Faszientraining und seine Bedeutung in Parkinson-Studien

Parkinson-Erkrankungen stellen eine große Herausforderung für Betroffene dar, da sie mit motorischen Einschränkungen und einer verminderten Lebensqualität einhergehen. Neben medikamentösen Behandlungen rücken zunehmend alternative Therapieansätze in den Fokus, darunter verschiedene Formen des Trainings. Dieser Artikel beleuchtet die Rolle von Faszientraining und anderen Bewegungsformen im Kontext von Parkinson-Studien, um einen umfassenden Überblick über aktuelle Forschungsergebnisse und deren potenzielle Vorteile zu geben.

PNF (Propriozeptive Neuromuskuläre Fazilitation) als Therapieansatz

Ein wichtiger Ansatz in der physiotherapeutischen Behandlung von Parkinson ist das PNF-Training. PNF, die „Propriozeptive Neuromuskuläre Fazilitation“, ist ein Analyse- und Behandlungskonzept, das aus der Physiotherapie stammt. Hierbei wird das Bewegungsverhalten des Betroffenen mit der einst natürlich angelegten physiologischen Bewegung verglichen.

Besonderheiten des PNF-Trainings

PNF-Training unterscheidet sich deutlich von anderen Behandlungsansätzen. Es arbeitet permanent diagonal über die Körpermitte, wobei Drehungen und Rotationen gezielt hervorgehoben werden, um den Muskelverläufen optimal gerecht zu werden. Die PNF-Therapie nutzt die Dreidimensionalität sämtlicher Bewegungsmuster. So ist bei physiologischen Arm- und Beinbewegungen stets eine beugende oder streckende Komponente des Ellbogens oder Kniegelenks dabei.

Ziele und Anwendung von PNF

Das Hauptziel von PNF ist die Optimierung und Ökonomisierung des Bewegungsverhaltens. Krankhaft veränderte Bewegungsabläufe, wie man sie etwa als Geh- und Gangstörungen von an Parkinson Erkrankten kennt, sollen wieder zu physiologisch funktionierenden rückgeformt werden. Der PNF-Ansatz nutzt den Umstand, dass im Zentralnervensystem sämtliche physiologischen Bewegungsmuster der einzelnen Körperabschnitte und Gesamtbewegungsmuster abgespeichert sind.

Am Beginn jeder physiotherapeutischen Behandlung durch PNF steht die „Befundung“ der Bewegungsfähigkeiten. Anschließend legen Therapeut und Patient fest, welche körperlichen Fähigkeiten verbessert werden sollen.

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Wirkungsweise von PNF

Jeder Mensch nimmt über Bewegungsfühler (Rezeptoren) wahr, wie sich der Körper bewegt oder in welcher Position er sich befindet (propriozeptiv) - auch wie er dreidimensional im umgebenden Raum verortet ist. Eine PNF-Therapie regt nun die Rezeptoren in Gelenken, Muskeln und Sehnen durch gezielte Stimulation an und aktiviert sie. Das fördert die für die Bewegungsorganisation entscheidende Wahrnehmung und damit das Zusammenspiel zwischen Rezeptoren, Nerven und Muskeln (neuromuskulär).

Internationale Studien haben gezeigt, dass ein PNF-Training Menschen mit Beeinträchtigungen des Bewegungs- oder Stützapparates helfen kann, ihre Sicherheit und Selbstständigkeit zu verbessern sowie Schmerzen zu beheben oder zu lindern. PNF orientiert sich an den Ressourcen des Patienten und nutzt die individuell zur Verfügung stehenden Fähigkeiten und Möglichkeiten zur Verbesserung der Bewegungs- und Haltungskontrolle.

Aktivierung schwacher Muskeln durch PNF

Ein Beispiel für die Anwendung von PNF ist die Aktivierung schwacher Muskeln durch stärkere. Wenn man beispielsweise die Hand kräftig auf den Tisch drückt, beginnen die Bauchmuskeln zu arbeiten. So kann ein kräftiger Arm genutzt werden, um schwache Bauchmuskeln zu aktivieren.

Sport und Bewegung als Therapieergänzung bei Parkinson

Forscher um Christian Duval an der Harvard University empfehlen, dass Parkinson-Patienten nicht nur Medikamente zur Symptomkontrolle einnehmen, sondern auch Sport treiben. Diese Empfehlung basiert auf einer Metaanalyse von mehr als 100 Studien. Sport kann die kognitive Funktion, die Beweglichkeit und die körperliche Fitness verbessern, was bei der Parkinsonerkrankung häufig stark betroffen ist.

Ergebnisse der Metaanalyse

Die Wissenschaftler werteten 106 Studien aus, die den Effekt von Sport auf die Erkrankung untersuchten. Die Verbesserungen wurden in vier Kategorien gruppiert:

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  1. Kraft und Beweglichkeit
  2. Kognitive und physische Funktion
  3. Psychosoziale Vorteile
  4. Typische Parkinsonsymptomatik wie Rigor, Tremor und posturale Stabilität

Das Training verbesserte besonders Funktionen aus den Kategorien eins und zwei. Rund 55 Prozent der Studien zeigten einen positiven Nachweis in diesen Kategorien, wobei sich besonders die Kraft und Beweglichkeit in den Armen besserte. Für die Verbesserung der Kognition konnten die Forscher keine klaren Schlüsse ziehen, wobei sie hier jedoch nur neun Studien einbeziehen konnten. Weniger signifikant waren die Ergebnisse auch für die Verbesserung der Parkinson­symptome und die psychosozialen Aspekte der Erkrankung.

Ausdauersport und seine Auswirkungen auf das Gehirn

Die motorischen Symptome der Parkinson-Erkrankung können durch Sport verbessert werden. Dies konnte beispielsweise in der Park-in-Shape-Studie gezeigt werden. Hier verzögerte sich die Verschlechterung der motorischen Defizite bei Patienten, die zu Hause regelmäßig ein Ergometer nutzten im Vergleich zur Kontrollgruppe, die regelmäßig Stretching-Übungen durchführte.

Bislang ist unklar, welche Mechanismen auf zerebraler Ebene für den positiven Effekt verantwortlich sind. Daten aus Tiermodellen zeigen, dass Ausdauersport die adaptive Neuroplastizität erhält bzw. verbessert. Bei Parkinson kommt es zu einem progressiven Verlust dopaminerger Neurone in der Substantia nigra und zum Dopamin-Mangel im Striatum, woraus eine gestörte Funktion der kortiko-striatalen sensomotorischen Netzwerke resultiert.

Forscher um Martin Johansson von der Radboud University in Nijmegen, Niederlande, untersuchten, wie Ausdauersport die durch Parkinson bedingten funktionellen und strukturellen Änderungen im kortiko-striatalen sensomotorischen Netzwerk beeinflusst. Zusätzlich untersuchte das Team den Effekt von Ausdauersport auf die Substantia nigra sowie auf die Kognition der Teilnehmenden.

Methodik der Studie

Die Forscher nutzten Daten aus der Park-in-Shape-Studie, einer doppel-blinden randomisierten Studie bei 130 Parkinson-Patienten, die entweder Ausdauersport auf dem Ergometer oder Stretching-Übungen über einen Zeitraum von 6 Monaten ausführten. Bei einer zufällig gewählten Untergruppe dieser Studie wurde eine funktionelle Magnetresonanztomographie durchgeführt, deren Befunde mittels Voxel-basierter Morphometrie (VBM) ausgewertet wurden. Weiterhin wurde der Grad der Hirnatrophie bestimmt, sowie freies Wasser im hinteren Teil der der Substantia Nigra.

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Daneben erfolgte eine funktionelle Beurteilung durch eine validierte Aufgabe zur Prüfung des okulomotorischen und kognitiven Zusammenspiels. Dabei mussten die Teilnehmenden einen farbigen Punkt fixieren und abhängig von dessen Farbe eine Sakkade zu oder weg von einem Zeichen im Hintergrund durchführen. Daneben wurden klinische Tests zur Bewertung des kognitiven Status (MOCA-Test), der motorischen Symptome und der Aufmerksamkeitsleistung mit den Probanden durchgeführt. Die Untersuchungen erfolgten zu Studienbeginn und nach 6 Monaten.

Ergebnisse der Ausdauerstudie

Ausdauersport führte zu einer erhöhten funktionellen Konnektivität des anterioren Putamens mit dem sensomotorischen Kortex im Verhältnis zur Verbindung mit dem posterioren Putamen. Auf funktioneller Ebene resultierte das Ausdauertraining in einer besseren kognitiven Kontrolle. Daneben führte Ausdauersport zu einer erhöhten funktionellen Konnektivität im rechten frontoparietalen Netzwerk, proportional zur Steigerung der Fitness, und zu einem geringeren Grad der Atrophie des Gehirns.

Fazit der Ausdauerstudie

Die Daten aus dem MRT sowie die klinischen Resultate deuten auf eine positive Wirkung des Ausdauertrainings bei Parkinson-Patienten hin. Das Ausdauertraining verzögert die Krankheitsprogression in den kortiko-striatalen sensomotorischen Netzwerken und verbessert die kognitive Leistung.

Bewegung als Medizin bei Parkinson

Regelmäßige Bewegung bei Parkinson vermag den Krankheitsverlauf verlangsamen. Denn Wandern, Radfahren, Tanzen und Co. kräftigen die Muskulatur, stärken die Ausdauer, wirken der Muskelsteifigkeit und der Bewegungsverarmung entgegen. Gerade im frühen Stadium gibt es in der Wahl der Sportart kaum Einschränkungen. Erwünscht ist, was Freude bereitet.

Neben dieser allgemeinen Empfehlung können Sportarten natürlich auch bewusst eingesetzt werden, um bestimmte Beschwerden zu lindern. Beispielsweise trainiert Nordic Walking das flüssige Laufen. Radfahren ist gut für Gleichgewicht und Koordination. Und beim Yoga lässt sich der Bewegungsradius vergrößern. Ist die Erkrankung schon weiter fortgeschritten, wird es wichtiger, die Gefahr von Stürzen zu minimieren. Wandern auf ebenem Gelände, Schwimmen, leichtes Krafttraining, Wassergymnastik und gezielte Übungen beispielsweise aus dem Thai Chi eignen sich sehr gut zur Sturzprophylaxe und um die körperliche Leistungsfähigkeit zu stärken.

Tanzen als Therapieform

Tango ist eine Therapie, die die Seele befreit. Studien zufolge verbessert Tangotanzen die Bewegungsfähigkeit, das Gleichgewicht und die Gehstrecke um 30 bis 40 Prozent. Darüber hinaus setzt Tanzen Glückshormone frei. Es ist stimmungsaufhellend, antriebssteigernd, gesellig. Mit einem Trainingsrhythmus von ein bis zwei Mal pro Woche bei Parkinson setzen die Effekte bereits nach kurzer Zeit ein und sind anhaltend. Und selbst wenn Tango nicht die erste Wahl ist, auch Walzer oder Foxtrott sind Therapie im Takt. Wichtiger als die konkreten Tanzschritte ist die Freude dabei.

Bedeutung von Bewegung für den Alltag

Wer Freizeitsport treibt, trainiert alle körperlichen Fähigkeiten, die einen selbstständigen Alltag ermöglichen: Einen sicheren Gang, gutes Koordinationsvermögen sowie Rumpf- und Bein-Beweglichkeit brauchen wir für den Einkauf, den Wohnungsputz, das An- und Auskleiden und die Körperpflege genauso wie für die Gartenarbeit, das Spielen mit den Enkeln oder das Picknick im Grünen.

Boxtraining als anerkannte alternative Therapiemethode

Weltweit sind über 10 Millionen Menschen von der Parkinson-Krankheit (PD) betroffen, was die Entwicklung wirksamer Therapieansätze unerlässlich macht. Boxtraining, das zunächst als aufkommender Trend galt, ist mittlerweile seit über einem Jahrzehnt als anerkannte alternative Therapiemethode etabliert und erfährt zunehmende Aufmerksamkeit in Forschung und klinischer Praxis. Eine systematische Übersichtsarbeit untersuchte die Wirksamkeit von Boxtraining als therapeutische Intervention bei Personen mit PD und fasste die Ergebnisse von 13 relevanten Studien aus den Jahren 2000 bis 2024 zusammen.

Ergebnisse zum Boxtraining

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Boxtraining zu Verbesserungen der motorischen Symptome, des Gleichgewichts und der kognitiven Funktionen beitragen kann und sich zudem positiv auf das psychosoziale Wohlbefinden auswirkt. Methodische Inkonsistenzen zwischen den Studien - wie Unterschiede in Stichprobengröße, Interventionsgestaltung und Ergebnismaßen - schränken jedoch die Übertragbarkeit der Ergebnisse ein. Insbesondere die fehlende Standardisierung der Boxtrainingsprotokolle in Bezug auf Intensität, Frequenz und Dauer der Trainingseinheiten erschwert die Ableitung klarer klinischer Empfehlungen.

Empfehlungen für zukünftige Boxtrainingsprogramme

Um die Wirksamkeit von Boxinterventionen bei PD zu steigern, sollten zukünftige Programme individuelle Assessments und Zielsetzungen integrieren, progressive Intensitätssteigerungen vorsehen, kognitive und emotionale Aspekte berücksichtigen, strukturierte soziale Interaktionen fördern und eine kontinuierliche Weiterbildung der Übungsleiter sicherstellen. Standardisierte Protokolle und Langzeitstudien sind erforderlich, um die langfristige Wirksamkeit von Boxtraining als therapeutische Maßnahme im PD-Management weiter zu validieren.

Trainingsstudie der Universität Kassel

Prof. Armin Kibele führt derzeit am IfSS eine Trainingsstudie mit Parkinson-Patienten durch. Dabei wird untersucht, welche Art von Übungen am besten helfen kann, das Fortschreiten der Krankheit zu verlangsamen. Die Teilnehmer absolvieren entweder ein Rebound-Training, ein Krafttraining an Geräten oder keine spezielle Trainingseinheit.

Beim Rebound-Training stehen vor allem Übungen auf dem Programm, bei denen man auf etwas reagieren oder mit einem Trainingspartner interagieren muss: ob beim Tischtennis, beim Tangotanz oder eben beim Boxen. Auch Kraftübungen auf wackeligen Unterlagen gehören dazu, bei denen es gilt, das Gleichgewicht zu wahren. Mit dieser Art von Training soll vor allem die stabilisierende Muskulatur gestärkt werden, auch Stützmuskulatur genannt.

Vor und nach dem Trainingszeitraum wird über kognitive und motorische Tests die Leistungsfähigkeit der Probanden erhoben. Ob und wie stark das Training wirkt, soll dann im Lauf der zweiten Jahreshälfte feststehen.

Bewegungstherapie im Überblick

Eine Analyse der Cochrane-Library um Moritz Ernst von der Uniklinik Köln untersuchte die vorhandene Evidenz zur Wirksamkeit verschiedener Bewegungsangebote bei Parkinson. In den Review gingen 156 randomisierte klinische Studien mit insgesamt fast 8000 Parkinson-Patienten ein, in denen die Wirksamkeit verschiedener Bewegungsangebote untereinander oder mit keiner Bewegung verglichen wurde.

Ergebnisse der Analyse

Die Autorinnen und Autoren fanden Belege, dass die meisten Arten von Bewegung die motorischen Symptome abmildern und die Lebensqualität verbessern können, wobei es kaum Unterschiede zwischen den Bewegungsarten gab. So hätten Tanzen, Wassergymnastik, strukturiertes Gang- und Balancetraining sowie Multi-Domain-Training, in dem verschiedene Bewegungsübungen kombiniert werden, moderate positive Effekte auf die Bewegungsstörungen gezeigt. Yoga und Tai Chi sowie Ausdauertraining könnten geringe positive Effekte haben, heißt es in dem Review. Bei der Lebensqualität zeigte Wassergymnastik eine große positive Wirkung und Ausdauertraining eine moderate. Wenig Einfluss hatten dagegen Gang- und Balance-Training sowie Multi-Domain-Training. Inwieweit die anderen Bewegungsarten, darunter Tanzen, Tai Chi oder Krafttraining, die Lebensqualität verbessern können, sei von der Datenlage her schlecht abzuschätzen, so die Autorinnen und Autoren.

Fazit zur Bewegungstherapie

Nach Ansicht der Autorinnen und Autoren ist Bewegungstherapie wichtig, um bei Parkinson-Patienten die Motorik und auch die Lebensqualität zu verbessern, wobei die Art der Bewegung offenbar weniger von Bedeutung ist.

Digitale Therapieangebote als Ergänzung zur Behandlung

Parkinsonpatient*innen benötigen möglichst hochfrequente, zielgerichtete und symptomspezifische Trainingsprogramme, um dem Fortschreiten der Erkrankung entgegenzuwirken und die körperliche Funktionsfähigkeit zu erhalten. Aufgrund der begrenzten Ressourcen in der stationären und ambulanten Rehabilitation bieten digitale Therapieangebote die Möglichkeit, weitere aktivierende Trainingsinhalte zu ergänzen.

Um die spezifischen Trainingsanforderungen der Parkinsonpatient*innen zu erfüllen, scheinen individuell gestaltbare, digitale Plattformen mit indikations- und symptomspezifischen Inhalten geeignet. Denn hier sind u.a. Kontroll- und Feedbackfunktionen, individuelle Trainingsplananpassung und eine freie Zeiteinteilung, angepasst bspw. an Wirkungsfluktuationen, im Rahmen des Videobasierten Trainings möglich.

Studie zur digitalen Therapie mit Caspar Health

Auf Basis der Software von Caspar Health wurde geprüft, wie Parkinsonpatientinnen eher allgemeinen aktivierenden Trainingsprogrammen gegenüber explizit parkinsonspezifischen Trainingsprogrammen wahrnehmen und beurteilen. In dieser randomisiert kontrollierten Studie wurden Patientinnen in der Parkinson-Komplexbehandlung (PKB) entweder einer Trainingsgruppe mit “indikationsunspezifischen“ oder „-spezifischen“ Übungen, die zuvor in der „ParkProTrain“-Studie (DRKS00014952) entwickelt wurden, zugewiesen. Die Teilnehmer*innen sollten täglich jeweils drei Übungen (Gesamtumfang von ca. 15-20 Minuten) durchführen. Neben der Feedbackfunktion in der Caspar App stand auch eine offene Sprechstunde mit dem behandelnden Arzt aus der Reha-Klinik zweimal wöchentlich zur Verfügung. Bei Aufnahme und Entlassung wurden mittels Fragebogen die Trainingsmotivation und das digitale Trainingsangebot evaluiert.

Ergebnisse der Studie

Es wurden pro Gruppe jeweils 35 Patientinnen eingeschlossen. Es zeigte sich in beiden Gruppen eine ähnlich hohe Trainingsbeteiligung. Die indikationsspezifischen Übungen wurden besser bewertet als die allgemeinen Übungen. Die Patientinnen mit einem „parkinsonspezifischen“ Training waren höher eigenmotiviert, körperlich aktiv zu werden.

Fazit zur digitalen Therapie

Es zeigte sich, dass das Angebot durchweg positiv angenommen wurde und die häuslichen Eigenübungen, ob spezifisch oder unspezifisch, den Parkinsonpatientinnen über die Caspar Software sehr gut vermittelt werden können. Demzufolge war die allgemeine Trainingsbeteiligung insgesamt sehr hoch und ein Großteil der Teilnehmerinnen konnte so motiviert werden, sich auch in Zukunft weiterhin mit Caspar körperlich zu betätigen. Um den erforderlichen Trainingsumfang für Parkinsonpatient*innen vorhalten zu können, bietet die digitale Therapie über die Caspar App eine sehr gute Möglichkeit.

Bewegung als wichtiger Bestandteil der Parkinson-Therapie

Menschen mit Parkinson können durch Bewegungsübungen ihre Beweglichkeit und ihre Koordinationsfähigkeit verbessern. Regelmäßiges Training kann helfen, Alltagsaktivitäten besser zu bewältigen. Die eingeschränkte Bewegungsfähigkeit von Menschen mit Parkinson führt dazu, dass ihre Muskelkraft abnimmt. Bewegungsübungen und Sport sollen helfen, dies auszugleichen. Zudem liefern Studien Hinweise, dass sich Bewegung positiv auf das Gehirn auswirkt, etwa indem sie die Bildung von Hirnzellen stimuliert und die Ausschüttung von Dopamin anregt.

Ergebnisse verschiedener Studien

Die Studien zeigen, dass Bewegungsübungen eine positive Wirkung haben können. Die Personen, die an Bewegungsübungen teilnahmen, waren beweglicher, konnten etwas schneller gehen und ihr Gleichgewicht besser halten als Personen, die nicht an den Übungen teilnahmen. Einige Studien sprechen auch dafür, dass Menschen mit Parkinson seltener stürzen, wenn sie regelmäßig Bewegungsübungen machen.

In den Studien verbesserten die Bewegungsübungen die Mobilität und Beweglichkeit im Alltag. Um dies festzustellen, wurde beispielsweise folgender Test durchgeführt: Die Teilnehmenden sollten ohne fremde Hilfe von einem Stuhl aufstehen, eine kurze Strecke gehen und sich wieder setzen. Solche Bewegungsabläufe klappten nach den Bewegungsübungen besser.

In einigen Studien wurde untersucht, wie sich der Schweregrad der Krankheit verändert. Dies wurde mithilfe einer Skala erfasst, die unter anderem folgende Bereiche misst: geistige Fähigkeiten und Stimmung, Bewältigung von Alltagsaktivitäten, Beweglichkeit und Koordinationsfähigkeit. Dabei wurde festgestellt, dass Bewegungsübungen die Beweglichkeit und Koordinationsfähigkeit verbessern und so auch helfen konnten, Alltagsaktivitäten zu bewältigen.

Angebote für Bewegungstherapie

Es gibt verschiedene Angebote für Bewegungstherapie bei Parkinson, darunter:

  • Sportvereine
  • Praxen für Krankengymnastik
  • Volkshochschulen
  • Selbsthilfegruppen
  • Fitnessstudios

Zum Teil werden spezielle Parkinson-Kurse angeboten. Es gibt auch die Möglichkeit, sich Physiotherapie ärztlich verschreiben zu lassen.

Weitere Therapieansätze

Neben den bereits genannten Therapieansätzen gibt es weitere, die in der Behandlung von Parkinson eingesetzt werden:

  • Lee Silverman Voice Treatment (LSVT): Hier üben die Betroffenen mit speziell ausgebildeten Therapeuten lautes Sprechen (LSVT-LOUD) oder das Ausführen von Bewegungen mit großer Amplitude (LSVT-BIG).
  • Tanz- und Musiktherapie: Musik erleichtert Menschen mit Parkinson, das durch die Krankheit gestörte Rhythmusgefühl zu verbessern. Allein das Hören von lauter und rhythmischer Musik führt zu einer messbaren Verbesserung der Beweglichkeit.
  • Taiji: Taiji oder TaiChi ist eine Kampf- und Bewegungskunst die ihren Ursprung in China des 17. Jahrhundert hat. Taiji zielt auf Entschleunigung, Konzentration und Entspannung bei körperlicher Aktivität ab. Mit dieser Technik können Menschen mit Parkinson Körperwahrnehmung und Bewegungskontrolle trainieren.

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