Fußreflexzonenmassage bei Migräne: Studienlage und Anwendung

Migräne beeinträchtigt den Alltag vieler Menschen erheblich. Neben medikamentösen Behandlungen rücken immer mehr nicht-pharmakologische Methoden in den Fokus, darunter auch die Fußreflexzonenmassage. Dieser Artikel beleuchtet die Studienlage zur Fußreflexzonenmassage bei Migräne und gibt einen Überblick über weitere alternative Behandlungsmethoden.

Ursprünge und Theorie der Fußreflexzonenmassage

Die Idee, dass eine Verbindung zwischen den Füßen und anderen Körperregionen besteht, ist nicht neu. Schon die alten Ägypter nutzten vor über 4.000 Jahren spezielle Massagegriffe am Fuß, um den Organismus zu beeinflussen. Die Theorie hinter der Fußreflexzonenmassage besagt, dass die Fußsohle eine besondere Beziehung zu Organen wie Magen, Darm oder dem Nervensystem hat, ähnlich dem Konzept der Ohr-Akupunktur. Durch gezielte Massage bestimmter Zonen am Fuß sollen Schmerzen gelindert und Entspannung gefördert werden.

Studienlage zur Fußreflexzonenmassage bei Migräne

Die Forschungslage zur Fußreflexzonenmassage ist insgesamt noch dünn, es mangelt an großen, klinischen Studien. Allerdings zeigen neue Studien positive Ergebnisse: Bei Migräne konnte eine Reflexzonenmassage in Verbindung mit Medikamenten die Dauer und Intensität der Anfälle deutlich reduzieren. Auch für Schwangere gibt es Hinweise auf positive Effekte durch Fußreflexzonenmassagen. Weitere Studien deuten auf positive Effekte bei Krebspatienten hin. In der Schmerztherapie ist die Fußreflexzonenmassage als Teil einer multimodalen Behandlung bereits etabliert.

Weitere manuelle Therapien bei Migräne

Neben der Fußreflexzonenmassage gibt es auch andere manuelle Therapieformen, die bei Migräne eingesetzt werden. Dazu gehören:

Lymphdrainage

In einer randomisierten Studie untersuchten Neurologen, inwieweit Lymphdrainage die Häufigkeit und Intensität von Migräneattacken beeinflussen kann. Die Probanden erhielten entweder Lymphdrainage an Gesicht, Kopf und Nacken, eine traditionelle Massage der Schädel-, Halswirbelsäulen- und oberen Rückenmuskulatur oder keine manuelle Therapie. Die Ergebnisse zeigten, dass in beiden Behandlungsgruppen die Häufigkeit der Migräneattacken und die Anzahl der Migränetage im Vergleich zur Kontrollgruppe deutlich sanken. In der Lymphdrainage-Gruppe benötigten die Probanden signifikant weniger Antimigränemedikamente. Zudem litten sie weniger unter Lichtüberempfindlichkeit. Die Studie deutet darauf hin, dass Lymphdrainage eine wirksame Methode zur Migräneprophylaxe sein kann.

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Traditionelle Massage

Die bereits erwähnte Studie verglich auch die Wirkung von traditioneller Massage mit der von Lymphdrainage und einer Kontrollgruppe. Auch in der Massagegruppe benötigten die Probanden am Ende der Studie weniger Medikamente als zu Beginn, jedoch erreichte der Unterschied keine statistische Signifikanz im Vergleich zur Lymphdrainage-Gruppe.

Subokzipitale inhibierende Weichteiltechnik

Eine Pilotstudie untersuchte den Effekt der subokzipital inhibierenden Weichteiltechnik in Kombination mit Triggerpunkttherapie und Dehnungsübungen bei Migränepatienten. Die Ergebnisse zeigten, dass die kombinierte Therapie die Belastung durch die Migräne und die Beeinträchtigung im Alltag reduzierte. Die Verbesserungen waren größer als bei der alleinigen Triggerpunkt-Therapie und Dehnungsübungen. Die Studie deutet darauf hin, dass die subokzipitale inhibierende Weichteiltechnik eine wertvolle Ergänzung zu anderen manuellen Therapieformen bei Migräne sein kann.

Migräne: Mehr als nur Kopfschmerzen

Migräne ist eine neurologische Erkrankung, die sich durch wiederkehrende, oft starke Kopfschmerzen auszeichnet. Sie beeinflusst das gesamte Nervensystem und kann mit einer Vielzahl von Begleitsymptomen einhergehen, darunter Licht- und Geräuschempfindlichkeit, Übelkeit und Sehstörungen. Eine Migräneattacke kann den Alltag komplett lahmlegen.

Migräne vs. Spannungskopfschmerz

Viele Menschen verwechseln Migräne mit herkömmlichen Kopfschmerzen. Während Spannungskopfschmerzen meist beidseitig auftreten und sich als dumpfer Druck äußern, ist Migräne oft einseitig und pulsierend.

Ursachen und Auslöser

Die genauen Ursachen der Migräne sind noch nicht vollständig geklärt, aber eine übererregbare Nervenzellaktivität im Gehirn gilt als Hauptursache. Es gibt verschiedene Faktoren, die Migräneattacken begünstigen können, darunter Stress, bestimmte Nahrungsmittel, Wetterumschwünge und hormonelle Veränderungen.

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Phasen einer Migräneattacke

Typisch für Migräneattacken ist der Verlauf in mehreren Phasen. Eine Attacke kann zwischen 4 und 72 Stunden dauern. Ein Drittel der Betroffenen erlebt vor dem Kopfschmerz neurologische Symptome, die als Aura bezeichnet werden.

Alternative und ergänzende Behandlungsmethoden bei Migräne

Neben manuellen Therapien gibt es eine Reihe weiterer alternativer und ergänzender Behandlungsmethoden, die bei Migräne eingesetzt werden können:

Entspannungstechniken

Zur Vorbeugung von Migräne sind Entspannungsmaßnahmen sehr effektiv. Tai-Chi, progressive Muskelrelaxation nach Jacobson (PMR) und Autogenes Training können helfen, Stress abzubauen und die Häufigkeit und Intensität von Migräneattacken zu reduzieren.

Akupressur

Durch gezielten Druck auf bestimmte Punkte können Verspannungen gelöst und Schmerzen gelindert werden.

Yoga

Yoga verbindet körperliche Übungen, Atemtechniken, Konzentrationsübungen und Meditation. Viele Körperübungen eignen sich zur Vorbeugung von Migräne, z. B. die Brücke, die Katze oder der Lotussitz. Auch die Tiefenentspannung, die in der Regel Bestandteil jedes Trainings ist, bringt bei Migräne wohltuende Entspannung.

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Selbstmassage

Das Massieren der Schläfen mit kreisenden Bewegungen kann bei Migräne für Entspannung sorgen. Wichtig ist, dass die Massage mindestens 5 Minuten lang dauert.

Was man bei Thai-Massagen beachten sollte

Die Thai-Massage ist eine traditionelle Praxis aus Thailand, die man dort “Nuad Thai” nennt, übersetzt in etwa „heilsame Berührung“. In Thailand ist die Thaimassage ein anerkanntes Heilverfahren und seit 2019 auch Teil des immateriellen UNESCO-Weltkulturerbe.

Ablauf einer Thai-Massage

Eine traditionelle Thai-Massage unterscheidet sich wesentlich von einer Massage, wie man sie in westlichen Ländern kennt. Sie findet meist auf einer Bambusmatte auf dem Boden statt. Die Masseurin oder der Masseur setzt nicht nur seine Hände ein, sondern bringt vollen Körpereinsatz. Und wer massiert wird, muss mitmachen: Arme, Beine und Rücken werden in verschiedene dehnende Positionen gebracht.

Qualitätsstandards und Vorsicht

Da es in Deutschland keine zentrale Qualitätskontrolle für Thai-Massagen gibt, sollte man bei der Wahl eines Studios auf Professionalität achten. Bei Schmerzen, hinter denen eine Krankheitsursache stecken könnte, sollte man vor einer Thai-Massage einen Arzt konsultieren. Auch Schwangere sollten keine Thai-Massage machen.

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