Meningitis, Kopfschmerzen und Gesichtsfeldausfälle: Ursachen und Zusammenhänge

Unser Nervensystem, bestehend aus über 100 Milliarden Nervenzellen (Neuronen), steuert Bewegungen, Empfindungen und Denkprozesse. Neurologische Erkrankungen, die Störungen dieses Systems betreffen, können vielfältige Symptome auslösen und werden jährlich von etwa 1 Million Patienten von Neurologen klinisch behandelt. Zu diesen Symptomen können auch Kopfschmerzen und Gesichtsfeldausfälle gehören, insbesondere im Zusammenhang mit einer Meningitis.

Das Nervensystem im Überblick

Das Nervensystem lässt sich in zwei Hauptbereiche unterteilen:

  • Zentrales Nervensystem (ZNS): Umfasst Gehirn und Rückenmark, dient der Reizverarbeitung.
  • Peripheres Nervensystem (PNS): Steuert willkürliche und unwillkürliche Körperaktivitäten.

Kopfschmerzen: Ein weit verbreitetes Symptom

Kopfschmerzen sind ein häufiges Symptom, das viele Ursachen haben kann. Die Internationale Kopfschmerzgesellschaft (IHS) klassifiziert über 200 Kopfschmerzerkrankungen. Es ist schwierig, genaue Zahlen zur Häufigkeit von Kopfschmerzen zu nennen, da die Einteilungen und Studien variieren.

Primäre Kopfschmerzen

Primäre Kopfschmerzen sind solche, bei denen der Kopfschmerz selbst die Erkrankung darstellt und nicht durch eine andere Grunderkrankung verursacht wird. Zu den häufigsten primären Kopfschmerzarten gehören:

  • Spannungskopfschmerzen: Rezidivierende, leichte bis mittelschwere Kopfschmerzen, die 30 Minuten bis 7 Tage andauern können. Sie sind beidseitig lokalisiert, drückend oder beengend, aber nicht pulsierend. Körperliche Aktivität verstärkt sie nicht, und sie haben in der Regel keine Begleitsymptome wie Übelkeit, Erbrechen oder Licht- und Geräuschempfindlichkeit.
  • Migräne: Rezidivierende Kopfschmerzattacken, die 4 bis 72 Stunden andauern können. Sie sind unilateral lokalisiert (Seitenwechsel möglich), pulsierend-pochend und von mittlerer bis hoher Schmerzintensität. Häufig treten Begleitsymptome wie Übelkeit, Erbrechen, Licht- und Geräuschempfindlichkeit auf.
  • Cluster-Kopfschmerzen: Kurze, schwere Schmerzattacken, die von autonomen Symptomen wie Tränenfluss, Augenträufeln, Nasenlaufen, verstopfter Nase, Schwitzen im Stirn-/Gesichtsbereich, Hautrötung, Ohrdruck und Lidschwellung begleitet sind. Die Schmerzen sind streng einseitig orbital, supraorbital oder temporal, stechend und von hoher bis sehr hoher Intensität. Die Attacken dauern 15 bis 180 Minuten und können bis zu 8 Mal pro Tag auftreten, oft mit einem nächtlichen Maximum.
  • Andere primäre Kopfschmerzen: Hierzu gehören schlafgebundener Kopfschmerz, Kopfschmerz bei körperlicher Anstrengung und Kopfschmerz bei sexueller Aktivität.

Sekundäre Kopfschmerzen

Sekundäre Kopfschmerzen werden durch eine andere Erkrankung oder Ursache ausgelöst. Beispiele hierfür sind:

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  • HWS-/Kopftrauma
  • Gefäßstörungen im Kopf-/Halsbereich
  • Nichtvaskuläre intrakranielle Störungen
  • Substanzkonsumstörung oder Entzug
  • Infektion
  • Homöostasestörung
  • Psychiatrische Störungen

Medikamenteninduzierter Kopfschmerz (MOH)

Die regelmäßige oder tägliche Einnahme von Medikamenten gegen Kopfschmerzen kann zu einer Zunahme der Kopfschmerzhäufigkeit und schließlich zu einem chronischen Kopfschmerz führen. Dies wird als Medication Overuse Headache (MOH) bezeichnet.

Gesichtsfeldausfälle: Ursachen und Symptome

Gesichtsfeldausfälle sind Einschränkungen des normalen Gesichtsfeldes. Sie können verschiedene Ursachen haben, darunter:

  • Erkrankungen des Auges: Glaukom, Makuladegeneration, Netzhautablösung
  • Erkrankungen des Sehnervs: Optikusneuritis, Papillenödem
  • Erkrankungen des Gehirns: Schlaganfall, Hirntumor, Multiple Sklerose

Meningitis: Eine Entzündung der Hirnhäute

Die Meningitis ist eine Entzündung der Hirn- und Rückenmarkshäute (Meningen). Sie wird meist durch Viren oder Bakterien verursacht. Es gibt jedoch auch einige andere Erkrankungen, die eine Meningitis auslösen können. Die virale Meningitis kommt häufiger vor als die bakterielle Meningitis.

Ursachen der Meningitis

  • Bakterielle Meningitis: Wird häufig durch Pneumokokken (Streptococcus pneumoniae) oder Meningokokken verursacht. Die Übertragung erfolgt durch Tröpfcheninfektion (Husten, Niesen, Küssen).
  • Virale Meningitis: Wird häufig durch Enteroviren, Herpesviren oder das Mumpsvirus verursacht.
  • Andere Ursachen: Pilze, Parasiten, Autoimmunerkrankungen, Medikamente

Symptome der Meningitis

Die Symptome einer Meningitis können je nach Ursache und Schweregrad variieren. Zu den häufigsten Symptomen gehören:

  • Fieber
  • Starke Kopfschmerzen
  • Nackensteifigkeit (Meningismus)
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Lichtempfindlichkeit
  • Verwirrtheit
  • Bewusstseinsstörungen
  • Krampfanfälle

Diagnose der Meningitis

Die Diagnose einer Meningitis erfolgt in der Regel durch:

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  • Anamnese und körperliche Untersuchung: Der Arzt erfragt die Krankengeschichte und führt eine körperliche Untersuchung durch, um typische Zeichen einer Meningitis festzustellen (z.B. Nackensteifigkeit).
  • Blutuntersuchung: Im Blut können Entzündungszeichen und Erreger nachgewiesen werden.
  • Liquorpunktion (Lumbalpunktion): Bei einer Liquorpunktion wird Nervenwasser (Liquor) aus dem Rückenmarkskanal entnommen und untersucht. Die Untersuchung des Liquors kann Hinweise auf eine Entzündung und den Erreger liefern.
  • Bildgebende Verfahren: Eine Computertomografie (CT) oder Magnetresonanztomografie (MRT) des Gehirns kann durchgeführt werden, um andere Ursachen für die Symptome auszuschließen oder Komplikationen der Meningitis festzustellen.

Behandlung der Meningitis

Die Behandlung der Meningitis richtet sich nach der Ursache der Erkrankung.

  • Bakterielle Meningitis: Wird mit Antibiotika behandelt. Bei schweren Verläufen kann eine intensivmedizinische Betreuung erforderlich sein.
  • Virale Meningitis: Wird symptomatisch behandelt (z.B. mit Schmerzmitteln und fiebersenkenden Mitteln).
  • Andere Ursachen: Die Behandlung richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache.

Meningitis, Kopfschmerzen und Gesichtsfeldausfälle

Im Zusammenhang mit einer Meningitis können Kopfschmerzen und Gesichtsfeldausfälle auftreten.

  • Kopfschmerzen: Kopfschmerzen sind ein häufiges Symptom der Meningitis. Sie werden durch die Entzündung der Hirnhäute verursacht.
  • Gesichtsfeldausfälle: Gesichtsfeldausfälle können bei einer Meningitis auftreten, wenn die Entzündung auf den Sehnerv oder andere Bereiche des Gehirns übergreift, die für die Verarbeitung von visuellen Informationen verantwortlich sind. Ein erhöhter Hirndruck, der durch die Entzündung verursacht wird, kann ebenfalls zu Gesichtsfeldausfällen führen.

Sinus- und Hirnvenenthrombosen (CSVT)

Sinus- und Hirnvenenthrombosen (CSVT) sind seltene Schlaganfallerkrankungen, die ebenfalls Kopfschmerzen und Gesichtsfeldausfälle verursachen können. Bei einer CSVT kommt es zu einer Thrombose (Blutgerinnselbildung) in den Hirnvenen oder den venösen Blutleitern des Gehirns (Sinus durae matris).

Ursachen und Risikofaktoren für CSVT

Die Ursachen und Risikofaktoren für CSVT sind vielfältig. Dazu gehören:

  • Hormonelle Faktoren: Orale Kontrazeptiva, postmenopausale Hormonersatztherapie, Schwangerschaft, Puerperium
  • Medikamente: Steroidtherapie, Erythropoetin
  • Mechanische Faktoren: Jugularvenenkatheter, Schädel-Hirn-Trauma, lokale Infektionen (Mastoiditis, Tonsillitis), durale Fisteln, Lumbalpunktion, spontane intrakranielle Hypotonie
  • Systemische Faktoren: Sepsis, Endokarditis, Hepatitis, Dehydratation, Ketoazidose, Tuberkulose, Nikotinabusus, Adipositas
  • Genetische Faktoren: Faktor-V-Mutation, Protein C/S-Mangel, Antithrombinmangel, Prothrombinmutation G20210A
  • Hämatologische Faktoren: Thrombozythämie, Polyglobulie, paraneoplastische Thrombophilie, Hyperhomozysteinämie, Sichelzellanämie
  • Immunvermittelte Faktoren: Vaskulitiden

Symptome der CSVT

Die Symptome der CSVT sind variabel und können schleichend oder plötzlich auftreten. Zu den häufigsten Symptomen gehören:

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  • Kopfschmerzen (crescendoartig, dumpf-drückend)
  • Visusstörungen (Papillenödem)
  • Fokale neurologische Ausfälle
  • Epileptische Anfälle

Diagnose der CSVT

Die Diagnose der CSVT erfolgt in der Regel durch:

  • Anamnese und neurologische Untersuchung
  • Bildgebung: Computertomografie (CT) oder Magnetresonanztomografie (MRT) mit venöser Angiografie
  • Lumbalpunktion: Zur Messung des Hirndrucks
  • Bestimmung von D-Dimeren: Ein erhöhter D-Dimer-Wert kann ein Hinweis auf eine Thrombose sein.

Behandlung der CSVT

Die Behandlung der CSVT umfasst:

  • Antikoagulation: Mit Heparin oder oralen Antikoagulanzien
  • Behandlung der Grunderkrankung: Z.B. antibiotische Therapie bei Infektionen
  • Hirndrucksenkende Maßnahmen: Bei erhöhtem Hirndruck
  • In seltenen Fällen: Thrombolyse oder dekompressive Hemikraniektomie

Hypophysenadenom

Ein Hypophysenadenom ist ein gutartiger Hirntumor an der Hirnanhangdrüse (Hypophyse). Er kann sich auf den Hormonhaushalt auswirken und unter anderem zu Kopfschmerzen und Gesichtsfeldausfällen führen.

Symptome

Die Symptome eines Hypophysenadenoms sind vielfältig. Bei kleinen, hormoninaktiven Adenomen treten unter Umständen keine Beschwerden auf. Große oder hormonaktive Tumore können zu hormonellen Problemen, Druck auf die Sehnervenkreuzung oder zu Einblutungen in das Adenom mit starken Kopfschmerzen und Sehstörungen führen.

Diagnose

Bei Verdacht auf ein Hypophysenadenom wird eine MRT mit Kontrastmittel durchgeführt. Außerdem sind endokrinologische und augenärztliche Untersuchungen sinnvoll.

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