Einführung
Die frühzeitige neurologische Stimulation (FNS) umfasst eine Reihe von Interventionen, die darauf abzielen, die neurologische Entwicklung von Säuglingen und Kleinkindern zu fördern. Diese Stimulation kann verschiedene Formen annehmen, darunter taktile, thermische, olfaktorische und vestibuläre Reize. Studien haben gezeigt, dass FNS positive Auswirkungen auf die Entwicklung von Frühgeborenen und Welpen haben kann, was zu Verbesserungen in den Bereichen Motorik, Kognition und Verhalten führt.
Frühzeitige Stimulation bei Frühgeborenen
Frühgeborene sind besonders anfällig für neurologische Entwicklungsverzögerungen, da ihr Gehirn noch nicht vollständig entwickelt ist. Studien haben gezeigt, dass FNS die neurologische Entwicklung von Frühgeborenen verbessern kann.
FiO2-CT-Studie: Automatische Regelung des Sauerstoffanteils
Ein Problem bei der Behandlung sehr kleiner Frühgeborener ist die eingeschränkte Lungenfunktion aufgrund unreifer Lungenstruktur, Entzündungsreaktion und gestörter Lungenentwicklung, was zu erhöhtem Sauerstoffbedarf und Schwankungen der Sauerstoffsättigung führt. Die FiO2-CT-Studie untersucht die Auswirkungen einer automatischen Regelung des Sauerstoffanteils in der Atemluft auf die körperliche, geistige und neurologische Entwicklung sehr kleiner Frühgeborener. Ziel ist es, die Schwankungen der Sauerstoffsättigung zu minimieren und die Notwendigkeit manueller Anpassungen durch das medizinische Personal zu reduzieren.
GNN - German Neonatal Network
Das German Neonatal Network (GNN) ist ein Netzwerk, das die Effekte genetischer und klinischer Risikofaktoren, die Einflüsse zentrumsspezifischer Behandlungsstrategien und die Auswirkung randomisierter Studien auf die langfristige Entwicklung von Frühgeborenen mit einem Geburtsgewicht unter 1500 Gramm untersucht. Klinisch wichtige Endpunkte sind Tod, Hirnblutung, Wachstumsretardierung, Sepsis und die körperliche und geistige Entwicklung im Alter von fünf Jahren.
Neu-StimT-Studie: Repetitive vs. Selektive Taktile Stimulation
Die Neu-StimT-Studie vergleicht repetitive vs. selektive taktile Stimulation bei Frühgeborenen im Kreißsaal. Ziel ist es, zu analysieren, ob die wiederholte regelmäßige Stimulation zu einer Verbesserung der Spontanatmung und somit zu einer schnelleren Anpassung nach der Geburt führt. Routinedaten von über 3.000 Frühgeborenen aus Kliniken in ganz Europa werden erfasst und analysiert.
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ROPROPT-Studie: Orales Propranolol zur Prävention von Frühgeborenen-Retinopathie
Die ROPROPT-Studie untersucht die Wirksamkeit von oralem Propranolol zur Prävention einer höhergradigen Frühgeborenen-Retinopathie (ROP). ROP ist eine Augenerkrankung, die bei Frühgeborenen auftreten kann und im schlimmsten Fall zur Erblindung führen kann. Frühere Studien deuteten darauf hin, dass Propranolol das Wachstum der Netzhautgefäße abbremsen kann. Die ROPROPT-Studie soll diese Ergebnisse in einer größeren Kohorte bestätigen.
MK 1654-007-Studie: Sicherheit und Wirksamkeit von MK-1654 bei RSV-Infektionen
Die MK 1654-007-Studie evaluiert die Sicherheit, Wirksamkeit und Pharmakokinetik von MK-1654 (Clesrovimab) im Vergleich zu Palivizumab bei Säuglingen und Kindern mit erhöhtem Risiko für schwere RSV-Erkrankungen. Ziel ist es, die Sicherheit und Verträglichkeit von Clesrovimab im Vergleich zu Palivizumab zu beurteilen.
Hypothermieregister: Einflussfaktoren auf die Wirksamkeit der therapeutischen Hypothermie
Das Hypothermieregister untersucht die Einflussfaktoren auf die Wirksamkeit der therapeutischen Hypothermie bei der neonatalen Asphyxie. Die therapeutische Hypothermie ist die Standardtherapie zur Behandlung der perinatalen Asphyxie, einer Minderversorgung des reifen Neugeborenen mit Blut und Sauerstoff.
Frühzeitige Stimulation bei Welpen
Die frühzeitige neurologische Stimulation wird auch bei der Aufzucht von Welpen eingesetzt, um ihre Entwicklung zu fördern. Die Methode basiert auf der Annahme, dass ein großer Teil der späteren Leistungsfähigkeit des Hundes durch Umweltfaktoren wie Ernährung, Erziehung und Führung bestimmt wird.
Neurologische Frühstimulation
Die neurologische Frühstimulation umfasst taktile und thermische Stimulation in den ersten Lebenswochen der Welpen. Diese Stimulation soll die neurologische Entwicklung fördern und die Welpen widerstandsfähiger gegen Stress machen. Studien haben gezeigt, dass früh stimulierte Welpen eine bessere Herz-Kreislauf-Leistung, stärkere Nebennieren, ein stärkeres Immunsystem und eine höhere Stresstoleranz aufweisen. Sie sind zudem aktiver und erkundungsfreudiger.
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Frühe Geruchseinführung
Die frühe Geruchseinführung beinhaltet die gezielte Vorstellung einer Vielzahl von Gerüchen für die Welpen im Alter von 3-16 Tagen. Dies kann die Anpassungsfähigkeit der Welpen an unterschiedliche Umgebungen und Situationen verbessern und ihre neurologische Entwicklung fördern.
Vorbereitete Umgebung - Habituation
Ab der dritten Lebenswoche wird die Umgebung der Welpen erweitert und mit verschiedenen Reizen angereichert. Dazu gehören unterschiedliche Farben, Formen, Muster, Untergründe, Wackelbretter, Hängebrücken, Schaukeln, Rutschen, Tunnel, Hügel und Geräusche. Diese Reizgewöhnung trägt zur geistigen und motorischen Entwicklung bei, fördert die Frustrationstoleranz sowie das Lern-, Spiel- und Sozialverhalten.
Sauberkeitstraining
Sobald die Welpen Augen und Ohren geöffnet haben und erste Gehversuche unternehmen, beginnt das Sauberkeitstraining. Dies entspricht dem Sauberkeitsbedürfnis der Hunde und ist zugleich eine große erste Lernleistung.
Erste Grundkommandos
In den ersten acht Lebenswochen wird der Grundstein für die spätere Lernbereitschaft des Hundes gelegt. Die Welpen lernen, auf ihren Namen zu hören, auf Zuruf zu kommen, zu sitzen und zu warten.
Sozialisierung im Rudel
Die Welpen werden in einem Rudel mit Hunden unterschiedlichen Alters, Katzen und Hühnern sozialisiert. Dies fördert das Sozialverhalten und die Anpassungsfähigkeit der Welpen.
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Ausflüge in unbekanntes Terrain
Die Welpen unternehmen Ausflüge in unbekanntes Terrain, um verschiedene Umgebungen, Geräusche und Situationen kennenzulernen. Dies trägt zur Entwicklung ihrer Anpassungsfähigkeit und Stresstoleranz bei.
Medizinisches Training
Die Welpen werden auf den ersten Tierarztbesuch vorbereitet, indem verschiedene Berührungen, Manipulationen und Situationen geübt werden. Dies soll ihnen helfen, diese Situationen aushalten zu lernen und positiv zu verknüpfen.
Tiefe Hirnstimulation
Die Tiefe Hirnstimulation (THS) ist ein Verfahren, das bei ausgewählten Patienten mit Parkinson, essentiellem Tremor, Dystonie und anderen neurologischen Störungen eingesetzt werden kann. Dabei werden winzige Elektroden in bestimmte Bereiche des Gehirns platziert, die für die Symptome der Erkrankung verantwortlich sind. Die Elektroden werden mit einem Impulsgenerator verbunden, der unter der Haut eingesetzt wird. Durch gezielte elektrische Stimulation der betroffenen Gehirnregionen können unkontrollierte Bewegungen, Zittern und andere motorische Symptome reduziert werden.
Eignung für die Tiefe Hirnstimulation
Die Eignung für die Tiefe Hirnstimulation wird von einem interdisziplinären Team aus Neurologen, Neurochirurgen und anderen Spezialisten bewertet. Es sind verschiedene Faktoren zu berücksichtigen, darunter die Art und Schwere der Symptome, das Ansprechen auf Medikamente, der allgemeine Gesundheitszustand und der Wunsch des Patienten nach einer Verbesserung der Lebensqualität.
Anwendung bei Parkinson-Erkrankung
Bei Parkinson-Patienten kann die Tiefe Hirnstimulation in folgenden Situationen in Frage kommen:
- Wenn die Erkrankung mit einem Zittern einhergeht, das nicht gut auf Medikamente anspricht.
- Wenn die Patienten prinzipiell noch gut auf Parkinsonmedikamente ansprechen, aber unter Wirkungsfluktuationen leiden.
Anwendung bei essentiellem Tremor
Für den essentiellen Tremor stehen mehrere medikamentöse Therapieoptionen zur Verfügung. Wenn diese nicht ausreichend wirksam sind, kann die Tiefe Hirnstimulation eine Option sein.
Anwendung bei Dystonie
Generalisierte Dystonien lassen sich oft nur unzureichend mit Medikamenten oder Boutlinumtoxin-Injektionen behandeln. Die Wirksamkeit der Tiefen Hirnstimulation ist dagegen gut belegt und sollte eher früh im Erkrankungsverlauf durchgeführt werden.
Transkranielle Pulsstimulation
Die Transkranielle Pulsstimulation (TPS) gehört zur Gruppe der Nicht-invasiven Hirnstimulationen (NIBS). Dabei werden mechanische Impulse in Form von Stoßwellen von außen durch die Schädeldecke geschickt und auf bestimmte Hirnareale gerichtet. Die TPS kommt ohne Operation, Implantate und Narkose aus.
Anwendung bei Parkinson-Erkrankung
Eine Studie hat gezeigt, dass die TPS bei Parkinson-Patienten mit Tremor zu signifikanten Verbesserungen in zentralen klinischen Bewertungsbereichen führen kann. Die Verbesserungen waren nicht nur unmittelbar nach der Behandlung, sondern auch zwei Wochen später messbar.
Wirkungsweise
Die TPS könnte mit ihren mechanisch ausgelösten Stoßwellen-Impulsen dazu führen, Netzwerke im Gehirn, die für die Bewegungssteuerung verantwortlich sind, neu zu regulieren und/oder ihr Signalverhalten zu verändern.
Elektrostimulation bei kognitiven Störungen
Eine Studie untersucht die Effekte eines Elektrostimulationsverfahrens mit Wechselstrom (tACS) auf die kognitiven Fähigkeiten von Personen mit leichten kognitiven Störungen im Vergleich zu gesunden Probanden. Leichte kognitive Störungen gehen mit einem erhöhten Risiko einher, an einer Demenz zu erkranken. Die Elektrostimulation erfolgt nahe dem dorsolateralen präfrontalen Cortex (DLPFC) mit einer Frequenzkombination von 6 und 80 Hz (theta gamma coupling).
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