Freundin nervt: Was tun, wenn die Partnerin zur Nervensäge wird?

Eine Partnerschaft ist ein dynamisches Gebilde, das sich stetig verändert. Was anfangs noch charmant und liebenswert erschien, kann nach einiger Zeit zur Belastungsprobe werden. Wenn die Freundin oder der Partner plötzlich nur noch nervt, stellt sich die Frage: Was tun? Ignorieren, ansprechen oder gar die Beziehung beenden? Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Facetten dieses Problems und gibt Lösungsansätze, um die Partnerschaft zu retten oder gegebenenfalls einen Schlussstrich zu ziehen.

Warum nervt die Freundin plötzlich?

Die Frage aller Fragen: Warum nervt die Freundin gerade jetzt? Diese Frage sollte man sich zuerst stellen, um die Situation zu deeskalieren und die Ursachen zu ergründen. Oftmals liegt der Grund nicht nur im Verhalten des Partners, sondern auch in den eigenen Bedürfnissen und Erwartungen. Gerade das, was einen selbst nervt, hat auch mit einem selbst zu tun. Weshalb möchte sie im Taxisitz verschwinden, wenn er seine Lebensgeschichte erzählt? Ist es die Aufmerksamkeit, die sie nicht erhält, was sie in Wirklichkeit stört? Warum unterhält sie sich nicht mit ihm?

Veränderungen im Laufe der Zeit

Menschen verändern sich im Laufe der Zeit, und Freundschaften und Beziehungen bilden da keine Ausnahme. Manchmal stellt man fest, dass man sich weniger gut kennt, als man dachte. Studien zeigen, dass es in Freundschaften schwierig werden kann, wenn die Beteiligten nicht genau wissen, wie der oder die jeweils andere auf bestimmte Situationen reagiert. Problematisch wird es, wenn die Freundschaft zur Belastung wird und man sich dabei schlecht fühlt.

Alltagsstress und unglückliche Momente

Nicht immer steckt hinter dem genervten Gefühl ein tiefgreifendes Problem. Manchmal sind es einfach nur Alltagsstress oder unglückliche Momente, die zu einem doofen kleinen Zwist führen. In solchen Fällen kann ein kleines Präsent oder ein offenes Gespräch Wunder wirken.

Ursachenforschung: Was steckt wirklich dahinter?

Bevor man dem Partner Vorwürfe macht, sollte man sich selbst hinterfragen. Warum nervt die Macke so sehr? Was hat das mit einem selbst zu tun? Mit großer Wahrscheinlichkeit trifft einen die Macke nämlich irgendwo im Selbstwert. Ist einem die Macke peinlich, oder fühlt man sich nicht ernst genommen, oder ist man sich sicher: Das macht man einfach nicht so! Womöglich hat man sogar eine ähnliche Macke und weil man die unterdrückt, soll der Partner die gefälligst auch unterdrücken. Es geht dabei um einen selbst und die eigenen Bedürfnisse, und die stellt man gerade mal vor die des Partners. Was ganz menschlich ist in dieser Situation.

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Selbstwertgefühl und eigene Bedürfnisse

Oftmals spiegeln die Dinge, die uns am Partner stören, eigene Unsicherheiten und unerfüllte Bedürfnisse wider. Wenn man beispielsweise eifersüchtig auf die Aufmerksamkeit ist, die der Partner anderen schenkt, kann dies ein Zeichen für ein geringes Selbstwertgefühl sein. Oder wenn man sich von den Gewohnheiten des Partners gestört fühlt, kann dies darauf hindeuten, dass man selbst ein starkes Bedürfnis nach Kontrolle hat.

Erwartungen und Realität

Ein weiterer Faktor, der zu Konflikten führen kann, sind unrealistische Erwartungen an den Partner. Manchmal idealisieren wir unsere Partner und erwarten, dass sie uns alle Wünsche von den Augen ablesen. Wenn diese Erwartungen nicht erfüllt werden, sind Enttäuschung und Frustration die Folge.

Lösungsansätze: Was kann man tun?

Wenn man erkannt hat, dass die Freundin nervt, gibt es verschiedene Möglichkeiten, damit umzugehen. Welche Option die richtige ist, hängt von der individuellen Situation und den Bedürfnissen beider Partner ab.

Das offene Gespräch suchen

Die wichtigste Voraussetzung für eine erfolgreiche Lösung ist die offene Kommunikation. Man sollte dem Partner in einem ruhigen und respektvollen Gespräch mitteilen, was einen stört und wie man sich dabei fühlt. Dabei ist es wichtig, Ich-Botschaften zu verwenden und Vorwürfe zu vermeiden. Statt zu sagen: "Du bist immer so unordentlich!", sollte man sagen: "Ich fühle mich unwohl, wenn die Wohnung unordentlich ist."

Expertin Wardetzki rät: "Die Freundin nie direkt angreifen! Du-Sätze zwingen sie in die Defensive. Also immer aus der Ich-Perspektive sprechen!" Mache ihr klar, wie du dich fühlst, wenn sie sich so oder so verhält, was du vermisst, und was du dir von deiner Freundin wünschst." Natürlich musst du sie auch fragen, wie es ihr dabei geht und was sie dazu zu sagen hat. Du solltest deiner Freundin jederzeit die Chance geben, ihre Sicht der Dinge zu äußern. „So ist es kein Angriff und beide befinden sich auf einer Ebene. Vielleicht geht es ihr genauso, dann gibt es schon eine Gemeinsamkeit.“

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Die 5 Stufen der Lösungsformel

Die systemische Familienberaterin Ruth Marquardt empfiehlt folgende Lösungsformel für schwierige Gespräche:

  1. Um was genau geht es?
  2. Was macht es mit dir?
  3. Sag auch, wie sehr du die andere Person magst, schätzt und wie wichtig sie dir ist.
  4. Du sagst, was du am liebsten tun würdest - (dich nicht mehr so häufig treffen) - aber du tust es nicht, weil du sie eben so gerne hast.
  5. Du sagst, dass du gerne etwas verändern würdest. Und zwar mit ihr gemeinsam!

Was man bei einem Klärungsgespräch beachten sollte

  • Achtet auf eine positive, friedliche innere Grundhaltung sowie auf Gestik und Mimik!
  • Bleibt vorwurfsfrei und lösungsorientiert.
  • Sprecht mit Augenkontakt.
  • Sprecht nicht zu viel! Denn: „Meist schalten Menschen nach rund 15 Sekunden innerlich zum ersten Mal ab.“
  • Sprecht ehrlich über die eigenen Gefühle.
  • Macht Pausen und gebt dem Gegenüber Zeit für die Antwort.
  • Sorgt dafür, dass ihr ausreden könnt.
  • Nehmt euch selbst wichtig! „Genau das kann übrigens eine Möglichkeit sein, mit einem Energie-Räuber besser zurechtzukommen: Indem du dir selbst genug Raum gibst.“

Kompromisse eingehen

In einer Beziehung ist es wichtig, Kompromisse einzugehen und die Bedürfnisse des Partners zu respektieren. Nicht jeder Streitpunkt muss bis zum bitteren Ende ausdiskutiert werden. Manchmal ist es besser, nachzugeben und dem Partner entgegenzukommen.

Bevor man einmal alles rauslässt, was einen „schon immer“ gestört hat (was ja meist gar nicht stimmt) immer klar machen: Ich möchte nicht, dass mein Partner mich ändert. Umgekehrt ist das genauso. Er will eben unter der Dusche falsch singen. Sie will eben kein unbenutztes Glas rumstehen sehen. Wenn es unerträglich scheint, sollte man das Thema vorwurfsfrei ansprechen und anbieten, die nervigen Rituale gegen positive Rituale zu stellen. Denn am Ende setzen sich immer die positiven durch, wenn beide Partner an der Beziehung festhalten wollen. Das kann sein zu sagen: Okay, du darfst weiterhin deine Klamotten wie eine Spur im Schlafzimmer abwerfen. Und dafür singe ich dir morgens unter der Dusche „Die Königin der Nacht“. Es gibt nichts, was sich nicht tauschen ließe und je kreativer ein Paar ist umso mehr Spaß wird es daran haben. Ich habe noch nie in der Beratung erlebt, dass sich ein Paar nicht zumindest angenähert hätte durch einen offenen Umgang mit den eigenen Wünschen.

Positive Rituale etablieren

Statt sich auf die negativen Aspekte der Beziehung zu konzentrieren, sollte man den Fokus auf die positiven Dinge lenken. Eine schöne Übung ist: Sie - und Ihren Partner - notieren jeden Abend vor dem Einschlafen jeweils für sich drei Dinge, drei Verhaltensweisen, für die Sie Ihrem Partner dankbar gewesen sind (oder auch dankbar hätten sein können, für den Anfang). Ja, jetzt wird es schwierig. Sie müssen also ganz detaillierte Punkte finden. Nicht nur: Dankbar für die Unterstützung, sondern ganz konkret „Dankbar für den Tee ans Bett“. Die weitere Folge: Ihr Partner wird ebenfalls achtsamer, und mit großer Wahrscheinlichkeit wird er selbst überprüfen, was seine Macken bei Ihnen auslösen und ob er nicht doch etwas ändern möchte - Ihnen zuliebe. Weil er nämlich wirklich dankbar ist dafür, mit Ihnen zusammen zu sein. Wenn Sie richtig gut sind und wirklich etwas verändern wollen, dann lesen Sie sich die Punkte nach den zwei Wochen gegenseitig vor!

Professionelle Hilfe in Anspruch nehmen

Wenn die Probleme in der Beziehung zu groß werden und man alleine nicht mehr weiterkommt, kann es hilfreich sein, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Ein Paartherapeut kann dabei helfen, die Konflikte zu lösen und die Kommunikation zu verbessern.

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Distanzierung und Freiraum

Manchmal braucht man einfach etwas Abstand, um die Beziehung wieder neu zu beleben. Es ist wichtig, sich Freiräume zu schaffen und Zeit für sich selbst zu haben. Dies kann dazu beitragen, den Stress abzubauen und die Perspektive zu verändern. Es ist normal, dass sich Freundschaften lockern, wenn man eine enge Partnerschaft eingeht. Es ist trotzdem möglich, mit Freunden zusammen zu sein. Es gibt sicher eine Lösung, wie man gemeinsam Zeit verbringen kann. Vielleicht ein Ritual von früher weiter pflegen? Ein gemeinsamer Urlaub? Sage deiner Freundin ruhig, wie du dich ohne sie fühlst, dass sie dir fehlt. "Wir müssen manchmal daran erinnert werden, dass wir Freundinnen genauso brauchen wie den Partner beziehungsweise die Partnerin.“

Wann ist es Zeit für einen Schlussstrich?

Nicht jede Beziehung ist es wert, gerettet zu werden. Wenn die Probleme unüberwindbar sind und man sich in der Beziehung nur noch unglücklich fühlt, kann es besser sein, einen Schlussstrich zu ziehen.

Anzeichen für eine ungesunde Beziehung

  • Ständige Streitereien und Konflikte
  • Mangelnde Wertschätzung und Respekt
  • Eifersucht und Kontrollverhalten
  • Emotionale oder körperliche Gewalt
  • Das Gefühl, sich in der Beziehung nicht entfalten zu können

Mut zur Trennung

Es ist nicht immer einfach, eine Beziehung zu beenden, aber manchmal ist es der einzig richtige Weg. Es ist wichtig, auf die eigenen Bedürfnisse zu hören und sich nicht in einer unglücklichen Beziehung gefangen zu halten.

Wenn sich ihre Reaktion (und damit die Freundschaft) falsch anfühlt und dir Kummer bereitet, habe den Mut, dich zu trennen, und sei es für eine gewisse Zeit. Sage ihr, was dich bedrückt und dass du dich aus dieser Freundschaft zurückziehen willst. Gut möglich, dass sie das genauso sieht und sich einfach nicht getraut hat, ehrlich zu sein. „Nicht immer spricht man es aus, weil es oft peinlich ist“, so Psychologin Wardetzki. Also, raus mit der Sprache - du wirst sehen, es hilft!

Freundschaften pflegen

Auch wenn die Verliebtheit groß ist, und die Liebe natürlich für immer halten soll, ist es nicht schlau nicht, den Kontakt zu den Freundinnen seinetwegen langfristig abzubrechen. Denn Freundinnen haben gerade in jungen Jahren häufiger Bestand als Beziehungen.

Gute Freunde, die wir schon lange haben, sind verlässlich.

  • 60% Freunde haben beim Umzug/Renovieren geholfen
  • 51% haben sich Zeit genommen, um für mich da zu sein, obwohl sie eigentlich gar keine Zeit hatten.
  • 41% haben mit ihren Kontakten/ Beziehungen geholfen
  • 35% haben bei der Vorbereitung auf schwierige Gespräche, Prüfungen, Präsentationen geholfen und
  • 35% haben den Freund ohne Anlass mit einem persönlichen Geschenk überrascht.

Klingt egoistisch? Nein, denn jeder braucht mal Hilfe und du würdest ja dasselbe für deine Freundin tun!

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