Die Alzheimer-Krankheit und andere Formen der Demenz stellen eine wachsende Herausforderung für die Gesellschaft dar, sowohl in Deutschland als auch im benachbarten Frankreich, insbesondere in der Region Moselle. Dieser Artikel beleuchtet die Situation in Frankreich und der Moselle und zeigt innovative Ansätze zur Verbesserung der Lebensqualität von Betroffenen und ihren Angehörigen auf, wobei auch deutsche Initiativen und grenzüberschreitende Kooperationen berücksichtigt werden.
Die Herausforderung Demenz
Die allgemeine soziale und gesundheitliche Entwicklung der vergangenen Jahrzehnte hat dazu geführt, dass heute wesentlich mehr Menschen ein höheres Lebensalter erreichen. Viele erfreuen sich dabei guter Gesundheit. Teils handelt es sich um Krankheiten, die bereits in früheren Jahren begonnen haben, andere Menschen sind erst im Alter seelisch erkrankt. Hauptursachen für die psychischen Veränderungen im Alter sind seelische und soziale Faktoren sowie körperliche Erkrankungen. Mit dem Älterwerden verschieben sich häufig die Akzente in der Symptomatik. Patienten mit einer Demenz leiden an einer anhaltenden oder fortschreitenden Beeinträchtigung des Gedächtnisses, des Denkens oder anderer Hirnleistungen. Die Ursachen sind abhängig von der Demenzform. Sie reichen von der Alzheimer-Krankheit, an der mehr als die Hälfte der Patienten leiden, die an einer Demenz erkrankt sind, bis hin zur vaskulären Demenz. Abhängig von der grundlegenden Form der Demenz erfolgt auch die Behandlung. Das Ziel einer Behandlung einer Demenzerkrankung liegt darin, die Symptome zu lindern und das Fortschreiten zu verlangsamen, um dem Patienten so lange wie möglich ein eigenständiges und selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen. Eine Heilung ist (mit Ausnahme mancher sekundärer Demenzen) aktuell nicht möglich. Die Behandlung erfolgt patientenindividuell und beinhaltet medikamentöse und nicht-medikamentöse Therapien.
Gedächtnis und Konzentration fördern
Unser Gedächtnis vollbringt täglich Höchstleistungen. Die Erinnerung an die erste große Liebe, die Fähigkeit zu Rechnen oder zu Lesen oder sich die Hauptstadt von Frankreich merken - all das sind kognitive Fähigkeiten, die ohne unser Gedächtnis gar nicht erst möglich wären. In stressigen oder belastenden Phasen, kann es jedoch vorkommen, dass unser Gedächtnis nachlässt.
Das menschliche Gehirn ist individuell und einzigartig und vollbringt jeden Tag erstaunliche Leistungen. Die unterschiedlichsten Erlebnisse, Eindrücke und Erfahrungen werden sortiert, gefiltert und in unserem Gedächtnis abgespeichert. Unser Gehirn ist also stets damit beschäftigt, aus der Fülle von Eindrücken, die wichtigsten Informationen herauszufiltern. Mit unseren fünf Sinnesorganen - Riechen, Schmecken, Fühlen, Sehen und Hören - nehmen wir diese Informationen auf. Milliarden von Nervenzellen sorgen dafür, dass die Informationen schließlich miteinander verbunden werden können. Jede Informationsverarbeitung führt zu einer Veränderung der Nervenzellen im Gehirn.
Es gibt unterschiedliche Arten von Gedächtnisstörungen. Diese reichen von leichten Gedächtnisschwächen bis hin zu extremen Formen wie Alzheimer oder Demenz.
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Eine Steigerung der Gedächtnis- und Konzentrationsleistung kann oft mit einfachen Mitteln erzielt werden. Für eine gute Gedächtnis- und Konzentrationsfähigkeit benötigt unser Gehirn ausreichend Nährstoffe. Das Gehirn reagiert sofort auf eine Unterversorgung mit Nährstoffen, da es selbst keinen Energiespeicher hat. Nährstoffe werden unserem Körper über Nahrungsmittel zugeführt. Da unser Blutzuckerspiegel vor allem morgens nach dem Aufstehen tief ist, sollte man dem Körper ausreichend Kohlenhydrate in Form von Volkornbrot oder Müsliprodukten zu sich führen. Auch wertvolle Vitamine, die in Obst wie Bananen, Äpfeln oder Birnen enthalten sind, sollten beim Frühstück nicht fehlen. Zum Mittagessen empfiehlt sich fettarmes Fleisch, Gemüse und Salate.
Auf Hochtouren kommt unser Gehirn auch durch Omega-3-Fettsäuren, die in Fisch (vor allem Lachs, Thunfisch, Sprotte und Hering) enthalten sind. Für eine gesunde Funktionsfähigkeit unseres Gehirns ist natürlich auch Wasser wichtig. Schüler und Studenten, die sich gerade in einer stressigen Prüfungsphase befinden oder Berufstätige mit einer zeitaufwendigen Tätigkeit, haben oft nicht die Zeit frisch zu kochen und alle wichtigen Nährstoffe über die Nahrung aufzunehmen. Für sie gibt es die Möglichkeit, ihr Gedächtnis durch sogenannte Gehirnnahrung fit zu halten. Um das Gehirn auf Hochtouren zu bringen, empfiehlt sich Gehirnnahrung mit Omega-3-Komplex, Vitamin-B12-Komplex sowie Magnesium und Calcium.
Unsere geistige Leistungsfähigkeit kann auch durch Gedächtnistraining verbessert werden. Im Internet gibt es zahlreiche Übungen, die unser Gedächtnis trainieren. Ein ganzheitliches und effektives Gedächtnistraining sollte alle Sinne und beide Gehirnhälften miteinbeziehen. So werden Lernfähigkeit und Erinnerungsvermögen gesteigert und eine lebenslange Forderung des Gehirns, kann sogar Alzheimer entgegenwirken. Eine tolle Übung ist zum Beispiel Telefonnummern auswendig zu lernen anstatt auf den Handyspeicher zurückzugreifen. Eine weitere effektive Übung ist, die Einkaufsliste zu Hause zu lassen und sich beim Einkaufen an alle Waren auf der Liste zu erinnern. Merken Sie sich außerdem Passwörter, Benutzernamen und PINS auswendig. Viele kostenlose Apps bieten heutzutage außerdem die Möglichkeit das Gehirn mithilfe von Rätseln und Spielen zu trainieren.
Neben Gehirnnahrung und Gedächtnistrainings greifen auch immer mehr Menschen auf pflanzliche Alternativen zurück. Studien konnten die positive Wirkung von Ginkgo auf die mentale Leistungsfähigkeit nachweisen. Ginkgo Präparate sind sehr gut verträglich und haben positive Effekte auf unsere Gehirnzellen. Der Wirkstoff der Pflanze gewährleistet die Energieversorgung der Zellen und ist sogar in der Lage, geschädigte Zellen zu reparieren. Darüber hinaus fängt Ginkgo freie schädliche Radikale ab und fördert die Durchblutung des Gehirns.
Gerontopsychiatrische Versorgung
In der Gerontopsychiatrie werden alle psychiatrischen Erkrankungen behandelt, die im Alter auftreten können - inklusive der Fachdisziplinen Suchtmedizin und Sozialpsychiatrie. Auf drei Stationen versorgen wir Patienten, die mindestens das 60. Lebensjahr vollendet haben.
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Depressionen gehören im höheren Lebensalter zu den häufigsten psychischen Erkrankungen. Die Altersdepression ist eine sehr ernst zu nehmende Erkrankung mit hohem Leidensdruck und hohen Suizidraten. Die Altersdepression wird häufig nicht erkannt, denn statt der depressionstypischen Symptome wie Traurigkeit oder Interessensverlust stehen eher körperliche Beschwerden wie Schmerzen, Schwindel, Magen-Darm-Beschwerden oder nachlassende geistige Leistungsfähigkeit im Vordergrund. Neben der medikamentösen Behandlung steht bei uns die Psychotherapie im Vordergrund, die die neurobiologischen und psychosozialen Veränderungen des Alterns berücksichtigt.
An Schizophrenie erkrankte Menschen nehmen die Realität verändert wahr oder verarbeiten diese verändert. Wahnvorstellungen (zum Beispiel Verfolgungswahn), Halluzinationen (zum Beispiel Stimmen-Hören), Störungen emotionaler Regungen (zum Beispiel Schwanken zwischen extremen Stimmungen), Denk- und Sprachstörungen, psychomotorische Auffälligkeiten sind mögliche Ausprägungen dieser Form der Psychose. Die Behandlung erfolgt in der Regel medikamentös und im Rahmen einer kognitiven Verhaltenstherapie.
Die Behandlung einer Abhängigkeit von Alkohol oder Medikamenten erfolgt zunächst durch eine qualifizierte, körperliche Entzugsbehandlung. Diese wird umfassend psychotherapeutisch betreut. Die ggf. zugrundeliegenden, psychischen Erkrankungen werden ebenfalls in diesem Prozess diagnostiziert und können im weiteren Verlauf therapiert werden.
Viele hochbetagte Patienten leiden unter mehreren körperlichen Krankheiten (Multimorbidität), die häufig eine intensive internistische Mitbetreuung erforderlich machen. Gerade bei älteren Patienten ist eine genaue Diagnostik zur Klärung der vorliegenden Beschwerden erforderlich, da häufig mehrere Krankheiten vorliegen (Multimorbidität).
Zu den wichtigsten Maßnahmen zählen:
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- Allgemeine, neurologisch-psychiatrische Untersuchung (zum Beispiel Untersuchung des Nervenwassers)
- Laboruntersuchungen (zum Beispiel Vitamin-Analyse)
- Computertomografie (CT)
- Magnetresonanztomografie (MRT)
- EKG
- EEG
- Testpsychologische Diagnostik (zum Beispiel Demenz- oder Fahreignungstests)
- Ergänzende Untersuchungen durch Internisten und weitere Fachärzte (zum Beispiel Magen- und Darmspiegelungen)
In der Gerontopsychiatrie steht eine ganzheitliche Behandlung und Pflege im Vordergrund. Dies beinhaltet den Blick auf psychische und körperliche Krankheitssymptome, aber auch auf die vorhandenen Fähigkeiten, die Biografie und die sozialen Bezüge. Die Behandlung orientiert sich an erreichbaren Zielen, den Bedürfnissen älterer Menschen und der individuellen Belastbarkeit. Hierzu gehört auch die Einbeziehung der Angehörigen. Wir geben ihnen Tipps für die Zeit nach dem Klinikaufenthalt. So vergessen zum Beispiel an Demenz erkrankte Patienten oft zu trinken, was einen Zustand der Verwirrtheit begünstigt. In der Klinik achten unsere Mitarbeiter auf die regelmäßige Aufnahme von Flüssigkeit. Daheim müssen dies die Angehörigen übernehmen. Wir arbeiten eng mit ambulanten und stationären Einrichtungen der Altenhilfe zusammen und bieten Hilfestellung in rechtlichen Fragen.
Alzheimer in Frankreich und der Moselle
"Petites unités de vie"
In Frankreich gibt es die sogenannten „petites unités de vie“ - kleine Pflegeheime mit weniger als 25 Plätzen, die eine Vereinbarung mit dem Departementsrat und der ARS (Agence régionale de santé) unterzeichnet haben.
Tagesbetreuung
Durch das Angebot einer Tagesbetreuung bieten einige spezialisierte Pflegeheime und autonome Zentren eine individuelle Betreuung der aufgenommenen Personen und meist auch eine Unterstützung der pflegenden Angehörigen. Der Besuch einer Tagesstätte trägt dazu bei, die Selbständigkeit dank der angebotenen angepassten Aktivitäten zu erhalten. Die Tagesbetreuung ist den ganzen Tag über geöffnet. Einige Tagesstätten bieten die Möglichkeit, entweder halbtags oder ganztags zu kommen.
Grenzüberschreitende Zusammenarbeit: Ein Modell für die Zukunft
Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Gesundheitswesen zwischen dem Saarland und dem Département Moselle ist ein vielversprechendes Modell, das zeigt, wie regionale Kooperationen die Versorgung von Patienten verbessern können. Seit 2005 besteht eine Vereinbarung, die den grenzüberschreitenden Einsatz von Rettungsdiensten erlaubt. Ab Herbst werden deutsche Patienten aus dem Regionalverband Saarbrücken sowie aus den saarpfälzischen Gemeinden Gersheim und Mandelbachtal Zugang zu den Abteilungen für Nuklearmedizin, Neonatologie sowie Rehabilitation der drei teilnehmenden französischen Krankenhäuser haben. Die saarländischen Herzzentren sind dagegen in wenigen Minuten erreichbar. Der Geschäftsführer und Ärztliche Direktor des Klinikums Saarbrücken, Dr. Christian Braun, erklärte, dass die betroffenen Patienten für die ganze Zeit der Akutphase behandelt werden können. Egal wie lange diese dauert.
Gesundheitsministerin Monika Bachmann (CDU) bezeichnete das Abkommen als eine neue Etappe eines Gesundheitswesens ohne Grenze. Sie und der Generaldirektor der regionalen Gesundheitsagentur Christophe Lannelongue hoffen, dass das Modell bald auf andere Regionen ausgeweitet werden kann. Darüber hinaus fördere das Modell die deutsch-französiche Kooperation von Ärzten.
Initiativen in Deutschland: Ein Blick auf Pirna und den Kreis Düren
Auch in Deutschland gibt es vielversprechende Initiativen zur Verbesserung der Lebensqualität von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen.
Pirna: Normalität und Lebensfreude im Alltag
In Pirna wünscht man sich mehr Angebote, die Normalität und Lebensfreude in den Alltag der Betroffenen bringen. Menschen im Frühstadium einer Demenzerkrankung benötigen in gewisser Weise eine Begleitung, Ansprechpersonen oder eine betreute Selbsthilfegruppe um sich mit der neuen Lebenssituation auseinander setzen zu können. Dabei muss es sehr stark um den Erhalt der Autonomie gehen, die Erfüllung von Lebensträumen, die Vorsorge für später und die Gestaltung der Freizeit und die Knüpfung neuer Kontakte.
Die Arbeit des "Runden Tisches" hat dazu geführt, dass sich die anfängliche Skepsis der möglichen Kooperationspartner, welche vermutlich aus der Sorge um eigene Nachteile bedingt war, zu einer positiven Unterstützung aller Teilnehmer gewandelt hat. Es besteht Bedarf, verschiedene Wohnformen (Demenz-WGs) zu erarbeiten; dafür könnte der Leerstand vieler Gebäude in den einzelnen Kommunen genutzt werden. Eine andere Perspektive bezieht sich auf die Einsamkeit nach dem Tod eines demenzkranken Partners.
Anlässlich der Veranstaltungen zum Thema Demenz wurde die Grundidee, die Gemeinden mit entsprechenden Materialien auszustatten, dahingehend geändert, eine mobile Ausstattung anzulegen, welche bedarfsorientiert von den Veranstaltern beim Pflegestützpunkt ausgeliehen werden kann: Geschirr für größere Veranstaltungen, Bastelmaterialien, eine umfangreiche Spielsammlung, Bibliothek zum Thema Demenz und ausreichend Materialien für künftige Biographiearbeiten sowie Sport- und Spielmaterialien für die Bewegungsangebote. Die Akteure, die Menschen mit Demenz im alltäglichen Leben begegnen, müssen noch viel offener werden, um das Ziel einer demenzfreundlichen Kommune zu erreichen. Das wird vermutlich zunächst nur kleinräumig mit konkreter Ansprache einzelner Akteure erreicht werden können. Die Enttabuisierung muss eher mit konkreten Beispielen und Angeboten im Stadtteil beginnen.
Auf Dauer gesehen wäre es meiner Meinung nach für das Projekt am besten, wenn die ehrenamtlichen Mitglieder deutlich überwiegen würden. Dass sich bei einigen Veranstaltungen Familien, Betroffene geoutet haben und von ihrer Situation erzählt haben. Das war sehr berührend und machte insbesondere die Profis sehr nachdenklich. Wir haben in unserem Projekt erlebt, dass es möglich ist, gemeinsam vor Ort Ideen zu entwickeln und dass eine Zusammenarbeit zwischen von Demenz Betroffenen, bürgerschaftlich Engagierten und professionellen Akteuren fruchtbar sein und jeder auf seine Art einen kleinen Teil zur Lösung beitragen kann. Der Blick wurde bisher sehr stark auf die Versorgung, Pflege und Betreuung gerichtet. Dabei können Menschen im Frühstadium einer Demenzerkrankung noch lange Zeit ein unabhängiges Leben führen, das wurde bisher zu wenig berücksichtigt.
Am meisten beeindruckt hat mich der unproblematische und offene Umgang von Kindern mit Demenzkranken auch wenn sie keine Vorerfahrungen haben. Die Beratungsstelle Demenz ist aufgrund der Erfahrungen aus dem Projekt entstanden. Wir arbeiten weiterhin an einem gesunden Bürgermix, d.h. soviel wie möglich Ehrenamtler und so wenig wie notwendig Hauptamtliche. Menschen, die vorher unruhig umherliefen, malten zusammen mit ihren Angehörigen und wurden ganz ruhig. Viele Angehörige waren erstaunt über die Fähigkeiten.
Viele Projekte, wie z.B. auch die Kulturpaten, basieren auf ehrenamtlichem Engagement. Es zeigt sich leider immer wieder, dass sich diese Projekte auflösen, wenn es keine professionelle Begleitung und Koordination gibt. Für diese Aufgaben gibt es nach Ablauf der Projektlaufzeit in der Regel keine Finanzierung, so dass viele mühsam aufgebaute Angebote wieder verschwinden und immer neue Projektideen entstehen müssen.
Was dann in den Gesprächen mit Angehörigen aus tiefster Vergangenheit wieder „hochgeholt“ wird und ich dadurch merke, dass es in den Familien immer noch viele unerledigte Dinge gibt, die nie geklärt wurden, beindruckt mich immer wieder. Hier wurde deutlich, dass wesentlich mehr Menschen in Familie und nächstem Umfeld vom Thema Demenz betroffen sind, als bisweilen allgemein angenommen wird. Was fehlt? Ideelle Unterstützung von der kommunalen Spitze (Bürgermeister).
Für ein ganz wichtiges Signal halte ich, dass die Schulleiter der beteiligten Schulen bei der Ingenium-Stiftung, die sich ja ganz speziell mit Demenz befasst, nach Praktikumsstellen für ihre Schüler nachgefragt haben. Dies ist ein wichtiger Schritt, um das Thema Demenz als normalen Bestandteil des sozialen Bereichs für die Schüler, und damit auch für die zukünftigen Erwachsenen, einzustufen und damit Hemmungen und Stigmatisierung abzubauen. Insgesamt hat es mich gefreut, dass wir mit unserm Projekt einige Menschen erreichen konnten, die sich vorher mit dem Bereich Demenz nicht befasst waren und jetzt sehr viel Initiative zeigen. Nicht nur die angesprochenen Institutionen sondern auch die Menschen in Enger haben sich geöffnet, indem sie uns auf der Straße im Vorübergehen ansprechen und vor allem Mut zusprechen, so weiterzumachen. Wir stellten fest: das Thema ist in der Stadt angekommen, denn man hatte auch den Mut, an verschiedenen Stellen umzudenken. Durch das Miteinander von Menschen mit und ohne Demenz erleben sie sich als Teil einer kulturinteressierten Gruppe, so dass die krankheitsbedingten Einschränkungen in den Hintergrund treten.
Wirkliche Verbesserungen für die Situation der Menschen mit Demenz können nur passieren, wenn Formen der Gemeinsamkeiten weiter entwickelt und ausgelebt werden. Letztendlich - so wurde uns in vielen Gesprächen deutlich - wäre ein „demenzfreundliches Quartier“ eine altersgerechtere bzw.
Kreis Düren: Auf dem Weg zur "Demenzfreundlichkeit"
Zur "Demenzfreundlichkeit" im Kreis Düren fehlen noch Betreuungsangebote am Wochenende und in der Nacht. Die Teilnahme von mehr als 250 Personen beim abschließenden Bürgerforum hat uns besonders bewegt und gezeigt, wie wichtig dieses Projekt für den Kreis Düren war. Das Problem ist aber, dass der Bekanntheitsgrad dieser Angebote zu gering ist, sowohl in der Bevölkerung als auch in den Fachkreisen. Beeindruckend am Projekt war die sich fortwährend steigernde Begeisterung der Schüler. Bei der Auswertung des Projekts ist uns deutlich geworden, dass wir noch am Anfang stehen und unser Bemühen weitergehen muss. Je mehr Bürger/innen mitmachen, umso mehr kann geschehen.
Die Rolle der Ehrenamtlichen
Viele Projekte basieren auf ehrenamtlichem Engagement. Es zeigt sich leider immer wieder, dass sich diese Projekte auflösen, wenn es keine professionelle Begleitung und Koordination gibt. Für diese Aufgaben gibt es nach Ablauf der Projektlaufzeit in der Regel keine Finanzierung, so dass viele mühsam aufgebaute Angebote wieder verschwinden und immer neue Projektideen entstehen müssen.
Der Mensch ist die beste Medizin des Menschen - dies ist das Motto der ehrenamtlichen Helfer in der Gerontopsychiatrie. In unserer Bewegungsgruppe, bei Caféstunden in unserem Cafe "Vergißmeinnicht", bei Besuchen auf den Stationen oder bei der Teilnahme am kommunalen Kino begleiten die Ehrenamtlichen die Patienten. Entweder im Team oder alleine - begleiten, sich austauschen und Freude schenken. Unsere ehrenamtlichen Helfer werden durch unsere Freiwilligenkoordinatorin Regina Marschke begleitet, eingearbeitet, auf Wunsch geschult und sind während des Einsatzes versichert (Unfall und Haftpflicht). Zusätzlich findet eine monatliche Teambesprechung zum Informationsaustausch und der Einsatzbesprechung statt.