Erasmus+ Programm in der Neurologie: Internationale Erfahrungen für Studierende und Auszubildende

Das Erasmus+ Programm bietet Studierenden und Auszubildenden im Bereich der Neurologie eine hervorragende Möglichkeit, internationale Erfahrungen zu sammeln, ihre interkulturellen Kompetenzen zu erweitern und neue Perspektiven kennenzulernen. Durch die Förderung von Auslandsaufenthalten in Europa und weltweit, unterstützt Erasmus+ die persönliche und berufliche Entwicklung junger Menschen und trägt zur Schaffung eines europäischen und internationalen Bildungsraums bei. Auch AusbildungWeltweit, gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, unterstützt Auslandsaufenthalte außerhalb Europas.

Vorteile eines Erasmus+ Aufenthalts im Bereich Neurologie

Ein Erasmus+ Aufenthalt im Bereich Neurologie bietet zahlreiche Vorteile, sowohl für Studierende als auch für Auszubildende:

  • Erwerb neuer Kenntnisse und Fertigkeiten: Durch die Teilnahme an Vorlesungen, Praktika und Forschungsprojekten an ausländischen Universitäten und Kliniken können Studierende und Auszubildende ihr Fachwissen erweitern und neue Behandlungsmethoden und Technologien kennenlernen.
  • Stärkung der interkulturellen Kompetenz: Der Umgang mit Menschen aus anderen Kulturen fördert das Verständnis für unterschiedliche Denkweisen und Verhaltensmuster. Dies ist besonders wichtig im Gesundheitswesen, wo eine patientenzentrierte Betreuung unerlässlich ist.
  • Verbesserung der Sprachkenntnisse: Ein Auslandsaufenthalt bietet die ideale Gelegenheit, die eigenen Sprachkenntnisse zu verbessern. Dies ist nicht nur für die Kommunikation mit Patienten und Kollegen von Vorteil, sondern auch für die persönliche Entwicklung.
  • Erwerb neuer Perspektiven: Der Blick über den Tellerrand ermöglicht es Studierenden und Auszubildenden, ihre eigenen Fähigkeiten und Stärken besser einzuschätzen und neue Karrierewege zu entdecken.
  • Förderung der persönlichen Entwicklung: Ein Auslandsaufenthalt ist eine Herausforderung, die es zu meistern gilt. Dies stärkt das Selbstvertrauen und die Fähigkeit, sich an neue Situationen anzupassen.

Vorbereitung auf den Erasmus+ Aufenthalt

Eine gute Vorbereitung ist entscheidend für den Erfolg eines Erasmus+ Aufenthalts. Dazu gehören:

  • Informationsbeschaffung: Studierende und Auszubildende sollten sich frühzeitig über die verschiedenen Fördermöglichkeiten, Partneruniversitäten und Kliniken informieren.
  • Bewerbung: Die Bewerbung für das Erasmus+ Programm erfolgt in der Regel über die Heimathochschule oder Ausbildungseinrichtung.
  • Sprachvorbereitung: Es ist ratsam, vor dem Auslandsaufenthalt einen Sprachkurs zu besuchen oder sich autodidaktisch mit der Sprache des Gastlandes auseinanderzusetzen. Erasmus+ bietet die Möglichkeit für einen Online-Sprachkurs.
  • Unterkunftssuche: Die Suche nach einer geeigneten Unterkunft kann zeitaufwendig sein. Es empfiehlt sich, frühzeitig mit der Partneruniversität oder Klinik in Kontakt zu treten, um Unterstützung bei der Suche zu erhalten.
  • Bürokratie: Vor dem Auslandsaufenthalt sind einige Formalitäten zu erledigen, wie z.B. die Beantragung eines Visums, die Organisation einer Krankenversicherung und die Klärung von finanziellen Fragen.

Ein Erfahrungsbericht zeigt, dass die Vorbereitung einige Bürokratie mit sich bringt. Im Vorfeld wurden Informationen zu den zu erlernenden Kompetenzen, Kenntnissen und Fertigkeiten in der Neurologieabteilung der Universitätsklinik bereitgestellt. Dazu gehörten die Aufnahme von Patientendaten, die Betreuung von Patienten vor, während und nach der Behandlung, die Assistenz bei der ärztlichen Therapie, die Durchführung von Hygienemaßnahmen sowie die Beachtung von Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz.

Erwartet wurde die Aufnahme und Dokumentation von Daten ausländischer Patienten, die fachlich richtige Kommunikation mit diesen, die Betreuung im Krankheitsfall, das Anlegen von Verbänden, die Organisation von Laborarbeiten und die Anleitung ausländischer Patienten zur Abgabe von Laborproben sowie die Entsorgung infektiöser Materialien gemäß den gesetzlichen Vorschriften.

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Nach dem Ausfüllen und Abgeben der Unterlagen wurden ca. 80% der Kosten vorab überwiesen, um die Bezahlung der Unterkunft, des ÖPNV Tickets und der Bahntickets zu decken. Die restlichen 20% wurden nach dem Aufenthalt überwiesen.

Fachlicher Einsatz im Bereich Neurologie

Während des Erasmus+ Aufenthalts haben Studierende und Auszubildende die Möglichkeit, in verschiedenen Bereichen der Neurologie tätig zu werden. Dazu gehören beispielsweise:

  • Klinische Arbeit: Die Teilnahme an Visiten, die Betreuung von Patienten, die Durchführung von Untersuchungen und die Assistenz bei Operationen.
  • Forschung: Die Mitarbeit an Forschungsprojekten, die Durchführung von Studien und die Auswertung von Daten.
  • Lehre: Die Teilnahme an Vorlesungen, Seminaren und Workshops, die Vorbereitung von Präsentationen und die Betreuung von Studierenden.

Ein konkretes Beispiel für den fachlichen Einsatz ist die Arbeit in verschiedenen Fachbereichen wie Computertomographie (CT), Magnetresonanztomographie (MRT) und Elektroenzephalografie (EEG).

  • Computertomographie (CT): Ein bildgebendes Verfahren auf der Basis von Röntgenstrahlen zur detaillierten Darstellung von Körperstrukturen wie Herz, Lunge und Gehirn.
  • Magnetresonanztomographie (MRT): Ein Verfahren zur Erstellung von Schnittbildern mit Hilfe eines starken Magnetfeldes, das insbesondere Weichteilstrukturen und Nervengewebe gut darstellt.
  • Elektroenzephalografie (EEG): Eine Untersuchungsmethode zur Überprüfung der Gehirnaktivitäten durch Messung der elektrischen Aktivität, die zur Diagnose von Hirnschädigungen, Stoffwechselerkrankungen, Tumoren und Epilepsie eingesetzt wird.

Partneruniversitäten und Kliniken

Das Erasmus+ Programm kooperiert mit zahlreichen Universitäten und Kliniken in Europa und weltweit. Einige Beispiele sind:

  • Universitäten: Universität zu Köln (Zentrum für Internationale Beziehungen der Medizinischen Fakultät), Universität Witten/Herdecke, Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU).
  • Kliniken: Universitätskliniken in verschiedenen europäischen Ländern, Rehabilitationseinrichtungen in Chile, integrative Kindertagesstätten und Praxen für Physio- und Ergotherapie in Afrika, Wohnheime für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mit Behinderung in Südasien.

Bei der Wahl der Partnerhochschule sind das Studieninteresse und die Sprachkenntnisse entscheidend. Auch das Modul 4 (Dermatologie, Augenheilkunde, HNO, Neurologie und Neurochirurgie, Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatische Medizin, klinische Pharmakologie) oder eine Kombination aus den Modulen 4 & 5 sind je nach Partneruniversität und individuellem MeCuM-Ablauf sinnvoll.

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Finanzielle Förderung

Das Erasmus+ Programm bietet finanzielle Unterstützung für Auslandsaufenthalte. Die Höhe der Förderung ist abhängig vom Zielland und der Dauer des Aufenthalts. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit, Stipendien von anderen Organisationen zu beantragen. Die restlichen 20% wurden nach dem Aufenthalt überwiesen.

Freizeitgestaltung

Neben dem fachlichen Einsatz sollte auch die Freizeitgestaltung während des Erasmus+ Aufenthalts nicht zu kurz kommen. Es bietet sich an, die Kultur des Gastlandes kennenzulernen, Sehenswürdigkeiten zu besichtigen, Sport zu treiben und Kontakte zu knüpfen.

Ein Beispiel hierfür ist Innsbruck, wo die Innsbruck Card den Besuch vieler Sehenswürdigkeiten wie die Swarowski Kristallwelten, den Alpenzoo und die Seilbahnen im Umland ermöglichte.

Erfahrungsberichte

Viele Studierende und Auszubildende haben bereits positive Erfahrungen mit dem Erasmus+ Programm gemacht. Sie berichten von neuen Erkenntnissen, interkulturellen Erfahrungen und persönlichen Weiterentwicklungen.

Ein Teilnehmer beschreibt seinen Aufenthalt als unvergesslich und ist froh, den Austausch gemacht zu haben. Er empfiehlt jedem, sich weiterzuentwickeln und Erfahrungen zu sammeln.

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Erasmus+ als Chance für die berufliche und persönliche Entwicklung

Erasmus+ und AusbildungWeltweit ermöglichen eine langfristige Planung hochwertiger transnationaler Partnerschaften und internationaler Aktivitäten. Die beteiligten Einrichtungen stärken ihr internationales Profil, fördern ihre Lernenden und Mitarbeitenden in ihrer beruflichen und persönlichen Entwicklung und machen ihr Bildungsangebot attraktiver.

Ziele der Erasmus+-Akkreditierung in der Berufsbildung und AusbildungWeltweit

Die Erasmus+ und AusbildungWeltweit haben das Ziel, die „(Erasmus)-Community“ zu erweitern, inklusiver zu machen und den Zugang zum Programm zu vereinfachen. Ein durch die beiden Programme geförderter Auslandsaufenthalt soll für alle Lernenden und Lehrende in der beruflichen Aus- und Weiterbildung realistisch sein, um so die berufliche und persönliche Entwicklung zu fördern, die europäische und internationale Identität und demokratische Beteiligung zu stärken, die Beschäftigung und den internationalen Zusammenhalt zu unterstützen und einen europäischen/internationalen Bildungsraum zu schaffen. Ausbildung Weltweit, vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert, unterstützt alle Reisen außerhalb Europas.

Erasmus+ an der Universität Witten/Herdecke

Die Universität Witten/Herdecke kooperiert mit mehr als 70 Partneruniversitäten auf fünf Kontinenten. Studierende der Uni Witten/Herdecke können über das Erasmus+-Programm der Europäischen Union Förderungen für ihren Auslandsaufenthalt an einer unserer Partneruniversitäten im EU-Ausland sowie in der Türkei, Norwegen und Island erhalten. Das Swiss-European Mobility Programme (SEMP) ist an das Erasmus-Programm angelehnt. Die Uni Witten/Herdecke unterstützt auch Auslandsaufenthalte außerhalb Europas. Je nach Land und Partneruniversität gibt es dafür unterschiedliche Förderungen wie beispielsweise reduzierte bzw. In machen Studiengängen können Studierende einen Double Degree abschließen, d. h. einen zweiten Studienabschluss an einer Partneruniversität im Ausland.

Erasmus+ an der LMU München

Für das Erasmus-Programm der Medizinischen Fakultät bewerben Sie sich jeweils zum 15. Januar für das ganze darauf folgende akademische Jahr (unabhängig davon, ob Sie Ihren Austausch zum Winter- oder Sommersemester beginnen möchten). Beispiel: 15.01.2026 für das Wise 2026/27 und SoSe 2027. Im Rahmen der Online-Bewerbung ist es möglich, bis zu vier Hochschulen anzugeben. Die Reihenfolge der Eingabe Ihrer Wunschuniversitäten entspricht den Prioritäten. Wir empfehlen, die vollen vier Prioritäten anzugeben, um Ihre Chancen zu maximieren.

Erasmus+ Praktikum (Student Mobility for Placements = SMP)

Alle PJ-Aufenthalte in den Erasmus-Ländern werden über das Programm "Erasmus Praktikum (Student Mobility for Placements = SMP)" organisiert. Bitte beachten Sie die Richtlinien des Prüfungsamts Medizin zur Anrechnung von Auslands-PJ1. Auch selbst organisierte PJ-Abschnitte in den Erasmus-Ländern können ebenfalls über das Programm "Erasmus Praktikum (Student Mobility for Placements = SMP)" gefördert werden. Voraussetzung hierfür ist die Zusage der Receiving Institution über mind. 60 Praktikumstage.

Fazit

Das Erasmus+ Programm ist eine wertvolle Chance für Studierende und Auszubildende im Bereich der Neurologie, internationale Erfahrungen zu sammeln, ihre Kompetenzen zu erweitern und ihre persönliche Entwicklung zu fördern. Durch die Teilnahme an diesem Programm können sie sich optimal auf eine erfolgreiche Karriere im Gesundheitswesen vorbereiten.

Tipps für einen erfolgreichen Erasmus+ Aufenthalt

  • Seien Sie offen für Neues: Gehen Sie aufgeschlossen auf die Kultur des Gastlandes zu und seien Sie bereit, neue Erfahrungen zu sammeln.
  • Knüpfen Sie Kontakte: Nutzen Sie die Gelegenheit, Menschen aus anderen Ländern kennenzulernen und ein internationales Netzwerk aufzubauen.
  • Seien Sie proaktiv: Engagieren Sie sich in Ihrem Fachbereich und suchen Sie aktiv nach Möglichkeiten, Ihr Wissen und Ihre Fähigkeiten zu erweitern.
  • Genießen Sie die Zeit: Ein Erasmus+ Aufenthalt ist eine einzigartige Erfahrung, die Sie nicht vergessen werden. Genießen Sie die Zeit und machen Sie das Beste daraus!

Sprachliche Besonderheiten in Innsbruck

Ein Aufenthalt in Innsbruck bietet auch die Möglichkeit, den Tiroler Dialekt kennenzulernen. Hier einige Beispiele für unterschiedliche Wortbedeutungen:

  • Kittel = Mantel
  • Kissen = Polster
  • Hausschuhe = Patschen
  • Mütze = Haube
  • Brotzeit = Jause
  • (Apfel-)schorle = (Apfel/…)g`spritzt
  • Guten Appetit = Mahlzeit
  • Das ist super = Volle fein

AusbildungWeltweit: Therapieausbildung im Ausland

Mit dem Programm AusbildungWeltweit kannst du vier Wochen deiner Ausbildung im Ausland verbringen. Arbeite in einer Rehabilitationseinrichtung in Chile, einer integrativen Kindertagesstätte in Afrika oder bei MATI in Südasien. Entdecke neue Therapieansätze und erweitere deine interkulturellen Kompetenzen.

Erasmus+ für Therapieausbildungen in Europa

Das EU-Förderprogramm Erasmus+ ermöglicht dir ein gefördertes vierwöchiges Praktikum in europäischen Partnereinrichtungen. Arbeite derzeit intensiv am Aufbau von Partnerschaften in Spanien.

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