Faszien, Nervensystem und ihre Verbindung: Ein umfassender Überblick

Faszien sind ein allgegenwärtiges, aber oft übersehenes Netzwerk im Körper. Sie umhüllen Muskeln, Organe, Nerven und Blutgefäße und spielen eine entscheidende Rolle für unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden. In diesem Artikel werden wir die Faszien, ihre Verbindung zum Nervensystem und ihre Bedeutung für den Körper untersuchen.

Was sind Faszien?

Haben Sie in der Küche schon einmal eine Hühnerbrust zubereitet? Ist Ihnen dabei aufgefallen, dass das Muskelfleisch von einer hauchdünnen, fast durchsichtigen Haut umgeben ist? Möchte man sie entfernen, fällt auf, dass sie sich in eine Richtung ausbreiten und dehnen lässt auch diagonal, aber nicht in die Länge. Wenn Sie dies bereits einmal beobachtet haben, dann haben Sie eine Faszie in Händen gehalten. Faszien sind im Muskelbereich hauchdünn, an Muskelansätzen strahlen sie in die Sehnen ein und verdicken sich dort. Sie umhüllen Gelenke, bilden den Geleitmantel für Gefäße und Nerven, damit es beim Bewegen zum Beispiel eines Arms nicht quietschend zieht, sondern ganz leicht alles aneinander vorbei gleitet. Aber diese Faszien sitzen nicht nur um alle Muskeln, Sehnen, Gelenke, Nerven und Gefäße; sie befinden sich auch um die einzelnen Muskelfasern und Muskelbündel, damit auch diese sich im Gefüge elastisch aneinander vorbeibewegen und gleiten können. Auch um all unsere Organe sitzen diese feinen, elastischen, hautähnlichen Gebilde. Faszien hängen Därme auf, unterstützen die Leber in ihrer Position gegen die permanente Bewegung der Lunge oder bei Rotationsbewegungen des Rumpfes. Sie spinnen sich wie ein Netz durch die einzelnen Anteile der Organe und bilden Straßen, auf denen sich Organe - wie die Nieren - koordiniert bewegen können. Faszien verbinden sich miteinander und untereinander, um miteinander zu kommunizieren. Dies ergibt ein komplexes zusammenhängendes hautähnliches Gebilde, das alle Organe um und überzieht, sich im Skelettmuskelsystem genauso zu Hause fühlt wie in den Organen oder um die Nerven und Gehirnanteile.

Faszien sind also mehr als nur Verpackungsmaterial. Sie sind ein dynamisches Netzwerk, das den gesamten Körper durchzieht und eine Vielzahl von Funktionen erfüllt. Die Faszien verbinden die einzelnen Untereinheiten unseres Körpers zu einem großen Ganzen und spüren Spannungsphänomene lange bevor die Nerven eine Meldung weiterleiten.

Die verschiedenen Schichten der Faszien

Es gibt verschiedene Schichten von Faszien, die sich in ihrer Struktur und Funktion unterscheiden:

  • Die oberflächliche Faszie (Fascia superficialis): Sie bildet die äußerste Schicht unter der Haut. Sie besitzt weniger Kollagenfasern und bestehen aus lockerem Bindegewebe sowie Fett. Die oberflächliche Faszienschicht umgibt den gesamten Rumpf und die Extremitäten.
  • Die tiefe Faszie (Fascia profunda): Sie umschließt Muskeln, Sehnen und Bänder.
  • Die viszerale Faszie: Diese Schicht findet man in den Körperhöhlen. Sie umschließt Selbige mit ihren Organen und ist im Brustkorb, Bauchraum oder Becken zu finden.

Die Verbindung zwischen Faszien und Nervensystem

Das Nervensystem ist die Kontrollinstanz des Körpers. Sämtliche Bewegungen und Aktionen des Menschen werden von Nervenimpulsen kontrolliert und gesteuert. Die Nervenbahnen in Gehirn und Rückenmark bilden das zentrale Nervensystem.

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Faszien und Nervensystem sind eng miteinander verbunden. Faszien enthalten zahlreiche Nervenendigungen, die Informationen über Bewegung, Druck, Schmerz und Temperatur an das Gehirn weiterleiten. Umgekehrt kann das Nervensystem die Spannung und Elastizität der Faszien beeinflussen.

Diese enge Verbindung bedeutet, dass Probleme mit den Faszien auch das Nervensystem beeinträchtigen können und umgekehrt. Ein geschwächtes Fasziensystem äußert sich meistens durch schmerzhafte Verhärtungen und Verklebungen der Faszien, die sich in chronischen Schmerzen oder Einschränkungen des Bewegungsapparats manifestieren können.

Ursachen für Faszien-Probleme

Probleme mit den Faszien können vielfältige Ursachen haben. Viele unserer Patienten und Patientinnen kommen für eine Faszientherapie nach München in unsere Praxis, weil sie unter Rückenschmerzen leiden. Oft liegt die Ursache an der falschen Sitzhaltung in ihrem Arbeitsleben - zum Beispiel im Büro. Ein permanent gekrümmter Oberkörper führt zu einer Verklebung der Faszien. Letztere können Rückenschmerzen auslösen und sogar zu Bandscheibenvorfällen führen.

Weitere Ursachen für Faszien-Probleme können sein:

  • Falsche Belastung der Extremitäten
  • Bewegungsmangel
  • Verletzungen
  • Andauernder Stress
  • Angeborene Fehlstellungen

Letztlich handelt es sich um ein verändertes Spannungsphänomen, mit dem der Körper versucht, wieder ins Gleichgewicht zu gelangen. Dies können zu feste Faszien, zu stark gespannte Faszien, Faszien-Verklebungen oder Faszien-Risse sein. Letztlich haben alle eins gemeinsam: Sie bereiten undefinierbaren ziehenden bis punktuellen Druckschmerz, der kurzfristig auf Druck oder Wärme mit Linderung reagiert. Der Druckschmerz kann punktuell auftreten.

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Auswirkungen von Faszien-Problemen

Unbehandelte Faszien können nicht nur Verspannungen der Muskeln an Nacken, Schulter, Rücken und Beinen verursachen. Oftmals lösen sie sogar ganze Schmerzketten aus. Nehmen wir einmal an, Sie haben sich beim letzten Spaziergang den Fuß verstaucht und sind nach innen umgeknickt. Ihre Faszien erfahren im Augenblick des Unfalls auf der Außenseite eine Überdehnung und auf der Innenseite des Beins einen plötzlichen Spannungsverlust. Sie können sich fangen, die Muskeln regulieren die Gelenkstellung und fixieren das Gelenk und die Muskelansätze. -Glück gehabt-Ihre Faszien sind bereits vor dem Umknicken in einem Missverhältnis bezüglich der Spannung gekommen. Sind die äußeren Faszien angespannt kann es zur Verspannung oder zum Sehnen-, Muskel- oder Knochenabriss kommen. Sind die Faszien zu lax, verschieben sich Knochen der Fusswurzeln und es kommt zu Blockierungen bis hin zu Frakturen der Fußwurzelknochen. Die Faszien verspannen sich durch die veränderte Faszien-Ketten-Spannung. Das veränderte Spannungsmuster kann entlang der Faszien-Kette zu wiederkehrenden Blockierungen z. B.

Verkürzte, verdrehte oder verklebte Faszien können die unterschiedlichsten Krankheitsbilder auslösen. Unbehandelt können sogar ganze Schmerzketten die Folge sein und zu Schmerzen führen, die durch den ganzen Körper wandern. So sind Patienten und Patientinnen, die zu uns für eine Faszientherapie nach München kommen, oft überrascht, wo die eigentliche Ursache ihrer Schmerzen zu suchen ist.

Typische Anzeichen für Faszien-Probleme können sein:

  • Schmerzen an Kopf und im Gesicht sein (Kopfschmerzen, Migräne)
  • Schmerzen an Oberkörper und Rumpf sein (Schmerzen an Rücken, Nacken, Schultern)
  • Schmerzen an Extremitäten sein (Schmerzen an Beinen, Füßen, Armen, Händen)

Faszientherapie: Behandlungen und Methoden

Die Nachfrage nach einer Faszientherapie hat in den letzten Jahren zugenommen. Das nicht ohne Grund. So stützt sich die Therapie-Form auf der Theorie, dass die Veränderung der bindegewebigen Strukturen (Faszien) Auslöser für viele körperliche Beschwerden sein können. So können …… Verkürzungen der Faszien… Änderung im Aufbau der Faszien… Verklebungen von Fasziendafür sorgen, dass Patient*innen unter Spannungsgefühlen, Instabilität und Schmerzen leiden.

Durch eine Faszientherapie sollen Faszien wieder lockerer, elastischer und geschmeidiger gemacht werden. Dies erfolgt durch Druck und Dehnung der problematischen bindegewebigen Strukturen.

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Es gibt zwei Therapie Möglichkeiten:

  • Faszientherapie nach dem Fasziendistorsionsmodell (FDM)
  • Faszientherapie nach Schleip

Bei einer Faszientherapie arbeiten Therapeuten und Therapeutinnen in der Regel mit Druck und Dehnung. Oft werden Massagen und passive Dehnungen in Therapiesitzungen durchgeführt, die Linderung verschaffen sollen. Viele Therapeuten und Therapeutinnen zeigen Patienten und Patientinnen in Behandlungssitzungen aber auch, wie sie sich selbst helfen können. So können Patienten und Patientinnen verkürzte, verdrehte oder verklebte Faszien auch in Eigenregie behandeln. Das kann zum Beispiel durch Yoga oder eine „Faszienrolle“ geschehen. Wichtig zu wissen ist ebenso, dass Therapeuten und Therapeutinnen die Ausgangspunkte von Faszienbeschwerden in Sitzungen analysieren. Da das Fasziensystem komplex ist und den gesamten Körper durchzieht, können manchmal auch andere Körperregionen für Beschwerden verantwortlich sein.

Faszientherapie nach dem Fasziendistorsionsmodell (FDM)

Die FDM als Therapie wurde von Stephen Typaldos in den Neunzigerjahren begründet und entwickelt. Das Therapiekonzept basiert auf muskuloskelettalen Störungen, welche durch dreidimensionale Verformungen oder Verzerrungen der Faszien entstehen. Laut Typaltos können diese Störungen durch die direkte Anwendung bestimmter manueller Techniken rückgängig gemacht werden können. Bei einer Literaturrecherche wurden keine klinischen Studien oder Studien der Grundlagenforschung gefunden, die die empirischen Grundlagen der FDM-Behauptungen stützen.

Faszientherapie nach Dr. Schleip

Diese Therapieform konzentriert sich auf sportbedingte Überlastungsverletzungen, die das Faszien-Netz betreffen und über die Kapazität des Sportlers und seiner Gewebestrukturen geht. Das Faszientraining ist ein faszienorientierter Trainingsansatzes, wozu ein elastischer Rückstoß genutzt wird - sozusagen eine vorbereitende Gegenbewegung. Eine Faszientherapie wird im Sinne eines Trainings durchgeführt und nutzt langsame und dynamische Dehnungen sowie Rehydrationspraktiken und propriozeptive Verfeinerungen. Techniken, die dem Sportler unter Anleitung vermittelt werden. Um ein solches Faszientraining effektiv durchzuführen, bedarf es 2-3 Therapieeinheiten pro Woche für 6-24 Monate.

Beide Modelle sind zwar wissenschaftlich noch nicht belegt und können nicht bei jedem Krankheitsbild angewandt werden. Dennoch haben wir bisher hervorragende Ergebnisse bei unseren Patienten und Patientinnen erzielen können. Bei beiden Therapie-Formen wird die bindegewebige Haut - welche Muskeln, Sehnen, Knochen und Gefäße umhüllt - schonend gedehnt, rehydriert, entklebt und entspannt.

Für wen ist Faszientherapie geeignet?

Wie bereits geschildert besteht ein großer Teil unseres Patientenkreises, den wir mit beiden Therapieformen erfolgreich behandeln, aus:

  • Sportler und Sportlerinnen
  • Amateursportler
  • Profisportler
  • Sportler im Breitensport

Jedoch finden beide Therapieformen immer häufiger Einzug in die Therapien bei chronischen Schmerzsyndromen und fibromyalgischen Schmerzpatienten und Patientinnen. Auch Post-Covid Patienten und Patientinnen empfinden nach unseren Erfahrungen diese Therapieformen als wirksam und schmerzreduzierend. Da alle drei Krankheitsbilder im Bindegewebe und den Faszien des Körpers lokalisiert sind, wäre es interessant, in einer Studie die Erfolge nachzuweisen. So wurde bei dem Krankheitsbild unterer Rückenschmerz (lower back pain) ein Zusammenhang der Schmerzen und der Nervenendigungen und Microtraumen in der Rückenfaszie nachgewiesen (Wilke; Schleip, et al.

Selbsthilfe bei Faszien-Problemen

Es gibt mittlerweile vielfältige Hilfsmittel zu Kaufen, die im Kampf gegen verkrampfte Faszien den Sportbegeisterten im Training helfen. Prinzipiell sind Faszienrolle, Faszienknochen, Faszienball und Physio Gun eine hilfreiche Unterstützung in der Cooling-Down-Phase. Gezielt angewendet sind die oben genannten Hilfsmittel eine sinnvolle Unterstützung, um Verklebungen an Punkten der Faszienketten zu vermeiden.

Jedoch habe ich leider die Erfahrung gemacht, dass einige Sportler und Sportlerinnen aufgrund ihrer starken Schmerzen verklebte Faszien mit zu viel Kraft und Druck bearbeiten, häufig entgegen der Faserrichtung arbeiten oder oft gegen die Zugrichtung der Faszie arbeiten. Dies kann zu Entzündungen der darunter befindlichen Schleimbeutel führen oder ganz kontraproduktiv die Spannung in der Faszie - ähnlich einer Abwehrreaktion - erhöhen.

Es ist sinnvoll, die Faszienketten durch eine Osteopathin oder einen Osteopathen begutachten und sich anhand des persönlichen Befundes einen Therapieplan mit gezielt eingesetzten Hilfsmitteln erstellen zu lassen. Dies können Übungen mit dem Ball, der Rolle oder aus dem Yoga gezielte Dehnungsübungen sein. Das Ziel ist nicht nur eine Faszien-Stelle zu mobilisieren, sondern die gesamten Faszien-Ketten des Körpers in eine normale Spannungssituation zu bringen.

Wann ist Faszientherapie sinnvoll?

Wie jede andere medizinische Behandlung auch ist die Faszientherapie nicht in allen Situationen wirksam. Wenn Patienten und Patientinnen jedoch unter chronischen Schmerzen leiden, die die Lebensqualität beeinträchtigen und alltägliche Funktionen einschränken, dann kann eine Faszientherapie eine Überlegung wert sein. Wenn Patienten und Patientinnen schmerzlindernde Medikamente oder andere Behandlungen gegen Rückenschmerzen anwenden, diese aber nicht viel helfen oder unangenehme Nebenwirkungen verursachen, könnte eine Faszien- oder Fibro-Massage helfen, um die Beschwerden zu lindern.

Das Gleiche gilt für Menschen, die unter Gelenkschmerzen leiden, z. B. bei Knie- oder Hüftgelenksproblemen. Auch wer unter Haltungsproblemen leidet, kann von einer Tiefengewebsmassage (Faszienmassage) profitieren, denn sie hilft, die Muskeln zu entspannen und die Blutzirkulation in den Bereichen zu verbessern, in denen die Spannung hoch ist. Dadurch können Schwellungen, Steifheit und Muskelschmerzen, die oft mit einer schlechten Körperhaltung einhergehen, verringert werden.

Die Faszientherapie wird in der Regel bei Weichteilverletzungen eingesetzt, kann aber auch in anderen Bereichen des Körpers angewendet werden. Verletzungen von Bändern oder Sehnen, die Knochen mit anderen Knochen verbinden (z. B. eine Knieverletzung), sprechen oft gut auf eine Behandlung mit einer Faszientherapie an.

Wichtige Hinweise

Generell empfiehlt es sich, bei Schmerzen im Bewegungsapparat und Rücken zunächst einen Arzt aufzusuchen. So kann abgeklärt werden, ob die Schmerzen andere Ursachen haben. In manchen Fällen haben die Schmerzen einen anderen Auslöser als verkürzte, verdrehte oder verklebte Faszien.

Weiterhin ist eine Faszientherapie keine Möglichkeit für die Behandlung nach einer Verletzung - wie zum Beispiel einem Bänderriss.

Es gibt nur eine Handvoll von Berufen, in denen eine Faszientherapie durchgeführt werden darf. Zugelassene Massagetherapeuten und Massagetherapeutinnen müssen zum Beispiel eine zweijährige Zusatzausbildung absolvieren, um die Faszientherapie ausüben zu dürfen. Fakt ist jedoch, dass Therapeuten und Therapeutinnen eine fundierte Ausbildung absolviert haben müssen (z.B. Physiotherapie oder Osteopathie), um ein umfassendes Wissen über den menschlichen Körper aufbauen zu können. Oftmals gibt es die Möglichkeit, in Osteopathie-Praxen eine Faszientherapie durchführen zu lassen.

Yoga und Faszien

Durch das Üben von Yogastellungen können körperliche Spannungen gelöst werden. Außerdem wird der Körper gestärkt und flexibel. Durch aktive Entspannung und Meditation könnenn Stress und Anspannung reduziert werden. Yoga ist für alle geeignet, die einen bewegteren und geschmeidigeren Körper und einen entspannteren Geist suchen.

Yoga ist ein ganzheitlicher Übungsweg, der Asanas (Körperübungen), Pranayama (Atemübungen), Meditation und Tiefenentspannung umfasst. Die Praxis des Yoga kann zu einer Harmonisierung von Körper, Geist und Seele und zu mehr Lebensqualität, Ausgeglichenheit und Energie führen. Yoga kann Dir helfen zu lernen, Deinen Körper und Deine Grenzen wieder zu spüren, so, dass Du Dein eigener Experte/Deine eigene Expertin für Deinen Körper, Deinen Geist, Deine Gemütsverfassung, Deine Gesundheit und Dein Wohlbefinden wirst. Der Kurs richtet sich an alle, die Freude an harmonischer Bewegung haben.

Beim Viniyoga stehen der Atem und die Wirbelsäule im Mittelpunkt. Im Rhythmus der Atmung werden Körperhaltungen und Bewegungsfolgen ausgeführt, die vor allem das Gleichgewicht und den Rücken stärken. Die Übungen entsprechen der Rückenschule und werden sanft bis kraftvoll auf die Teilnehmenden abgestimmt. Dabei legen wir Wert auf eine heitere und gelassene Atmosphäre. Jede Stunde umfasst eine Anfangs- und Schlussentspannung sowie Meditation und kurze Rezitationen. Dabei unterstützt die Yogaphilosophie eine Haltung von Achtsamkeit gegenüber sich selbst und anderen.

Ayur-Yoga ist ein achtsamer, atembetonter, angepasster, abwechslungsreicher und anatomisch fundierter Yogastil. Mit statischen und fließenden Bewegungen werden die Muskeln gekräftigt und die Beweglichkeit erhöht. Durch regelmäßiges Üben können stressbedingte Beschwerden gemindert und die Konzentration verbessert werden. Eine Phantasiereise oder Tiefenentspannung rundet die Yogastunde ab.

Yin Yoga ist eine sanfte und zugleich tiefe Yoga-Praxis, die hauptsächlich im Sitzen oder Liegen praktiziert wird. Diese Übungsform kann die Beweglichkeit in den Muskeln, Faszien und Gelenken verbessern. Yin Yoga bildet einen Gegenpol zu sämtlichen aktiv ausgeführten Sportarten und einen Ausgleich zum heutigen Lebensstil.

Ganzheitliche Schmerztherapie

Schmerzen entstehen meist als Folge mehrerer Faktoren. Demnach ist es essentiell, individuell die jeweilig auslösenden Faktoren aufzudecken und Ihrer persönlichen Priorität nach - gemäß dem 4-Säulen-Konzept - anzugehen.

  • I- Körpertherapie: umfasst spezielle manuelle Therapieverfahren, die ursächlich & ganzheitlich wirken. Außerdem Bewegungs- und Haltungsübungen, um die Nachhaltigkeit sicherzustellen. Patienten werden aktiv in die Therapie einbezogen. MyoFaszial-Kinematik mit Bewegungsübungen u.a.
  • II- Ernährungsberatung: umfasst schmerzreduzierende Ernährung, durch die sich der Organismus zum einen über einen gesunden Darm, zum anderen über notwendige Nährstoffzufuhr und Botenstoffe wieder reguliert. Schmerzherde können so positiv beeinflusst werden.
  • III- Entspannungstraining: umfasst Erklärung und praktisches Kennenlernen von Entspannungsmethoden, die auch bei Schmerzen besonders geeignet sind. Diese können dann entweder in Eigentraining oder Gruppenkursen bei Kooperationspartnern vertieft werden.
  • IV- Bewusstheitscoaching: umfasst einen sehr breiten und sehr wichtigen Bereich, der - je nach Bedarf und Bereitschaft - von Verhaltenstherapie im Alltag über unterstützende psychologische Beratung bis hin zu Analyse & Auflösung tiefer sitzender emotionaler Traumata reichen kann.

Interdisziplinäre Faszientherapie (IFT)

Neben den Faszien und der Muskulatur wird durch die Therapie auch das Nervensystem des Körpers angesprochen. Hierdurch können auch psychische Anspannung und Unausgeglichenheit oftmals verbessert werden.

Vor und während jeder Therapieeinheit betrachten wir genau Ihre individuellen körperlichen Aspekte. Bei der IFT geht es speziell um die Faszien, die einen elementaren Anteil des Bewegungsapparats ausmachen. Gleichzeitig arbeiten dennoch viele Körperstrukturen zusammen mit den Faszien und müssen deshalb auch immer mitbetrachtet werden.

Begleitend zu positiven Veränderungen im Lebensstil unterstützt die IFT Heilungsprozesse des Bewegungsapparates im gesamten Körper. Nicht zuletzt nutzen auch Leistungssportler die IFT um Verletzungen vorzubeugen, Heilungsprozesse zu unterstützen oder zu beschleunigen und um beweglich zu bleiben.

Weitere Therapieansätze

  • Introtone Therapy: Die Introtone Therapy ist ein Diagnose- und zugleich Behandlungskonzept. Introtone sieht den Menschen als ein ganzes und komplexes Wesen, das aus vielen unterschiedlichen Körpersystemen und -strukturen besteht. Zu diesen Systemen zählen unter anderem das Muskelsystem, Faziensystem, Knochensystem, Gefäßsystem, Nervensystem, Verdauungssystem, Hormonsystem oder auch das Immunsystem.
  • Gyrotonic: Gyrotonic ist eine ganzheitliche Bewegungs- und Körpertherapie, in der Kraft, Beweglichkeit, Koordination und Körperwahrnehmung gleichzeitig verbessert und geschult werden.
  • Osteopathie: In der Osteopathie wird dieses ganzheitliche Behandlungskonzept immer zusammen berücksichtigt.
  • Atemtherapie: Innovative Anwendungen oder der bewusste Einsatz körperlicher Atemfähigkeiten - zusammen kombiniert, hilft die richtige Atemtechnik, den seelischen Zustand positiv zu beeinflussen.
  • Schröpfen: Aus naturkundlicher Sicht zählt das Schröpfen zu den Aus- und Ableitungsverfahren. Bei dieser Methode werden krank machende oder schädliche Stoffe aus dem Organismus entfernt und je nach Indikation blutig, unblutig sowie als Massage angewandt.
  • Akupunktur: Die Akupunktur verwendet genau festgelegte Körperpunkte, in die feine Akupunkturnadeln gesetzt werden. Sie liegen auf Leitbahnen und Meridianen, durch die Qi (Lebensenergie) fließt.
  • Elektrotherapie, Ultraschall, Fangopackungen: Um Behandlungserfolge möglichst effektiv zu beschleunigen und Heilungsprozesse zu unterstützen, kommen als Ergänzung zur Physiotherapie diese Maßnahmen zum Einsatz.
  • Neurodynamik: Neurodynamik unterstützt den Nerv dabei, seine ursprüngliche Beweglichkeit wiederzuerlangen und weniger empfindlich zu machen.
  • Lymphdrainage: Die Entstauungstherapie hilft immer dann, wenn sich Lymphflüssigkeit im Gewebe staut und etwa Arme oder Beine anschwellen.
  • Blood Flow Restriction Training: Das „Blood Flow Restriction Training“ kann zu einem sehr frühen Zeitpunkt bei der Rehabilitation von Verletzungen oder Abnützungserscheinungen helfen.
  • Dry Needling: Dry Needling wird seit mehr als 50 Jahren angewendet und basiert auf medizinischen Forschungsergebnissen und Prinzipien. Dabei werden Nadeln in sogenannte Triggerpunkte gestochen.

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