Ein Knochenbruch im Arm, medizinisch als Fraktur bezeichnet, kann verschiedene Ursachen haben und unterschiedliche Bereiche des Arms betreffen. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Arten von Armfrakturen, ihre Ursachen, Behandlungsmethoden und mögliche Nervenkomplikationen.
Was ist eine Fraktur?
Eine Fraktur ist ein Knochenbruch, bei dem der Knochen in zwei oder mehrere Bruchstücke gespalten ist. Diese Bruchstücke können verschoben (disloziert) sein. Frakturen entstehen, wenn von außen direkte oder indirekte Gewalt auf den Knochen einwirkt, beispielsweise durch einen Unfall.
Formen von Frakturen
Es gibt verschiedene Formen von Frakturen, darunter:
- Offener Bruch: Knochenbruchstücke liegen frei und sind sichtbar.
- Geschlossener Bruch: Keine sichtbaren Knochenfragmente, die Haut ist intakt.
- Luxationsfraktur: Gelenknaher Bruch mit Ausrenkung des Gelenks.
- Spiralfraktur: Spiralförmige Bruchlinie, oft durch Torsionsbelastungen verursacht.
Symptome einer Fraktur
Typische Symptome eines Knochenbruchs sind:
- Schmerzen
- Schwellung
- Eingeschränkte Beweglichkeit
- Eventuell Fehlstellung
- Sichtbare Knochenfragmente bei offenem Bruch
Erste Hilfe bei Frakturen
Bei Verdacht auf einen Knochenbruch sind folgende Erste-Hilfe-Maßnahmen wichtig:
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- Verletzten Körperteil ruhigstellen und stabilisieren (z.B. mit einem Dreieckstuch bei Armbruch).
- Ggf. hochlagern.
- Geschlossenen Bruch vorsichtig kühlen (z.B. mit einem in Stoff gewickelten Eisbeutel).
- Offenen Bruch steril abdecken.
- Rettung rufen.
Aufbau und Heilung von Knochen
Der menschliche Körper besitzt 206 verschiedene Knochen. An manchen Stellen weisen Knochen "Soll-Bruchstellen" auf, wie zum Beispiel am Oberarm, der besonders anfällig für einen Bruch ist. Jeder Knochen besteht aus mineralischen, elastischen und bindegewebigen Komponenten. Auch Blutgefäße ziehen durch den Knochen. In der Knochenhaut (Periost) verlaufen außerdem Nervenfasern. Die Zusammensetzung der Knochen variiert je nach Alter des Menschen:
- Kinder: Vorwiegend elastische Anteile, daher meist Grünholzbrüche (Knochenhaut intakt).
- Erwachsene: Ausgewogenes Verhältnis an mineralischen, elastischen und bindegewebigen Anteilen.
- Ältere Menschen: Weniger elastische und bindegewebige Anteile, daher leichter brüchig. Zudem entkalken die Knochen im Alter, was sie spröde macht.
Knochengewebe heilt ohne Narben ab. Das Ziel einer Knochenbruch-Behandlung ist, dass der Betroffene den Knochen so früh wie möglich wieder belasten kann. Eine schnelle Heilung wird erreicht, wenn die anatomischen Achsenverhältnisse des Knochens stimmen. Zudem sollte der Bruch ruhig gestellt und eine adäquate Blutversorgung geschaffen werden.
Phasen der Knochenheilung
Die Knochenbruchheilung erfolgt in fünf Phasen:
- Verletzungsphase: Hier passiert die Fraktur.
- Entzündungsphase: In der Bruchzone entsteht zunächst ein Bluterguss (Hämatom).
- Granulationsphase: Ein weicher Kallus aus Granulationsgewebe bildet sich (4-6 Wochen).
- Phase der Kallushärtung: Die Bindegewebszellen mineralisieren langsam (3-4 Monate).
- Remodelingphase: Das geflechtartige Knochengewebe wandelt sich in lamellären Knochen um (6 Monate bis 1 Jahr).
Gestörte Frakturheilung
Eine eindeutig verlängerte Knochenbruchheilung spricht für eine gestörte Frakturheilung. Im Röntgenbild sieht man einen verbreiterten Bruchspalt. Wenn sich an den beiden Knochenbruchenden nach vier bis sechs Monaten noch keine knöcherne Verbindung ausgebildet hat, sprechen Mediziner von einem "falschen Gelenk" (Pseudarthrose).
Ursachen und Risikofaktoren für Armfrakturen
Armfrakturen können durch verschiedene Mechanismen entstehen:
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- Direkte Fraktur: Direkte Gewalteinwirkung von außen auf den gesunden Knochen.
- Pathologische Fraktur (Spontanfraktur): Meist Resultat eines krankhaft veränderten Knochens wie bei Tumormetastasen, Knochenzysten oder Osteoporose.
- Ermüdungsfraktur (Stressfraktur): Entsteht durch anhaltende mechanische Belastung.
Risikofaktoren
- Alter: Ältere Menschen haben ein höheres Risiko aufgrund von Osteoporose.
- Osteoporose: Knochenschwund erhöht das Frakturrisiko.
- Stürze: Häufige Ursache für Armfrakturen, besonders bei älteren Menschen.
- Sportunfälle: Bei jungen Menschen oft Ursache für Brüche des Oberarmkopfes.
- Tumore: Bösartige Tumore oder Metastasen im Knochen können zu Brüchen führen.
Arten von Armfrakturen
Armfrakturen können verschiedene Knochen betreffen, darunter den Oberarmknochen (Humerus), die Unterarmknochen (Elle und Speiche) und das Handgelenk.
Humerusfraktur (Oberarmbruch)
Ein Oberarmbruch, medizinisch als Humerusfraktur bezeichnet, verursacht starke Schmerzen und einen Funktionsverlust der Beweglichkeit. Ein Großteil der Frakturen betrifft den Schaftbereich des Oberarmes.
Ursachen und Risikofaktoren
Ein Oberarmbruch wird häufig durch einen Sturz verursacht. Fahrradstürze oder Glatteisunfälle sind hier eine häufige Ursache. Zu den Risikogruppen gehören ältere Menschen und das Vorliegen einer Osteoporose.
Symptome
Wie bei allen Brüchen ist auch bei einem Oberarmbruch das Hauptsymptom der Schmerz mit einer typischen Schonhaltung. Auch die weitere Symptomatik gibt Aufschluss darüber, ob es sich hier um eine Oberarmbruch handelt. Weitere Anzeichen sind Schwellungen und Blutergüsse. Handelt es sich um einen schweren bzw. komplizierten Bruch, so äußert sich dies in einer deutlichen Fehlstellung des Oberarms.
Diagnose
Da eine starke Prellung vergleichbare Schmerzen wie bei einem Bruch nach sich ziehen kann, greifen Ärzt:innen zur Diagnosefindung auf Röntgenaufnahmen zurück. Als weiterführende Diagnostik bei komplexen Brüchen des Oberarmkopfes dient die Computertomographie (CT).
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Behandlung
Das Ziel der Behandlung ist es, die schmerzfreie Mobilität des Armes und der Schulter zu erhalten, wobei die Art des Bruches, das Alter und der Funktionsanspruch der Patient:innen berücksichtigt werden. Besonders schweren und komplizierten Bruch: In der Regel wird eine Operation empfohlen. Dabei ist das Hauptziel, die einzelnen Bruchstücke so zu fixieren, dass bleibende Schäden so gering wie möglich gehalten werden. Zur Stabilisierung werden beim Oberarmbuch bei der OP (Metall-) Platten, Schrauben und andere Implantate können zur Stabilisierung eingesetzt werden. Bei einigen Brüchen kann das Material nach etwa einem Jahr entfernt werden. Neben der anfänglichen Ruhigstellung und ausreichender Schmerzmedikation spielen krankengymnastische Übungen eine wesentliche Rolle bei der Heilung eines Oberarmbruchs.
Rehabilitation
Beim Oberarmbruch erstreckt sich die Heilung üblicherweise über einen Zeitraum von sechs bis zwölf Wochen. Um eine Versteifung der Schulter zu verhindern, ist eine intensive Physiotherapie erforderlich. In der Regel wird etwa 3 bis 4 Wochen nach der Operation mit der Physiotherapie begonnen. Die Rehabilitation nach einem Oberarmbruch ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur vollständigen Genesung.
Proximale Humerusfraktur (Bruch des Oberarmkopfes)
Eine Humeruskopffraktur (auch Oberarmkopfbruch genannt) ist ein Bruch des Oberarmknochens im Bereich des Schultergelenks. Genauer gesagt bricht dabei der kugelförmige Kopf des Oberarmknochens (Humerus), der die Verbindung zum Schultergelenk herstellt. Diese Verletzung gehört zu den sogenannten schultergelenknahen Oberarmbrüchen.
Ursachen und Risikofaktoren
Ein Oberarmkopfbruch entsteht meist durch einen Unfall oder Sturz. Risikofaktoren sind:
- Alter: Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko, besonders ab dem 60. Lebensjahr.
- Knochendichte: Eine verminderte Knochendichte (Osteoporose) macht die Knochen anfälliger für Brüche.
- Geschlecht: Frauen sind häufiger betroffen als Männer, besonders nach den Wechseljahren.
- Stürze: Eine erhöhte Sturzneigung kann zum Beispiel durch Gleichgewichtsstörungen, Schwindelgefühle, Sehstörungen oder einen unsicheren Gang hervorgerufen werden.
Symptome
Wie bei allen Brüchen sind Schmerzen und die eingeschränkte Beweglichkeit des Arms Hauptsymptome bei einer Humeruskopffraktur. Der Patient hält den Oberarm in typischer Schonhaltung an den Oberkörper gepresst, um ihn zu stabilisieren und die Schmerzen zu verringern.
Diagnose
Die genaue Diagnose eines Oberarmkopfbruchs erfolgt in mehreren Schritten:
- Anamnese: Gespräch mit dem Arzt über den Unfallhergang und die Beschwerden.
- Körperliche Untersuchung: Inspektion und Palpation der Schulter.
- Bildgebung: Röntgenaufnahmen aus verschiedenen Richtungen und ggf. eine Computertomographie (CT).
Behandlung
Die Behandlung eines Oberarmkopfbruchs richtet sich nach der Art des Bruchs:
Konservative Behandlung: Bei einfachen Brüchen ohne oder mit nur leichter Verschiebung der Knochenteile ist oft keine Operation nötig. Eine erste Ruhigstellung der Schulter erfolgt durch spezielle Verbände oder eine Armschlinge.
Operative Behandlung: Bei komplizierten Brüchen mit stark verschobenen Knochenteilen ist eine Operation erforderlich. Es gibt verschiedene operative Methoden, darunter:
- Stabilisierung mit Schrauben und Platten
- Fixierung mit Drähten
- Einsatz von speziellen Marknägeln (intramedullär)
- In schweren Fällen kann eine Schulterprothese nötig werden.
Rehabilitation
Nach dem operativen Eingriff ist eine gezielte Nachbehandlung entscheidend für den Heilungserfolg. Ziel ist es, durch die frühe Bewegung einer Einsteifung des Gelenks vorzubeugen.
Distale Humerusfraktur
Mit der distalen Humerusfraktur wiederum werden Brüche, die sich direkt oberhalb des Ellbogens befinden, bezeichnet. Besonders häufig kommt es am unteren Rand des Oberarmkopfes zu Frakturen, da der Knochen an dieser Stelle besonders schmal und weich ist.
Diagnose
Bei Verdacht auf eine distale Humerusfraktur werden sich unsere Fachärztinnen und -ärzte zunächst den Unfallhergang genau schildern lassen. Danach prüfen sie, ob eine Fehlstellung vorliegt und wie stark der Arm im Bereich der Bruchstelle geschwollen ist. Eine starke Prellung des Oberarms kann ähnliche Beschwerden verursachen wie eine Fraktur. Um diese auszuschließen und die Schwere der distalen Humerusfraktur sicher zu bestimmen, sind Röntgenaufnahmen nötig. Da bei einem distalen Oberarmbruch die Bruchlinie nicht immer deutlich erkennbar ist (okkulter Bruch), kann eine Computertomografie herangezogen werden.
Behandlung
Für die Therapie der distalen Humerusfraktur ist darüber hinaus eine weitere Unterscheidung bedeutsam: Verläuft die Bruchlinie oberhalb des Ellenbogengelenks (suprakondylär) oder im Ellenbogen? Etwa 70 Prozent der distalen Humerusfrakturen sind suprakondylär. Die Therapie und der Heilungsprozess sind bei ihnen einfacher als bei komplexen distalen Oberarmfrakturen mit Beteiligung des Ellenbogengelenks.
Unterarmfraktur
Ein Knochenbruch eines oder mehrerer Knochen des Unterarms, bei einer Unterarmfraktur brechen Elle und Speiche, bei einer distalen Radiusfraktur ist das körperferne Ende der Speiche und damit häufig das Handgelenk betroffen.
Symptome
Symptome von Knochenbrüchen sind Schmerzen, Schwellung und Fehlstellung der Betroffenen Extremität.
Ursachen
Die häufigste Ursache für Verletzungen des Unterarms und Handgelenks sind Stürze direkt auf die betroffene Extremität. Begünstigt wird das Auftreten eines Knochenbruchs durch eine vorbestehende Osteoporose. Der körperferne Speichenbruch ist der häufigste Bruch des erwachsenen Menschen.
Diagnose
Die Diagnose wird in der Regel durch Röntgenaufnahmen in 2 Ebenen gestellt.
Behandlung
Ziel der Behandlung ist es die volle Funktionsfähigkeit der betroffenen Extremität wieder herzustellen. Bei optimaler Behandlung heilen einfache Knochenbrüche am Unterarm innerhalb von 6-12 Wochen (bei Kindern 4-8 Wochen) aus. Eine Alltagsfunktion ist in der Regel nach 6-10 Wochen gegeben. Sportliche Belastungen sind bei guter Heilung oft nach 3-4 Monaten möglich. Offene Brüche und stark verschobene Brüche haben ein großes Infektrisiko und heilen oft auch bei optimaler Therapie langsamer oder gar nicht (Pseudarthrose). Knochenbrüche mit Beteiligung der Gelenkfläche führen auch bei optimaler Behandlung oft zu einem Verschleiß (Arthrose) des betroffenen Gelenks. Einfache, nicht verschobene Knochenbrüche können oft konservativ, also ohne Operation, behandelt werden. Dabei wird die betroffene Extremität mit ihren angrenzenden Gelenken in der Regel für ca. Komplexere Verletzungen und verschobene Knochenbrüche sollten in der Regel operativ behandelt werden. Der Zeitpunkt der Operation hängt dabei von der Art des Knochenbruchs und dem begleitenden Gewebeschaden ab. Wenig verschobene Knochenbrüche können zunächst eingegipst werden und nach Erholung der Weichteile innerhalb der ersten Tage nach dem Unfall versorgt werden. Dabei kommen gewebeschonende Operationstechniken und moderne Implantate zum Einsatz. Knochenbrüche im Schaftbereich beinhalten auch bei idealer Behandlung das Risiko einer Falschgelenkbildung (Pseudarthrose). Offene Knochenbrüche haben immer ein sehr hohes Infektionsrisiko.
Nervenschädigung bei Armfrakturen
Frakturen im Armbereich können zu Schädigungen von Nerven und Blutgefäßen führen. Dies ist besonders bei Frakturen in der Nähe des Humeruskopfes möglich, wo der Nervus axillaris oder die A. humeri betroffen sein können.
Nervenschäden bei Kindern
Bei Nervenschäden infolge von Armfrakturen bei Kindern ist ein klar gegliedertes, abgestuftes Vorgehen notwendig. Eine frühe Indikationsstellung und operative Intervention verkürzen das Zeitintervall zwischen Nervenverletzung und Therapie. Am häufigsten werden sie bei schwer dislozierten suprakondylären Humerusfrakturen beobachtet, gefolgt von Humerusschaft- und Unterarmfrakturen. Suprakondyläre Humerusfrakturen werden am häufigsten durch geschlossene Reposition und Stabilisierung mittels gekreuzter Kirschner-Draht-Osteosynthese versorgt. Die Quote der iatrogenen Läsionen, meist des N. ulnaris, liegt hier bei 10%.
Diagnostik und Behandlung
Die mangelnde Kooperation der verängstigten Kinder bereitet im Umgang mit Kindern ungeübten Neurologen Probleme bei der elektrophysiologischen Diagnostik und verhindert eine aussagekräftige Untersuchung. Trotz dieser Widrigkeiten müssen die Kinder rasch und effektiv behandelt werden, um die Zeit der Funktionseinschränkung zu verkürzen und eine komplette funktionelle Wiederherstellung zu erreichen. Der zeitliche Druck zur frühen Erkennung einer schweren Axonotmesis und Neurotmesis erklärt sich durch die Zeit, die durchtrennte Axone zur Ausprossung benötigen (im Schnitt 1 mm/Tag) und die Zeit, in der der Muskel als Erfolgsorgan irreversibel umgebaut wird (1 bis 2 oder 3 Jahre).
Klinische Untersuchung
Wenn möglich, sollte präoperativ untersucht werden, ob ein Nervenausfall vorliegt, um zwischen traumatischem und iatrogenem Nervenschaden unterscheiden zu können. Durch Bestreichen der Hand in den Innervationsgebieten der 3 Hauptnerven radialdorsal, palmar ulnar und palmar radial kann die Sensibilität einfach überprüft werden. Die motorischen Ausfälle können durch wenige Übungen überprüft werden: der N. medianus durch das Ringzeichen, der N. radialis durch Daumenextension und der N. ulnaris durch Kleinfingerabduktion oder Froment-Zeichen.
Postoperative Maßnahmen
Bei gesichertem iatrogenen Nervenausfall erfolgt eine zügige operative Revision. Eine Perforation oder ein Verziehen des N. ulnaris durch den Kirschner-Draht, ein Verziehen am häufigsten des N. medianus an den Frakturspalt und sogar ein Einklemmen in den Spalt sind möglich. Starke Schmerzen sind immer ein Warnzeichen für ein Kompartmentsyndrom, eine Nervenverziehung oder eine Nerveneinklemmung. Mit der hochauflösenden Nervensonographie kann der Nervenverlauf schon früh postoperativ dargestellt werden.
Armschmerzen ohne Fraktur
Armschmerzen sind etwas Alltägliches. Allerdings kann sich die Aussage „Schmerzen im Arm“ auf viele Dinge beziehen, wie beispielsweise Schmerzen in der Schulter, im Ellbogen oder im Handgelenk. Meistens ist jedoch damit der Bereich zwischen dem Ellbogen und der Schulter gemeint. Armschmerzen können viele Ursachen haben (z. B. Ursachen im Zusammenhang mit Muskeln, Gelenken oder Sehnen), wovon wiederum die Behandlung des Schmerzes abhängt. Deshalb ist es so wichtig, bei anhaltenden Armschmerzen einen Arzt aufzusuchen.
Ursachen für Armschmerzen
In den meisten Fällen treten Armschmerzen infolge einer Verletzung oder eines Sturzes auf. Den Schmerzen können aber auch andere Ursachen zugrunde liegen und es kann sein, dass der Schmerz direkt aus dem Arm kommt, was zu äußerlichen Schmerzen führt.
Kommt der Schmerz tatsächlich aus dem Arm selbst, ist er möglicherweise auf eine einfache Ermüdung der Muskeln und Sehnen, eine Überbelastung oder eine wiederholte und anhaltende Belastung des Arms (z. B. im Rahmen einer beruflichen Tätigkeit oder sportlichen Aktivität) zurückzuführen. Es kann sich auch um eine Sehnenentzündung, eine Quetschung aufgrund einer Verletzung, eine Verrenkung oder eine Fraktur handeln. Darüber hinaus ist es möglich, dass die Armschmerzen durch einen Knochentumor oder eine Erkrankung wie eine die Gelenke betreffende Arthrose oder Arthritis hervorgerufen werden.
Des Weiteren kann der Grund für die Armschmerzen im Arm auch an einer anderen Stelle liegen. Beispielsweise können Armschmerzen ein Anzeichen für einen Bandscheibenvorfall, einen Tumor im Rückenmark oder Arthrose in der Wirbelsäule sein. Allerdings können Armschmerzen auch auf ausstrahlende Lungen- oder Herzschmerzen zurückzuführen sein.
Insbesondere Schmerzen im linken Arm können auf einen Herzinfarkt oder eine Herzenge hinweisen. Aus diesem Grund ist es äußerst wichtig, bei Schmerzen im linken Arm umgehend einen Arzt aufzusuchen, ohne zu warten.
Symptome
Armschmerzen können sich auf unterschiedliche Weise äußern:
- Ein kurzer Schmerz, der bei einer bestimmten Bewegung auftritt
- Ein ausstrahlender oder stechender Schmerz
- Starke Schmerzen aufgrund einer Verletzung
- Schmerzen, die mit einer Deformation oder Schwellung des Arms einhergehen
- Schmerzen, die sich bei Bewegung des Arms verstärken
- Ein Gefühl von Stromschlägen, Brennen oder Kribbeln, das sich bei Belastung nicht steigert
- Ein Schmerz, der bei Belastung plötzlich auftritt, in den linken Arm ausstrahlt und im Ruhezustand nicht verschwindet (in diesem Fall kann es sich um einen Herzinfarkt handeln: suchen Sie schnellstmöglich einen Arzt auf)
Wenn diese Symptome mit Unwohlsein, Schmerzen in der Schulter, dem Brustkorb, dem Kiefer und Atemnot einhergehen, muss der Notruf gewählt werden. Dasselbe gilt, wenn Sie bei einer Verletzung ein Knacken hören und danach einen starken Schmerz verspüren und/oder sich nur eingeschränkt bewegen können.
Diagnose
Armschmerzen müssen im Hinblick auf die Ursache des Schmerzes behandelt werden. Allerdings muss der Arzt aufgrund der Vielzahl an möglichen Ursachen zuerst feststellen, ob dieser Schmerz im Arm selbst oder an anderer Stelle entsteht.
In den meisten Fällen führt der Arzt zuerst eine medizinische Untersuchung durch. Allerdings können Informationen zu den Aktivitäten oder zu vorangegangenen Verletzungen des Patienten sowie die exakte Lokalisierung des Schmerzes und Informationen zu den damit verbundenen Symptomen dem Arzt bei der Diagnosestellung helfen. Zur Bestätigung der Diagnose kann eine Röntgenaufnahme gemacht werden. Wenn der Arzt vermutet, dass die Ursache für den Schmerz nicht im Arm liegt, werden möglicherweise umfangreichere Untersuchungen durchgeführt.
Behandlung von Armschmerzen
Sobald der Arzt eine Diagnose gestellt hat, können die Armschmerzen behandelt werden. Wenn die Schmerzen auf einen Sturz oder eine falsche Bewegung zurückzuführen sind, und ein Bruch ausgeschlossen werden kann, wird der Arzt verordnen, dass der Arm für eine gewisse Zeit ruhig gestellt werden muss. Darüber hinaus werden möglicherweise Schmerzmittel verschrieben. Bei einer Sehnenentzündung wird außerdem das Ruhigstellen des Arms sowie Schmerzmittel und Physiotherapie verordnet. Bei einem Bruch oder einer Knochenverschiebung sind eine Immobilisierung und das Anlegen eines Gipsverbands notwendig. Wahrscheinlich wird im Anschluss Physiotherapie verordnet. Wenn die Schmerzen vom Herzen ausgehen, ist eine Notfallbehandlung im Krankenhaus erforderlich.
Darüber hinaus können gewisse Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden, um für eine Schmerzvorbeugung oder -linderung im Alltag zu sorgen. Zahlreiche Verletzungen am Arm und Schmerzen im Arm können durch Wärme und Dehnübungen vor und nach jeder Belastung des Arms vermieden werden. Wenn Sie aufgrund einer gewissen Tätigkeit wiederholt dieselbe Armbewegung machen müssen, legen Sie regelmäßig eine Pause ein, um das Risiko für Verletzungen zu reduzieren. Wenn Sie aufgrund einer Verletzung starke Schmerzen verspüren, kühlen Sie die schmerzende Stelle für 10 bis 15 Minuten mit Eis, das in ein Tuch eingeschlagen ist.