Blockade der Brustwirbelsäule: Ursachen, Migräne-Zusammenhang und Behandlungsmöglichkeiten

Kopfschmerzen und Migräne sind weit verbreitete Beschwerden, die den Alltag vieler Menschen beeinträchtigen. Oftmals liegen die Ursachen nicht direkt im Kopf, sondern im Bereich der Wirbelsäule, insbesondere im Nacken, der Halswirbelsäule und den Schultern. Verspannungen, Fehlhaltungen oder blockierte Wirbel können Druck auf empfindliche Nervenstrukturen ausüben und so Kopfschmerzen und Migräne auslösen oder verstärken.

Kopfschmerzen und ihre vielfältigen Ursachen

Fast jeder Mensch hat im Laufe seines Lebens mit Kopfschmerzen zu kämpfen. Die Ursachen für Kopfschmerzen sind vielfältig, wobei Verspannungen, Fehlhaltungen oder blockierte Wirbel im Bereich der Wirbelsäule eine Rolle spielen können.

Der Zusammenhang zwischen Wirbelsäule und Kopfschmerzen

Verspannungen, Fehlhaltungen oder blockierte Wirbel können Druck auf empfindliche Nervenstrukturen ausüben. Man spricht umgangssprachlich oft von einem "eingeklemmten Nerv". Eine chiropraktische Justierung zielt darauf ab, Blockaden in der Wirbelsäule zu lösen und die natürliche Beweglichkeit der Gelenke wiederherzustellen. Das bringt nicht nur die Wirbel zurück in ihre gesunde Ausrichtung, sondern wirkt sich auch positiv auf das Nervensystem aus. Durch die Entlastung der Nerven kann sich die Muskulatur entspannen - ein entscheidender Schritt zur Linderung von Kopfschmerzen.

Migräne: Mehr als nur Kopfschmerzen

Migräne ist mehr als nur ein starker Kopfschmerz. Häufig treten sie einseitig auf, sind begleitet von Übelkeit, Licht- und Geräuschempfindlichkeit oder sogar Sehstörungen. Spannend ist: Bei rund 30-40 % der Migränepatienten lassen sich sogenannte biomechanische Funktionsstörungen feststellen - also Blockaden und Verspannungen im Bereich der Halswirbelsäule, die als Auslöser oder Verstärker der Migräne wirken können. Migräne ist eine unberechenbare Erkrankung, da sie in unregelmäßigen Abständen auftritt. Ein wesentliches Erkennungsmerkmal ist, dass der Kopfschmerz anfallsartig und pulsierend auftritt, wobei er durch Bewegung und körperliche Betätigung verstärkt werden kann. Typische Begleiterscheinungen sind zudem Übelkeit, Erbrechen sowie Licht- und Geräuschempfindlichkeit. Prinzipiell wird zwischen zwei Arten unterschieden: zum einen die Migräne mit Aura und zum anderen Migräne ohne Aura.Am häufigsten tritt die Migräne ohne Aura auf. In 80% aller Fälle ist sie für den Kopfschmerz verantwortlich. Bei einer Migräne mit Aura treten bestimmte Symptome als Vorboten auf, wie zum Beispiel Sehstörungen, Kribbelgefühl, Lähmungen oder Schwindel. In der Regel halten diese Symptome zwischen fünf und zwanzig Minuten an und verschwinden in weniger als einer Stunde. Anschließend folgen die Kopfschmerzen. Obwohl Migräne eine häufig auftretende Erkrankung ist, sind die Entstehungsursachen relativ unklar. Bislang wird davon ausgegangen, dass bei einem Migräneanfall der Gehirnstoffwechsel gestört ist. Die Regulation von Botenstoffen, wie beispielsweise Serotonin und Noradrenalin, die unter anderem für die Schmerzempfindlichkeit der Blutgefäße verantwortlich sind, geraten aus dem Gleichgewicht. Zudem wird vermutet, dass die kleinen Blutgefäße des Gehirns, auch Arteriolen genannt, entzündlich verändert sind. Hinzu kommt eine fehlende Schmerzhemmung im Hirnstamm, der die typischen Kopfschmerzen nicht unterdrückt. Fest steht, dass die auslösenden Faktoren, auch Trigger genannt, von Mensch zu Mensch unterschiedlich sind. Zu den bekanntesten Auslösern zählen Stress, Schlafmangel, Umweltfaktoren und hormonelle Faktoren bei Frauen. Wissenschaftler vermuten als eine weitere Ursache, einen gestörten Serotonin-Haushalt im Gehirn.

Migräneentstehung im Genick

Migräne entwickelt sich nach Erkenntnissen im Genick aus einer akuten Fehldrehung und Blockierung des ersten Halswirbels bzw. Beides führt durch Überdehnung bzw. Kompression der umliegenden Weichteile zu Nervenreizungen und schmerzhaften Entzündungen in den extrem dicht benervten, wirbelnahen Geweben. Die dadurch erregten Ganglien drosseln sowohl die regionale Durchblutung in den Entzündungsgebieten als auch Teile der Hirndurchblutung. Die folgenden Veränderungen der Blutverteilungsmuster innerhalb und außerhalb des Gehirns erzeugen die Schmerzen und Beschwerden der Migräne bzw. Messungen beim Menschen im Migräne-Anfall haben ergeben, dass der Blutfluss in einzelnen Hirnarterienästen um mehr als die Hälfte sinken kann. Das Genick besteht aus zwei Gelenksebenen zur Beugung und Drehung des Kopfes. Die Ebene zwischen Schädelbasis (Sb) und erstem Halswirbel (Atlas) (1) dient der Kopfbeugung nach vorn und hinten. Das Genick ist der am dichtesten benervte Abschnitt der gesamten Wirbelsäule. Es enthält mehr als eine Million Nervenenden und damit 10mal mehr als jedes andere der großen Gelenke (z.B. Würde der Druck nur ca. 15 Sekunden lang ausgeübt, könnte damit ein Anfall spontan ausgelöst werden. Sie erreichen schließlich das Rückenmark (3), das die Umschaltung auf Schmerzleitungen zum Gesicht („Explosion“) sowie auf Signalleitungen zu Gehirn und Hirngefäßen vornimmt, die für die Migräne-Begleitsymptome verantwortlich sind (z.B. Das Entzündungsgeschehen spielt sich in der Regel auf beiden Seiten des Genicks ab, meist jedoch mit unterschiedlicher Intensität. Bei Seitenwechsel - in der Regel durch Drehung des ersten Halswirbels in die andere Richtung - entwickelt sich der Anfall nach demselben pathologischen Muster auf der anderen Seite. Dazu können vor allem Kopf- und Körperfehlhaltungen in der Nacht beitragen. Im Migräneanfall verändert sich das Blutverteilungsmuster im Gehirn durch Störung seiner eigenständigen Regulation. Bei einem akuten Bewegungsverlust des Genicks infolge Verdrehung und Blockierung des ersten Halswirbels (2) entstehen neurogene Entzündungen (3), die von schmerzleitenden Nerven aus der Umgebung des Genicks erzeugt werden (4). Das dadurch erregte Ganglion verändert die Durchblutung einzelner Hirnareale (5,6). Mit speziellen bildgebenden Verfahren, zum Beispiel mit der Einzelphotonen-Emissions-Computer-Tomografie (SPECT), kann die Hirndurchblutung dargestellt werden. In den hinteren Hirnabschnitten im Bereich des Sehzentrums sind deutlich helle Zonen der Minderdurchblutung (rote Pfeile) erkennbar. In den mittleren Abschnitten des Stirnlappens im Bereich der oberen Pole sind ebenfalls Zonen von Minderdurchblutung (rote Pfeile) zu erkennen. Die nebenstehende Grafik zeigt die Verhältnisse am Gehirn in dreidimensionaler Animation. Dabei wurde der mittlere computertomografische Längsschnitt aus Fig. Dadurch kommt es im Rückenmark (3) zu hochgradiger Erregung von Nerven.

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Blockade der Brustwirbelsäule (BWS)

Plötzlich auftretende Schmerzen nach einer ruckartigen Bewegung oder auch schleichende Rückenschmerzen können Symptome für eine Wirbelblockade sein. Betroffene leiden häufig an starken Schmerzen und Bewegungseinschränkungen, aber auch an Atemproblemen, Kopf- oder Nackenschmerzen. Die Symptome hängen davon ab, an welcher Stelle der Wirbelsäule die Blockade auftritt. Eine Wirbelblockade bezeichnet eine vorübergehende, eingeschränkte Beweglichkeit oder Verschiebung in einem Wirbelgelenk, die oft mit Schmerzen einhergeht. Auch die Begriffe Wirbelblockierung, Wirbelgelenkblockade, segmentale Dysfunktion oder reversible hypomobile artikuläre Dysfunktion sind gebräuchlich. Der Begriff stammt aus der sogenannten manuellen Medizin, die sich mit alternativen und komplementären Behandlungsmethoden beschäftigt. Bisher liegen kaum wissenschaftliche Studien zu dieser Erkrankung vor, weshalb deren Existenz in der Medizin derzeit umstritten und nicht allgemein anerkannt wird. Die Wirbelsäule wird durch Sehnen, Muskeln, Knorpel und Bänder bewegt und an ihrem Platz gehalten. Fehlbelastungen, Verschleißerscheinungen, Verspannungen in den Muskeln oder zu schwache Muskeln können beispielsweise Gründe für Rückenschmerzen sein. Frühere Theorien gingen von einem Verhaken der Wirbelkörper aus, die auf Unfälle oder das falsche Heben von schweren Gegenständen zurückzuführen seien. Derzeit dominiert die Vermutung, durch ruckartige Bewegungen, Verspannungen, Fehlbelastungen. krankhaften Veränderungen der Gelenkflächen oder gar Verletzungen in inneren Organen würde ein Schmerzreiz ausgelöst, der wiederum zu Verspannungen in den Muskeln bis hin zum Muskelkrampf führe. Die Auswirkungen einer Wirbelblockade hängen davon ab, wo diese auftritt. Beispielsweise sind ein steifer Nacken, Kopfschmerzen, Atemprobleme sowie in die Beine ausstrahlende Schmerzen möglich. Im Allgemeinen werden die Schmerzen bei einer Blockade des Wirbels als stechend beschrieben. Aufgrund der Schmerzen nehmen viele Patientinnen und Patienten eine Schonhaltung ein, was zwar kurzfristig zu geringeren Schmerzen beitragen kann, allerdings auf Dauer zu weiteren Verspannungen und Schmerzen führt. Ein Orthopäde bzw. eine Orthopädin kann eine Wirbelblockade diagnostizieren. Hierfür befragen diese zunächst die Betroffenen zu den vorliegenden Beschwerden, etwa dem Ort der Schmerzen und deren Dauer sowie einen möglichen Auslöser wie eine ruckartige Bewegung auf die Wirbel. Zusätzlich zum Anamnesegespräch und der Untersuchung können Ärztinnen und Ärzte bildgebende Verfahren wie ein Röntgenbild oder die Magnetresonanztomografie (MRT) beauftragen, um andere Gründe für die vorhandenen Rückenschmerzen auszuschließen. Ist die Ursache einer Wirbelblockade eine verspannte Muskulatur, so lässt sich diese durch Bewegungsübungen lösen. Patientinnen und Patienten haben mit solchen Übungen innerhalb einer Physiotherapie positive Erfahrungen bei der Behandlung einer Wirbelblockade gemacht. Auch eine Chirotherapie als Teil der manuellen Medizin kommt als Behandlungsmethode in Betracht. Um eine Wirbelblockade zu behandeln, stehen den Patientinnen und Patienten verschiedene Ansätze der Schul- und manuellen Medizin zur Verfügung. Wie lange eine Wirbelblockade dauert, hängt dabei von der Schwere der Muskelverspannungen und der Zusammenarbeit der Patientinnen und Patienten mit dem therapeutischen Personal zusammen:

Die Brustwirbelsäule und ihre Bedeutung

Unsere Brustwirbelsäule umfasst 12 Wirbel. Sie beginnt etwa auf Schulterhöhe und endet mit der untersten Rippe in der Mitte des Rückens. Treten hier Blockaden oder eine starke muskuläre Verspannung auf, ist es für Patienten oft nicht leicht, einzuschätzen, ob Herz und Lunge Auslöser für die Beschwerden sind oder andere Strukturen. Tatsächlich können sich Blockaden in der BWS oder eine Rippenblockade langfristig auf die Funktion des Herzens auswirken. Werden durch die Wirbelblockade wichtige Nerven im Rückenmark bedrängt, kann das Herz darunter leiden. Die Durchblutung und die Aktivität der Nerven, die zum Herzen führen ist eingeschränkt. Der Blutdruck kann ebenfalls erhöht sein - dies liegt jedoch in der Regel an der zusätzlich verspannten Nackenmuskulatur. Die Wahrscheinlichkeit, dass das Herz direkt von einer BWS-Blockade mit betroffen ist, ist relativ selten. In der Regel entsteht die unangenehme Brustenge aufgrund der Wirbelblockade. Aus diesem Grund gehen viele Patienten bei stechenden, drückenden Schmerzen im Brustkorb zunächst zum Internisten, lassen ein EKG durchführen etc. Eine Blockade der Brustwirbelsäule als Ursache für die Schmerzen wird manchmal nur spät erkannt. Umso wichtiger ist es, die Wirkung von Herz-Medikamenten genau zu überwachen bzw. Die Ursachen, die einem Brustwirbelsäulen-Syndrom zugrunde liegen können, reichen von harmlosen Verspannungen der Muskulatur bis hin zu behandlungsbedürftigen Veränderungen der Wirbelsäule. Oftmals geht eine Blockade der BWS innerhalb weniger Tage von allein zurück. Dies ist meist der Fall, wenn eine kurzzeitige Überlastung der Muskulatur zugrunde liegt. Leichte Bewegung und Wärme kann in diesen Fällen helfen. Eine weitere Maßnahme ist die so genannte Manuelle Therapie (Chirotherapie). Vorsichtige Bewegungen in Richtung der Blockade können die Gelenke aus der blockierten Position befreien. Die Wirbelsäule gewinnt dadurch wieder an Mobilität und Rückenschmerzen lassen nach. Kurze, gezielte Impulse ergänzen die Therapie. Gut zu wissen: Behandlungen der Manuellen Medizin dürfen nicht durchgeführt werden bei entzündlichen oder degenerativen Veränderungen - etwa einer Osteoporose oder einem Bandscheibenvorfall. Durch die Krafteinwirkungen während einer Manuellen Therapie drohen in diesen Fällen Verletzungen der Wirbelsäule bzw. der Wirbelkörper. Eine Osteoporose, ein Bandscheibenvorfall, Entzündungen und Erkrankungen der inneren Organe sind in diesen Fällen die behandlungsbedürftigen Erkrankungen.

Behandlungsmöglichkeiten bei Blockaden und Migräne

Es gibt verschiedene Therapieansätze zur Behandlung von Blockaden und Migräne, die darauf abzielen, die Ursachen zu beheben und die Symptome zu lindern.

Chiropraktik

Die Chiropraktik bietet einen ganzheitlichen Ansatz zur Diagnose, Behandlung und Vorbeugung von Schmerzen und Funktionsstörungen des Bewegungsapparates, insbesondere der Wirbelsäule. Eine chiropraktische Justierung zielt darauf ab, Blockaden in der Wirbelsäule zu lösen und die natürliche Beweglichkeit der Gelenke wiederherzustellen. Das bringt nicht nur die Wirbel zurück in ihre gesunde Ausrichtung, sondern wirkt sich auch positiv auf das Nervensystem aus. Durch die Entlastung der Nerven kann sich die Muskulatur entspannen - ein entscheidender Schritt zur Linderung von Kopfschmerzen. Der Chiropraktor betrachtet den Patienten immer als Ganzes. Es wird sich also nie auf eine bestimmte Körperregion beschränkt, sondern das Zusammenspiel aller Körperteile betrachtet, welches das Funktionieren des Ganzen erst ermöglicht.Es wird zunächst untersucht, ob es einen Zusammenhang zwischen dem Kopfschmerz und dem Funktionszustand der Gelenke, Muskeln und Nerven gibt. Sofern der Schmerz tatsächlich physisch bedingt ist, kann in einer Behandlung die Fehlstellung/Blockade korrigiert bzw. die Beweglichkeit wieder hergestellt werden, sodass die Schmerzen, Verkrampfungen und Nervenreizungen gelindert oder beseitigt werden. Nach Feststellung der körperlichen Beschwerden werden die vorhandenen Blockaden mit Hilfe modernster Technik und spezieller Grifftechniken gelöst. Die Behandlung bei Migräne konzentriert sich auf Beeinträchtigungen im Nervensystem. Ziel ist es, Hirnfunktionen zu verbessern und damit in der Konsequenz Muskelverspannungen zu lösen, die Durchblutung zu optimieren und den Druck auf die Nerven zu minimieren. Bei Spannungskopfschmerzen wird intensiv am Bewegungsapparat gearbeitet und fortschrittliche physiotherapeutische Methoden integriert. Bei zervikalen Kopfschmerzen, die ihren Ursprung im Bereich der Halswirbelsäule haben, kommen präzise spinale Manipulationstechniken zum Einsatz. Durch gezielte Justierungen bestimmter Gelenke können bestehende Fehlstellungen korrigiert und die natürliche Funktion wiederhergestellt werden. Die Häufigkeit der Besuche beim Chiropraktiker hängt von der Schwere und Häufigkeit der Migräne oder Kopfschmerzen ab. Manche Patienten benötigen nur wenige Sitzungen, während andere über einen längeren Zeitraum hinweg regelmäßige Besuche benötigen. Ja, auch Kinder und Jugendliche können von einer chiropraktischen Behandlung profitieren. Gerade bei jungen Patienten, die unter Kopfschmerzen leiden, kann eine Fehlstellung der Wirbelsäule eine der Ursachen sein. Eine typische chiropraktische Sitzung dauert zwischen 10 und 15 Minuten, je nach Art der Behandlung und den individuellen Bedürfnissen des Patienten.

Osteopathie

Unsere Osteopath:innen in Paderborn nehmen sich Zeit für eine ausführliche Anamnese und Befunderhebung, um genau herauszufinden, welche Ursachen Ihre Beschwerden haben. Die Osteopathie verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz: Statt nur die Symptome zu unterdrücken, geht es darum, die Balance zwischen Muskeln, Gelenken, Faszien, Organen und dem Nervensystem wiederherzustellen. Das Ergebnis: nicht nur eine kurzfristige Linderung akuter Kopfschmerzen, sondern auch eine spürbare Reduktion von Häufigkeit und Intensität von Migräne- und Schwindelattacken. Die Osteopathie bietet eine natürliche, sanfte Alternative zur rein medikamentösen Behandlung von Kopfschmerzen. Sie setzt an den tatsächlichen Ursachen an und kann so langfristig Linderung schaffen. Mit gezielten osteopathischen Griffen lassen sich Verspannungen im Nacken- und Kopfbereich lösen. Ursachen sind oft Blockaden der Halswirbelsäule oder Störungen im craniosacralen System. Fehlfunktionen im Kiefergelenk (Craniomandibuläre Dysfunktion) durch Zähneknirschen oder Fehlbiss führen häufig zu Kopfschmerzen. Dauerstress erhöht die Muskelspannung und belastet das Nervensystem. Statt nur Symptome zu kaschieren, behandelt die Osteopathie die tief liegenden Ursachen wie Fehlhaltungen, Blockaden oder muskuläre Dysbalancen.

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Physiotherapie

Die Physiotherapie löst Verspannungen in der Muskulatur und damit eine Wirbelblockade mithilfe auf den Patienten beziehungsweise die Patientin angepasste Bewegungsübungen. Nachdem diese verinnerlicht wurden, können die Betroffenen diese zuhause weiterführen und zukünftigen Verspannungen vorbeugen. Ein Physiotherapeut oder eine Physiotherapeutin können zusätzlich Massagen anwenden, um die Muskulatur zu lockern.

Chirotherapie

Die Chirotherapie nutzt Praktiken aus der Osteopathie und Chiropraktik, die zur manuellen Therapie bzw. alternativen und komplementären Medizin gehören. Ihr Ziel ist es, eine Wirbelblockade mit sanften Bewegungen und kurzen, ruckartigen Manipulationen zu lösen. Bei Entzündungen, psychischen Erkrankungen oder einer schweren Osteoporose sollte von einer Chirotherapie abgesehen werden. Darüber hinaus erkennen die Landesärztekammern die Ausbildungen im Bereich der Osteopathie und Chiropraktik zwar an, dennoch bleiben deren Methoden in der Wissenschaft umstritten.

Schmerztherapie

Zu Beginn der Behandlung einer Wirbelblockade können Schmerzmittel nötig werden, um die Übungen zum Lockern ausführen zu können. Sobald sich die Wirbelblockade und ihre Symptome bessern, können diese abgesetzt werden.

Muskelentspannung

Die Muskelentspannung und damit Lockerung kann zusätzlich mit Wärmeanwendungen und sogenannten Muskelrelaxanzien gelöst werden. Letztere sorgen dafür, dass die Muskeln entspannen.

Medikamentöse Behandlung von Migräne

Geeignete Migräne-Medikamente bekämpfen die Schmerzen, Entzündungen und Übelkeit. Hilfreich sind bei Erwachsenen Acetylsalicylsäure (ASS), Ibuprofen, Paracetamol, Diclofenac und Naproxen. Einige Medikamente vereinen mehrere Wirkstoffe und enthalten u.a. auch Koffein. Wichtig: Schmerzmittel sollten maximal an 10 Tagen pro Monat eingenommen werden. Andernfalls können als Nebenwirkungen der Medikamente Kopfschmerzen auftreten. Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt, falls Sie an mehr als 10 Tagen im Monat auf Schmerzmittel angewiesen sind.Fallen die Migräne-Anfälle schwerer aus oder werden zusätzlich von einer Migräne-Aura begleitet, kommen sog. Triptane zum Einsatz. Diese greifen in den Stoffwechsel des Botenstoffs Serotonin ein und verengen die geweiteten Blutgefäße im Kopf. Am besten wirken Triptane, wenn sie frühzeitig, d.h. direkt zu Beginn eines Migräne-Anfalls eingenommen werden. Wenn keine gewünschte Wirkung eintritt, sollte keine weitere Einnahme erfolgen. In diesem Fall ist es ratsam mit einem Neurologen zu sprechen und ggf. andere Triptane-Präparate zu testen. In einigen Fällen dürfen Triptane nicht eingenommen werden, hierzu zählt bspw.

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Botulinumtoxin A (Botox)

Neben der Behandlung mit chiropraktischen oder osteopathischen Maßnahmen, kann Migräne unter gewissen Umständen auch mit Botulinumtoxin A (Botox) behandelt werden. Das Nervengift blockiert die Freisetzung von Acetylcholin (Nervenbotenstoff) und hemmt dadurch die Muskelkontraktion. Diese Eigenschaft wurde sich bislang vor allem in der ästhetischen Medizin zunutze gemacht, indem hierdurch aktive Falten gemindert werden (Botoxbehandlung gegen Falten). Doch Botox hat neben der Muskel "lähmenden" Wirkung auch einen hemmenden Einfluss auf entzündlich wirkende Botenstoffe, die bei Migräne-Patienten zu einer übermäßigen Schmerzempfindlichkeit führen. Botox kann demnach Migräne-Patienten helfen, indem es diese übermäßige Empfindlichkeit verhindert und das Nervensystem davor schützt, Migräne-Attacken auszulösen. Volljährige Patienten, die den Kriterien einer chronischen Migräne entsprechen, können eine Behandlung mit Botox durchführen lassen. Das bedeutet, dass sie mindestens über 3 Monate lang 15 Tage im Monat Kopfschmerzen haben, von denen acht oder mehr Tage mit Migräne sind. Eine weitere Voraussetzung für eine Botoxbehandlung ist, dass bisherige andere Behandlungsmaßnahmen keine Wirkung gezeigt haben. Für die Migräne-Behandlung mit Botox wurden 31 Punkte an Stirn, Schläfe, Nacken und Schultern festgelegt. So wird sichergestellt, dass dass sämtliche Schmerzbereiche in die Therapie miteinbezogen werden. Je nachdem, wo der Schmerz am stärksten ist, Dazu können 8 zusätzliche Bereiche für die Injektion gewählt werden.

Vorbeugende Maßnahmen

Um die Wirbelsäule zu stabilisieren und einer Wirbelblockade vorzubeugen, sind zunächst ausreichend trainierte Rückenmuskeln nötig. Positiv wirken sich auf Bewegung, eine aufrechte Körperhaltung sowie das richtige Heben von schweren Gegenständen aus der Hocke auf die Rückengesundheit aus. Wer öfter Rückenschmerzen hat oder bereits eine Wirbelblockade hatte, sollte deshalb häufiger aufstehen und sich bewegen. Auch sanfte Dehnübungen können helfen, ebenso Sportarten wie Yoga oder Qi Gong, die nicht nur die Muskulatur, sondern auch die Bänder, Faszien und Sehen stärken. Viele Krankenkassen bietet zudem Rückenschulen an, die ganz oder teilweise von diesen finanziert werden.

Tipps für Migränepatienten

  1. Beobachten Sie bei Ihren Migräneanfällen die auslösenden Faktoren und notieren Sie sich diese in ein Migräne-Tagebuch.
  2. Eine ausreichende Wasseraufnahme ist Pflicht, da durch Flüssigkeitsmangel das Blut dick wird. Dadurch fällt der Sauerstofftransport schwerer und der Kopf fängt an zu schmerzen. Auch der Katerkopfschmerz ist auf diese Ursache zurückzuführen, da Alkohol dem Blut Wasser sowie Mineralstoffe entzieht. Um das zu verhindern, sollte man am Tag ca.
  3. Besonders Nahrungsmittel, die Magnesium enthalten, sind für Migränepatienten zu empfehlen. Der Grund: Magnesium entspannt die Muskeln. Unter anderem kommt dieses Element in Vollkorn, Nüssen und Gemüse vor, ist aber auch als Nahrungsergänzungsmittel in Tablettenform oder Pulver erhältlich.
  4. Neben diesen Lebensmitteln wirken bspw. auch Schweinefleisch und Weizen bei einigen Menschen als Auslöser (auch Trigger genannt) für den stechenden Schmerz im Kopf. Die Ursache hierfür ist, dass in diesen Nahrungsmitteln so genannte “biogene Amine” enthalten sind. Hingegen kann ein Espresso mit einem Schuss Zitrone wahre Wunder vollbringen, denn das enthaltene Koffein fördert die Durchblutung.
  5. Wenn Sie unter einem akuten Migräneanfall leiden, ist ein Spaziergang an der frischen Luft zu empfehlen, da Sie dort reichlich Sauerstoff tanken können.
  6. Dass ein Zusammenhang zwischen Stress und Migräneanfällen besteht, ist unumstritten. Versuchen Sie sich deshalb zu entspannen, falls eine erneute Kopfschmerzattacke anstehen sollte. Außerdem können Sie bestimmte Techniken, wie autogenes Training oder die Jacobsen-Methode lernen, welche Ihnen in den entsprechenden Situationen helfen können, den Stress abzubauen und die Kopfschmerzen zu bewältigen. Auch in der Badewanne können Sie entspannen: Liegen Sie für etwa 15 Minuten bei ca.
  7. Führen Sie für etwa fünf Minuten mit Ihren Zeige- und Mittelfingern mit leichtem Druck kleine, kreisförmige Bewegungen aus.
  8. Tragen Sie etwas Minzöl auf die Schläfen und den Nacken auf.
  9. Falls Sie unter einem Migräneanfall leiden, der nicht durch verspannte Muskeln verursacht wird, ist eine Kühlung der Stirn, der Schläfen und des Nackens sinnvoll. Kühlen Sie hierbei eine Minute die betroffenen Stellen und pausieren Sie anschließend drei Minuten.
  10. Versuchen Sie auf Schichtarbeit, sofern es möglich ist, weitgehend zu verzichten.
  11. Treiben Sie drei bis vier mal pro Woche je eine halbe Stunde Sport. Hierbei sollten Sie es jedoch nicht übertreiben, sondern eher auf ruhigere Sportarten, wie Joggen, Radfahren oder Schwimmen zurückgreifen. Dies ist jedoch eine vorbeugende Maßnahme.

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