Epilepsie ist eine neurologische Erkrankung, die durch wiederholte Anfälle gekennzeichnet ist. Viele Betroffene berichten über einen Zusammenhang zwischen ihrem Befinden und äußeren Einflüssen, insbesondere dem Wetter. Dieser Artikel untersucht, wie Wetterbedingungen, frische Luft und Lebensstilfaktoren das Auftreten epileptischer Anfälle beeinflussen können.
Wetterfühligkeit bei Epilepsiepatienten
Eine Studie des Universitätsklinikums Jena (UKJ) aus dem Jahr 2017 untersuchte den Zusammenhang zwischen Wetterbedingungen und epileptischen Anfällen. Die Ergebnisse zeigten, dass niedriger Luftdruck und hohe Luftfeuchtigkeit das Risiko für Anfälle erhöhen, während sommerliche Temperaturen das Risiko senken können.
Einfluss des Luftdrucks
Die Studie ergab einen deutlichen Zusammenhang zwischen fallendem Luftdruck und einem erhöhten Risiko für epileptische Anfälle. "Das Ergebnis überraschte uns in seiner Deutlichkeit - das Risiko für einen epileptischen Anfall steigt mit fallendem Luftdruck", sagte Matthias Schwab, Oberarzt in der Klinik für Neurologie des UKJ und Seniorautor der Studie. Das Risiko steigt um 14 Prozent je zehn hPa niedrigerem Luftdruck. Besonders betroffen waren Patienten, die nur mit einem Epilepsiemedikament behandelt wurden.
Einfluss der Luftfeuchtigkeit
Auch die Luftfeuchtigkeit scheint eine Rolle zu spielen. Die Wissenschaftler konnten nachweisen, dass das Risiko eines epileptischen Anfalls mit steigender relativer Luftfeuchtigkeit wächst. Dieser Effekt war besonders bei Männern und Patienten unter 60 Jahren ausgeprägt. Allerdings scheint der Einfluss der Luftfeuchtigkeit langsamer zu sein als der des Luftdrucks und zeigte sich erst am dritten Tag.
Positive Auswirkungen von Sommerlichen Temperaturen
Die Forscher hatten auch eine gute Nachricht für Epilepsie-Patienten: In der Betrachtung der Tagestemperaturen war das Anfallsrisiko bei Temperaturen über 20°C nur gut halb so groß wie an kalten Tagen.
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Bedeutung eines Regelmäßigen Lebensstils
Fast alle befragten Epilepsiepatienten berichten übereinstimmend, dass eine möglichst regelmäßige Lebensführung mit ausreichendem Schlaf, wenig Stress und konsequenter, zeitgerechter Medikamenteneinnahme die wichtigste Grundlage für ihr alltägliches Leben ist. Dabei orientieren sie sich an Vorstellungen vom gesunden Mittelmaß, einem moderaten Leben oder bemühen sich, die Anforderungen im Alltag überschaubar zu halten und den Alltag gut zu strukturieren. Viele berichten davon, dass sie vor allem in früheren Jahren, als die Anfälle noch nicht so gut behandelt waren, kaum noch aus dem Haus gingen, sich sehr zurückzogen und passiv wurden.
Manche haben die Erfahrung gemacht, dass bei größeren Unregelmäßigkeiten und Belastungen im Tagesablauf sowie vor allem nach Schlafmangel und Umstellung des Lebensrhythmus Anfälle auftraten.
Bewegung, Sport und Frische Luft
Ein wichtiger Lebensbereich ist für viele der Umgang mit Bewegung und Sport. Fast alle erzählen, dass sie nach wie vor Sport treiben oder versuchen, sich zu bewegen, sei es, dass sie bestimmte Sportarten praktizieren, tanzen oder ein Fitness-Center aufsuchen, sei es, dass sie wandern und viel an die frische Luft gehen. Manche erzählen, dass sie sich gar nicht einschränken und alles an Sport praktizieren, worauf sie Lust haben; andere wurden schon von Kindheit an von Eltern oder Ärzt*innen von Sport zurückgehalten. Wichtig ist dabei für die meisten, hohe Leistungsansprüche und extreme Anstrengung zu vermeiden und besonders auf ihre Sicherheit zu achten. Andere führten sogar in Phasen verstärkter Anfälle ihr gewohntes Training weiter. Einige fanden es bitter, auf risikoreichere und schnelle Sportarten gänzlich verzichten zu müssen. Bei einigen wenigen löste ein engagiertes Sporttreiben auch Anfälle aus, während die meisten ein ausgewogenes körperliches Training als unproblematisch und wesentlich für ihr Wohlbefinden beschreiben. Wichtig ist auch hier die individuelle Anpassung an die jeweiligen Möglichkeiten und die Anfallssituation.
Individuelle Anpassung und Vorsichtsmaßnahmen
Unterschiedlich gehen die Erzählerinnen mit den Risiken des Fahrradfahrens und Schwimmens um. Einige lehnen beides als zu risikoreich ab, viele wollen aber auf das Fahrradfahren nicht verzichten und gehen auch unter bestimmten Vorsichtsmaßnahmen schwimmen. Hier bleiben sie meist in flacheren Gewässern oder Badeanlagen, gehen nur mit Begleitpersonen ins Wasser und verständigen den/die Bademeisterin. Einige bedauern den Verlust der Möglichkeit, allein im Meer oder in unbewachten Seen hinausschwimmen zu können.
Weitere Hobbies und Aktivitäten
Neben Sport und Bewegung berichten viele unserer Erzähler*innen von zahlreichen Hobbies, denen sie nachgehen. Alle fühlen sich von ihren Aktivitäten ausgefüllt und können ihren Tag sinnvoll füllen; auch diejenigen, die berentet sind, erzählen, dass bei ihnen keine Langeweile aufkommt. Martin Krüger fand Freude daran, einen Hund aufzuziehen.
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Alkohol und Epilepsie
Während früher Epilepsie und Alkoholgenuss als grundsätzlich unvereinbar galten, ist heute bekannt, dass auch bei Epilepsiekranken jeder Mensch unterschiedlich auf Alkohol und seine möglichen Wechselwirkungen mit Medikamenten reagiert. Deswegen kann die jeweilige Verträglichkeit und Menge nur individuell betrachtet werden und sollte am besten mit dem Arzt abgesprochen werden. Viele unserer Erzählerinnen berichten, dass sie weitgehend auf Alkohol verzichten und ihn nur selten bei festlichen Gelegenheiten zu sich nehmen. David Sahin berichtet, dass er immer auf einen größeren Zeitabstand zwischen Medikamenteneinnahme und Alkoholgenuss achtet. Einige der jüngeren Interviewpartnerinnen erzählen, wie sie sich als abstinente Jugendliche vom exzessiven Alkoholkonsum in ihrem Freundeskreis abgestoßen fühlten.
Umgang mit der Erkrankung im Alltag
Einige Erzählerinnen vermitteln, dass das Auftreten der Anfälle nicht nur Einschränkungen mit sich brachte, sondern sie auch dazu veranlasste, über ihren vorherigen Lebensstil und ihre Belastungen nachzudenken. Während die Älteren unter unseren Interviewpartnerinnen noch viel über Ausgrenzungen und Diskriminierungen in der Schule und in geselligen Situationen reden, berichten viele der Jüngeren, dass ihre Freunde problemlos mit der Epilepsie umgingen. Einige Erzähler*innen erwähnen, wie wichtig es ihnen ist, dass die Krankheit in ihrem Freundeskreis keinen großen Raum einnimmt. Sie möchten nicht anders behandelt werden und wollen in allen Belangen „für voll“ genommen werden.
Nordseeklima und Epilepsie: Anekdoten und Erfahrungen
Es gibt unterschiedliche Meinungen und Erfahrungen bezüglich des Nordseeklimas und Epilepsie. Einige Betroffene berichten von positiven Erfahrungen und Erholung auf den Inseln, während andere im Zusammenhang mit dem Klima Anfälle hatten. Es scheint, dass die Reaktion auf das Klima individuell verschieden ist. Einige vermuten, dass die anfängliche Reizung der Atemwege durch das ungewohnte Klima eine zusätzliche Belastung für den Körper darstellen könnte. Andere berichten, dass Stressfreiheit und Entspannung die Anfallsgefahr erhöhen können.
Differenzialdiagnose von Anfallsartigen Ereignissen
Anfallartige Ereignisse bei Patienten gehören zu den häufigsten Gründen für die Konsultation von Notärzten oder die Vorstellung in Kliniknotaufnahmen oder sonstigen Notfallambulanzen. Bei vielen Attackenformen ermöglichen die anamnestischen Angaben dem Notarzt bereits eine Verdachtsdiagnose oder zumindest eine Zuordnung zu einer bestimmten klinischen Disziplin. Häufig aber fällt es dem Notarzt schwer, aus der Anamnese eine Krankheitsentität zu erkennen, insbesondere wenn die Angaben diffus und unpräzise sind oder wenn zu bestimmten Merkmalen der Attacke keine Informationen vorliegen. Dies betrifft z. B. Schwindelanfälle, die vom Patienten oft schwer verbalisierbar sind und deren anamnestische Abklärung durch gezielte Fragen bereits eine besondere Expertise des Diagnostikers erfordert. Vor allem solche Anfallssymptome, die sich als Veränderungen neurologischer oder psychischer Funktionen manifestieren, können oft vom Notarzt nicht adäquat eingeschätzt werden oder führen zu einer der beiden großen „Schubladen“ von Verdachtsdiagnosen „TIA“ (transitorisch ischämische Attacke) oder „Krampfanfall“.
Auch wenn nicht jeder Anfall mit neurologischer Symptomatik auch neurologische Ursachen hat (man denke etwa an die Hypoglykämie, die nahezu jedes fokal-neurologische Defizit hervorrufen kann), ist doch der Neurologe in der Regel derjenige ärztliche Kollege im Notaufnahmeteam, der die breitesten differenzialdiagnostischen Kenntnisse in Bezug auf Schwindel, Ohnmachtsanfälle, attackenartige Seh- oder Sensibilitätsstörungen oder paroxysmale psychische Veränderungen mitbringt. Der Neurologe als traditionell interdisziplinär orientierter Arzt sollte sich insbesondere auch mit solchen Differenzialdiagnosen auskennen, die schon grenzüberschreitend im Gebiet von Nachbardisziplinen liegen (z. B. der Morbus Menière als Schwindelursache in der HNO-Heilkunde oder die Panikattacke als Ursache von thorakalen Beklemmungen in der Psychiatrie).
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Differenzierung von Anfällen
Der erste Schritt zur Identifizierung der Anfallsentität ist die genaue und mehrdimensionale Beschreibung des Anfalls. Die Semiologie beschreibt das Muster der aufgetretenen Symptome in den verschiedenen neurologischen oder psychischen Funktionsbereichen. Dabei ist es zweckdienlich, Veränderungen des Bewusstseins, des Verhaltens, der Kognition, der Wahrnehmung, der Motorik, des Affektes und im Vegetativum getrennt zu beschreiben. Für den Diagnostiker ist es nicht immer möglich, aus der Eigen- oder Fremdanamnese alle erforderlichen Informationen für die Rekonstruktion der Semiologie zu bekommen. Insbesondere, wenn für das Ereignis eine Amnesie besteht, wird man kaum etwas über die „Innenansicht“ des Anfalls erfahren.
Bei der Phasenabgrenzung geht es einerseits darum, zu erfassen, ob bereits vor dem eigentlichen Anfall typische Veränderungen eingetreten sind, die ggf. auf die Anfallsursache hindeuten (präiktale Phase, z. B. Präsynkope oder sensorische Aura vor einem epileptischen Anfall). Andererseits sollen Auffälligkeiten oder Symptome, die sich nach dem Anfall einstellen, beschrieben werden (postiktale Phase, z. B. verzögerte Reorientierung nach einem generalisierten Krampfanfall). Die Beschreibung der Dauer des Ereignisses sollte nicht nur auf den eigentlichen Anfall, sondern auch auf die prä- und postiktale Phase abheben. Bei der Angabe der Anfallsfrequenz kann es ggf. wichtig sein, auch zu vermerken, ob diese zu bestimmten Zeiten gehäuft im Sinne von Clustern auftreten. Von besonderer Bedeutung für die artdiagnostische Einordnung von Anfällen ist schließlich der situative Kontext ihres Auftretens (aus dem Schlaf heraus? Konfliktsituation?) oder ob gar Provokationsfaktoren (z. B. Schlafentzug, Blutsehen) auszumachen sind.
Anamnese und Diagnostik
Die Anamnese zielt zunächst einmal darauf ab, eine möglichst genaue Beschreibung des aktuellen Anfalls und ggf. auch früher stattgehabter Anfälle entsprechend der oben aufgeführten Dimensionen zu bekommen. Der Patient und mögliche Anfallszeugen sollten dafür nacheinander interviewt werden. Dabei sollte der Patient (oder der Zeuge) erst einmal ausreichend Gelegenheit bekommen, seine Erinnerungen an das Anfallsgeschehen mit seinen eigenen Worten zu schildern, ohne dass der Untersucher schon gezielt nach bestimmten Kontextmerkmalen oder Symptomen fragt. So kann verhindert werden, dass wichtige Umstände, die der Patient vielleicht spontan berichtet hätte, im Rahmen eines zu früh begonnenen hypothesengeleiteten Vorgehens gar nicht erst zur Sprache kommen. Bei unpräzise erscheinenden oder mehrdeutigen Angaben darf natürlich nachgefragt werden („Sie konnten also nicht mehr richtig sehen. Können Sie mir das noch genauer beschreiben?“). Der zweite Durchgang der Eigen- oder Fremdanamnese sollte dann durch die gezielten Fragen des Untersuchers geprägt sein. Hier geht es jetzt darum, ein möglichst vollständiges und präzises Bild von der Semiologie und den anderen Anfallsbeschreibungsdimensionen sowie auch der prä- und postiktalen Phase zu erhalten. Zur obligatorischen Basisdiagnostik von Anfällen gehören neben der Anamnese die körperliche und die zumindest orientierende neurologische Untersuchung sowie ein 12-Kanal-EKG.
Synkopen
Bei Synkopen handelt es sich um kurzzeitige Ohnmachten (Sekunden bis wenige Minuten), die durch eine globale Drosselung der Hirndurchblutung verursacht werden. Letztere stellt pathogenetisch den gemeinsamen Nenner aller Synkopenformen dar. In ätiologischer Hinsicht bilden die Synkopen jedoch eine sehr heterogene Krankheitsgruppe, wobei eine erste Orientierung die Zuordnung zu einer der beiden großen Subgruppen, der neurogenen und der kardialen Synkopen, bietet. Die oben genannte Definition impliziert, dass die Begriffe „kurze Ohnmacht“ und „Synkope“ nicht synonym gebraucht werden sollten. Synkopen sind ein häufiges Phänomen; ca. ein Drittel aller Menschen erleidet mindestens eine Synkope während seines Lebens. In der Regel liegen Synkopen ausgeprägte systemische Blutdruckabfälle zugrunde. Diese können durch einen vorübergehenden Verlust der Pumpleistung des Herzens hervorgerufen werden (kardiale Synkopen), durch ein Versagen der autonomen Kreislaufregulationsmechanismen (neurogene Synkopen), durch systemische Faktoren (z. B. Fieber, Exsikkose), durch Valsalva-ähnliche Manöver oder durch Medikamente bzw.
Kardiale Synkopenursachen
Die folgende Übersicht zeigt die Herzrhythmusstörungen und strukturellen Herzerkrankungen als kardiale Synkopenursachen.
Neurogene Synkopen
Bei den neurogenen Synkopen gilt es zwei grundlegend verschiedene Mechanismen zu differenzieren. Bei den relativ häufigen vasovagalen Synkopen wird von speziellen medullären Zentren aktiv eine Vagusaktivierung und eine Sympathikushemmung ausgelöst mit der Folge einer Bradykardie oder Asystolie sowie einer peripheren Vasodilatation mit konsekutivem Blutdruckabfall. Auslösend wirken verschiedene Reize oder Situationen (z. B. Senkung des zentralen Blutvolumens nach langem Stehen, Reizung viszeraler Afferenzen), deren Nachweis die Zuordnung zu einer Unterform der vasovagalen Synkopen begründet. Betroffen sind meist ansonsten gesunde Personen. Bei der selteneren neurogenen orthostatischen Hypotension (Anteil an den Synkopen: <10 %) besteht dagegen eine Insuffizienz des Gefäßsympathikus: aufgrund von prä- oder postganglionären Läsionen oder auch von zentralen Läsionen des medullären Baroreflexzentrums (Nucl. tractus solitarii) kann der Sympathikus angesichts einer orthostatischen Blutvolumenverschiebung in die Beine keine ausreichende kompensatorische Vasokonstriktion mehr leisten.
Phasen des Synkopalen Prozesses
Unabhängig von der eigentlichen Ursache der Kreislaufdepression lassen sich zunächst einmal auf der Ebene der Hirnperfusion drei Phasen des synkopalen Prozesses unterscheiden: diejenige des Perfusionsabfalls bis zur Schwelle des Bewusstseinsverlustes, die Phase der Minderung der Durchblutung unter diese Schwelle und die Reperfusionsphase. Erstes Symptom in der präsynkopalen Phase ist oft ein Erleben, das als Unwohlsein, Benommenheit, „ein flaues Gefühl im Kopf“ oder als ungerichteter Schwindel beschrieben wird. Es entwickelt sich dann eine zunehmende körperliche Schwäche und ein Verlust des Realitätsempfindens. Kurz vor der Ohnmacht finden sich häufig auditive Symptome wie Ohrensausen oder Entfernthören oder visuelle Symptome wie Verschwommensehen oder Schwarzwerden vor den Augen. Die Präsynkope, vor allem mit der Benommenheitssymptomatik, kann sich über Minuten erstrecken, sie kann aber auch ganz fehlen. Die synkopale Phase führt beim stehenden Patienten unweigerlich zum Sturz; das Spektrum reicht hier vom schlaffen Zusammensacken bis zum „Umfallen wie ein Baum“. Die Augenlider sind während der Ohnmacht typischerweise geöffnet, die Bulbi nach oben verdreht. Motorische Phänomene („konvulsive Synkopen“) sind häufig (etwa bei 70 % der Synkopen) zu beobachten. Die Bandbreite reicht hierbei von diskreten Zuckungen einzelner Gesichtsmuskeln über prägnantere Myoklonien der größeren Muskeln bis hin zu heftig ausschlagenden Bewegungen aller Extremitäten. Letztere sind charakteristischerweise im Unterschied zur tonisch-klonischen Phase des Grand Mal asynchron. Mitunter kommen sogar Verhaltensschablonen wie Aufstehen oder scheinbar zielgerichtete Bewegungen vor. Die Ohnmacht dauert oft nur Sekunden, kann sich aber auch bis zu wenigen Minuten erstrecken. Nach Erwachen aus der Ohnmacht reagieren die Patienten rasch wieder adäquat und zeigen volle Orientierung. Entsprechend der Natur des Sturzes können aus der Synkope Platzwunden, Prellungen, Knochenfrakturen oder Gebissschäden resultieren. Selten kann es zu Schädel-Hirn-Traumata kommen.
Differenzierung von Synkopen und Epileptischen Anfällen
Um bereits aus der Anamnese eine zuverlässige Verdachtsdiagnose stellen zu können, ist der Einsatz des Sheldon-Scores I hilfreich. Damit konnten in der Untersuchungsstichprobe von 671 Patienten jeweils 94 % der Synkopen-Patienten und 94 % der Epileptiker richtig zugeordnet werden.
Orthostatische Hypotension (OH)
Eine OH als Synkopenursache kann oft schon durch die Basisdiagnostik identifiziert werden. Die Anfallsanamnese zeigt dabei eine Ohnmachtsneigung rasch nach dem Hinstellen. Bei medikamenteninduzierten Formen der OH sind oft Diuretika, andere Antihypertensiva oder trizyklische Antidepressiva anzuschuldigen.
Weitere Informationen und Unterstützung
Für Epilepsiepatienten und ihre Angehörigen gibt es zahlreiche Informations- und Unterstützungsangebote. Dazu gehören Schulungen für LehrerInnen oder ErzieherInnen im Umgang mit Kindern mit Epilepsie, famoses-Schulungen für Familien und Kinder sowie Entspannungskurse für Kinder. Es ist ratsam, sich bei der Krankenkasse über die Kostenübernahme zu informieren.
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