Kopfschmerzen sind ein weit verbreitetes Leiden, das viele Menschen in unterschiedlichem Ausmaß betrifft. Mediziner unterscheiden mehr als 200 verschiedene Arten von Kopfschmerzen, die sich in ihren Ursachen, Symptomen und Behandlungsansätzen unterscheiden. Dieser Artikel befasst sich mit verschiedenen Arten von Kopfschmerzen, insbesondere mit Migräne und Trigeminusneuralgie, sowie mit anderen Ursachen für Kopfschmerzen im Schläfenbereich.
Einführung in Kopfschmerzen
Kopfschmerzen sind diffuse Schmerzempfindungen im Bereich des Schädels, die entweder punktuell oder im gesamten Kopfbereich auftreten können. Sie werden meist durch eine Reizung der Nervenenden oder Blutgefäße ausgelöst. Die Hirnmasse selbst ist schmerzunempfindlich.
Kopfschmerzen werden in primäre und sekundäre Kopfschmerzen unterteilt. Primäre Kopfschmerzen sind ein eigenständiges Krankheitsbild, dessen Ursache weitestgehend unbekannt ist. Zu den primären Kopfschmerzen gehören Spannungskopfschmerzen, Migräne und Cluster-Kopfschmerzen. Sekundäre Kopfschmerzen sind in der Regel ein Begleitsymptom anderer Krankheiten, wie z. B. Verletzungen, Tumoren oder Entzündungen.
Migräne: Eine neurologische Erkrankung mit vielfältigen Symptomen
Migräne ist eine neurologische Erkrankung, die sich durch wiederkehrende, anfallsartige Kopfschmerzen äußert. Die Kopfschmerzen sind meist einseitig, pulsierend oder pochend und werden von weiteren Symptomen wie Übelkeit, Erbrechen, Licht- und Geräuschempfindlichkeit begleitet. Bei etwa einem Fünftel der Patienten geht den Kopfschmerzen eine Aura voraus, die sich durch visuelle Störungen, Sensibilitätsstörungen oder Sprachstörungen äußern kann.
Ursachen und Auslöser von Migräne
Die genauen Ursachen von Migräne sind noch nicht vollständig geklärt. Es wird angenommen, dass eine Kombination aus genetischer Veranlagung und Umweltfaktoren eine Rolle spielt. Als Auslöser für Migräneattacken gelten Stress, Schlafmangel, bestimmte Nahrungsmittel, Wetterumschwünge und hormonelle Veränderungen.
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Phasen einer Migräneattacke
Eine Migräneattacke lässt sich in drei Phasen unterteilen:
- Vorbotenphase (Prodromalphase): Diese Phase tritt bei etwa einem Drittel der Betroffenen wenige Stunden bis zwei Tage vor der eigentlichen Migräneattacke auf. Sie ist durch charakteristische Symptome wie Müdigkeit, Reizbarkeit, Heißhunger oder Konzentrationsstörungen gekennzeichnet.
- Auraphase: Etwa ein Fünftel der Migränepatienten erlebt vor der Kopfschmerzphase die sogenannte Migräneaura. In dieser Phase treten vor allem visuelle Störungen wie Teilerblindungen, schwarze Flecken im Sichtfeld oder unscharfes Sehen auf. Es können aber auch Sensibilitätsstörungen, Gleichgewichtsstörungen oder Sprachstörungen auftreten.
- Kopfschmerzphase: Die Kopfschmerzphase kann zwischen einer Stunde und mehreren Tagen andauern. Die Kopfschmerzen treten meistens halbseitig oder punktuell auf und betreffen Schläfen, Stirn oder den Augenbereich. Der Schmerz selbst wird als pochend, hämmernd oder auch stechend beschrieben. Ein Großteil der Betroffenen ist dabei besonders empfindlich gegenüber Licht und Geräuschen.
Diagnose von Migräne
Die Diagnose von Migräne basiert in erster Linie auf der Anamnese, also der Erhebung der Krankengeschichte durch den Arzt. Dabei werden die Art, Häufigkeit und Stärke der Kopfschmerzen sowieBegleitsymptome und mögliche Auslöser erfragt. In manchen Fällen können weitere Untersuchungen wie eine neurologische Untersuchung oder eine Bildgebung des Gehirns erforderlich sein, um andere Ursachen für die Kopfschmerzen auszuschließen.
Behandlung von Migräne
Die Behandlung von Migräne zielt darauf ab, die Symptome zu lindern und die Häufigkeit der Attacken zu reduzieren. Bei akuten Migräneattacken können Schmerzmittel wie Ibuprofen, Paracetamol oder Diclofenac helfen. Bei starken Beschwerden können Triptane eingesetzt werden, die die geweiteten Blutgefäße im Gehirn verengen und somit die Kopfschmerzen lindern.
Zur Vorbeugung von Migräneattacken können verschiedene Medikamente eingesetzt werden, wie z. B. Betablocker, Antidepressiva oder Antiepileptika. Auch nicht-medikamentöse Therapien wie Entspannungsverfahren, Akupunktur oder Biofeedback können hilfreich sein.
Trigeminusneuralgie: Plötzliche, heftige Gesichtsschmerzen
Die Trigeminusneuralgie ist eine neurologische Erkrankung, die durch plötzliche, heftige, stechende oder blitzartige Schmerzen im Gesicht gekennzeichnet ist. Die Schmerzen treten im Versorgungsgebiet des Trigeminusnervs auf, der für die Sensibilität des Gesichts zuständig ist. Die Attacken können durch Berührungen im Gesicht, Kauen, Sprechen oder Schlucken ausgelöst werden.
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Ursachen und Auslöser von Trigeminusneuralgie
Die Ursache der Trigeminusneuralgie ist meist eine Reizung oder Schädigung des Trigeminusnervs. In vielen Fällen wird die Reizung durch eine Kompression des Nervs durch ein Blutgefäß verursacht. Seltener können auch Tumoren, Entzündungen oder Multiple Sklerose die Ursache sein.
Diagnose von Trigeminusneuralgie
Die Diagnose der Trigeminusneuralgie basiert in erster Linie auf der Beschreibung der Schmerzen durch den Patienten. Eine neurologische Untersuchung kann helfen, andere Ursachen für die Gesichtsschmerzen auszuschließen. In manchen Fällen kann eine Magnetresonanztomographie (MRT) durchgeführt werden, um den Trigeminusnerv darzustellen und mögliche Ursachen für die Reizung zu identifizieren.
Behandlung von Trigeminusneuralgie
Die Behandlung der Trigeminusneuralgie zielt darauf ab, die Schmerzen zu lindern und die Häufigkeit der Attacken zu reduzieren. Medikamente wie Carbamazepin oder Oxcarbazepin können die Nervenaktivität reduzieren und somit die Schmerzen lindern. In manchen Fällen kann eine Operation erforderlich sein, um die Kompression des Trigeminusnervs zu beseitigen.
Kopfschmerzen im Schläfenbereich: Mögliche Ursachen
Kopfschmerzen im Schläfenbereich können verschiedene Ursachen haben. Häufig sind sie auf Spannungskopfschmerzen, Migräne oder Cluster-Kopfschmerzen zurückzuführen. Aber auch andere Erkrankungen wie eine Entzündung der Schläfenarterie (Arteriitis temporalis) oder eine Trigeminusneuralgie können Kopfschmerzen im Schläfenbereich verursachen.
Arteriitis temporalis
Die Arteriitis temporalis ist eine Entzündung der Schläfenarterie, die zu starken, einseitigen Kopfschmerzen im Schläfenbereich führen kann. Die Erkrankung tritt vor allem bei älteren Menschen auf und kann mit weiteren Symptomen wie Fieber, Müdigkeit undSehstörungen einhergehen. Die Diagnose wird durch eine Blutuntersuchung und eine Biopsie der Schläfenarterie gestellt. Die Behandlung erfolgt mit Kortikosteroiden.
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Spannungskopfschmerzen
Spannungskopfschmerzen sind die häufigste Form von Kopfschmerzen. Sie äußern sich als dumpfer, drückender Schmerz im gesamten Kopfbereich, der auch die Schläfen betreffen kann. Die Ursache ist meist eine Verspannung der Nacken- und Schultermuskulatur, die durch Stress, Fehlhaltung oder Überlastung verursacht werden kann. Die Behandlung erfolgt mit Schmerzmitteln, Entspannungsverfahren und Physiotherapie.
Cluster-Kopfschmerzen
Cluster-Kopfschmerzen sind eine seltene, aber sehr schmerzhafte Form von Kopfschmerzen. Sie treten in Attacken auf, die von heftigen, einseitigen Schmerzen im Bereich der Schläfe, der Stirn oder des Auges begleitet werden. Die Attacken dauern meist zwischen 15 Minuten und drei Stunden und treten mehrmals täglich auf. Die Ursache ist unbekannt. Die Behandlung erfolgt mit Sauerstoff, Triptanen und vorbeugenden Medikamenten.
Weitere Ursachen für Kopfschmerzen
Neben den bereits genannten Ursachen gibt es noch weitere Faktoren, die Kopfschmerzen verursachen können:
- Erkältung und Nasennebenhöhlenentzündung: Eine Erkältung oder Nasennebenhöhlenentzündung kann zu Kopfschmerzen im Stirnbereich führen, da die Schleimhäute anschwellen und den Druck im Kopf erhöhen.
- Bluthochdruck: Sehr hoher Blutdruck kann Kopfschmerzen verursachen, die sich oft als Pochen hinter der Stirn oder als Druck auf den Augen äußern.
- Verspannungen: Verspannungen der Nacken-, Schulter- und Stirnmuskulatur können zu Kopfschmerzen führen, die sich im gesamten Kopfbereich ausbreiten können.
- Augenprobleme: Unkorrigierte Sehfehler oder Augenerkrankungen können Kopfschmerzen verursachen, insbesondere im Bereich der Stirn und der Schläfen.
- Medikamente: Einige Medikamente können als Nebenwirkung Kopfschmerzen verursachen.
- Schlafstörungen: Schlafmangel oder unregelmäßiger Schlaf können Kopfschmerzen auslösen.
- Stress: Stress ist ein häufiger Auslöser für Kopfschmerzen, insbesondere für Spannungskopfschmerzen.
Was tun bei Kopfschmerzen?
Bei leichten Kopfschmerzen können oft schon einfache Maßnahmen helfen:
- Schmerzmittel: Bei Bedarf können Schmerzmittel wie Ibuprofen, Paracetamol oder Aspirin eingenommen werden.
- Ruhe und Entspannung: Legen Sie sich in einen dunklen, ruhigen Raum und entspannen Sie sich.
- Kühle Kompressen: Kühle Kompressen auf Stirn oder Nacken können die Schmerzen lindern.
- Wärme: Bei Verspannungskopfschmerzen kann Wärme, z. B. in Form eines warmen Bades oder einer Wärmflasche, helfen.
- Regelmäßige Mahlzeiten: Achten Sie auf regelmäßige Mahlzeiten, um Unterzuckerung zu vermeiden.
- Ausreichend Flüssigkeit: Trinken Sie ausreichend Wasser oder ungesüßten Tee.
- Bewegung: Regelmäßige Bewegung an der frischen Luft kann Kopfschmerzen vorbeugen.
- Stressabbau: Finden Sie Möglichkeiten, Stress abzubauen, z. B. durch Entspannungsverfahren, Yoga oder Sport.
Wann zum Arzt?
Wenn Kopfschmerzen häufig auftreten, sehr stark sind oder vonBegleitsymptomen wie Fieber, Übelkeit, Erbrechen oder neurologischen Ausfällen begleitet werden, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Auch bei plötzlichen, sehr starken Kopfschmerzen (Vernichtungskopfschmerz) ist eine sofortige ärztliche Untersuchung erforderlich.
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