Die Alzheimer-Demenz ist eine der häufigsten und am meisten gefürchteten neurodegenerativen Erkrankungen. Sie ist nicht nur ein wichtiges Thema in der medizinischen Forschung und Versorgung, sondern auch ein häufiger Gegenstand in Klausuren und Prüfungen im Bereich der Pflege und Medizin. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über die wichtigsten Aspekte der Alzheimer-Demenz, die für eine erfolgreiche Klausurvorbereitung relevant sind.
Einführung in die Alzheimer-Demenz
Die Alzheimer-Demenz, oft einfach als Alzheimer bezeichnet, ist eine fortschreitende Erkrankung des Gehirns, die in erster Linie das Gedächtnis, das Denkvermögen und das Verhalten beeinträchtigt. Sie ist die häufigste Ursache für Demenz, einem Oberbegriff für eine Gruppe von Symptomen, die mit einem Rückgang der kognitiven Fähigkeiten einhergehen. In Deutschland sind derzeit schätzungsweise 1,8 Millionen Menschen von einer Demenzerkrankung betroffen, wobei die Alzheimer-Krankheit die häufigste Form darstellt. Jährlich kommen über 400.000 Neuerkrankungen hinzu. Aufgrund des demografischen Wandels wird die Zahl der Demenzerkrankten über 65 Jahre bis zum Jahr 2050 voraussichtlich auf 2,4 bis 2,8 Millionen ansteigen.
Die Geschichte der Alzheimer-Demenz
Die Alzheimer-Krankheit wurde erstmals im Jahr 1906 von dem deutschen Arzt Alois Alzheimer beschrieben. Er untersuchte die Patientin Auguste Deter, die unter ungewöhnlichen Gedächtnisproblemen und Verwirrung litt. Nach ihrem Tod analysierte Alzheimer ihr Gehirn und entdeckte auffällige Veränderungen: Eiweißablagerungen zwischen den Nervenzellen (Plaques) und eine geschrumpfte Hirnrinde.
Ursachen und Risikofaktoren
Die genauen Ursachen der Alzheimer-Demenz sind bis heute nicht vollständig geklärt. Es wird angenommen, dass eine Kombination aus genetischen, umweltbedingten und Lebensstilfaktoren eine Rolle spielt.
Genetische Faktoren
In seltenen Fällen kann die Alzheimer-Krankheit aufgrund von Veränderungen in bestimmten Genen vererbt werden. Diese Fälle sind jedoch selten und machen nur einen kleinen Prozentsatz aller Alzheimer-Fälle aus. In den meisten Fällen ist Demenz jedoch nicht direkt vererbbar.
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Amyloid-Plaques und Tau-Fibrillen
Eine zentrale Rolle bei der Entstehung der Alzheimer-Demenz spielen zwei Arten von Proteinablagerungen im Gehirn: Amyloid-Plaques und Tau-Fibrillen.
- Amyloid-Plaques: Im gesunden Gehirn entsteht normalerweise ein Eiweiß namens Beta-Amyloid aus einem Vorläuferprotein (APP). Bei Alzheimer entstehen jedoch giftige Beta-Amyloid-Proteine, die verklumpen und sich als unlösliche Ablagerungen zwischen den Nervenzellen festsetzen.
- Tau-Fibrillen: Tau-Proteine sind normalerweise für die Stabilität und den Nährstofftransport in den Nervenzellen verantwortlich. Bei Alzheimer verändern sich diese Proteine, sammeln sich und bilden unlösliche Fasern (Tau-Fibrillen).
Das gleichzeitige Auftreten von Amyloid-Plaques und Tau-Fibrillen führt zu den typischen Schäden im Gehirn von Alzheimer-Patienten.
Weitere Risikofaktoren
Neben den genetischen Faktoren und den Proteinablagerungen gibt es weitere Risikofaktoren, die das Risiko für Alzheimer erhöhen können:
- Alter: Das Risiko, an Alzheimer zu erkranken, steigt mit zunehmendem Alter. Die Krankheit tritt meist ab dem 65. Lebensjahr auf.
- Diabetes: Menschen mit Diabetes haben ein erhöhtes Risiko, an Alzheimer zu erkranken.
- Bluthochdruck: Ein hoher Blutdruck kann die Blutgefäße im Gehirn schädigen und das Risiko für Alzheimer erhöhen.
- Hohe Cholesterinwerte: Hohe Cholesterinwerte können ebenfalls die Blutgefäße schädigen und das Risiko für Alzheimer erhöhen.
- Bewegungsmangel und geistige Inaktivität: Ein Mangel an körperlicher und geistiger Aktivität kann das Risiko für Alzheimer erhöhen.
- Soziale Isolation: Soziale Isolation kann ebenfalls das Risiko für Alzheimer erhöhen.
Symptome und Stadien
Die Alzheimer-Demenz verläuft in der Regel schleichend und kann in verschiedene Stadien unterteilt werden. Die Symptome variieren je nach Stadium und können von Person zu Person unterschiedlich sein.
Frühes Stadium
Im frühen Stadium der Alzheimer-Demenz sind die Symptome oft subtil und können leicht übersehen werden. Typische Symptome sind:
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- Gedächtnisprobleme: Vor allem das Kurzzeitgedächtnis ist beeinträchtigt. Betroffene vergessen beispielsweise Termine, Namen oder kürzlich geführte Gespräche.
- Schwierigkeiten beim Planen und Problemlösen: Betroffenen fällt es schwer, sich über einen längeren Zeitraum zu konzentrieren oder etwas vorausschauend zu planen und umzusetzen. Sie brauchen für vieles mehr Zeit als zuvor.
- Probleme mit gewohnten Tätigkeiten: Alltägliche Handlungen werden plötzlich als große Herausforderung empfunden.
- Sprachschwierigkeiten: Betroffene haben Wortfindungsprobleme oder verwenden unpassende Füllwörter.
- Orientierungsprobleme: Betroffene können sich in vertrauten Umgebungen verirren oder sich nicht mehr an den aktuellen Tag oder die Jahreszeit erinnern.
- Verhaltensänderungen: Stimmungsschwankungen, Angst oder plötzliche Wutausbrüche werden häufiger. Betroffene können auch ihre Eigeninitiative verlieren und immer weniger ihren Hobbys, sozialen oder sportlichen Aktivitäten nachgehen.
Mittleres Stadium
Im mittleren Stadium der Alzheimer-Demenz werden die Symptome deutlicher und beeinträchtigen den Alltag der Betroffenen stärker. Typische Symptome sind:
- Zunehmender Gedächtnisverlust: Betroffene vergessen ihren eigenen Namen, erkennen Angehörige nicht mehr oder haben Erinnerungslücken an die eigene Vergangenheit.
- Schwere Sprachschwierigkeiten: Die Kommunikation wird immer schwieriger. Betroffene können sich kaum noch verständlich machen oder Gesprächen folgen.
- Starke Orientierungsprobleme: Betroffene können sich nicht mehr räumlich oder zeitlich orientieren. Sie wissen nicht, wo sie sich befinden oder welcher Tag ist.
- Verhaltensstörungen: Betroffene können unruhig, aggressiv oder apathisch werden. Es können auch Wahnvorstellungen oder Halluzinationen auftreten.
- Schlafstörungen: Betroffene haben Schwierigkeiten, ein- oder durchzuschlafen.
Spätes Stadium
Im späten Stadium der Alzheimer-Demenz sind die Betroffenen stark pflegebedürftig und auf die Hilfe anderer angewiesen. Typische Symptome sind:
- Verlust der Kommunikationsfähigkeit: Betroffene können sich nicht mehr mitteilen.
- Verlust der motorischen Fähigkeiten: Betroffene können ihre Bewegungen nicht mehr kontrollieren und sind bettlägerig.
- Schluckbeschwerden: Betroffene haben Schwierigkeiten, zu essen und zu trinken.
- Inkontinenz: Betroffene können ihre Blase und ihren Darm nicht mehr kontrollieren.
- Erhöhte Anfälligkeit für Infektionen: Das Immunsystem ist geschwächt, wodurch Betroffene anfälliger für Infektionen sind.
Die 7 Stadien der Alzheimer-Demenz nach Reisberg
Die Alzheimer-Demenz kann auch in sieben Stadien nach der Global Deterioration Scale (GDS) von Barry Reisberg eingeteilt werden:
- Stadium 1: Keine kognitive Beeinträchtigung.
- Stadium 2: Sehr leichte kognitive Beeinträchtigung (altersbedingte Vergesslichkeit).
- Stadium 3: Leichte kognitive Beeinträchtigung (erste Symptome von Alzheimer).
- Stadium 4: Mäßige kognitive Beeinträchtigung (deutliche Symptome von Alzheimer).
- Stadium 5: Mittelschwere kognitive Beeinträchtigung (Betroffene brauchen erste Hilfestellungen im Alltag).
- Stadium 6: Schwere kognitive Beeinträchtigung (Betroffene vergessen den eigenen Namen oder erkennen bekannte Personen nicht mehr).
- Stadium 7: Sehr schwere kognitive Beeinträchtigung (Betroffene können sich nicht mehr mitteilen und ihre Bewegungen nicht mehr kontrollieren).
Diagnose
Die Diagnose der Alzheimer-Demenz basiert auf einer Kombination aus verschiedenen Untersuchungen und Beurteilungen.
Anamnese und körperliche Untersuchung
Der Arzt erhebt zunächst eine ausführliche Anamnese, um die Krankengeschichte des Patienten zu erfassen. Dabei werden Fragen zu den aktuellen Symptomen, Vorerkrankungen, Medikamenteneinnahme und familiären Risikofaktoren gestellt. Anschließend erfolgt eine körperliche Untersuchung, um andere mögliche Ursachen für die Symptome auszuschließen.
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Neurologische und neuropsychologische Tests
Neurologische Tests dienen dazu, die Funktion des Nervensystems zu überprüfen. Dazu gehören beispielsweise Tests der Reflexe, der Muskelkraft und der Koordination. Neuropsychologische Tests werden eingesetzt, um die kognitiven Fähigkeiten des Patienten zu beurteilen. Dabei werden verschiedene Bereiche wie Gedächtnis, Aufmerksamkeit, Sprache, Problemlösen und räumliches Denken überprüft.
Bildgebende Verfahren
Mithilfe von bildgebenden Verfahren wie der Magnetresonanztomographie (MRT) oder der Computertomographie (CT) können Veränderungen im Gehirn sichtbar gemacht werden. Bei Alzheimer-Patienten zeigen diese Untersuchungen oft eine Schrumpfung des Gehirns (Hirnatrophie) und eine Vergrößerung der Hirnventrikel.
Liquordiagnostik
Bei der Liquordiagnostik wird eine Probe des Hirnwassers (Liquor) entnommen und auf bestimmte Biomarker untersucht, die auf eine Alzheimer-Erkrankung hindeuten können.
Therapie
Bislang gibt es keine Heilung für die Alzheimer-Demenz. Die verfügbaren Therapien zielen darauf ab, die Symptome zu lindern und den Krankheitsverlauf zu verlangsamen.
Medikamentöse Therapie
Es gibt verschiedene Medikamente, die bei Alzheimer-Patienten eingesetzt werden können:
- Cholinesterasehemmer: Diese Medikamente erhöhen die Konzentration des Botenstoffs Acetylcholin im Gehirn, der für die Signalübertragung zwischen den Nervenzellen wichtig ist. Cholinesterasehemmer können die Gedächtnisleistung und die Aufmerksamkeit verbessern.
- NMDA-Antagonisten: Diese Medikamente blockieren die Wirkung des Botenstoffs Glutamat im Gehirn. Glutamat kann bei Alzheimer-Patienten zu einer Überstimulation der Nervenzellen führen, was zu Schäden führen kann. NMDA-Antagonisten können die Gedächtnisleistung und die Lernfähigkeit verbessern.
- Antidepressiva: Antidepressiva können eingesetzt werden, um depressive Verstimmungen und Angstzustände bei Alzheimer-Patienten zu behandeln.
- Neuroleptika: Neuroleptika können eingesetzt werden, um Verhaltensstörungen wie Unruhe, Aggressivität oder Wahnvorstellungen zu behandeln.
Nicht-medikamentöse Therapie
Neben der medikamentösen Therapie spielen nicht-medikamentöse Maßnahmen eine wichtige Rolle bei der Behandlung von Alzheimer-Patienten. Dazu gehören:
- Kognitives Training: Kognitives Training umfasst verschiedene Übungen, die darauf abzielen, die kognitiven Fähigkeiten zu verbessern. Dazu gehören beispielsweise Gedächtnisübungen, Konzentrationsübungen oder Sprachübungen.
- Ergotherapie: Ergotherapie hilft den Betroffenen, ihre Alltagskompetenzen zu erhalten oder wiederzuerlangen. Dabei werden beispielsweise Übungen zur Verbesserung der Feinmotorik, der Koordination oder der Selbstversorgung durchgeführt.
- Physiotherapie: Physiotherapie hilft den Betroffenen, ihre körperliche Beweglichkeit und Kraft zu erhalten. Dabei werden beispielsweise Übungen zur Verbesserung derBalance, der Ausdauer oder der Muskelkraft durchgeführt.
- Musiktherapie: Musiktherapie kann eingesetzt werden, um die Stimmung und das Wohlbefinden der Betroffenen zu verbessern.
- Kunsttherapie: Kunsttherapie kann eingesetzt werden, um die Kreativität und den Selbstausdruck der Betroffenen zu fördern.
- Validation: Validation ist eine Kommunikationsmethode, bei der die Gefühle und Bedürfnisse der Betroffenen ernst genommen und akzeptiert werden, auch wenn sie nicht der Realität entsprechen.
- Realitätsorientierungstraining (ROT): ROT hilft den Betroffenen, sich in der Realität zu orientieren. Dabei werden beispielsweise Informationen zurPerson, zum Ort und zur Zeit wiederholt vermittelt.
- Basale Stimulation: Basale Stimulation ist eineTherapieform, die darauf abzielt, dieSinneswahrnehmung und dieKommunikation von schwerstdementenMenschen zu fördern.
Betreuung und Pflege
Die Betreuung und Pflege von Alzheimer-Patienten ist eine herausfordernde Aufgabe, die viel Zeit, Geduld undEmpathie erfordert. Es ist wichtig, die Bedürfnisse der Betroffenen zu erkennen und ihnen ein würdevolles Leben zu ermöglichen.
Kommunikation
Die Kommunikation mit Alzheimer-Patienten kann schwierig sein, da sie oft Sprachschwierigkeiten haben oder sich nicht mehr klar ausdrücken können. Es ist wichtig, langsam und deutlich zu sprechen, kurze Sätze zu verwenden und Blickkontakt zu halten. Pflegende sollten in respektvoller Weise Anweisungen kurz und klar geben. Es ist auch wichtig, auf nonverbale Signale wie Mimik und Gestik zu achten.
Gestaltung des Umfelds
Das Umfeld von Alzheimer-Patienten sollte so gestaltet sein, dass es ihnen Sicherheit und Orientierung bietet. Dazu gehören:
- Ausreichende Helligkeit: Eine gute Beleuchtung kann die Orientierung verbessern und Stürze verhindern.
- Abwechslungsreiche Gestaltung: Eine abwechslungsreiche Gestaltung kann die Sinne anregen und die Stimmung verbessern.
- Ruhiges Umfeld: Dauerlärm sollte vermieden werden, da er die Betroffenen überfordern kann.
- Vertraute Gegenstände: Vertraute Gegenstände können den Betroffenen Sicherheit und Geborgenheit geben.
Unterstützung der Angehörigen
Die Pflege von Alzheimer-Patienten kann auch für die Angehörigen sehr belastend sein. Es ist wichtig, dass sie sich Unterstützung suchen und sich nicht überfordern. Es gibt verschiedene Angebote für Angehörige von Alzheimer-Patienten, wie beispielsweise Selbsthilfegruppen, Beratungsstellen oder Entlastungsangebote. Soziale Netzwerke wie Freunde, Angehörige und Betreuer sollten aktiviert werden.
Rechtliche Aspekte
Im Zusammenhang mit der Alzheimer-Demenz gibt es auch einige rechtliche Aspekte zu beachten.
Betreuungsrecht
Wenn ein Mensch aufgrund seiner Erkrankung nicht mehr in der Lage ist, seine Angelegenheiten selbst zu regeln, kann ein Betreuer bestellt werden. Der Betreuer unterstützt den Betroffenen bei der Wahrnehmung seiner rechtlichen Interessen.
Patientenverfügung
In einer Patientenverfügung kann ein Mensch im Voraus festlegen, welche medizinischen Behandlungen er im Falle seiner Erkrankung wünscht oder ablehnt. Eine Patientenverfügung ist insbesondere bei Alzheimer-Demenz wichtig, da die Betroffenen im späteren Verlauf der Krankheit nicht mehr in der Lage sind, ihre Wünsche zu äußern.
Vorsorgevollmacht
Mit einer Vorsorgevollmacht kann ein Mensch eine Person seines Vertrauens bevollmächtigen, seine Angelegenheiten zu regeln, wenn er selbst dazu nicht mehr in der Lage ist. Eine Vorsorgevollmacht ist eine Alternative zur Betreuung und ermöglicht es dem Betroffenen, selbst zu bestimmen, wer seine Interessen vertreten soll.
Prävention
Obwohl es keine Garantie dafür gibt, dass man nicht an Alzheimer erkrankt, gibt es einige Maßnahmen, die das Risiko senken können:
- Gesunde Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse undBallaststoffen kann das Gehirn schützen.
- Regelmäßige Bewegung: Körperliche Aktivität kann die Durchblutung des Gehirns verbessern und das Risiko für Alzheimer senken.
- Geistige Aktivität: Geistige Aktivität wie Lesen, Kreuzworträtsel lösen oder das Erlernen einer neuen Sprache kann das Gehirn fit halten.
- Soziale Kontakte: Soziale Kontakte können die geistige Gesundheit fördern und das Risiko für Alzheimer senken.
- Vermeidung von Risikofaktoren: Risikofaktoren wie Diabetes, Bluthochdruck oder hohe Cholesterinwerte sollten vermieden oder behandelt werden.
Umgang mit Verhaltensauffälligkeiten
Menschen mit Alzheimer können im Verlauf ihrer Erkrankung Verhaltensauffälligkeiten zeigen, die für Angehörige und Pflegekräfte sehr belastend sein können. Dazu gehören beispielsweise:
- Unruhe und Umtriebigkeit: Betroffene können unruhig sein und ständig umherlaufen.
- Aggressivität: Betroffene können aggressiv werden und sich verbal oder körperlich gegen andere richten.
- Wahnvorstellungen und Halluzinationen: Betroffene können Wahnvorstellungen haben oder Dinge sehen oder hören, die nicht real sind.
- Schlafstörungen: Betroffene können Schwierigkeiten haben, ein- oder durchzuschlafen.
- Depressionen: Betroffene können depressiv sein und sich zurückziehen.
- Suizidale Gedanken: In seltenen Fällen können Betroffene suizidale Gedanken haben.
Es ist wichtig, die Ursachen für die Verhaltensauffälligkeiten zu erkennen und entsprechend zu handeln. Mögliche Ursachen können sein:
- Überforderung: Betroffene können überfordert sein, wenn sie mit zu vielen Reizen konfrontiert werden.
- Schmerzen: Betroffene können Schmerzen haben, die sie nicht äußern können.
- Angst: Betroffene können Angst haben, sich zu verirren oder die Kontrolle zu verlieren.
- Einsamkeit: Betroffene können sich einsam fühlen und Zuwendung suchen.
- Medikamente: Bestimmte Medikamente können Verhaltensauffälligkeiten verursachen.
Maßnahmen bei Verhaltensauffälligkeiten
- Beruhigung: Sprechen Sie ruhig und beruhigend mit dem Betroffenen und versuchen Sie, ihm Sicherheit zu geben.
- Ablenkung: Versuchen Sie, den Betroffenen abzulenken, indem Sie ihm beispielsweise etwas zu trinken anbieten oder ihn in eine andere Umgebung bringen.
- Anpassung des Umfelds: Passen Sie das Umfeld an die Bedürfnisse des Betroffenen an, indem Sie beispielsweise für ausreichend Helligkeit sorgen oder Lärm vermeiden.
- Medikamentöse Behandlung: In einigen Fällen kann eine medikamentöse Behandlung erforderlich sein, um die Verhaltensauffälligkeiten zu lindern. Dies sollte jedoch immer in Absprache mit einem Arzt erfolgen.
- Professionelle Hilfe: Wenn Sie mit den Verhaltensauffälligkeiten überfordert sind, suchen Sie professionelle Hilfe bei einem Arzt, einer Beratungsstelle oder einer Selbsthilfegruppe.
Seelische Schwächen
Alzheimer-Patienten leiden oft unter seelischen Schwächen, die sich in verschiedenen Formen äußern können:
- Ratlosigkeit und Gefühlslosigkeit: Betroffene können ratlos, gefühllos und affektarm wirken.
- Depressionen: Betroffene können deprimiert, hoffnungslos und vital gestört sein.
- Euphorie oder Dysphorie: Betroffene können euphorisch, dysphorisch, gereizt, innerlich unruhig oder ängstlich sein.
- Klagen und Jammern: Betroffene können klagsam und jammernd sein und unter Insuffizienz-, Schuld- oder Verarmungsgefühlen leiden.
- Gesteigertes Selbstwertgefühl oder Affektlabilität: Betroffene können ein gesteigertes Selbstwertgefühl haben, affektlabil sein oder starr wirken.
- Antriebsstörungen: Betroffene können antriebsarm, antriebsgehemmt, antriebsgesteigert oder unruhig sein. Es können auch Parakinesen auftreten (abnorme Bewegungen).
Notfallsituationen
In Notfallsituationen ist es wichtig, schnell und richtig zu handeln. Zu den Notfallsituationen bei Alzheimer-Patienten gehören:
- Delir: Ein Delir ist ein Zustand akuter Verwirrung, der mit Halluzinationen, Wahnvorstellungen undDesorientierung einhergehen kann.
- Vergiftungen: Alzheimer-Patienten können versehentlich oder absichtlich giftige Substanzen zu sich nehmen.
- Suizidgefahr: Alzheimer-Patienten können suizidale Gedanken haben oderSuizidversuche unternehmen.
- Schwere Verhaltensstörungen: Alzheimer-Patienten können schwere Verhaltensstörungen zeigen, die eine Gefahr für sie selbst oder andere darstellen. Dazu gehören beispielsweise akute Psychosen mit Selbst- oder Fremdgefährdung, Illusionen, Halluzinationen (optische, akustische, Körperhalluzinationen, Geruchshalluzinationen), Derealisation, Depersonalisation, Gedankenentzug, Gedankeneingebung oder Gedanken-Ausstreibung.
In Notfallsituationen sollte umgehend ein Arzt oder der Notruf verständigt werden.
Unterschiedliche Formen der Demenz
Es ist wichtig zu beachten, dass Alzheimer nur eine von vielen Formen der Demenz ist. Andere häufige Formen sind:
- Vaskuläre Demenz (VaD): Die vaskuläre Demenz wird durch Schädigung der Blutgefäße im Gehirn verursacht. Diese Schädigung kann durch einen Schlaganfall, eine Verengung der Blutgefäße oder eine Verstopfung der Blutgefäße entstehen. Die Symptome von VaD können Gedächtnisverlust, Schwierigkeiten bei der Planung und Durchführung von Aufgaben, Sprachprobleme und emotionale Instabilität umfassen.
- Frontotemporale Demenz (FTD): Die frontotemporale Demenz ist eine neurodegenerative Erkrankung, die durch den Abbau von Nervenzellen in den Frontal- und Temporallappen des Gehirns gekennzeichnet ist. Diese Regionen sind für die Kontrolle von Verhalten, Sprache und Emotionen sowie für die Verarbeitung von Sprache und sozialen Informationen wichtig. FTD kann zu Verhaltensänderungen, Sprachschwierigkeiten, Gedächtnisproblemen und einem Verlust der Fähigkeit führen, alltägliche Aufgaben auszuführen.
- Demenz mit Lewy-Körperchen (DLB): Die Demenz mit Lewy-Körperchen ist eine Form der Demenz, die durch das Vorhandensein von sogenannten Lewy-Körperchen im Gehirn verursacht wird. Lewy-Körperchen sind abnormale Ablagerungen von Proteinen in den Nervenzellen, die die normale Funktion des Gehirns beeinträchtigen können. Die Symptome von DLB können kognitive Beeinträchtigungen, visuelle Halluzinationen, Störungen des Schlaf-Wach-Rhythmus und Parkinson-ähnliche Bewegungsstörungen umfassen.