Freundschaften und Partnerschaften sind ein wichtiger Bestandteil unseres Lebens. Sie geben uns Halt, Unterstützung und Freude. Doch manchmal kann es vorkommen, dass uns ein Freund oder Partner auf die Nerven geht. Dies kann verschiedene Ursachen haben und stellt eine Herausforderung für die Beziehung dar. In diesem Artikel werden wir uns damit beschäftigen, wie man mit solchen Situationen umgehen kann, um die Beziehung nicht zu gefährden.
Die Bedeutung sozialer Unterstützung
Soziale Unterstützung spielt eine entscheidende Rolle für unsere psychische und physische Gesundheit. Forscher unterscheiden zwischen drei Arten sozialer Unterstützung:
- Praktische Unterstützung: Hierbei handelt es sich um konkrete Hilfestellungen wie Umzugshilfe, Babysitten oder finanzielle Unterstützung.
- Informationelle Unterstützung: Diese Art der Unterstützung beinhaltet Ratschläge, Tipps und Wissen, die man anderen zur Verfügung stellt.
- Emotionale Unterstützung: Hier geht es darum, anderen zuzuhören, Verständnis zu zeigen, zu trösten und zu ermutigen.
Laut der Psychologie-Professorin Jana Nikitin ist die emotionale Unterstützung die wichtigste Form der Unterstützung. Sie trägt dazu bei, Stress zu reduzieren, Ängste zu mindern und Depressionssymptome zu verringern. Zudem kann sie den Umgang mit stressigen Situationen erleichtern und die kognitiven Fähigkeiten im Alter erhalten.
Wenn Unterstützung zur Belastung wird
Obwohl soziale Unterstützung grundsätzlich positiv ist, kann zu viel Unterstützung auch negative Auswirkungen haben. Wenn man das Gefühl hat, dass andere einen für schwächer halten, als man selbst ist, kann dies den Selbstwert beeinträchtigen. Daher ist es wichtig, ein Gleichgewicht zwischen Geben und Nehmen zu finden.
Richtiges Zuhören als Schlüssel zur Lösung
Die Psychologin Gertraud Stadler empfiehlt, dem Gegenüber zunächst aufmerksam zuzuhören. Fragen wie "Erzähl mir, was los ist, wie geht es dir?" signalisieren Interesse und fördern das Gespräch. Wichtig ist, bei der Sache zu bleiben, den Ausführungen des anderen zu folgen und sich selbst zurückzunehmen. Ratschläge sollten vermieden werden, da viele Menschen in stressigen Situationen zunächst keine Hilfe wünschen.
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Nach dem Zuhören kann man sachte Hilfsangebote machen. Dabei sollte man sich an den Bedürfnissen des Gegenübers orientieren und flexibel auf die Situation reagieren. Wenn man keine passende Idee hat, kann man einfach fragen: "Kann ich dich unterstützen? Welche Hilfe wünschst du dir?"
Freundschaften mit den Partnern
Eine lange Beziehung bedeutet oft, dass man nicht nur mit dem Partner, sondern auch mit dessen Familie und Freundeskreis verbunden ist. Nicht immer versteht man sich jedoch mit allen Freunden des Partners. Unterschiedliche Meinungen, fehlende Gemeinsamkeiten oder fragwürdige moralische Vorstellungen können dazu führen, dass man sich bei gemeinsamen Unternehmungen unwohl fühlt.
In solchen Situationen ist es wichtig, ehrlich zu sein und dem Partner mitzuteilen, wie man sich fühlt. Dabei sollte man sachlich und ohne Vorwürfe vorgehen. Es ist jedoch nicht notwendig, die Freunde des Partners zu mögen oder bei jeder Gruppenverabredung dabei zu sein. Der Partner sollte dies akzeptieren und Verständnis zeigen.
Wenn der Partner unter Burnout leidet
Burnout kann eine Beziehung stark belasten. Betroffene ziehen sich oft von Freunden, Familie und Partner zurück, um ihre Energiereserven wieder aufzufüllen. Zudem können negative Stimmungen und eine belastete Kommunikation zu einem Teufelskreis führen.
Um mit einem Partner mit Burnout umzugehen, ist es wichtig, sich über die Erkrankung zu informieren und Verständnis zu zeigen. Man sollte dem Partner zuhören, ohne zu unterbrechen oder Ratschläge zu geben. Es ist auch wichtig, den Partner bei der Suche nach professioneller Hilfe zu unterstützen, ohne ihn zu drängen.
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Stress in der Beziehung
Beruflicher Stress kann sich negativ auf die Beziehung auswirken. Gereiztheit, Rückzug und mangelnde Kommunikation sind mögliche Folgen. Um dem vorzubeugen, ist es wichtig, dem Partner offen zu sagen, dass man im Stress ist, und ihn nicht als Blitzableiter zu benutzen. Gut gemeinte Tipps sollten vermieden werden, und man sollte sich gegenseitig Raum geben.
Zudem ist es wichtig, Wertschätzung und Respekt zu zeigen und sich Zeit für gemeinsame Aktivitäten zu nehmen. Wenn man den Partner an seinem Arbeitsleben teilhaben lässt, kann dies den Kontakt zueinander stärken.
Wenn der Partner auf die Nerven geht
Jeder Mensch hat eigene Bedürfnisse, und gerade die Berührungspunkte dieser verschiedenen Anliegen können zu Reibungen und Streitigkeiten führen. Wenn der Partner mit seinem Verhalten auf die Nerven geht, kann dies verschiedene Ursachen haben. Manchmal sind es Kleinigkeiten, die sich summieren, manchmal sind es Charaktereigenschaften, die einen zur Weißglut treiben.
In solchen Situationen ist es wichtig, sich selbst zu hinterfragen und die eigenen Bedürfnisse zu erkennen. Wenn der Partner die eigenen Bedürfnisse nicht wahrnimmt, kann dies zu Unzufriedenheit führen. Es ist jedoch wichtig, den Unmut auf eine konstruktive Weise zur Sprache zu bringen und verletzende Aussagen zu vermeiden.
Drei Wege, um mit Problemen fertig zu werden
Wenn der Partner mit seinem Verhalten auf die Nerven geht, gibt es drei Möglichkeiten, mit den Problemen fertig zu werden:
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- Akzeptanz: Man akzeptiert den Partner mit all seinen Fehlern und Eigenheiten.
- Veränderung: Man versucht, das Verhalten des Partners zu verändern oder die eigene Einstellung dazu anzupassen.
- Trennung: Wenn keine der beiden anderen Optionen funktioniert, kann eine Trennung die beste Lösung sein.
Tipps für den Umgang mit nervigen Menschen
Manchmal gerät man in Situationen, in denen man mit Menschen zu tun hat, die einem auf die Nerven gehen. Um in solchen Situationen einen kühlen Kopf zu bewahren, können folgende Tipps helfen:
- Gelassen bleiben: Nicht auf Provokationen eingehen und sich nicht von dem Verhalten beeinflussen lassen.
- Grenzen setzen: Deutlich kommunizieren, wenn einem etwas unangenehm ist.
- Klartext sprechen: Offen kommunizieren, dass man keine Zeit für Smalltalk hat oder in Ruhe gelassen werden möchte.