Schmerzen und Bewegungseinschränkungen im Bereich der Hüfte, des Oberschenkels und der Wade können den Alltag erheblich beeinträchtigen. Oftmals ist die Beinmuskulatur verspannt und benötigt gezielte Übungen, um das Wohlbefinden zu steigern. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über verschiedene Übungen, die darauf abzielen, den Nervus femoralis zu mobilisieren, die umliegende Muskulatur zu dehnen und zu kräftigen sowie Faszienverklebungen zu lösen.
Neuromechanik und Mobilisation des Nervus Femoralis
Die Neuromechanik setzt an den neuralen Strukturen an, die für das Problemgebiet verantwortlich sind. Ein perfektes Beispiel ist die Mobilisation des Nervus Femoralis im Oberschenkel- und Kniebereich. Dieser Nerv versorgt diese Region und kann bei Blockaden oder Schmerzen große Probleme verursachen. Neuromechanische Übungen können das Rückenmark durchbewegen und Blockaden lösen. Auch die Übung "Around the World" ist eine starke Option, um die Wirbelsäule in Schwung zu bringen. Basierend auf den Kreuzreflexen aus dem Gang trainieren wir gezielt das gegenüberliegende Gelenk. Die überraschende Wirkung: Nicht selten lassen sich dadurch Schmerzen reduzieren und die Beweglichkeit verbessern.
Ursachen von Schmerzen am Nervus Femoralis
Schmerzen am Nervus femoralis können vielfältige Ursachen haben. Die Spezialisten haben aus ihrer umfangreichen Erfahrung die verschiedenen Ursachen für Schmerzen am N. femoralis zusammengetragen:
- Kompression des Nervs: Engpasssyndrome, z. B. in der Lacuna musculorum unter dem Leistenband, wo der Nerv in den Oberschenkel zieht.
- Psoas-Syndrom: Eine Verspannung oder Verkürzung des Musculus psoas major kann den N. femoralis reizen.
- Infektionen oder Entzündungen: Lokale Entzündungen (z. B. Abszesse oder Eiteransammlungen im Becken oder Leistenbereich) können den Nerv reizen. Gürtelrose (Herpes zoster) entlang der Versorgungsgebiete des N. femoralis.
- Operationen in der Leisten- oder Beckenregion: Nach chirurgischen Eingriffen (z. B. Anästhesiekomplikationen Eine fehlerhafte Regionalanästhesie (z. B. Arterielle Durchblutungsstörungen schämen durch Stenosen in der A. iliaca oder A.
- Verletzungen: z. B. Die Therapie konzentriert sich dann auf die Beseitigung der zugrunde liegenden Ursache der Entzündung.
- Verletzung des Nervus femoralis: z. B. Vor allem bei chirurgischen Eingriffen an der Hüfte oder im Unterleib kann der Nervus femoralis versehentlich verletzt werden.
Symptome einer Schädigung des Nervus Femoralis
Eine Schädigung des N. femoralis kann sich durch verschiedene Symptome äußern:
- Schwäche im Bein und Schwierigkeiten beim Strecken des Knies und des Oberschenkels.
- Sensibilitätsstörungen.
- Ausfall des Kniescheibensehnenreflexes.
- Schmerzen, die typischerweise von der Vorderseite des Oberschenkels bis zum Knie hin ausstrahlen und sich auch auf die Innenseite des Beins ausdehnen können.
Übungen zur Dehnung der Oberschenkelmuskulatur
Dehnung der Innenseiten der Oberschenkel
- Setzen Sie sich aufrecht auf den Boden und stützen Sie sich mit den Armen hinter dem Körper ab.
- Ziehen Sie beide Fersen zum Gesäß; dabei berühren sich die Fußsohlen.
- Richten Sie den Oberkörper gerade auf, indem Sie das Brustbein nach vorne oben bewegen, und drücken Sie die Oberschenkel zum Boden.
- Spüren Sie die Dehnung im Bereich der Innenseiten der Oberschenkel.
- Zur Verstärkung der Dehnung können Sie mit Ihren Unterarmen die Knie weiter nach außen drücken.
Hinweis: Führen Sie kontrollierte Bewegungen aus und halten Sie die Brustwirbelsäule aufrecht.
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Dehnung der vorderen Oberschenkelmuskulatur
Bei vielen Rückenpatienten ist die vordere Oberschenkelmuskulatur im oberen Bereich verspannt. Dies hat ungünstige Auswirkungen auf die Beckenstatik und die Lendenwirbelsäule.
- Aus dem Stand greifen Sie mit der linken Hand den linken Fußrücken.
- Die Bauchmuskeln werden angespannt, so dass das Becken nicht in eine Hohlkreuzposition ausweichen kann.
- Ziehen Sie Ihren Fuß in Richtung Gesäß, so dass das Knie nach unten zeigt.
- Spüren Sie die Dehnung im Bereich der Hüfte und Oberschenkelvorderseite des linken Beins.
- Dehnen Sie anschließend die Oberschenkelvorderseite des anderen Beins.
Hinweis: Bauchmuskulatur anspannen. Das Knie zeigt zum Boden.
Vorsicht! Vermeiden Sie bei Kniebeschwerden, mit dem Fuß das Gesäß zu berühren. Es kann zu Schmerzen im Bereich der Kniescheibe kommen. Verzichten Sie in diesem Fall auf die Übung. Rückenschmerzen können durch Ausweichbewegungen des Beckens ausgelöst werden.
Dehnung der hinteren Oberschenkelmuskulatur
Die Muskulatur der Oberschenkelrückseite hat einen wichtigen Einfluss auf die Beckenbeweglichkeit. Die hintere Oberschenkelmuskulatur ist jedoch bei vielen Rückenpatienten verspannt.
- Stellen Sie sich (wenn möglich) mit dem Rücken zur Wand, um das Gleichgewicht zu sichern.
- Strecken Sie ein Bein nach vorn und setzen Sie den Fuß mit der Ferse auf.
- Neigen Sie Ihren Rumpf, indem Sie Ihr Becken nach vorne kippen. Halten Sie dabei den Rücken gerade!
- Spüren Sie die Dehnung der Oberschenkelrückseite, indem Sie vorsichtig mit geradem Rücken das Knie strecken.
- Dehnen Sie anschließend das andere Bein.
Vorsicht! Es sollten keine Leistenschmerzen auftreten; reduzieren Sie in diesem Fall die Hüftbeugung. Stechende Schmerzen in der Lendenwirbelsäule können Hinweise auf Nervenschmerzen sein.
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Übungen zur Kräftigung der Hüft- und Oberschenkelmuskulatur
Kräftigungsübungen sollten durchgeführt werden, um Muskeln im Umfeld des Gesäßes zu kräftigen und um die Muskeln, die auf den Nervus cutaneus femoris lateralis drücken, zu entlasten. Hier dienen zum Teil auch die erwähnten Dehnübungen als Kräftigungsübungen.
Eine bekannte Kräftigungsübung der Hüftgelenksmuskulatur ist folgende:
- Setzen Sie sich auf einen Stuhl mit angewinkelten Beinen.
- Beugen Sie sich nach vorn und versuchen Sie, mit beiden Händen die Knie zusammenzudrücken.
- Bauen Sie mit den Beinen einen Gegendruck auf und versuchen Sie, die Beine in einer geraden Position zu lassen.
- Spürbar ist jetzt ein Schmerz an der Außenseite der Oberschenkel.
- Halten Sie diese Position einige Sekunden.
Faszien-Rollmassage für den Oberschenkel
Faszien sind bindegewebige Hüllen, die die Muskeln des Körpers umschlagen, um diese zu schützen und in der Bewegung geschmeidig zu halten. Faszien können aber auch verkleben, was die Mobilisierung der Muskeln erschwert und auch zu Verhärtungen und zu Schmerzen führt.
Eine Möglichkeit wäre der Einsatz einer Faszienrolle:
- Diese harte Rolle sollte seitlich an der Hüfte im Stand mit etwas Druck nach unten Richtung Knie gerollt werden.
- Das Rollen sollte langsam erfolgen.
- Hat man keine Faszienrolle zur Hand, kann auch mit einem mittelstarken Druck des Daumens und des Zeigefinders in kreisenden Bewegungen ein Druck auf die Faszie des Außenmuskels ausgeübt werden, um Verklebungen zu lockern.
- Diese Übungen sollten mehrere Minuten hintereinander durchgeführt und nach einer kurzen Pause wiederholt werden.
Bei Beschwerden sollte man die Übungen für mehrere Wochen täglich durchführen.
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Spezielle Übungen bei Meralgia Paraesthetica
Die Meralgia paraesthetica ist eine Einklemmung des sensiblen Nerven "Nervus cutaneus femoris lateralis" und kann sehr starke Schmerzen und Taubheitsgefühle im Oberschenkel verursachen.
Ziel der Übungen ist zum einen, dass die Muskeln nicht mehr auf den Nerv drücken und dieser zusätzlich mehr Platz im engen Leistenkanal bekommt. Dehnübungen der Hüft- und Oberschenkelmuskeln führen zu einer Lockerung der verhärteten Muskulatur und schaffen so dem Nervus cutaneus femoralis lateralis mehr Platz.
- Man sollte sich stehend einen guten Halt an der Wand suchen und sich mit einer Hand dort festhalten.
- Sodann sollte das betroffene Bein gestreckt nach vorne geführt und bis zur Schmerzgrenze bewegt werden.
- In dieser Position einige Sekunden bleiben und dann in die Ausgangsposition zurück.
- Danach sollte das Bein nach hinten und zur Seite geführt und gehalten werden.
- Des Weiteren sollte der Unterschenkel mit der Hand gegriffen und zum Gesäß gezogen werden, bis ein Brennen im Oberschenkel zu spüren ist.
Übungen in der Schwangerschaft
Die meisten Übungen, die Nicht-Schwangere durchführen können, sind auch für die Schwangerschaft geeignet. Es kommt natürlich auch darauf an, in welchem Stadium die Schwangerschaft ist.
- Eine Übung wäre, dass sich die Schwangere seitlich auf die schmerzende Stelle auf den Boden legt und eine Faszienrolle genau an diese Stelle unter die schmerzende Stelle legt.
- Danach sollte mit dem Körper über die Rolle geglitten werden, bis der gesamte schmerzhafte Bereich abgerollt ist. So kann man einige Male hin und zurück rollen.
- Des weiteren können stehend zunächst beide Beine parallel gestellt werden und dann das Bein der schmerzenden Seite langsam hinter das Bein der gesunden Seite geführt werden.
- Meistens merkt man schon nach kurzer Zeit ein leicht ziehendes Gefühl der seitlichen Körperseite. Dann wird die Übung richtig durchgeführt.
- Sobald die Seite zu brennen beginnt, sollte die Position einige Sekunden gehalten und das Bein dann langsam wieder in die Ausgangsposition geführt werden.
- Weiterhin können die Dehnübungen der seitlichen Hüftmuskeln ebenfalls in der Schwangerschaft durchgeführt werden.
- Stehend sollte man das Bein der schmerzenden Seite langsam gestreckt zu Seite abspreizen, bis sich das Bein etwa in einem 45 Grad Winkel befindet.
- In dieser Situation sollte das Bein gehalten werden, um dann wieder in die Neutralposition zurückzugehen.
- Auch diese Position sollte ein paar mal hintereinander wiederholt werden.
Weitere Tipps zur Beruhigung des Nervus Femoralis
Bei der Beruhigung des Oberschenkelnervs geht es darum, Beschwerden oder Reizungen in Nerven zu lindern. Ebenfalls hilfreich kann das Auflegen von warmen Kompressen zur Beruhigung des Nervs beitragen, indem es die umliegenden Muskeln entspannt. Zusätzlich kann eine Physiotherapie empfohlen werden. Dies kann andere Muskeln stärken und das Bein entlasten.
Medikamentöse Behandlung
Die Therapie konzentriert sich dann auf die Beseitigung der zugrunde liegenden Ursache der Entzündung. Es gibt auch Medikamente, die gegen Beschwerden des Nervus femoralis helfen.