Fing mit Nerven: Definition und verwandte medizinische Konzepte

Die Auseinandersetzung mit dem Begriff "Nerv" und seinen Ableitungen führt uns in ein komplexes Feld medizinischer und alltagssprachlicher Bedeutungen. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Facetten des Nervenbegriffs, beginnend mit der Definition und führt zu verwandten Konzepten wie der Craniomandibulären Dysfunktion (CMD), Polyneuropathie, Fibromyalgie, ALS und dem Schnappfinger.

Der Nerv: Ursprung und Bedeutungswandel

Das Wort "Nerv" stammt aus dem Lateinischen "nervus", was ursprünglich Sehne, Muskel oder Kraft bedeutete. Im Laufe der Zeit erfolgte eine begriffliche Eingrenzung auf die heutige Bedeutung als "Leiter von Empfindungen und Bewegungen". Diese Entwicklung spiegelt sich in der Sprache wider, wo "Nerv" bis ins 19. Jahrhundert auch für "Sehne" oder "Muskel" verwendet wurde. Übertragen steht "Nerv" für innere Kraft oder Wesen, wie in der Redewendung "auf die Nerven fallen".

Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD): Eine Fehlfunktion des Kausystems

Die Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD) bezeichnet eine Fehlfunktion des Kausystems, die häufig zu Schmerzen und Funktionsstörungen im Kiefergelenk und der Kaumuskulatur führt. Vermutlich spielen bei der Entstehung Fehlstellungen zwischen Kiefer und Schädel, Stress oder nächtliches Zähneknirschen eine Rolle. Die Symptome sind vielfältig und können Schmerzen im Kiefergelenk, Gesichts-, Kopf- oder Ohrenschmerzen, Schwindelgefühle und Zahnbeschwerden umfassen.

Symptome und Ursachen der CMD

Typische Symptome der CMD sind Schmerzen im Kiefergelenk, Gelenkgeräusche, Schwierigkeiten beim Kauen, Schlucken oder Sprechen sowie Kieferblockaden und eingeschränkte Mundöffnung. Bruxismus, das Zähneknirschen, wird oft als Ursache angeführt, kann aber auch selbst ein Symptom sein.

Neben den direkten Beschwerden im Kieferbereich können Begleitsymptome wie Zahn- und Zahnfleischerkrankungen, Migräne, Kopf- oder Gesichtsschmerz, Tinnitus, Schwindel, Verspannungen im Nacken- und Schulterbereich, Bandscheibenprobleme und Beckenschiefstand auftreten.

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Es ist ratsam, bei anhaltenden oder zunehmenden Symptomen einen Arzt aufzusuchen, um eine Diagnose zu erhalten und eine geeignete Therapie zu beginnen.

Diagnose und Behandlung der CMD

Die Diagnose der CMD erfordert oft eine Funktionsanalyse beim Zahnarzt. Hierbei werden klinische und instrumentelle Methoden eingesetzt, um das Ausmaß der Störung festzustellen und die betroffenen Areale einzugrenzen. Eine Kernspintomografie (MRT) kann ein exaktes Bild der Kiefergelenkanatomie liefern.

Die MRT-Aufnahmen erfolgen nach genormten Standards, damit zu verschiedenen Untersuchungszeitpunkten aufgenommene Bilder exakt vergleichbar sind. Eine dynamische MRT der Gelenke des Kiefers zeigt krankhafte Veränderungen schon in einem frühen Stadium und ermöglicht so eine frühzeitige CMD-Behandlung.

Die Magnetresonanztomographie des Kauapparates ergibt bei Verdacht auf eine Dysfunktion folgende wichtige Erkenntnisse für eine Diagnose: Darstellung der Gelenkanatomie des Kiefers mit der Gelenkscheibe (Discus) bei geschlossenem und geöffnetem Mund und - falls bereits vorhanden - auch mit einer Aufbiss-Schiene, Abbildung symptomatischer Norm- und Formvarianten der Gelenke, Darstellung pathologischer Veränderungen von Gelenk und Discus, Ausmessung der Lage des Kieferköpfchens in der Pfanne und der Lage des Discus unter Behandlung.

Diese Informationen geben wichtige Hinweise für beginnende Behandlungen und das Therapie-Monitoring. Sie tragen so grundlegend zum Behandlungserfolg bei.

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Polyneuropathie: Erkrankung des peripheren Nervensystems

Das periphere Nervensystem umfasst alle Nerven außerhalb des Gehirns und Rückenmarks. Ist dessen Funktion gestört, liegt eine Polyneuropathie (PNP) vor. Die Beschwerden reichen von Empfindungsstörungen über Schmerzen bis zu Lähmungen. Rund fünf bis acht Prozent der erwachsenen Bevölkerung sind von Neuropathien betroffen, wobei die Rate mit zunehmendem Alter steigt.

Symptome, Ursachen und Verlauf der Polyneuropathie

Zu den Symptomen einer Polyneuropathie gehören Empfindungsstörungen, Missempfindungen wie Kribbeln, Brennen und "Ameisenlaufen" sowie Schmerzen in den betroffenen Körperbereichen, häufig in den Beinen. Auch Störungen des Berührungs-, Schmerz- oder Temperaturempfindens können auftreten.

Diabetes mellitus Typ 2 und Alkoholmissbrauch gehören zu den häufigsten Ursachen für eine Polyneuropathie. Aber auch Medikamente und giftige Substanzen können Nerven schädigen. Seltener sind genetisch bedingte Formen, entzündliche Polyneuropathien und solche, die Ausdruck einer Autoimmunerkrankung sind.

Meistens beginnen die Symptome in den Füßen oder Händen. Bleibt die Neuropathie unbehandelt, werden die Symptome meist intensiver. Es gibt verschiedene Formen der Polyneuropathie, wie die symmetrische, asymmetrische, distale und proximale Polyneuropathie.

Diagnose und Therapie der Polyneuropathie

Die Diagnose einer Polyneuropathie umfasst eine umfassende Anamnese, körperliche Untersuchungen und spezielle Geräte zur Beurteilung von Nervenschädigungen sowie Bluttests und gegebenenfalls eine weiterführende Diagnostik. Elektrophysiologische Untersuchungen wie die Elektroneurografie (ENG) und Elektromyografie (EMG) können die Verteilung und das Ausmaß der Nervenschädigung aufdecken.

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Die Therapie der Polyneuropathie richtet sich nach ihrer Ursache. Sind die Nervenschäden durch eine andere Grunderkrankung entstanden, gilt es, diese zu behandeln. Bei der diabetischen Polyneuropathie ist beispielsweise eine konsequente Blutzuckereinstellung entscheidend. Patientinnen und Patienten mit Polyneuropathie sollten Alkohol möglichst meiden. Nervenschmerzen sind individuell mit Medikamenten behandelbar.

Multiple Sklerose (MS): Eine Erkrankung des zentralen Nervensystems

Multiple Sklerose (MS) ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems (Gehirn und Rückenmark). Die Symptome sind vielfältig und können Sehstörungen, Sprachschwierigkeiten, Gefühlsstörungen, Missempfindungen, Schmerzen und Lähmungen umfassen. MS verläuft sehr unterschiedlich und ist nicht heilbar, aber es gibt Behandlungsmöglichkeiten, um den Verlauf zu verlangsamen und die Symptome zu lindern.

Amyotrophe Lateralsklerose (ALS): Degenerative Erkrankung des Nervensystems

ALS ist eine schwere, fortschreitende Erkrankung des Nervensystems, die Nervenzellen im Gehirn und Rückenmark angreift, die für Muskelbewegungen zuständig sind. Die Symptome beginnen oft mit Störungen der Feinmotorik und einer Fußheberschwäche. Im Verlauf kommt es zu fortschreitender Muskelschwäche, Sprechstörungen, Schluckbeschwerden und Lähmungen. Heilbar ist ALS bislang nicht, doch der Krankheitsverlauf lässt sich verlangsamen und die Lebensqualität lange erhalten.

Fibromyalgie: Chronische Schmerzerkrankung

Fibromyalgie ist eine chronische Schmerzerkrankung, die sich durch chronische Muskelschmerzen und Erschöpfung äußert. Die Schmerzen treten hauptsächlich in Muskeln und in der Nähe von Gelenken auf und können sich wie Muskelkater oder ein gezerrter Muskel anfühlen. Patienten leiden auch unter gestörtem Schlaf, Erschöpfung, Reizempfindlichkeit und Verdauungsproblemen. Die Ursachen sind nicht vollständig geklärt, aber es wird eine Störung der Schmerzwahrnehmung und -verarbeitung vermutet. Die Behandlung zielt auf die Linderung der Beschwerden ab und umfasst Bewegungstherapie, Psychotherapie und gegebenenfalls Medikamente.

Schnappfinger: Funktionsstörung der Hand

Der Schnappfinger ist eine Funktionsstörung der Hand aufgrund einer gestörten Sehnengleitfunktion. Das Strecken und Beugen des Fingers ist durch einen Widerstand erschwert und führt bei der Bewegung zum typischen Nachschnappen oder -schnellen. Meist ist die Sehne am ersten Fingergelenk von Mittel-, Ringfinger oder Daumen betroffen. Die eingeschränkte Fingerbeweglichkeit ist schmerzhaft und schränkt im Alltag stark ein.

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