Migräne ist eine neurologische Erkrankung, die durch starke Kopfschmerzen gekennzeichnet ist und das tägliche Leben erheblich beeinträchtigen kann. Die Suche nach wirksamen Methoden zur Linderung von Migränesymptomen ist daher von großer Bedeutung. In diesem Artikel werden wir die Anwendung der Faszienrolle zur Linderung von Migräne untersuchen, wobei wir uns auf spezifische Techniken und Übungen konzentrieren, die helfen können, Verspannungen zu lösen und das Wohlbefinden zu verbessern.
Was sind Faszien und warum sind sie wichtig?
Faszien sind Bindegewebsschichten, die Muskeln, Organe und andere Strukturen im Körper umhüllen und miteinander verbinden. Sie bilden ein zusammenhängendes Netzwerk, das für die Stabilität, Flexibilität und Beweglichkeit des Körpers unerlässlich ist. Im Idealfall sind Faszien elastisch und geschmeidig, aber durch Bewegungsmangel, Fehlhaltungen, Stress oder Überlastung können sie sich zusammenziehen, verkleben und verhärten. Diese Verhärtungen können zu Verspannungen, Schmerzen und Bewegungseinschränkungen führen.
Wie Faszientraining bei Migräne helfen kann
Faszientraining kann helfen, die Symptome der Migräne zu lindern, indem es Verspannungen löst, die Durchblutung verbessert und die Körperwahrnehmung stärkt. Durch gezielte Übungen und Massagetechniken können verhärtete Faszien wieder geschmeidig gemacht werden, was zu einer Reduzierung von Schmerzen und einer Verbesserung der Beweglichkeit führen kann.
Spezifische Faszienrollen-Übungen zur Migränelinderung
Es gibt verschiedene Übungen mit der Faszienrolle, die speziell auf die Linderung von Migräne abzielen. Diese Übungen konzentrieren sich auf die Entspannung der Muskeln im Nacken-, Schulter- und Kopfbereich, da Verspannungen in diesen Bereichen häufig zu Kopfschmerzen und Migräne beitragen.
1. Nackenmuskulatur bearbeiten
- Ziel: Verspannungen im Nackenbereich lösen.
- Anwendung: Lege die Faszienrolle unter den Nacken, direkt an der Schädelbasis. Rolle langsam von den Schulterblättern bis zum mittleren Rücken vor und zurück. Für weniger Druck kann die Übung im Stehen durchgeführt werden.
- Wichtig: Führe die Übung langsam und kontrolliert aus, um eine echte Regeneration zu erreichen.
2. Schulterbereich bearbeiten
- Ziel: Verspannungen im Schulterbereich lösen.
- Anwendung: Stelle dich auf ein Bein, das Knie leicht gebeugt. Lege die Faszienrolle unter die Schulter und rolle langsam über den Bereich.
- Wichtig: Halte die Balance und achte darauf, nicht zu schnell zu rollen.
3. Fußsohlen bearbeiten
- Ziel: Verspannte Fußsohlen können Knie- oder Rückenprobleme verursachen, die wiederum zu Kopfschmerzen führen können.
- Anwendung: Setze dich auf einen Stuhl und lege die Faszienrolle unter die Fußsohle. Rolle langsam vor und zurück.
- Wichtig: Führe die Übung für 1 Minute pro Fuß aus.
4. Selbstmassage der Kopfmuskulatur
Neben der Verwendung einer Faszienrolle können auch spezifische Selbstmassagetechniken helfen, die Kopfmuskulatur zu entspannen und Migräne zu lindern. Hier sind einige Techniken, die du ausprobieren kannst:
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- Trapezius Muskel: Greife zangenartig an die Hinterseite deines Halses und versuche, den dort befindlichen Muskel zu fassen bzw. leicht vom Hals wegzuziehen. Rolle ihn max. 10 Mal zwischen deinen Fingern. Suche nach schmerzhaften Punkten und massiere diese.
- Sternocleidomastoideus Muskel: Fühle die Sehne des Sternocleidomastoideus an deinem Brustbein und versuche diese zu fassen. Von hier aus kannst du ihn bis an den Hinterkopf verfolgen. Sobald du ihn zwischen deinen Fingern hast, kannst du ihn hin und her rollen.
- Occipitalis Muskel: Forme deine Hände zu einer Schaufel und drücke mit den Fingerspitzen in die Halsmuskulatur. Suche nach einer sehr kleinen Mulde/Vertiefung und prüfe die Stelle auf Schmerzempfindlichkeit. Massiere diesen Punkt.
- Temporalis Muskel: Öffne deinen Mund ein wenig und massiere den Muskel, der flächig und bogenförmig von vor deinem Ohr bis kurz dahinter verläuft.
- Muskel unter dem Kinn und Kiefer: Für die Druck-Bewegungstechnik öffne und schließe deinen Mund. Um die Fingertechnik auszuführen, massiere.
5. Akupressur zur Migränelinderung
Akupressur ist eine traditionelle chinesische Heilmethode, die auf dem Prinzip basiert, dass bestimmte Punkte auf dem Körper, wenn sie mit Druck stimuliert werden, den Energiefluss (Qi) beeinflussen und so Schmerzen und Beschwerden lindern können. Bei Kopfschmerzen und Migräne kann Akupressur helfen, Verspannungen zu lösen und die Durchblutung zu verbessern. Hier sind einige Akupressurpunkte, die du ausprobieren kannst:
- LI4 (He Gu): Dieser Punkt befindet sich zwischen Daumen und Zeigefinger. Drücke ihn mit festem, kreisendem Druck für etwa 30 Sekunden. Wiederhole dies auf der anderen Hand.
- GB20 (Feng Chi): Dieser Punkt liegt an der Basis des Schädels, in den Vertiefungen beidseits der Wirbelsäule. Übe Druck mit den Daumen aus und massiere sanft in kreisenden Bewegungen für etwa eine Minute.
- EX-HN5 (Taiyang): Dieser Punkt befindet sich in den Vertiefungen der Schläfen. Massiere sanft mit den Fingerspitzen in kleinen, kreisenden Bewegungen.
- ST36 (Zusanli): Dieser Punkt liegt etwa vier Fingerbreit unterhalb der Kniescheibe, an der Außenseite des Schienbeins. Drücke und massiere diesen Punkt für etwa eine Minute.
- LV3 (Tai Chong): Dieser Punkt befindet sich auf dem Fuß, etwa zwei Fingerbreit oberhalb der Stelle, an der der große Zeh und der zweite Zeh zusammenkommen. Drücke und massiere diesen Punkt für etwa eine Minute.
6. Akupressurmatten zur Entspannung
Neben den manuellen Techniken können auch Akupressurmatten hilfreich sein. Sie fördern die Entspannung, reduzieren Stress, verbessern die Durchblutung im gesamten Körper und lindern Muskelverspannungen, die Kopfschmerzen verursachen können. Lege dich täglich für 10-20 Minuten auf die Akupressurmatte.
Worauf Sie bei der Anwendung der Faszienrolle achten sollten
- Langsam rollen: Das Gewebe sollte langsam bearbeitet werden - nicht hektisch hin- und herschrubben.
- Nicht zu viel Druck: Die Faustregel beim Faszientraining: Etwa 1,5 Zentimeter tief ins Gewebe eindringen.
- Ausreichend Pausen: Machen Sie ausreichende Pausen.
- Nicht bei Entzündungen, offenen Wunden, Frakturen und akuten Verletzungen: Bei diesen Zuständen sollte auf Faszientraining verzichtet werden.
- Vorsicht bei Krampfadern: Obwohl sich die Übungen bei Menschen mit Krampfadern positiv auswirken können, ist auch hier Vorsicht geboten. Druck auf die Gefäße kann das Risiko für innere Blutergüsse (Hämatome) erhöhen.
- Nicht bei akutem Bandscheibenvorfall: Bei einem akuten Bandscheibenvorfall kann das Rollen mehr schaden als nutzen. In solchen Fällen ist gezielte, therapeutische Anleitung wichtig.
Weitere Maßnahmen zur Migränelinderung
Neben dem Faszientraining gibt es noch weitere Maßnahmen, die zur Linderung von Migräne beitragen können:
- Lebensstiländerungen: Achte auf eine gute Haltung, besonders beim Arbeiten am Computer, und integriere regelmäßige Bewegung und Dehnübungen in deinen Alltag.
- Ernährung und Hydration: Trinke ausreichend Wasser, um dehydrierungsbedingte Kopfschmerzen zu vermeiden, und vermeide übermäßigen Konsum von Koffein und Alkohol.
- Entspannungstechniken: Praktiziere regelmäßig Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder Atemübungen.
- Vermeidung von Auslösern: Identifiziere und vermeide mögliche Auslöser für deine Kopfschmerzen. Dazu können bestimmte Nahrungsmittel, Umwelteinflüsse und Stresssituationen gehören.
- Professionelle Anleitung: Sprich mit einem Physiotherapeuten über die individuelle Anwendung von Faszienrollen und -bällen.
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