Die Fußreflexzonenmassage (FRZM) ist eine alternative Behandlungsmethode, die auf der Vorstellung basiert, dass bestimmte Bereiche der Füße mit Organen und Systemen im Körper korrespondieren. Durch die Stimulation dieser Zonen sollen Selbstheilungskräfte aktiviert und Beschwerden gelindert werden. Doch wie verhält es sich mit der Anwendung dieser Massageform bei Menschen mit Epilepsie? Dieser Artikel beleuchtet die Grundlagen der Fußreflexzonenmassage, ihre potenziellen Wirkungen und die Kontraindikationen, insbesondere im Zusammenhang mit Epilepsie.
Grundlagen der Fußreflexzonenmassage
Die Fußreflexzonenmassage hat ihren Ursprung in Jahrtausende altem Wissen, das mündlich überliefert wurde. Ihre Wurzeln liegen in der traditionellen chinesischen Medizin (TCM), wo sie seit über 3000 Jahren angewendet wird. Bereits damals vermuteten chinesische Ärzte Nervenverbindungen oder Energielinien von Ohren, Nase, Fußsohlen und Handinnenflächen. In Thailand ist die Fußreflexzonenmassage weit verbreitet und gehört zum Alltag. Um die Jahrhundertwende wurde diese Methode zu therapeutischen Zwecken dokumentiert.
Das wichtigste Prinzip der Reflexzonentherapie basiert auf der Tatsache, dass es im menschlichen Körper über 70.000 Nervenenden gibt, von denen sich viele im Fuß befinden. Diese Nervenenden sind über Energiekanäle mit inneren und äußeren Organen im ganzen Körper verbunden. Die Massage behandelt gezielt die Füße und stimuliert die Nervenenden, um einen generellen Heilungseffekt auszulösen. Sie hat einen positiven Effekt auf den Blutkreislauf und das lymphatische System, das Immunsystem und reguliert die Funktion der endokrinen Drüsen. Zudem wirkt die Massage entspannend und schmerzlindernd, insbesondere bei Schmerzen in den Füßen und Kopfschmerzen.
Die Reflexzonen am Fuß
Die Fußsohlen sind ein Spiegelbild des Organismus. Jede verhärtete Reflexzone deutet auf körperliche oder organische Disharmonien hin. Der Fuß repräsentiert den Körper und seine Beschwerden wie eine kleine Landkarte. Durch die Massage bestimmter Bereiche der Fußsohle können unterschiedliche Stellen des Körpers beeinflusst werden.
Wirkungsweise und Anwendungsgebiete
Die Fußreflexzonenmassage wirkt direkt auf die Körperzonen ein und kann vielfältige Beschwerden am ganzen Körper lindern. Sie kann helfen, Beschwerden gezielt zu lindern und die Selbstheilungskräfte des Körpers zu aktivieren. In der ganzheitlichen Medizin wird ihre Wirkungsweise über die asiatische Sichtweise der Körpermeridiane erklärt. Jedes Körperorgan steht mit einem Energiemeridian des Körpers in Verbindung. Die Meridiane ziehen durch den ganzen Körper und enden in den Händen und Füßen. In einem gesunden Körper kann die Energie über die Meridiane frei fließen und jeden Körperbereich versorgen. Durch eine gezielte Akupressur der entsprechenden Bereiche kann der Energiefluss durch eine Beseitigung der Blockade wieder hergestellt werden.
Lesen Sie auch: Anwendung der Fußreflexzonenmassage bei Nervenschmerzen
Die traditionelle thailändische Fußreflexzonenmassage ist gut geeignet, um die Aktivität der inneren Organe über einen gesteigerten Energiefluss der Meridiane zu stimulieren sowie die Blut- und Lymphzirkulation zu verbessern. Sie wirkt vorbeugend und lindert vielerlei Beschwerden und Krankheiten wie Kopfschmerzen, Verstopfung, Verspannungen, Migräne und Asthma. Es können Verspannungen und Blockaden im ganzen Körper gelöst werden, was zu einer Balance des Körpersystems führt. Sie ist eine Methode zur Harmonisierung und Regeneration des Körpers sowie zur Aktivierung der Lebensenergie.
Durchführung einer Fußreflexzonenmassage
Eine klassische Fußreflexzonenmassage erfolgt ohne Öl. Mit dem Daumen werden nacheinander verschiedene Bereiche des Fußes „gedrückt“. Die Mitarbeit des Patienten ist gefragt, denn er sagt, wo es wehtut. Viele Patienten empfinden die Fußreflexzonenmassage als sehr angenehm, es gibt jedoch auch Patienten mit mehr Schmerzempfindlichkeit. Im Durchschnitt reicht eine Serie von ca. 6 Fußreflexzonenbehandlungen, d. h. mindestens eine Massage pro Woche. Zwischen den Massagen sollten mindestens 24 Stunden liegen. Jede Behandlung hat eine Dauer von ca. 45 Minuten.
Ablauf einer typischen Behandlung
- Entspannung: Der Patient liegt bequem, entspannt und angezogen auf einer Massageliege, bei Bedarf eingekuschelt in eine weiche Decke.
- Fußbad (optional): Als Auftakt kann ein entspannendes Fußbad in duftendem Aromawasser genossen werden.
- Massage von Knie und Wade (optional): Anschließend werden die Knie und Waden mit den Händen massiert.
- Druckpunktmassage: Die Füße und insbesondere die Reflexzonen werden mit einer speziellen Drucktechnik unter Zuhilfenahme eines Holzmassagestabes oder des Daumens massiert. Der leichte Druck zu Beginn der Massage wird im Verlauf langsam erhöht. Dabei finden die schmerzenden Stellen eine besondere Beachtung.
Kontraindikationen: Wann ist Vorsicht geboten?
Es gibt Situationen und Zustände, in denen eine Fußreflexzonenmassage nicht angewendet werden darf. Dazu gehören:
- Entzündung von Lymphgefäßen (Lymphangitis)
- Fieber
- Krampfadern im Fuß- und Unterschenkelbereich
- Venenentzündungen (Thrombophlebitis)
- Fremdkörper im Fuß
- Melanome (Tumore)
- Leberflecken (Nävus) am Fuß
- Verbrennungen, offene Wunden, Warzen, Ekzemen, Furunkeln
- Rheumatische Erkrankungen am Fuß im akuten, schmerzhaften Schub (M. Bechterew)
- Organtransplantationen
- Akute Verletzungen (Muskelfaserriss, Band/Sehnenruptur)
- Erkrankungen, die einer Operation bedürfen
Fußreflexzonenmassage und Epilepsie
Epilepsie wird in vielen Quellen als Kontraindikation für die Fußreflexzonenmassage genannt. Dies bedeutet, dass bei Menschen mit Epilepsie Vorsicht geboten ist und die Anwendung der Massageform möglicherweise vermieden werden sollte.
Die Gründe für diese Vorsicht sind nicht immer eindeutig dargelegt. Es wird vermutet, dass die Stimulation von Nervenenden und Energiebahnen während der Massage in seltenen Fällen Krampfanfälle auslösen könnte. Es ist wichtig zu beachten, dass dies nicht bei allen Menschen mit Epilepsie der Fall sein muss, und die individuelle Reaktion auf die Massage variieren kann.
Lesen Sie auch: Hilft Fußreflexzonenmassage bei Migräne?
Empfehlungen für Menschen mit Epilepsie
Wenn Sie an Epilepsie leiden und eine Fußreflexzonenmassage in Erwägung ziehen, sollten Sie folgende Punkte beachten:
- Arzt konsultieren: Sprechen Sie unbedingt mit Ihrem Arzt oder Neurologen, bevor Sie eine Fußreflexzonenmassage beginnen. Er kann Ihre individuelle Situation beurteilen und Ihnen eine Empfehlung geben.
- Erfahrenen Therapeuten wählen: Wenn Ihr Arzt die Massage für unbedenklich hält, wählen Sie einen Therapeuten, der Erfahrung mit der Behandlung von Menschen mit Epilepsie hat. Informieren Sie den Therapeuten vor der Behandlung über Ihre Erkrankung.
- Behandlung abbrechen: Wenn Sie während der Massage ein ungewöhnliches Gefühl verspüren oder Anzeichen eines Anfalls bemerken, brechen Sie die Behandlung sofort ab.
- Alternative Entspannungsmethoden: Es gibt viele andere Entspannungsmethoden, die für Menschen mit Epilepsie möglicherweise besser geeignet sind, wie z. B. Yoga, Meditation oder progressive Muskelentspannung.
Lesen Sie auch: Fußreflexzonenmassage und Nervensystem
tags: #fubreflexzonenmassage #bei #epilepsie