie sich Ruhe gönnen und die behandelten Stellen kühlen.
  • Einige Tage nach dem Eingriff sollten Sie eine zu ausgeprägte Gesichtsmimik meiden.
  • Innerhalb der ersten 3 Tage sollten Sie auf heiße Getränke und Speisen verzichten.
  • Auch sollte in den ersten Tagen keine körperliche Anstrengung und Sport stattfinden.
  • In der ersten Woche nach der Behandlung sollten Sie sich keiner zahnärztlichen Behandlung unterziehen.
  • Für etwa zwei Wochen sollten keine Besuche beim Kosmetiker erfolgen.

Ausfallzeiten nach einem Fadenlifting

Die Ausfallzeiten nach einem Fadenlifting hängen im Besonderen von den verwendeten Fäden ab. Bei glatten Fäden ohne Widerhaken, die nur der Stabilisierung der Haut dienen und keine Verlagerung des Gewebes vorgenommen wird, sind nur geringe Nachwirkungen zu erwarten. Dabei können in den ersten 2 bis 3 Tagen kleine Schwellungen oder Blutergüsse auftreten, die sich dann innerhalb einer Woche vollkommen zurückbilden. Wenn Fäden im besonders sensiblen Unterlidbereich eingebracht werden, können schnell blaue Flecken entstehen, die dann mehrere Tage anhalten.

Bringt man Fäden mit Widerhaken ein, verhalten sich die Nachwirkungen anders. Immer wenn Gewebe mobilisiert wird, also verschoben wird, entstehen in der Regel auch blaue Flecke. Manchmal ist außerdem für die ersten Tage der Verlauf des Fadens, der das Gewebe in Position hält, durch die Haut erahnbar - es können Einziehungen zu erkennen sein. Hierbei handelt es sich auch um eine temporäre Nachwirkung, dieser Prozess kann jedoch bis zu vier Wochen in Anspruch nehmen.

Risiken und Komplikationen beim Fadenlifting

Das Fadenlifting galt lange Zeit als riskanter Eingriff mit vielen Nebenwirkungen. Verantwortlich dafür war zum einen die fehlende Qualifikation vieler Ärzte, zum anderen aber auch das verwendete Fadenmaterial. Die alten Aptos-Fäden und Goldfäden können vom Körper nicht abgebaut werden und sind zum Teil kaum noch verletzungsfrei zu entfernen. Einwachsungen und Vernarbungen sowie eine falsche Positionierung der Fäden waren hier die häufigen Folgen.

Aufgrund des neuen, selbstauflösenden Fadenmaterials, das seit 2003 verwendet wird, verläuft das Fadenlifting mittlerweile weitgehend komplikationsfrei. Leichte Schwellungen, Rötungen und blaue Flecken klingen in der Regel nach wenigen Tagen ab. Das Risiko einer Asymmetrie besteht dann, wenn der Arzt beide Gesichtshälften nicht ausreichend auf Gleichmäßigkeit überprüft.

Weitere mögliche Risiken:

  • Infektionsgefahr: Gelangen trotz aller Vorsichtsmaßnahmen mit den Fäden Keime unter die Haut, kann es zu einem entzündlichen Prozess in der betroffenen Region kommen.
  • Verletzung von Strukturen: Werden Fäden mit Widerhaken benutzt, die eine L-Schlaufe bilden, können beim Einbringen funktional wichtige Strukturen verletzt werden. Das können Gefäße sein, die ein bestimmtes Hautareal mit Blut versorgen oder aber auch Nerven. Werden diese beschädigt, kann es zu Durchblutungsstörungen der Haut oder auch Empfindungsstörungen kommen.

Nervenschädigung beim Fadenlifting

Eine der spezifischen Risiken bei einem Fadenlifting sind Schädigungen der Nerven in der Gesichtsregion. Dass kleinere Nervenschäden vorkommen und zu einem vorübergehenden Taubheitsgefühl führen können, ist nicht komplett auszuschließen. Diese können sich für gewöhnlich wieder regenerieren, sodass die Gefühlseinschränkungen wieder nachlassen.

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Was tun bei einem misslungenen Fadenlifting?

Sind es selbstauflösende Fäden, die zu einer Infektion oder einem Nervenschmerz geführt haben, lassen sich diese immer wieder rückgängig machen. Handelt es sich allerdings um Fäden, die permanent im Gewebe verbleiben und eine Fremdkörperreaktion hervorrufen, kann es in der Regel sehr schwer werden, sie wieder zu entfernen.

Wie lassen sich Komplikationen vermeiden?

  • Qualifikation des Arztes: Um Fadenlifting-Nebenwirkungen auf ein Minimum zu reduzieren, sollte die Behandlung ausschließlich von erfahrenen Experten durchgeführt werden. Verfügen Ärzte über nur unzureichendes Fachwissen, werden die Fäden nicht selten falsch unter der Gesichtshaut platziert.
  • Modernste Materialien: Um mögliche Fadenlifting-Nebenwirkungen zu reduzieren, sollten bei der Behandlung zertifizierte, qualitativ hochwertige Fäden verwendet werden. Nur damit lassen sich alle Voraussetzungen für eine sichere und zufriedenstellende Anwendung erfüllen.
  • Beachtung von Hinweisen nach der Behandlung: Probleme nach dem Fadenlifting lassen sich auch vermeiden, wenn nach der Behandlung einige Hinweise beachtet werden. Wir empfehlen unseren Patient*innen, für die nächsten 24 Stunden auf Make-up zu verzichten. Ebenso ist es ratsam, in den ersten Tagen danach das Gesicht bzw. die behandelten Regionen keinesfalls zu massieren. Auch Solarium, Sauna und intensive Sonnenbäder sollten in den ersten fünf Tagen vermieden werden.

Alternative Behandlungsmethoden

Wenn ein Fadenlifting nicht in Frage kommt oder nicht die gewünschten Ergebnisse liefert, gibt es verschiedene alternative Behandlungsmethoden zur Hautstraffung:

  • Klassisches Facelift (Gesichtsstraffung): Hierbei handelt es sich um einen operativen Eingriff, bei dem erschlafftes Haut- und Gewebe entfernt und die Gesichtshaut gestrafft wird.
  • Mini-Lift: Ein kleinerer operativer Eingriff, bei dem nur die Haut gestrafft wird.
  • Liquid-Lifting: Ein Verfahren, bei dem flüssige Unterspritzungsmaterialien (z.B. Hyaluronsäure) verwendet werden, um Volumenverluste auszugleichen und Falten zu minimieren.
  • Botulinum Toxin A (Botox): Wird in die mimische Muskulatur gespritzt, um diese zu lähmen und so die Faltenbildung zu reduzieren.
  • Laserbehandlungen, Peelings, Dermabrasion: Diese Behandlungen können helfen, feine Fältchen und Hautunregelmäßigkeiten zu reduzieren.

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