Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) ist eine durch Zecken übertragene Viruserkrankung, die in Deutschland und anderen Teilen Europas vorkommt. Sie kann zu einer Entzündung des Gehirns (Enzephalitis), der Hirnhäute (Meningitis) oder des Rückenmarks (Myelitis) führen. Die Erkrankung kann unterschiedliche Symptome hervorrufen, darunter auch solche, die das Gehirn betreffen. Dieser Artikel beleuchtet die FSME-bedingten Hirnsymptome, ihre Ursachen, Diagnose und Behandlung.
Zecken als Überträger von Krankheiten
Zecken sind in vielen Regionen Europas ein wachsendes Problem. In den Niederlanden ist beispielsweise die Zeckenart Ixodus Ricinus (Schafszecke) bekannt, die die Lyme-Borreliose überträgt. In Frankreich und Spanien gibt es jedoch noch weitere Zeckenarten, die mit verschiedenen Bakterien und Viren infiziert sein können. Dazu gehören unter anderem die Fièvre Boutonneuse, die durch die Zeckenart Rhipicephalus übertragen wird, und das Krim-Kongo-Virus, das von der Hyalomma-Zecke übertragen wird. Auch die Lyme-Borreliose wird durch die Zeckenart Ixodus Ricinus übertragen, die sich an grünen Stellen wie Gras, Bäumen und Büschen versteckt.
FSME in Deutschland
In Deutschland werden Zecken zunehmend ernst genommen, wie die vermehrten Forschungsaktivitäten zeigen. Das Land ist in Bezug auf Zecken mit den Niederlanden vergleichbar, allerdings gibt es in Deutschland eine zusätzliche Zeckenkrankheit: die FSME. Die Krankheit trägt nicht umsonst den deutschen Namen Frühsommer Meningo-Encefalitis (FSME).
Was ist FSME?
FSME ist eine Entzündung des Gehirns, die durch das FSME-Virus verursacht wird. Das Virus wird durch Zeckenstiche übertragen, wobei die Wahrscheinlichkeit einer Infektion in den Monaten März bis November am höchsten ist. Die meisten Menschen, die sich infizieren, werden nicht ernsthaft krank, aber bei einigen kann es zu schwerwiegenden Komplikationen kommen.
Symptome der FSME
Nach einer Infektion mit dem FSME-Virus können grippeähnliche Symptome wie Fieber auftreten. Bei etwa einem Drittel der Betroffenen kommt es zu einer Hirnhautentzündung, die mit Kopfschmerzen, Schwindel und Nackensteifigkeit einhergeht. In schweren Fällen kann die FSME zu Lähmungen, Krampfanfällen und sogar zum Tod führen. Etwa ein Prozent der Erkrankten stirbt an den Folgen der FSME.
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Frühsymptome
Die ersten Symptome der FSME treten in der Regel ein bis zwei Wochen nach dem Zeckenstich auf und ähneln einer Grippe. Dazu gehören:
- Fieber
- Kopfschmerzen
- Gliederschmerzen
- Gelegentlich Magen-Darm-Beschwerden
Diese Symptome klingen meist nach einigen Tagen wieder ab.
Spätsymptome
Bei einem Teil der Infizierten kommt es nach einer symptomfreien Zeit von etwa einer Woche zu einer zweiten Krankheitsphase, in der das zentrale Nervensystem betroffen ist. Die Symptome dieser Phase sind vielfältig und können sein:
- Hohes Fieber
- Starke Kopfschmerzen
- Nackensteifigkeit
- Bewusstseinsstörungen
- Krampfanfälle
- Lähmungen
- Psychische Veränderungen
Spätfolgen
Nach überstandener FSME können als Spätfolgen anhaltende Kopfschmerzen, Konzentrations- und Gleichgewichtsstörungen, Lähmungen und Krampfanfälle auftreten. In etwa 1 % der Fälle verläuft die FSME tödlich.
Diagnose der FSME
Die Diagnose der FSME basiert auf den Symptomen des Patienten, seiner Krankengeschichte und den Ergebnissen verschiedener Tests. Dazu gehören:
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- Blutuntersuchung: Hierbei wird nach Antikörpern gegen das FSME-Virus gesucht.
- Liquoruntersuchung: Bei Verdacht auf eine Beteiligung des zentralen Nervensystems wird eine Lumbalpunktion durchgeführt, um Nervenwasser (Liquor) zu entnehmen und auf Entzündungszeichen und Antikörper gegen das FSME-Virus zu untersuchen.
- MRT des Gehirns: Eine Magnetresonanztomographie (MRT) kann helfen, Entzündungen im Gehirn sichtbar zu machen und andere Ursachen für die Beschwerden auszuschließen.
- EEG: Eine Elektroenzephalografie (EEG) kann Veränderungen der Hirnaktivität aufzeigen, die durch die Entzündung verursacht werden.
Behandlung der FSME
Es gibt keine spezifische Therapie gegen FSME-Viren. Die Behandlung konzentriert sich daher auf die Linderung der Symptome und die Unterstützung der Körperfunktionen. Dazu gehören:
- Schmerzmittel und fiebersenkende Mittel: Zur Linderung von Kopfschmerzen und Fieber.
- Krampflösende Medikamente: Zur Behandlung von Krampfanfällen.
- Kortikosteroide: Zur Reduzierung von Entzündungen im Gehirn.
- Physiotherapie und Ergotherapie: Zur Rehabilitation von Lähmungen und anderen neurologischen Ausfällen.
Vorbeugung der FSME
Die beste Möglichkeit, sich vor FSME zu schützen, ist die Vorbeugung von Zeckenstichen. Dazu gehören:
- Körperbedeckende Kleidung: Tragen Sie bei Aufenthalten im Freien lange Hosen, langärmlige Hemden und festes Schuhwerk.
- Insektenschutzmittel: Verwenden Sie Insektenschutzmittel auf der Haut und Kleidung, die den Wirkstoff DEET oder Icaridin enthalten.
- Absuchen des Körpers nach Zecken: Suchen Sie nach jedem Aufenthalt im Freien Ihren Körper gründlich nach Zecken ab.
- Impfung: Gegen FSME gibt es eine wirksame Impfung, die vor allem für Personen empfohlen wird, die in Risikogebieten leben oder sich dort aufhalten.
Impfempfehlungen
Die Impfung gegen FSME wird von der Ständigen Impfkommission (STIKO) für Personen empfohlen, die in FSME-Risikogebieten leben oder sich dort aufhalten und ein erhöhtes Expositionsrisiko haben. Dazu gehören:
- Personen, die sich beruflich oder privat häufig in der Natur aufhalten (z. B. Förster, Landwirte, Waldarbeiter, Wanderer, Camper).
- Personen, die im Freien Sport treiben (z. B. Jogger, Mountainbiker).
- Reisende in FSME-Risikogebiete.
Die Grundimmunisierung besteht aus drei Impfdosen, die in bestimmten Abständen verabreicht werden. Auffrischimpfungen sind alle fünf Jahre erforderlich.
FSME-Risikogebiete in Deutschland
In Deutschland sind vor allem Bayern und Baden-Württemberg FSME-Risikogebiete. Aber auch in anderen Bundesländern wie Hessen, Thüringen, Sachsen und Rheinland-Pfalz gibt es einzelne Risikogebiete.
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Weitere durch Zecken übertragene Krankheiten
Neben FSME können Zecken auch andere Krankheiten übertragen, wie zum Beispiel die Lyme-Borreliose. Die Lyme-Borreliose wird durch Bakterien (Borrelien) verursacht und kann verschiedene Organe befallen, darunter die Haut, die Gelenke, das Nervensystem und das Herz. Typisches Symptom der Lyme-Borreliose ist die Wanderröte, eine ringförmige Rötung um die Einstichstelle.
Lyme-Borreliose
Die Lyme-Borreliose, ausgelöst durch das Bakterium Borrelia burgdorferi, ist eine multisystemische Erkrankung, die durch Zeckenstiche übertragen wird. Im Gegensatz zur FSME gibt es gegen Borreliose keine Impfung.
Symptome der Lyme-Borreliose
Die Symptome der Lyme-Borreliose können vielfältig sein und in verschiedenen Stadien auftreten:
- Stadium I (Frühstadium): Wanderröte (Erythema migrans), grippeähnliche Symptome
- Stadium II (Frühe disseminierte Phase): Neurologische Symptome (Neuroborreliose), Herzbeschwerden, Gelenkschmerzen
- Stadium III (Spätstadium): Chronische Gelenkentzündung (Lyme-Arthritis), Hautveränderungen, neurologische Spätfolgen
Diagnose der Lyme-Borreliose
Die Diagnose der Lyme-Borreliose basiert auf den Symptomen, der Krankengeschichte und den Ergebnissen von Blutuntersuchungen, bei denen nach Antikörpern gegen Borrelien gesucht wird.
Behandlung der Lyme-Borreliose
Die Lyme-Borreliose wird mit Antibiotika behandelt. Je früher die Behandlung begonnen wird, desto besser sind die Heilungschancen.
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