Multiple Sklerose (MS) ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems, die mit vielfältigen Symptomen wie Schmerzen, Muskelkrämpfen, Fatigue und Koordinationsstörungen einhergehen kann. Die Behandlung von MS zielt darauf ab, die Symptome zu lindern, den Krankheitsverlauf zu verlangsamen und die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern. Neben medikamentösen Therapien spielen auch nicht-medikamentöse Ansätze eine wichtige Rolle. Eine dieser vielversprechenden Methoden ist die Floating-Therapie.
Was ist Floating-Therapie?
Die Floating-Therapie, auch bekannt als Restriktions-Stimulations-Therapie (REST), ist eine Entspannungsmethode, bei der man in einem Becken mit hochkonzentrierter Salzlösung (Magnesiumsulfat) liegt. Durch den hohen Salzgehalt des Wassers wird der Körper mühelos getragen, wodurch ein Gefühl der Schwerelosigkeit entsteht. Das Becken ist abgedunkelt und schallisoliert, um sensorische Reize von außen zu minimieren.
Das Prinzip der Floating-Therapie ist einfach: Durch das Gleiten des Körpers in einem mit stark angereicherter Salzsole gefüllten Becken entspannt automatisch die gesamte Muskulatur, während die Reduktion von Außenreizen die Zahl sensorischer Impulse minimiert. Auf diese Weise wird das Vegetativum maximal entlastet und Schmerzempfindungen weniger intensiv wahrgenommen. Darüber hinaus resultieren Entspannung und Sinnesreizentzug in einer verstärkten Ausschüttung von „Glückshormonen“ (z.B. Endorphin, Dopamin, Serotonin).
Wie wirkt Floating-Therapie bei Multipler Sklerose?
Die Floating-Therapie kann bei Menschen mit Multipler Sklerose auf verschiedene Weise positive Effekte erzielen:
- Schmerzlinderung: Viele MS-Patienten leiden unter chronischen Schmerzen, die ihre Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Die Floating-Therapie kann helfen, Schmerzen zu reduzieren, indem sie die Muskeln entspannt, die Durchblutung fördert und die Ausschüttung von Endorphinen anregt.
- Muskelentspannung: Muskelkrämpfe und Spastiken sind häufige Symptome von MS. Die Schwerelosigkeit im Floating-Becken ermöglicht eine tiefe Muskelentspannung, was zu einer Verringerung von Krämpfen und Steifheit führen kann.
- Stressreduktion: Stress kann MS-Symptome verschlimmern. Die Floating-Therapie fördert Entspannung und reduziert Stress, was sich positiv auf das allgemeine Wohlbefinden auswirken kann.
- Verbesserung der Schlafqualität: Schlafstörungen sind bei MS-Patienten weit verbreitet. Die Entspannung und Stressreduktion durch Floating-Therapie können zu einer besseren Schlafqualität beitragen.
- Stimmungsaufhellung: Floating-Therapie kann die Stimmung verbessern und depressive Verstimmungen reduzieren, indem sie die Ausschüttung von Glückshormonen wie Endorphinen und Serotonin fördert.
Floating-Therapie im Kontext der Wassertherapie
Die Wassertherapie spielt eine wichtige Rolle in der Rehabilitation von Menschen mit Behinderungen, einschließlich MS. Sie nutzt die physikalischen Eigenschaften des Wassers, wie Auftrieb, Widerstand und Wärme, um Bewegungen zu erleichtern, Muskeln zu kräftigen und die Koordination zu verbessern.
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Zur Verbesserung des Uebergangs aus der Wassertherapie zum freien Schwimmen mit Behinderten, geht Verf. auf nahezu alle Fragen ein. Neben allgemeinen Eroerterungen ueber physische und psychische Auswirkungen sowie verbesserten Ueberlebenschancen bei einem Unfall im Wasser wird die Fortbildungssituation der Krankengymnasten gewürdigt. Methodische Stufen des Schwimmenlernens werden exemplarisch angeschnitten und mit wenigen Erfahrungsbeispielen erlaeutert. Der Gebrauch von Schwimmhilfen und die dazugehoerigen Vorsichtsmassregeln werden erwaehnt. Anhand von Sehbehinderten, Gehoerlosen, Muskeldystrophikern und Multiple Sklerose Kranken werden Teilprobleme kurz dargestellt. Auszeichnungen, Anforderungen an das Schwimmbad, Schwimmwettkaempfe usw. ergaenzen den Erfahrungsbericht.
Floating kann als Ergänzung zur traditionellen Wassertherapie betrachtet werden. Es bietet eine Möglichkeit, die positiven Effekte des Wassers auf Körper und Geist zu verstärken und eine tiefere Entspannung zu erreichen.
Floating-Therapie im Vergleich zu anderen Entspannungsmethoden
Es gibt viele verschiedene Entspannungsmethoden, die bei MS eingesetzt werden können, wie Meditation, autogenes Training, Yoga und progressive Muskelentspannung. Diese Techniken beruhigen das vegetative Nervensystem und ermöglichen den Patienten schmerzfreie Momente. Ihr Manko: Sie müssen zunächst mühsam erlernt werden.
Die Floating-Therapie unterscheidet sich von diesen Methoden dadurch, dass sie keinerlei aktive Anstrengung seitens des Patienten erfordert. Durch die Schwerelosigkeit und die Reduktion sensorischer Reize tritt die Entspannung automatisch ein. Dies macht Floating zu einer besonders zugänglichen und effektiven Methode für Menschen mit MS, die möglicherweise Schwierigkeiten haben, andere Entspannungstechniken zu erlernen oder anzuwenden.
Forschungslage zur Floating-Therapie bei Multipler Sklerose
Die Forschung zur Floating-Therapie bei Multipler Sklerose ist noch begrenzt, aber vielversprechend. Einige Studien haben gezeigt, dass Floating-Therapie Schmerzen reduzieren, die Muskelentspannung verbessern, Stress abbauen und die Lebensqualität von MS-Patienten erhöhen kann.
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Es sind jedoch weitere Studien erforderlich, um die langfristigen Auswirkungen der Floating-Therapie auf MS-Symptome und den Krankheitsverlauf zu untersuchen.
Sicherheitshinweise und Kontraindikationen
Floating-Therapie ist im Allgemeinen eine sichere Methode. Es gibt jedoch einige Kontraindikationen, bei denen Vorsicht geboten ist:
- Hauterkrankungen: Bei offenen Wunden oder Hautinfektionen sollte auf Floating verzichtet werden.
- Epilepsie: Menschen mit Epilepsie sollten vor der Floating-Therapie ihren Arzt konsultieren.
- Psychische Erkrankungen: Bei schweren psychischen Erkrankungen wie Psychosen ist Floating möglicherweise nicht geeignet.
- Niedriger Blutdruck: Floating kann den Blutdruck senken. Menschen mit niedrigem Blutdruck sollten sich langsam bewegen, um Schwindel zu vermeiden.
- Infektionskrankheiten: Bei akuten Infektionskrankheiten sollte auf Floating verzichtet werden.
Floating-Therapie in Deutschland
Die Floating-Therapie ist in Deutschland noch nicht so weit verbreitet wie in den USA oder Schweden. Es gibt jedoch immer mehr Anbieter, die Floating-Becken anbieten. Es ist wichtig, sich vor der Floating-Therapie über die Qualität des Anbieters und die hygienischen Bedingungen zu informieren.
Schmerztherapie bei Multipler Sklerose
Laut einer Schätzung der Deutschen Gesellschaft für Schmerztherapie leiden deutschlandweit rund 15 Millionen Menschen unter dauerhaften Schmerzen. Eine erschreckende Zahl, die nur noch durch den Leidensdruck der Betroffenen übertroffen wird. Auslöser der Schmerzen sind zumeist schwere Erkrankungen wie Arthritis, Rheuma, Krebs, multiple Sklerose oder Fibromyalgie, ferner postoperative oder durch Unfälle bedingte Nervenschäden. Zur Behandlung der Schmerzen wird neben schmerzstillenden Medikamenten und Antidepressiva immer häufiger auf Techniken wie Meditation, autogenes Training oder Yoga zurückgriffen, da diese das vegetative Nervensystem beruhigen und den Patienten schmerzfreie Momente ermöglichen.
Floating-Therapie kann eine wertvolle Ergänzung zur Schmerztherapie bei Multipler Sklerose sein.
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