Der Fuß, anatomisch in Ferse (Regio calcanea), Fußrücken (Dorsum pedis) und Fußsohle (Planta pedis) unterteilt, ist ein komplexes Gebilde aus Knochen, Gelenken, Muskeln, Sehnen, Bändern und Nerven. Dieser Artikel widmet sich der detaillierten Betrachtung des Nervensystems des Fußes, seiner Struktur, Funktion und klinischen Bedeutung.
Einführung in die Fußanatomie
Wichtige anatomische Landmarken sind der mediale und laterale Knöchel (Malleolus). Unter der Haut (subkutane Schicht) befinden sich kleine Hautnerven, dünne Venen und Arterien zur Sauerstoffversorgung der Haut. Die Vena saphena magna ist im Bereich des medialen Knöchels gut sichtbar. Arterien und Venen verlaufen in der Regel eng nebeneinander, wobei der Pulsschlag der Arterien den Bluttransport in den Venen unterstützt. Periphere Nerven winden sich teilweise netzartig um die Blutgefäße und bilden Gefäß-Nerven-Bündel.
Blutversorgung des Fußes
Die Versorgung mit sauerstoffreichem Blut erfolgt über die Arterien. Das Blut fließt über die Rumpfarterien unterhalb der Leisteregion im Oberschenkel in die A. femoralis. Diese teilt sich in die A. profunda femoris (Versorgung der Adduktorenmuskeln des Oberschenkels) und A. femoralis. Die A. femoralis verläuft bis in die Kniekehle und von dort als A. poplitea weiter an der Unterschenkelrückseite. Im weiteren Verlauf gibt sie die Arteria tibialis anterior zur Versorgung von Haut und Muskeln der Unterschenkelvorderseite ab. Etwas später gehen aus der A. poplitea die A. peronea für die Unterschenkelinnenseite (medial) und A. tibialis posterior für die Unterschenkelaußenseite (lateral) hervor. Der Gefäß-Nervenstrang für die Versorgung der Fußsohle liegt in einer tieferen Schicht und besteht aus der Arteria tibialis posterior, ihren Begleitvenen (Venea tibiales posterior) und dem N. tibialis. Der Pulsschlag der A. tibialis posterior ist an der Rückseite des medialen Knöchels zu tasten. Diese Arterie versorgt zusätzlich die Fersenregion der Fußsohle. Zwischen der Großzehe und der zweiten Zehe ist ein weiterer wichtiger tastbarer Fußpuls (A. dorsalis pedis) zu tasten.
Der Blutstrom in den Venen ist dem der Arterien genau entgegengesetzt. Über viele kleinkalibrige Venen fließt das Blut in größere Venenstämme und schließlich zurück zum Herzen. Am Unterschenkel existiert ein oberflächliches Venennetz, welches das Blut aus der Haut in ein Netz von tiefen Beinvenen leitet. Die Vena saphena magna (Fußrückseite) und die V. saphena parva (lateralen Fußrand) sind durch zahlreiche Venenbögen miteinander verbunden und bilden die Hauptstämme des oberflächlichen (subkutanen) Venennetztes. Das Venennetz ist durch die Haut deutlich sichtbar. Über kleine Verbindungsvenen (Vv. Perforantes) wird das Blut in die tiefen Beinvenen (Vv. tibiales anteriores, Vv. tibiales posteriores, Vv. peroneae) geleitet. Von hier aus strömt es über die großen Venenstämme des Oberschenkels und des Rumpfes zurück zum Herzen. Krampfadern (Varikosis) bilden sich durch eine Gewebeschwäche (Insuffizienz) der oberflächlichen Venen (Vv saphenae magna und parva), während Flüssigkeitsansammlungen im Gewebe (Ödeme) und Unterschenkelgeschwüre ihre Ursachen in einer Insuffizienz der Verbindungsvenen (Vv. Perforantes) und der tiefen Beinvenen (Vv. tibiales anteriores, Vv. tibiales posteriores, Vv. peroneae) haben.
Überblick über das periphere Nervensystem
Abgesehen von den Hirnnerven entspringen alle peripheren Nerven aus dem Rückenmark. Zwischen den Wirbelkörpern der Wirbelsäule treten sie als dicke ca. 2-3 cm lange Spinalnerven aus dem Rückenmark aus und verzweigen sich dann im weiteren Verlauf durch den Körper zu einem komplizierten Netzwerk. Die peripheren Nerven werden entsprechend ihrer Austrittshöhe im Rückenmark bestimmten Hautarealen zugeordnet. Die sog. Dermatome ziehen streifenförmig über den ganzen Körper und sind für die Höhendiagnostik von Rückenmarkschäden von wesentlicher Bedeutung. Das Ausfall der Berührungsempfindungen in einem bestimmten Hautbezirk (Dermatom) lässt auf eine bestimmte Höhe der Schädigung des Rückenmarks schließen. Berührungs- oder Schmerzreize, die auf die Haut des Fußes treffen, werden von verschiedenen Nerven an das Rückenmark weitergeleitet. Die Nerven entstammen der Lenden- (lumbalen) und Kreuzbeinregion (sakralen) der Wirbelsäule (L 4 bis S 3). Jeder Nerv hat sein spezielles Versorgungsgebiet, manche Hautbezirke werden jedoch überlappend von mehreren Nerven versorgt. Ein für den Fuß wichtiger Nerv ist der N. tibialis. Anja Neufang-Sahr, Prof. Dr. med.
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Unterteilung des Fußes
Der Fuß wird unterteilt in Fußwurzel (Tarsus), Mittelfuß (Metatarsus) und Vorfuß (Antetarsus). Das Fußskelett besteht aus 7 Zehenknochen, 5 Mittelfußknochen, 14 Zehenknochen und 2 Sesambeinen, die sich jeweils unter dem 1. Mittelfußköpfchen befinden. Nägel gehören als Hautanhangsgebilde zur Epidermis und befinden sich an der Oberseite der Finger- und Zehenspitzen. Sowohl bei Hammer- als auch bei Krallenzehen handelt es sich um eine Fehlstellung, von der meist die zweite bis vierte Zehe betroffen ist. Ist ein Zeh im Grundgelenk überstreckt, im Mittel- und Endgelenk aber gebeugt, so spricht man von einem Krallenzeh. Die häufigste Ursache für einen Hammer- oder Krallenzeh ist das Tragen von zu engen oder auch zu kleinen Schuhen mit hohem Absatz. Aber auch andere Fehlstellungen des Fußes wie Spreiz-, Platt- oder Knickfüße können zu Hammer-/Krallenzehen führen. Weitere Ursachen für Hammer- und Krallenzehen können neurologische Erkrankungen sein oder die Folgen einer Unfallverletzung. Außerdem spielt eine genetische Veranlagung bei der Entstehung eines Hammer-/Krallenzehs eine Rolle. Häufig ist das gemeinsame Auftreten der Hammer-/Krallenzehe mit einem Hallux valgus zu beobachten. Der Fersensporn (Kalkaneussporn) ist ein knöcherner Sporn am Fersenbein, der sich durch übermäßige oder einseitige Belastung bilden kann. Man unterscheidet zwei Formen: Der plantare Fersensporn ist der weitaus häufigere und bildet sich an der Unterseite des Fersenknochens. Der Dorn liegt dabei am Ansatz der Sehnenplatte der Fußsohle (Plantarfaszie) und zeigt in Richtung Fußspitze. Der kraniale Fersensporn hingegen tritt deutlich seltener auf und bildet sich an der Rückseite des Fersenbeins, am Ansatz der Achillessehne. Der Hallux valgus ist eine Fehlstellung der Großzehe mit einer Achsenabweichung nach fibular bei gleichzeitiger Achsenabweichung des Metatarsale I nach tibial.I. Grad (≤ 20°): Der Fussballen tritt zu Innenseite des Fußes leicht vor. Es können sich Reizungen und Rötungen bilden.II. Grad (21° - 30°): Die Großzehe beginnt sich über den zweiten Zehen zu schieben. Als Folge der Reizung des Fußballens kann es zu Schmerzen und Entzündung des Schleimbeutels kommen.III. Grad (31° - 50°): Die Großzehe ist über oder unter der zweiten Zehe. Zusätzliche Überdehnung der Sehnen und Reizung der Nerven. Das Laufverhalten verlagert sich auf die Außenseite des Fußes.IV. Grad (> 50°): Der große Zeh liegt quer über die benachbarten Zehen. Die Folge ist ein starker Spreizfuß. Die Abrollbewegung erfolgt nur noch über die Fußaußenseite. Die Füße tragen beim Gehen das gesamte Körpergewicht und ermöglichen gleichzeitig die Balance. Sie gehören daher zu den am stärksten beanspruchten Körperteilen.Das Körpergewicht ruht vor allem auf den Fersen und den Zehenballen. 7 Fußwurzelknochen5 Mittelfußknochen14 ZehenknochenAlle Knochen sind durch Gelenke, Sehnen und Bänder miteinander verbunden. Anhand dieser Gelenke lässt sich der Fuß in drei Abschnitte einteilen: die Fußwurzel mit dem Sprunggelenk, der Mittelfuß und die Zehen.Das Sprunggelenk verbindet die Knochen des Unterschenkels mit den Fußknochen. Die sieben Fußwurzelknochen sind durch Bänder fest miteinander verbunden und kaum gegeneinander beweglich. Sie sind in zwei Reihen aus je drei und vier Knochen angeordnet. Einer davon - das Sprungbein - bildet gemeinsam mit Schienbein und Wadenbein das obere Sprunggelenk. Schien- und Wadenbein sind vom Sprungbein durch eine Knorpelscheibe getrennt. Das Sprungbein ist außerdem mit den Knochen der Fußwurzel und dem Fersenbein verbunden. Zwischen Fersenbein, Sprungbein und Kahnbein befindet sich das untere Sprunggelenk.Das obere Sprunggelenk ermöglicht es, den Fuß nach oben und unten, ein wenig auch zur Seite zu bewegen. Das untere Sprunggelenk verbindet das Sprungbein mit den Knochen der Fußwurzel und dem Fersenbein. An die zweite Reihe der Fußwurzelknochen schließt sich der Mittelfuß an. Er besteht aus fünf langgestreckten Mittelfußknochen, die sich auf dem Fußrücken gut ertasten lassen. Die fünf Zehen sind frei beweglich. Sie bestehen jeweils aus drei Einzelknochen (Zehengliedern) - mit Ausnahme der Großzehe, die nur zwei Glieder hat. In jeder Zehe befinden sich drei Gelenke, das Grund-, Mittel- und Endgelenk. Die Grundgelenke sind Kugelgelenke und ermöglichen außer Auf- und Ab-Bewegungen auch eine begrenzte Spreizbewegung. Um die Beweglichkeit der Füße zu erhalten und ihre empfindlichen Muskeln, Sehnen, Gefäße und Nerven zu schützen, müssen die Füße Belastungen abfedern können. Deshalb liegen die Fußsohlen normalerweise nicht flach auf dem Boden auf, sondern spannen sich wie ein Gewölbe zwischen den Fersen und Zehenballen. Jeder Fuß hat sowohl ein Längs- als auch ein Quergewölbe. In jedem Fuß ziehen längs und quer gespannte Muskeln die Fußknochen zu einem Gewölbe zusammen, das immer unter Spannung steht. Bei Belastung, zum Beispiel beim Auftreten, geben die Muskeln etwas nach - dadurch kann das Fußgewölbe das Körpergewicht abfedern. Bei einem gesunden Fuß liegen nur die Ferse, die Zehenballen und Zehen auf dem Boden auf. Sie sind an ihren Unterseiten durch eine Fettschicht geschützt, der Mittelfuß außerdem durch eine breite Sehnenplatte (Plantarfaszie). Die Muskulatur des Fußes besteht aus über 30 Muskeln. Die Füße werden auch von Muskeln im Unterschenkel bewegt, dem Fußstrecker und dem Fußbeuger. Die schlanken Sehnen dieser Muskeln reichen bis zu den Zehen. Die Sehnen der Fußstrecker verlaufen über den Fußrücken bis in die Zehenspitzen. Die kurzen Fußmuskeln liegen zwischen den Mittelfußknochen. Sie helfen beim Spreizen, Beugen und Strecken der Zehen, verspannen aber vor allem die Fußgewölbe.Anders als die Finger sind die Zehen nur wenig beweglich. Bis auf die große und die kleine Zehe können sie kaum unabhängig voneinander bewegt werden. Mehrere Beugemuskeln entlang der Fußsohle bewegen die drei mittleren Zehen gleichzeitig. Entlang des Fußrückens liegt ein weiterer gemeinsamer Muskel, der diese Zehen streckt.Das Aufspannen der Fußgewölbe ist die Hauptaufgabe etlicher Muskeln der Fußsohle. Sie ziehen den Fuß durch ihren Zug auf Vorderfuß und Fußwurzel wie einen Bogen zusammen. Die meisten dieser Muskeln verlaufen in Längsrichtung, da sie auch die Zehen beugen. Sie spannen die Längswölbung auf. Die Querwölbung wird vor allem von dem Muskel aufrechterhalten, der die große Zehe nach innen zieht. Der Fuß wird durch je eine Hauptschlagader am Fußrücken und an der Fußsohle mit Blut versorgt. Die Fußrückenarterie verläuft an der Innenseite des Fußrückens, entlang des Streckmuskels der großen Zehe. Sie läuft in einen Bogen aus, von dem Arterien entspringen. Diese versorgen die Oberseite der Zehen. Die Fußsohlenarterie teilt sich im Bereich der Ferse in zwei Äste, von denen einer an der Innenseite und einer bogenförmig an der Außenseite der Fußsohle verläuft. Auch von der äußeren Fußsohlenarterie führen Arterien bis in die Zehen. tiefer Wadenbeinnervinnerer Fußsohlennerväußerer FußsohlennervDer tiefe Wadenbeinnerv verläuft entlang der Fußrückenarterie. Er bewegt die Muskeln, die die Zehen strecken. Ein Ast verläuft bis zwischen die große und die zweite Zehe und verzweigt sich dort. Er nimmt auch Sinnesreize aus der Haut des Fußrückens auf.An der Fußsohle verlaufen der innere und der äußere Fußsohlennerv. Der innere Fußsohlennerv verzweigt sich bereits in Fersennähe und verläuft in mehreren Ästen entlang der Fußsohle. Er bewegt die Beugermuskeln der ersten drei und teilweise auch den der vierten Zehe. Außerdem leitet der Nerv die Hautempfindungen aus dem Bereich der Fußsohle bis zur vierten Zehe.Der äußere Fußsohlennerv folgt der äußeren Fußsohlenarterie bis zur kleinen Zehe. Er bewegt einen Teil der Beugemuskeln der vierten Zehe und den Beuger der kleinen Zehe. Lippert H. Lehrbuch Anatomie. München: Urban und Fischer; 2020.Menche N. Biologie Anatomie Physiologie.
Hauptnerven des Fußes
Die Hauptnervenäste, die den Fuß versorgen, sind der Nervus tibialis und der Nervus peronaeus (auch Nervus fibularis genannt).
Nervus tibialis
Der Nervus tibialis, ein direkter Abkömmling des Ischiasnervs, zieht an der Rückseite des Unterschenkels nach unten. Am inneren Knöchel teilt er sich in seine beiden wichtigsten Äste für die Fußsohle auf:
- Nervus plantaris medialis: Versorgt die Haut der Fußsohle, genauer gesagt die ersten dreieinhalb Zehen.
- Nervus plantaris lateralis: Versorgt den Rest der Fußsohle, einschließlich der Außenseite des vierten Zehs und des kleinen Zehs.
Nervus peronaeus
Der Nervus peronaeus versorgt hauptsächlich den Fußrücken:
- Nervus peronaeus superficialis: Verantwortlich für das Gefühl auf dem Großteil des Fußrückens.
- Nervus peronaeus profundus: Zuständig für die Motorik der Muskeln, die den Fuß und die Zehen heben (Dorsalflexion).
Funktion der Fußnerven
Die Funktionen der Fußnerven lassen sich in zwei Hauptbereiche unterteilen:
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- Sensorik: Erfassung von Druck, Temperatur und Schmerz.
- Motorik: Steuerung der Muskeln, die für die Feinmotorik des Fußes verantwortlich sind, wie z.B. die Abrollbewegung beim Gehen und die Anpassung an Unebenheiten.
Gefäß-Nerven-Bündel
Nerven und Blutgefäße verlaufen eng nebeneinander und bilden Gefäß-Nerven-Bündel, um eine optimale Versorgung der Nervenfasern zu gewährleisten. Etwa 90 % der Blutversorgung des Fußes erfolgen über die Arteria tibialis posterior, die sich eng an den Nervus tibialis schmiegt.
Klinische Bedeutung: Nervenleiden am Fuß
Störungen des Nervensystems im Fuß können verschiedene Ursachen haben, wie z.B. Druck, Entzündungen oder Verletzungen. Einige der häufigsten Nervenleiden am Fuß sind:
- Tarsaltunnelsyndrom: Einklemmung des Nervus tibialis im Tarsaltunnel am inneren Knöchel.
- Morton-Neuralgie: Verdickung einer Nervenhülle im Mittelfuß, meist zwischen der 3. und 4. Zehe.
- Baxter-Neuropathie: Kompression des Baxter-Nervs, einem Ast des Nervus plantaris lateralis, der zu Fersenschmerzen führt.
Diagnose und Behandlung von Nervenleiden am Fuß
Die Diagnose von Nervenleiden am Fuß beginnt mit einer ausführlichen Anamnese und körperlichen Untersuchung. Je nach Verdacht können bildgebende Verfahren wie Ultraschall oder MRT eingesetzt werden, um die Strukturen sichtbar zu machen und andere Ursachen auszuschließen.
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache und dem Ausmaß der Einklemmung. Konservative Maßnahmen umfassen:
- Anpassung des Schuhwerks: Tragen von Schuhen mit ausreichend Platz im Zehenbereich.
- Orthopädische Einlagen: Entlastung der Nerven im Mittel- und Vorfuß.
- Physiotherapie und Fußgymnastik: Verbesserung der Beweglichkeit und Kräftigung der Fußmuskulatur.
- Kortison-Injektionen: Abschwellung des Nervenknotens.
Wenn konservative Maßnahmen nicht zum Erfolg führen oder eine massive, strukturelle Einklemmung vorliegt, kann ein operativer Eingriff sinnvoll sein. Bei dieser Dekompression wird das einengende Gewebe chirurgisch gelockert oder entfernt.
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Häufig gestellte Fragen
- Welcher Nerv ist der wichtigste im Fuß? Der Nervus tibialis ist der wichtigste Nerv im Fuß, da er alle kleineren Bahnen abzweigt, die für das Gefühl und die Bewegung an der gesamten Fußunterseite zuständig sind.
- Was bedeutet Kribbeln oder Taubheitsgefühl im Fuß? Dieses Kribbeln oder ein Taubheitsgefühl ist oft ein klassisches Warnsignal: Ein Nerv ist gereizt oder wird irgendwo eingeklemmt.
- Kann ein Bandscheibenvorfall im Rücken Fußschmerzen verursachen? Ja, absolut. Ein Bandscheibenvorfall in der Lendenwirbelsäule kann Druck auf eine Nervenwurzel ausüben, was zu Schmerzen, Kribbeln oder sogar einer Muskelschwäche führen kann, die bis in die Zehen ausstrahlen.
- Was ist der Unterschied zwischen Nerven und Sehnen? Nerven sind die Kommunikationskabel des Körpers, die elektrische Signale leiten, während Sehnen die Zugseile sind, die Muskeln mit den Knochen verbinden und die Muskelkraft übertragen.
Entwicklung des Fußskeletts
Das Fußskelett hat sich aus dem Fußskelett von Trematops milleri, einem vor ca. 280 Millionen Jahren ausgestorbenen Amphibium, entwickelt. Im Laufe der Evolution kam es zur Reduktion der Anzahl der Tarsalelemente durch Verschmelzung und Herausnahme von Elementen. Die Überlagerung des medialen Strahles (Talusfuß) über den lateralen (Kalkaneusfuß) führte zur Ausbildung des Articulatio talotarsalis und der Quer- und Längswölbung.
Das menschliche Fußskelett
Das menschliche Fußskelett besteht in der Regel aus 28 Einzelknochen, die in eine vordere und eine hintere Abteilung unterteilt werden können. Die vordere Partie wird von kurzen, monoepiphysären Röhrenknochen gebildet und die hintere von irregulären, spongiösen, kanonischen Tarsalknochen. Innerhalb des Fußskeletts werden drei Gelenklinien beschrieben: die Lisfrancsche Gelenklinie, die Bona-Jäger-Linie und das Chopartsche Gelenk. Weiterhin ist das Fußskelett durch eine Querwölbung und eine Längswölbung charakterisiert.
Verspannung der Fußwölbungen
Die Fußwölbungen werden durch aktive (Muskeln) und passive (Bänder) Strukturen verspannt. Von besonderer Bedeutung sind die von den Fußrändern einstrahlenden langen Sehnen extrinsischer Muskeln: die Sehne des M. peronaeus longus und die Sehne des M. tibialis posterior. Auch der M. adductor hallucis mit seinen beiden Köpfen ist ein bedeutsamer Verspanner. Beim Stand übernimmt der Bandapparat die Verspannung, und beim Gehen werden die plantaren Muskeln zusätzlich aktiv. Die wichtigste Verspannungsstruktur ist jedoch die Aponeurosis plantaris.
Knochen des Fußes
Talus (Sprungbein)
Am Sprungbein werden drei Abschnitte unterschieden: Corpus tali, Collum tali und Caput tali. Das Corpus tali trägt kranial die Trochlea tali. Da große Bereiche des Talus (~60 %) überknorpelte Gelenkflächen tragen, weist der Talus eine eingeschränkte Vaskularisierung auf.
Calcaneus (Fersenbein)
Das Fersenbein ist ein mächtiger spongiöser Knochen, an dem ein Processus anterior calcanei und ein nach medial gerichtetes Sustentaculum tali unterschieden werden. Dorsal findet sich das Tuber calcanei, das plantar einen Processus lateralis und einen Processus medialis tuberis calcanei zeigt. Die kraniale Fläche des Calcaneus trägt drei Gelenkfacetten: Facies articularis talaris anterior, media und posterior.
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