Auslandskrankenversicherung bei Demenz und Alzheimer: Schutz und Sicherheit im Alter

Die Angst vor Krankheiten wie Krebs, Schlaganfall, Demenz und Alzheimer ist im Alter weit verbreitet. Besonders in Ländern mit hoher Lebenserwartung, wie Japan, wächst die Sorge vor altersbedingten Erkrankungen. Um den finanziellen Folgen dieser Krankheiten entgegenzuwirken, bieten Versicherungen spezielle Produkte an, die im Falle einer Demenzerkrankung Leistungen erbringen. Auch die Auslandskrankenversicherung spielt eine wichtige Rolle, um Senioren auf Reisen vor unerwarteten Behandlungskosten zu schützen.

Die alternde Gesellschaft und die Angst vor Demenz

In Japan ist bereits ein Viertel der Bevölkerung über 65 Jahre alt. Prognosen zufolge wird diese Zahl bis zum Jahr 2035 auf ein Drittel ansteigen. Eine Umfrage ergab, dass viele Menschen sich vor allem vor Krebs, Schlaganfall, Demenz und Alzheimer fürchten. Diese Ängste haben dazu geführt, dass Versicherungsunternehmen spezielle Demenzversicherungen entwickelt haben.

Demenz in Japan: Eine Volkskrankheit

Die steigende Zahl von Demenzerkrankungen hat in Japan zu einer Art Volkskrankheit geführt. Es gibt bereits zahlreiche Gruppenheime für Demenzkranke. Um das Risiko des Verlusts von Patienten zu minimieren, werden Senioren mit Demenz in einem westlichen Vorort von Tokio sogar mit einem QR-Code markiert.

Private Demenzversicherungen in Japan

Das japanische Gesundheitssystem unterscheidet sich von dem deutschen. Es gibt eine staatliche Grundversorgung, aber wer mehr Leistungen wünscht, schließt eine private Zusatzversicherung ab. Die Demenzversicherung ist ein relativ neues Produkt auf dem Markt der Privatanbieter. Sie zahlt die Versicherungssumme sofort aus, wenn ein Arzt die Diagnose "Demenz" stellt. Diese Summe kann für behindertengerechte Umbauten der Wohnung, Taxikosten oder Fertiggerichte verwendet werden. Die Versicherer kalkulieren mit durchschnittlichen monatlichen Zusatzausgaben von etwa 60 Euro. Je früher man in eine solche Versicherung einsteigt, desto günstiger sind die Prämien.

Rehabilitation bei Demenz: Ein Urteil des Landessozialgerichts

Das Landessozialgericht Baden-Württemberg hat entschieden, dass Reha-Maßnahmen im Falle von Demenzerkrankungen unter bestimmten Voraussetzungen von der Krankenkasse übernommen werden können. Voraussetzung ist die Rehabilitationsfähigkeit des Patienten und die Definition konkreter, individueller Ziele für die Reha. In einem konkreten Fall klagte eine Alzheimerpatientin auf Erstattung der Kosten für eine vierwöchige Reha in einem Alzheimertherapiezentrum. Das Gericht gab ihr Recht, da die Krankenkasse die individuellen Verhältnisse und Behandlungsziele nicht ausreichend geprüft habe.

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Die Herausforderungen der Demenzpflege

Die Betreuung von Demenzkranken ist zeitintensiv und stellt eine große Herausforderung für die Angehörigen dar. Oft ist professionelle Unterstützung notwendig, die mit erheblichen Kosten verbunden ist. Spezielle Demenzversicherungen können hier finanzielle Entlastung bieten. Sie zahlen eine monatliche Leistung, die zur freien Verfügung steht und unabhängig von einem Pflegegrad ist.

Die Deutsche DemenzVersicherung

Die Deutsche DemenzVersicherung bietet eine zusätzliche finanzielle Absicherung im Falle einer Demenzerkrankung. Sie zahlt eine monatliche Leistung von bis zu 600 Euro, unabhängig davon, ob ein Pflegegrad erreicht ist. Das Anerkennungsverfahren ist einfach, und die Leistung erfolgt, sobald ein Pflegegutachten des Medizinischen Diensts der Krankenversicherungen (MDK) oder die Stellungnahme eines Neurologen bzw. Psychiaters vorliegt. Der Abschluss ist bis zu einem Alter von 75 Jahren möglich, wobei die Tagegeldleistung individuell gewählt werden kann. Es ist jedoch eine Wartezeit von 3 Jahren zu beachten.

Demenz und Pflegebedürftigkeit in Deutschland

Mit dem Alter steigt die Häufigkeit von Demenzerkrankungen stark an. Mehr als die Hälfte der Pflegefälle in Deutschland sind auf Demenz zurückzuführen. Aktuell gibt es über 1,6 Millionen Demenz-Patienten von insgesamt 2,6 Millionen Pflegebedürftigen. Die gesetzliche Pflegeversicherung ist als Grundabsicherung gedacht, reicht aber oft nicht aus, um die Kosten einer zeitintensiven Demenzpflege zu decken. Daher ist eine private Vorsorge wichtig.

Finanzielle Unabhängigkeit durch eine Demenzversicherung

Eine zusätzliche Demenzversicherung macht Sie finanziell unabhängiger. Sie können beispielsweise auch eine private Pflegeversicherung abschließen, um die teure stationäre Pflege im Pflegeheim abzusichern. Die Krankheit Demenz ist nicht heilbar und führt unweigerlich zur Pflegebedürftigkeit. Eine private Pflege-Zusatzversicherung ist daher eine sinnvolle Ergänzung zur Deutschen DemenzVersicherung.

Die Deutsche PflegeKarte

Mit der Deutschen PflegeKarte, die Sie mit Abschluss der Deutschen DemenzVersicherung oder der Deutschen PrivatPflege kostenlos erhalten, werden hilfreiche Serviceleistungen angeboten. Dazu gehören eine Experten-Hotline, ein Betreuungsprogramm für pflegende Angehörige sowie die Vermittlung von Kurzzeit-Pflegeplätzen und vollstationären Pflegeheimplätzen.

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Der Umgang mit Demenzpatienten

Der Schlüssel zu einem sinnvollen Umgang mit Demenzpatienten liegt im Verständnis ihres veränderten Selbsterlebens. Es ist wichtig, genau hinzuschauen, inwieweit der Betroffene sich selbst noch erkennen und mit seiner eigenen Biografie identifizieren kann. Wenn biografische Elemente überfordernd werden, kann ein Umzug in eine "biografiefreie" Umgebung, wie ein Pflegeheim, hilfreich sein. Andererseits sollte man dem Patienten nicht zu früh das eigene Handeln vereinfachen, sondern ihn so lange wie möglich selbstständig agieren lassen.

Auslandskrankenversicherung für Senioren: Schutz auf Reisen

Auch im Ruhestand möchten viele Menschen reisen und die Welt entdecken. Das Risiko, im Urlaub zu erkranken oder einen Unfall zu erleiden, steigt jedoch im Alter. Eine Behandlung im Ausland kann schnell zu einer finanziellen Belastung werden, da die gesetzlichen Krankenkassen nur innerhalb Europas leisten und oft nicht alle Kosten übernehmen.

Leistungen der Auslandskrankenversicherung

Die Auslandskrankenversicherung übernimmt die Kosten für ambulante und stationäre Behandlungen im Ausland, auch für alternative Medizin. Sie organisiert und bezahlt den Krankenrücktransport an den Wohnsitz oder in ein geeignetes Krankenhaus am Wohnort. Mit einer Auslandskrankenversicherung sind Senioren weltweit auf Reisen geschützt.

Worauf Sie bei der Wahl der Auslandskrankenversicherung achten sollten

Bei der Wahl der richtigen Auslandskrankenversicherung ist vor allem die Reisedauer zu beachten. Einige Tarife bieten eine Selbstbeteiligung im Schadenfall. Es gibt auch spezielle Tarife für Senioren mit relevanten Altersgrenzen. Die Auslandskrankenversicherung leistet in Form von Kostenerstattungen oder Service-Leistungen.

Auslandskrankenversicherung für Haustiere

Viele ältere Menschen haben ein Haustier, das ihnen Gesellschaft leistet. Wenn Sie mit Ihrem Vierbeiner ins Ausland reisen, bietet die ADAC Haustier-Reiseversicherung finanziellen Schutz bei Erkrankung und Verletzung Ihres Tieres.

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Krankenrücktransport und Beratungsservice

Ein Krankenrücktransport wird von der Auslandskrankenversicherung übernommen, wenn er medizinisch sinnvoll und vertretbar ist. Ebenso werden die Kosten für eine Begleitperson übernommen, wenn die Begleitung medizinisch erforderlich oder angeordnet ist. Nach einem Krankenrücktransport bieten einige Versicherungen telefonische Beratung zu möglichen Leistungsträgern in Deutschland, Rehakliniken, Beratungsstellen für behindertengerechte Wohnungs- und Fahrzeuganpassungen sowie zu sozialrechtlichen Fragestellungen.

Versicherungsfall und freie Arztwahl

Ein Versicherungsfall in der Auslandskrankenversicherung tritt ein, wenn im Ausland während Ihrer Reise eine Heilbehandlung medizinisch notwendig wird. Grundsätzlich haben Sie die freie Wahl unter den Krankenhäusern und Ärzten im Ausland.

Wann die Auslandskrankenversicherung keine Leistungen erbringt

Die Auslandskrankenversicherung leistet unter anderem nicht für geplante Heilbehandlungen. Ein Zwischenaufenthalt in Deutschland ist ebenfalls nicht versichert.

Die Europäische Gesundheitskarte (EHIC)

Innerhalb der Europäischen Union (EU) sowie in Island, Liechtenstein, Norwegen, der Schweiz oder im Vereinigten Königreich berechtigt Sie die Europäische Gesundheitskarte (EHIC) dazu, alle zugelassenen Ärzte und Krankenhäuser aufzusuchen. Sie erhalten damit einen medizinischen Basisschutz bei vorübergehenden Auslandsaufenthalten. Jedoch können häufig nicht alle entstehenden Kosten über die EHIC abgerechnet werden.

Die Bedeutung einer privaten Reisekrankenversicherung

Da die gesetzliche Krankenversicherung in Deutschland im Ausland nur einen eingeschränkten oder gar keinen Schutz bietet, ist eine private Reisekrankenversicherung wichtig. Sie übernimmt alle anfallenden Kosten, wenn Sie im Ausland ins Krankenhaus müssen, zum Arzt gehen oder verschriebene Medikamente benötigen.

Tipps für die Auslandskrankenversicherung

  • Schließen Sie die Auslandskrankenversicherung vor Abreise für die gesamte Reisedauer ab.
  • Tragen Sie die Notfallkontakt-Nummer Ihrer Auslandskrankenversicherung während Ihrer Reise immer bei sich.
  • Lassen Sie sich Ihre Auslandskrankenversicherung mit dem Leistungsumfang vom Versicherer schriftlich bestätigen und in die Landessprache Ihres Reiseziels übersetzen.
  • Informieren Sie Ihre Auslandskrankenversicherung schnellstmöglich über Ihre Erkrankung.
  • Bewahren Sie alle Rechnungen und Rezepte zu Ihrer Auslandsbehandlung auf und reichen Sie diese nach Ihrer Rückkehr bei Ihrer Auslandskrankenversicherung ein.

Auslandskrankenversicherung und Demenz

Auch für Demenzkranke ist eine Auslandskrankenversicherung wichtig, um im Falle einer Erkrankung oder eines Unfalls im Ausland abgesichert zu sein. Der Versicherungsschutz muss bedarfsgerecht sein und die besonderen Bedürfnisse von Demenzpatienten berücksichtigen.

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